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	<title>Ansichten</title>
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		<title>Ansichten</title>
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		<item>
		<title>Profitrealisierung</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2011/04/22/profitrealisierung/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2011/04/22/profitrealisierung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 22:59:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Profitrealisierung Profitrealisierung.pdf 139 KB Der Gewinn ergibt sich, wenn die Differenz aus Einnahmen minus Ausgaben positiv ist, also Einnahmen &#62; Ausgaben Für eine Volkswirtschaft bedeutet dies Wachstum. Frage: Wie ist dort ein positiver Saldo möglich, wenn die Ausgaben der Unternehmen, die sie als Lohn insgesamt aufbringen, Einnahmen der Käufer sind, mit denen diese den Teil [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=199&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1 style="text-align:center;"><strong>Profitrealisierung</strong></h1>
<p><strong><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2011/04/profitrealisierungexcelkurz.pdf">Profitrealisierung.pdf 139 KB</a><br />
</strong></p>
<p align="center">Der Gewinn ergibt sich, wenn die Differenz aus Einnahmen minus Ausgaben positiv ist, also</p>
<h1 align="center">Einnahmen &gt; Ausgaben</h1>
<p align="center">Für eine Volkswirtschaft bedeutet dies Wachstum.</p>
<p><strong>Frage:</strong> Wie ist dort ein positiver Saldo möglich, wenn die Ausgaben der Unternehmen, die sie als Lohn insgesamt aufbringen, Einnahmen der Käufer sind, mit denen diese den Teil der produzierten Waren abnehmen, der dieser Einnahmehöhe entspricht?</p>
<p><strong>Antwort: </strong>Für das Mehr an Waren (Mehrprodukte) müssen sich Kreditnehmer finden, die mit dem Kredit in Höhe des Wertes dieser Mehrprodukte das Mehr an Waren abnehmen. Dieser Wert entspricht dem Gewinn (Profit). Und die Volkswirtschaft wächst entsprechend.</p>
<p>Dies stellt also den Umtausch des Warenüberschuss (Mehr an Waren) in Geld als Mehrwert (MG = Profit) dar:</p>
<p align="center"><strong>G → W + MW →G + MG</strong></p>
<p><strong>                                                                                          /                              /       /</strong><strong><br />
</strong><strong>                                                                                         S </strong><strong>→</strong><strong>−−−−−−−→S + MS</strong><strong></strong></p>
<p align="center">Symbole: <strong>G </strong>= Geld; <strong>MG </strong>= Mehr Geld; <strong>S </strong>= Schulden; <strong>MS </strong>= Mehr Schulden; <strong>W</strong> = Waren; <strong>MW</strong> = Mehr Waren.</p>
<p>BEISPIEL:</p>
<p>Die Unternehmen geben eine Gesamtlohnsumme von 2.000 Mrd. S = € (K<sub>0</sub> = G) aus, die durch einen Kredit (S) vor finanziert wird. Es werden nun Waren (W) dieses Wertes produziert. Außerdem ein Mehr an Waren (MW) mit einem Wert von 200 Mrd. € (MG), der einer Profitrate (PF), bezogen auf K<sub>0</sub>, von 10% entspricht. Dafür wird ein Kredit dieser Höhe aufgelegt, mit der Schuldner das Mehr an Waren abnehmen. Mit der Lohnsumme +  Mehrwert ergibt sich ein gesamter Wert der produzierten Waren von 2.200 Mrd. € ( K1), der auf der Unternehmerseite als Einnahme zu verbuchen ist. Wird dieser wieder insgesamt zur Produktion von Waren investiert, so entsteht, unter der Voraussetzung einer Profitrate von 10%, ein Mehr an Waren im Wert von 220 Mrd. €. Das BIP wächst um diesen Betrag. Gleichzeitig entsteht eine weitere Schuld in der Höhe des Mehrwertes bzw. Profits. Die neuen Lohnkosten von 2.200 Mrd. € + neuer Mehrwert von 220 € ergeben eine neue Gesamtsumme von 2.400 Mrd. € ( K<sub>2</sub> ), abermals investiert ergibt sich ein weiteres Mehr an Waren von 242 Mrd. €, usw.. Das K und damit die Schuld  wächst entsprechend der Funktion:</p>
<p align="center"><strong>K</strong><strong><sub>n</sub></strong><strong> = K</strong><strong><sub>0</sub></strong><strong> * (1 + PF)</strong><strong><sup>n</sup></strong><strong></strong></p>
<h3>Anmerkung</h3>
<p>Im Prinzip wird dieser Vorgang auch von H.- Chr. Binswanger in seinem Buch “Die Wachstumsspirale” (Metropolis, 2006) abgehandelt.</p>
<p>Im Grunde ist seine Ausgangsfrage sehr einfach: Wie soll eigentlich in einem geschlossenem System, wie das der Volkswirtschaft, in der nur das konsumiert werden kann, was produziert wird, insgesamt ein Überschuss entstehen? Auf der Geldseite bildet sich diese Gleichheit von Produktion und Konsumtion als Ausgaben gleich Einnahmen und der Überschuss als Zinsen und Gewinn ab.</p>
<p>Ausgangsgangspunkt seiner These ist die Überlegung, dass in einer modernen Volkswirtschaft Geld durch Kreditvergabe in den Umlauf kommt. Unternehmen sind dort die Orte der Produktion. Sie sind in der Hauptsache die Kreditnehmer, die mit dem so geschöpften Geld Leistungen der Haushalte kaufen. Mit Hilfe dieser Leistungen entstehen Produkte, die wiederum von den Haushalten mit dem so „ verdienten“ Geld gekauft werden. In einem solchen Kreislauf ist aber eine Zins- und Profiterhebung nicht möglich. Er benötigt einen zusätzlichen Geldzufluss in Höhe der Zins- und Profitforderungen, dem dann auch ein ensprechendes Mehrprodukt gegenübersteht. Die Volkswirtschaft wächst.</p>
