Kritik am Bedingungslosen Grundeinkommen, Werner
Kritik an dem Modell von Götz Werner „Einkommen für alle“
(Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE)
Das Besondere am Werner-Modell ist der Vorschlag, das Grundeinkommen aus der Konsumsteuer zu finanzieren, bei gleichzeitigem Wegfall aller auf Einkommen und Erträgen erhobenen Steuern.
Was passiert mit einer Volkswirtschaft, wenn das Einkommen bzw. die Erträge aus der Produktion
( dank der von Werner viel beschworenen durch Investition erzeugten Rationalisierung )
auf immer weniger Schultern verteilt wird?
Werner verkennt, wie unser Geldsystem funktioniert:
Geld wird im Prinzip über Schulden für Unternehmen und den Staat in das Wirtschaftssystem eingespeist. Letztlich bezahlen die Unternehmer damit Lohn- und Kapitalkosten an die in den Produktionsprozess eingebundenen Wirtschaftsteilnehmer. Über deren Konsum (Abnahme von Waren = Entnahme von Leistungen) erreicht das Geld wieder die Unternehmen, die damit die Schulden und Schuldenkosten bedienen können. Dies ist der Wirtschaftskreislauf: Geld fließt in die eine Richtung, Leistungen in die andere.
Wenn aber die Zahl der Abnehmer in diesem Kreisprozess schwindet, immer mehr aus dem Produktionsprozess herausfallen, wer nimmt dann die Waren ab, so dass der Unternehmer seine Kosten begleichen und seinen Profit in Geld realisieren kann?
Die Lösung von Werner besteht darin, dass alle ein Grundeinkommen erhalten, mit dem dieser Überhang an Leistungen vom Markt abgeräumt wird und das konsumsteuerfinanziert ist. Doch woher kommt das Geld für das Grundeinkommen derjenigen, die aus dem Produktionsprozess herausgefallen sind? Aus der Besteuerung ihres eigenen Konsums? Dies ist so, als wolle sich Münchhausen an seinem eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Es kann auch nicht aus der Konsumsteuer der im Produktionsprozess eingebundenen Wirtschaftsteilnehmern kommen, da diese dann weniger Waren abnehmen würden (s. Ergänzung, Berechnung)
- Realistischerweise muss jemand für dieses Grundeinkommen als Vorschuss Schulden aufnehmen, z.B. der Staat. Durch den Konsum werden dann zwar die ursprünglichen Schulden zurückgeführt, aber es bleibt ein Teil stehen, der durch die fälligen Zinsen erwachsen ist. Das Geldvermögen der Geldbesitzer steigt. (Schon jetzt existieren in Deutschland 6 Billionen € Schulden, denen die gleich große Summe von Geldvermögen gegenüber stehen. Etwa 70 % dieser Schulden fallen auf die Unternehmen und 25 % auf den Staat, die die Kosten dafür an die Konsumenten weiterreichen).
Sehr viel wichtiger ist, dass der Überschuss (Gewinn) des reichen Bevölkerungsanteils, der sich aus der Differenz von Einkommen zu Ausgaben ergibt, nicht besteuert wird. Er trägt dann nicht zum Aufkommen des BGEs bei. Der Mangel, der sich aus dem Auseinanderklaffen zwischen arm und reich ergibt, wird auf die Allgemeinheit verteilt. Der Staat entledigt sich vollständig der Aufgabe, für eine gerechte Verteilung des gemeinschaftlich erarbeiteten Volkseinkommen zu sorgen. Schlimmer noch: Durch Verstärkung dieser Ungleichverteilung wird letztlich die Maschine Volkswirtschaft gegen die Wand gefahren. (s. Artikel Modelle..)
- Oder die Geldbesitzer werden zur Kasse gebeten, bzw. besteuert, auch alle jene, die aufgrund von Besitz leistungsloses Einkommen beziehen, sowie jene, deren Einkommensgröße jenseits einer angemessenen Leistungsrelation liegt (die Ackermanns).
- Oder die Waren bleiben liegen, die entsprechenden Firmen gehen Pleite, die Volkswirtschaft schrumpft. Es kommt zu den bekannten Konjunkturtälern bis hin zum Zusammenbruch des Wirtschaftssystems (Argentinien).
Letztlich wird man nicht vermeiden können, die Verteilungsfrage zu stellen, um das Grundeinkommen dazu zu benutzen, die Masse der Leistungsträger – die arbeitsfähige Bevölkerung – am Produktivitätsfortschritt der Volkswirtschaft zu beteiligen (Fall 2). Daran wird man die Modelle zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) messen müssen.
Im Folgenden Dokument eine Berechnung des BGE
Berechnung-des-bedingungslosen-grundeinkommen
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