Modell Schuldentilgung
Auswirkungen von Schuldentilgungen auf ein Wirtschaftsmodell
Dieser Erörterung liegt ein duales Wirtschaftsmodell von Unternehmern und Leistungsproduzenten zugrunde, bei dem gilt, dass die Einnahmen der einen Seite die zukünftigen Ausgaben der anderen sind. ( S. dazu: H.J. Schlichte, Modell zur Abbildung von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft, http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/. Für die Volkswirtschaft heißt das:
In einer Volkswirtschaft, die durch eine auf Geld basierenden Wirtschaft (Geldwirtschaft) gekennzeichnet ist, wird als stabil angesehen, dass die volkswirtschaftlichen in Geld erfassten Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind (Gleichgewicht: Einnahmen = Ausgaben) oder anders betrachtet, bei einer stabilen Volkswirtschaft ist die Summe aller Ausgaben gleich der Summe aller Einnahmen.
Bei extrem ungleicher Einkommensverteilung bedeutet dies die Notwendigkeit von Schuldenaufnahme bzw. Kreditvergabe, soll die Volkswirtschaft nicht schrumpfen. Grund dafür liegt in dem reichen Teil der Bevölkerung, der mehr an Einkommen bezieht, als er an Ausgaben konsumieren kann oder will. Es entstehen Überschüsse. Soll die Wirtschaft nicht schrumpfen, so müssen diese Überschüsse (das ist die Differenz aus Einkommen und Ausgaben) vom Rest der Bevölkerung übernommen werden, wofür diese Kredite in der Höhe dieser Überschüsse aufnehmen. Es entstehen Schulden. Sollen diese Schulden nicht durch die Zinseszins-Dynamik in astronomische Höhen wachsen, müssen sie getilgt werden. Die Tilgung ist betriebswirtschaftlich anders zu betrachten, als volkswirtschaftlich.
- Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene kann der Schuldner durch Einnahmenerhöhung die nötige Tilgungssumme erarbeiten, indem er erhöhte Leistungen anbietet. Wer diese ihm abnimmt ist dabei unerheblich.
- Kann er seine erhöhte Leistung nicht absetzen, muss er bei gleicher Einnahmensituation durch Sparen die Tilgungssumme erzielen. Die Wirkung dieses Sparens auf andere Wirtschaftsteilnehmer ist für ihn ebenfalls unerheblich.
Nicht so auf der volkswirtschaftlichen Ebene.
- Hier bedeutet Sparen, um zu tilgen, Schrumpfung der gesamtwirtschaftliche Leistung durch die Störung des Input-Output-Gleichgewichtes.
- Hier gilt, dass der Schuldner als Bevölkerungsgruppe ein Gesamtschuldner und der Gläubiger ein Gesamtgläubiger ist. Der Gesamtschuldner in einer Volkswirtschaft kann aber seine Schuld nur abbauen, wenn „die Gesamtheit der Gläubiger bereit ist, ihre Guthaben abzubauen und damit Waren oder Dienstleistungen der Schuldner zu kaufen“ (s. dazu E. Glötzl; Das Wechselfieber der Volkswirtschaften…; Ztschr. F. Soz.ök., 121, 1999 S.12 u. 21 Thesen zur Finanzkrise, Humanwirtschaft, 03/2009). Das ist die Ohmacht des Schuldners. Erhöht nun der Gesamtschuldner seine Leistung, um sie der Gläubigerseite anzubieten, steigert dies die gesamtwirtschaftliche Leistung.
Entscheidend dabei ist nun, dass bei gleichem Schlüssel der Einkommensverteilung dies auch eine Einkommenserhöhung der Gläubigerseite bedeutet. Dies ist eine einleuchtende Annahme, da in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft die Leistungserhöhung einer gesellschaftlichen Gruppe synergetisch Leistungserhöhungen der anderen nach sich zieht
So entsteht ein zusätzlicher Überschuss, der wiederum vom Schuldner übernommen werden muss, soll eine volkswirtschaftliche Schrumpfung vermieden werden. Das Ergebnis? Die erhöhte wirtschaftliche Leistung des Schuldners führt neben einem Wirtschaftswachstum nur zu einer Schuldenverringerung, da durch die Einkommenserhöhung des Gesamtgläubigers zusätzliche Schulden übernommen werden mussten. Sie kann sogar bei extrem ungleicher Einkommensverteilung zu einem exponentiellen bzw. linearen Schuldenwachstum führen (s.u. die Ausführungen zum Modell). Erst durch eine weitere Konsumerhöhung des Gläubigers, der den Überschuss abbaut, können die Schulden gänzlich getilgt werden.
Unter diesen Umständen ist nur eine Schuldenverringerung möglich.
Einzelheiten und Berechnungen im PDF-Dokument: SchuldentilgungModell
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