<p>Dazu Binswanger in einem Vortrag 2007, 7. Dez. in Wien:</p>
<p>Die Geldseite des Problems</p>
<p>„<em>Dies ist offensichtlich nicht möglich, wenn das Geld, das die Unternehmungen den Haushalten für ihre Produktionsleistungen bezahlen, das zu deren Einkommen wird, einfach wieder von den Haushalten dazu verwendet wird, um die Produkte zu kaufen, die die Unternehmungen mit ihrer Hilfe hergestellt haben, wenn also das Geld nur im Kreis läuft. Denn dann würden sich Einnahmen und Ausgaben der Unternehmungen nur immer gerade ausgleichen. Es gäbe also in der Summe von Gewinnen und Verlusten kein positiver Saldo, keine Unternehmungsgewinne. Es könnten also weder Zinsen bezahlt werden, noch Reingewinne erzielt werden, die das Risiko decken. Ein positiver Gewinnsaldo und damit die Möglichkeit, Zinsen zu bezahlen und Reingewinne zu erzielen, die das Risiko deckt, kann somit gesamtwirtschaftlich nur entstehen, wenn Geld zufließt“</em>.</p>
<p>Wie fließt der modernen Wirtschaft zusätzliches Geld zu?</p>
<p>Dies kommt über Kredite in den Kreislauf, die die ZB an die Geschäftsbanken ausgibt. Bleibt das so geschöpfte Geld als Einlage auf den Konten der Geschäftsbanken, finden diese wiederum Kreditnehmer (Schuldner), die mit diesem Geld die Mehrprodukte abkaufen und konsumieren. Für die Volkswirtschaft bedeutet dies, dass sie in Höhe der Zinsnahme wächst. Gleichzeitig wachsen damit die Schulden. Da der Zins prozentual vom jeweils bestehenden Bestand erhoben wird, entsteht auf der Schuldenseite, aber auch auf der Produktionsseite der Volkswirtschaft (BIP) ein exponentielles Wachstum. Irgendwann kommt die Volkswirtschaft an ihre Wachstumsgrenze. Es entsteht eine Schuldenblase, die letztlich zum Zusammenbruch des Systems führt.</p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2011/04/bip-wachstum.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-200" title="BIP-Wachstum" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2011/04/bip-wachstum.jpg" alt="" width="630" height="397" /></a></p>
<table width="664" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right"><strong>Folge</strong></p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right"><strong>BIP</strong></p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right"><strong>U-Ausgaben</strong></p>
</td>
<td valign="bottom" width="80"><strong>A-</strong><strong>Einnahmen</strong><strong></strong></td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right"><strong>A-Ausgaben</strong></p>
</td>
<td valign="bottom" width="61"><strong>Schuld</strong><strong>ner-ausgaben</strong><strong></strong></td>
<td valign="bottom" width="47"><strong>U-Ein-nahmen</strong></td>
<td valign="bottom" width="47"><strong>Über-schuss</strong></td>
<td valign="bottom" width="54">
<h4>Schulden</h4>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<h5>Überschuss-</h5>
<p><strong>rate (PF)</strong></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">0</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">2.000</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">1.818</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">1.818</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">1.818</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">181,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">2.000</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">181,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">181,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">1</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">2.200</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.000</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">2.000</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.000</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">200,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">2.200</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">200,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">381,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">2</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">2.420</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.200</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">2.200</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.200</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">220,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">2.420</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">220,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">601,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">3</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">2.662</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.420</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">2.420</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.420</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">242,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">2.662</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">242,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">843,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">4</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">2.928</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