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Außenwirtschaft

Tauschmittel – und Güterströme zwischen zwei Währungsräumen

Wirtschaftliche Beziehungen zwischen zwei Währungsräumen werden durch Güteraustausch und der Möglichkeit von Geldanlagen im jeweiligen Ausland bestimmt. Es gelten dabei zwei Aussagen:

1. Aussage

Flusskapazitätsgleichung (FKG) des Außenhandels:

Güterimport + Geldexport = Güterexport + Geldimport (Ableitung, s. Anhang )

(Ableitung:ableitungfkg.doc)

Ob sich ein Gütertausch oder ein Geldanlage im jeweiligen Ausland lohnt hängt sehr stark vom Wechselkurs der Währungen ab.

2. Aussage

Der Wechselkurs beeinflusst die Geldströme und den Güteraustausch, wie die Geldströme und Güteraustausch den Wechselkurs beeinflussen.

Beispiel 1: Importschwemme (Außenhandelsdefizit); Geldflucht

Strömt viel heimisches Geld in den Devisenmarkt, z.B. durch starken Import oder starke Anlageaktivität von überschüssigem Geld im Ausland, so steigt das Geldangebot auf dem Devisenmarkt und der Wechselkurs fällt. Dieser fallende Wechselkurs bremst allerdings die Importflut und Geldflucht, weil die Importware teuerer wird – man muss mehr heimisches Geld für eine eingeführte Ware aufbringen – und die Geldflucht – das eigene Geld ist nichts mehr wert. Bei bestehendem Außenhandelsdefizit kann gemäß FKG eine Kursabwertung dann abgewendet werden, wenn gleichzeitig Geldimporte erhöht werden. Ein Beispiel dafür sind die USA und ihr Ölimport. Die Finanzeliten der Ölländer, z.B. Saudi-Arabien haben zugleich Zugriff zum Ölreichtum ihres Landes. Sie verkaufen ihr Öl gegen US-Dollar, die sie sofort in den USA anlegen und somit nicht die Devisenmärkte erreichen. Zur Abwehr deflationärer Tendenzen dürfen sie außerdem die Realgütermärkte nicht erreichen und werden in die spekulativen Märkte (u.a. Aktienmärkte) umgelenkt. Da der US-Dollar in vielen Länder als Zahlungsmittel akzeptiert wird, müssen diese Länder teilweise zum amerikanischen Währungsgebiet gezählt werden. Oft gibt es dann eine Allianz mit den Machteliten dieser Länder zur Ausplünderung des Rohstoffreichtums.

Beispiel 2: Exportoffensive

Fließt heimisches Geld aus dem Devisenmarkt, z.B. durch wachsenden Export, so entsteht dort eine starke Nachfrage nach dieser heimischen Währung, der Wechselkurs steigt. Das bremst aber gleichzeitig das Exportwachstum, da die Güter für das Ausland teurer werden . Gemäß der FKG kann der steigende Wechselkurs nur verhindert werden, wenn im selben Ausmaß der Import wächst. Handelt es sich bei den Importgütern um solche, die auch im eigenen Land produziert werden, geraten diese Industrien unter Absatzschwierigkeiten bzw. Preisdruck, weil das Angebot steigt. Der Druck wird an die Lohnkosten weitergeben bis hin zur Arbeitslosigkeit. Hat also ein Industriezweig mit seinen Produkten im Inland Absatzschwierigkeit und versucht er durch erhöhten Export auszuweichen, um Arbeitsplätze zu sichern, geschieht dies letztlich auf Kosten anderer Industriezweige, die nicht exportieren können (Beispiel könnte sein Autoindustrie/ Textilindustrie).

Beispiel 3 . Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Billiglohn – Ausland:

Arbeitsplätze , d.h. das Produktionskapital außer Land zu schaffen, ist sehr aufwendig (Ausnahme Dienstleistungssektor). Im besten Fall werden Produktionsmittelgüter im eigenen Land gekauft und ins Ausland geschafft, was den Binnenmarkt stärken würde. Probleme entstehen, wenn man Geld ins Ausland transferiert, um dort für die neuen Produktionsstätten entsprechende Güter zu kaufen (Geldexport). Entsprechend den Ausführungen im Anhang entsteht bei Geldexport ein erhöhtes Angebot der heimischen Währung am Devisenmarkt, der Wechselkurs fällt. Der fallende Wechselkurs erschwert Importe. Das gilt auch für die Einfuhr der nun im Ausland von der Firma produzierten Güter. Im Billiglohnland ist auch die Kaufkraft der Konsumenten geringer, entsprechend schwierig die Absetzbarkeit der nun hier produzierten Güter. Der kurzfristig Vorteil wird so langfristig aufgebraucht.

Beispiel 4 : Schaffung von Arbeitsplätzen durch Investition ausländischem Finanzkapitals

Die Folgen von Geldimport sind dieselben wie in Beispiel 2 beschrieben (s. Anhang 1): Heimische Währung fließt aus dem Devisenmarkt, bzw. durch den Umtausch von Fremdwährung in heimische Währung steigt die Nachfrage nach heimischer Währung. Soll der Wechselkurs nicht steigen, muß mehr Ware importiert werden mit der Folge: steigender Importe, größere Konkurrenz mit einheimischen Gütern, Absatzschwierigkeiten, schließlich Arbeitslosigkeit. Werden auf der einen Seite Arbeitsstellen geschaffen gehen sie auf de anderen Seite verloren. Die Investitionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen müssen von dem überschüssigen heimischen Finanzkapital kommen und nicht vom ausländischen. Dazu muss der Lohnanteil am Bruttoinlandsprodukt erhöht, also der Binnenmarkt gestärkt und der Anteil von leistungslosem Einkommen erniedrigt werden.

Zusammenfassung: die Beispiele zeigen, dass die monetären Schwierigkeiten eines Währungsraumes (Geldüberschuß in den Händen Weniger; Hortung usw.) nicht zwischen den Währungsräumen gelöst werden können.

Der Wechselkurs zwischen verschiedenen Währungsräumen hat ausgleichende Wirkung.


Februar 26, 2008 - Verfasst von hajosli | Wirtschaft | | 1 Kommentar

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