.662</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">2.662</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.662</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">266,20</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">2.928</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">266,20</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">1110,02</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">5</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">3.221</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.928</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">2.928</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">2.928</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">292,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">3.221</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">292,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">1402,84</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">6</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">3.543</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">3.221</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">3.221</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">3.221</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">322,10</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">3.543</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">322,10</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">1724,94</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">7</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">3.897</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">3.543</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">3.543</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">3.543</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">354,31</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">3.897</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">354,31</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">2079,25</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">8</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">4.287</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">3.897</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">3.897</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">3.897</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">389,74</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">4.287</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">389,74</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">2469,00</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">9</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">4.716</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">4.287</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">4.287</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">4.287</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">428,72</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">4.716</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">428,72</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">2897,71</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">10</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">5.187</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">4.716</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">4.716</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">4.716</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">471,59</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">5.187</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">471,59</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">3369,30</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">11</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">5.706</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">5.187</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">5.187</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">5.187</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">518,75</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">5.706</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">518,75</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">3888,05</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">12</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">6.277</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">5.706</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">5.706</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">5.706</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">570,62</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">6.277</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">570,62</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">4458,67</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">13</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">6.905</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">6.277</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">6.277</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">6.277</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">627,69</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">6.905</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">627,69</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">5086,36</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">14</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">7.595</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">6.905</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">6.905</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">6.905</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">690,45</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">7.595</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">690,45</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">5776,81</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">15</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">8.354</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">7.595</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">7.595</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">7.595</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">759,50</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">8.354</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">759,50</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">6536,31</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">16</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">9.190</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">8.354</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">8.354</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">8.354</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">835,45</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">9.190</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">835,45</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">7371,76</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">17</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">10.109</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">9.190</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">9.190</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">9.190</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">918,99</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">10.109</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">918,99</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">8290,76</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">18</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">11.120</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">10.109</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">10.109</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">10.109</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">1.010,89</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">11.120</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">1.010,89</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">9301,65</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">19</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<p align="right">12.232</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">11.120</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">11.120</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">11.120</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">1.111,98</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">12.232</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">1.111,98</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">10413,64</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom" width="33">
<p align="right">20</p>
</td>
<td valign="bottom" width="42">
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">13,455455</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p align="right">
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">12.232</p>
</td>
<td valign="bottom" width="80">
<p align="right">12.232</p>
</td>
<td valign="bottom" width="72">
<p align="right">12.232</p>
</td>
<td valign="bottom" width="61">
<p align="right">1.223,18</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">13.455</p>
</td>
<td valign="bottom" width="47">
<p align="right">1.223,18</p>
</td>
<td valign="bottom" width="54">
<p align="right">11636,82</p>
</td>
<td valign="bottom" width="66">
<p align="right">0,10</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Alle Zahlenangaben in Mrd. Euro)</p>
<p align="center"><strong>Berechnung</strong><strong></strong></p>
<p align="center"><strong> </strong><strong></strong></p>
<p align="center"><strong>K</strong><strong><sub>n</sub></strong><strong> = K</strong><strong><sub>0 </sub></strong><strong>* [1 + PF]</strong><strong><sup>n</sup></strong><strong></strong></p>
<p align="center">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hajosli.wordpress.com/199/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hajosli.wordpress.com/199/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=199&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Geld im Kapitalismus [ eine Präsentation ]</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2010/09/28/188/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2010/09/28/188/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 22:15:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Geld oder Leben Geld im Kapitalismus Geld im Kapitalismus.pdf Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, unsere Lebenswerte in Geld auszudrücken, dass wir unser Geldsystem wie eine Naturkonstante betrachten, das von Spezialisten verwaltet wird. Das liegt vor allem auch daran, dass die Entwicklung des kapitalistischen Wirtschaftssystems untrennbar mit der Entstehung eines Geldsystems verbunden ist. Welche [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=188&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1 style="text-align:center;"><strong>Geld oder Leben</strong></h1>
<p style="text-align:center;">Geld im Kapitalismus</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2011/09/ankc3bcndigunggeldoderlebennachbereitung.pdf">Geld im Kapitalismus.pdf</a></p>
<p>Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, unsere Lebenswerte in Geld auszudrücken, dass wir unser Geldsystem wie eine Naturkonstante betrachten, das von Spezialisten verwaltet wird. Das liegt vor allem auch daran, dass die Entwicklung des kapitalistischen Wirtschaftssystems untrennbar mit der Entstehung eines Geldsystems verbunden ist. Welche Bedeutung hat dort Geld?</p>
<p>„Geld oder Leben“ – in dieser Situation befindet sich der gewöhnliche Arbeiter, der nicht viel mehr als seine Arbeitskraft sein Eigentum nennt, wenn er dem Unternehmer als Eigentümer der Produktionsmittel gegenübersteht. Das beschreibt treffend Marx in seinem Werk zur Kritik der politischen Ökonomie „Das Kapital 1“ wie folgt:</p>
<p>Damit ihr Besitzer sie als Ware verkaufe, muß er über sie verfügen können, also freier Eigentümer seines Arbeitsvermögens, seiner Person sein. Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis _zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. _Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.</p>
<p>Insofern gibt er zwar nicht wie der Sklave sein ganzes Leben, sondern nur einen Teil davon</p>
<p><em>Der allgemeine Zwang, für Geld zu arbeiten, hat seinen letzten ökonomischen Grund darin, dass die Produktionsmittel für diese Güter denen gehören, die darin ihr Geld angelegt haben und nur produzieren lassen, was und wenn es sich für ihr Geldinteresse lohnt.</em> So weit die Analyse aus der  marxistisch orientierten Zeitschrift &#8222;Gegenstandpunkt&#8220;.</p>
<p><strong>Das ist Kapitalismus.</strong></p>
<p>Allerdings bin ich mit der Formulierung der „Ebenbürtigkeit“ im Text von Marx nicht ganz einverstanden. Mitnichten ist der Verkäufer seiner Arbeitskraft dem geldbesitzenden Käufer als Warenbesitzer ebenbürtig. Das verkennt den Charakter der Ware in ihrer allgemeinsten Form (Geld) . Im Gegenteil: die Position des Verkäufers ist durch Ohnmacht gekennzeichnet. Selbst eine Sack Kartoffeln ist weniger fragil als die Ware Arbeitskraft. Da hat das Geld eine ganz andere &#8211; nämlich außerordentlich große Halbwertzeit. Der Geldbesitzer kann mit seinem Kauf warten, sofern er selbst das Geld nicht geborgt hat oder die Kosten dafür nicht auf andere abwälzen kann. Diesen Umstand lässt er sich rücksichtslos vergolden.</p>
<p>Zu welchen Zwängen und Schwierigkeiten, die wir tagtäglich erfahren, das Geldsystem <strong>innerhalb </strong>des kapitalistischen Wirtschaftssystem führt, soll anhand eines Modells als Aufforderung zur Problematisierung und Diskussion erörtert werden.</p>
<p><em>Grafiken der Präsentation siehe <a title="http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/" href="http://hajosli.files.wordpress.com/2010/09/kreislaufe.pdf" target="_blank">Kreisläufe, </a><a href="../2009/11/08/modelle-2/">Modelle</a><br />
</em></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<h1 style="text-align:center;"><strong>Geld oder Leben</strong></h1>
<p style="text-align:center;">– Nachbereitung -</p>
<p>Die Präsentation hatte das Ziel, den Zuhörern zu erklären, dass zur Profitrealisierung das kapitalistische Wirtschaftssystem sowohl im Produktions- als auch im Zirkulationsbereich durch die Entstehung von Schulden/Vermögen auf Wachstum notwendig angewiesen ist.</p>
<p>Bei der Vorstellung des grafischen Modells (<strong>1) </strong>des Wirtschaftssystems stellte sich sehr schnell die Frage nach dem Profit. Es war die Absicht, in der Darstellung zu zeigen, dass unter der Bedingung einer nicht schrumpfenden Volkswirtschaft in einem Kreislaufmodell, bei dem auf der Geldseite die Ausgaben in Form von Lohn auch die zukünftige Einnahmen (=Kaufkraft) der Lohnempfänger sind, ein Profit schwer realisierbar ist. Oft wird diese Erkenntnis auch bei Marxisten durch eine betriebswirtschaftlich orientierte Sichtweise über die Entstehung von Mehrwert versperrt. Bei dieser Sichtweise wird der Wert als der Ware anhaftend gesehen. Durch die Arbeit, gemessen an der gesellschaftlich bestimmten durchschnittlichen Arbeitszeit, wird er der Ware zugefügt, so die Vorstellung. Der Wert entsteht schon bei der Produktion im Einzelbetrieb und somit auch der Mehrwert und der Profit. Das versperrt den Blick dafür, dass auf der volkswirtschaftlichen Ebene in einem Kreislaufmodell bei dem die Ausgaben der Unternehmen gleich ihren zukünftigen Einnahmen sind, ein Profit gesamtwirtschaftlich gesehen nur über Verschuldung zu erreichen ist, es sei denn die Wirtschaft schrumpft.</p>
<p>Wo aber wird der Wert bestimmt? Im kapitalistischen Wirtschaftssystem wird für den Markt produziert. Dort, auf dem Markt, wird der Wert des Produktes im Tausch gegen Geld ermittelt – Geld als Wertmesser. Unter diesen Bedingungen stellt sich die Arbeit in der Verdopplung von Ware und Geld dar, denn es wird für einen anonymen Markt produziert, wobei es unerheblich ist, ob dafür überhaupt ein gesellschaftliches Bedürfnis besteht. Allein der zu erzielenden in Geld ausgedrückte Überschuss ist dafür Maß gebend. Diese Trennung von Arbeiten und Arbeitsziel wird im kapitalistischen Unternehmen dadurch erreicht, dass das Ergebnis der Produktion „privat“ angeeignet wird. Der Tausch der produzierten Ware auf dem Markt gegen Geld ermöglicht es dann, dass die unterschiedlichen Produktionsergebnisse gleichgesetzt werden können. Damit Waren überhaupt als Werte aufeinander bezogen werden können bedarf es eines Dritten, das unmittelbar Wert ist – das Geld (<strong>2</strong>).</p>
<p>Auf der Ebene des einzelnen Betriebes wird ja zunächst mehr produziert als die an der Produktion Beteiligten konsumieren können. Zum Beispiel wird in einer Bäckerei mehr Backwaren produziert, als Gesellen, Meister, Angestellte und der Inhaber selber konsumieren können. Der Überschuss wäre für sie wertlos. Erst beim Verkauf – also auf dem Markt &#8211; wird der Wert dieser Backwaren realisiert. Die produzierte Backwaren als Eigentum des Bäckerei-Inhabers erzielen dann auf dem Markt eine Geldsumme, von der der Geldbetrag abgezogen wird, der zur Erzeugung aufgebracht worden ist, nämlich Kosten für Lohn, Material, Energie usw.. Es entsteht ein Geldüberschuss, der zum Profit des Bäckerei-Inhabers wird. Die Verwendung des Begriffes Wert in diesem Zusammenhang führt leicht zu der Vorstellung von einer dem Ding anhaftenden Eigenschaft. Die Ware hat aber eine solche Eigenschaft nicht. Ihr Wert wird gesellschaftlich am Markt ermittelt. Der Begriff Überschuss würde diese begriffliche Schwierigkeit umgehen.</p>
<p>Ingo Stützel schreibt in seinem Artikel über marxistische Äquivalenzökonomie: Dem Wert auf der Spur (<em><a href="http://www.stuetzle.in-berlin.de/wp-content/uploads/Z%2071%20Dem%20Wert%20auf%20der%20Spur.pdf">http://www.stuetzle.in-berlin.de/wp-content/uploads/Z%2071%20Dem%20Wert%20auf%20der%20Spur.pdf</a>): </em></p>
<p>„<strong>Es ist schlicht und einfach unmöglich [,</strong><strong>den Wert zu messen oder &lt;umzurechnen&gt;,</strong> (hinzugefügt)<strong>]</strong>. Es ist gerade das konstitutive Moment der kapitalistischen Produktionsweise, dass sich die gesellschaftliche Gesamtarbeit über eine gegenständliche Vermittlung, das Geld, ex post herstellt. Das Geld ist gegenständlicher Ausdruck einer spezifischen Praxis. Einer Praxis, die Ungleiches gleich setzt. Die Vorstellung, man könne den Warentausch gerecht gestalten, indem äquivalente Wertgrößen miteinander getauscht werden, sitzt dem von Marx immer wieder kritisierten Phantasma auf, dass es einen Warentausch ohne Geld geben könnte, „ebenso wohl könnte man den Papst abschaffen und den Katholizismus bestehen lassen.“ (KI, 102 Fn. 40)&#8230;. Der Wertcharakter der Waren kann überhaupt erst mit dem Geld konstatiert werden.“ (S.160-161)</p>
<p>Diese Aussage steht im Gegensatz zu der immer wieder geäußerten Meinung, das Geld sei ein bloßes Mittel ohne wesentliche Bedeutung für den Produktionsprozess, obwohl jede Finanzkrise zeigt, wie diese von Geld wesentlich bestimmt wird. Richtig ist, dass Zirkulations- und Produktionssphäre – manche sagen dazu Finanz- und Realwirtschaft – eine Einheit bilden.</p>
<p>Freilich verschleiert ein Kreislaufmodell, in dem die Haushalte und Unternehmen gleichrangig nebeneinander gestellt werden, die gesellschaftlichen Verhältnisse, die zum Überschuss bzw. Profit führen. Es sind dies die Produktionsverhältnisse, bei denen die Ergebnisse der Produktion „privat“ angeeignet werden. Auf der Basis von Eigentumsverhältnissen vollzieht sich dadurch eine Trennung von Arbeit und Arbeitszielen. Das in den Lehrbüchern der Volkswirtschaft vorgestellte Kreislaufmodell bezeichnet die Haushalte als Lieferanten der sogenannten Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, und Kapital gleichermaßen, so als ob zusätzlich zur Arbeit der Boden und das Kapital sich in den Unternehmen absurder Weise in Güter verwandeln. Diese Darstellung verfälscht, dass allein die Arbeitskraft in der Lage ist, in den Unternehmen die für den Markt bestimmten Leistungen zu erbringen und dass die Haushalte, die im Wesentlichen nur ihre Arbeitskraft besitzen, diese dazu an den Unternehmer für ihren Lebensunterhalt verkaufen müssen. Die Bezeichnung „Arbeiter“ wäre für jene Haushalte zutreffend, die im Wesentlichen bloß ihre Arbeitskraft besitzen. Sie dagegen als „Arbeitnehmer“ zu benennen, bzw. die Eigentümer von Unternehmen als „Arbeitgeber“ führt in die Irre. <strong>(3).</strong></p>
<p>Dazu Ingo Stützel</p>
<p>„Stellt man jedoch die Frage radikal, d.h. die Frage nach einer unmittelbaren gesellschaftlichen Produktion, muss die Warenproduktion und damit die auf dem Wert <strong>[</strong>Warenwert (hinzugefügt)<strong>]</strong> basierende Produktion selbst in Frage gestellt werden&#8230;.. Mit dieser apodiktischen Feststellung ist die Diskussion aber noch lange nicht zu Ende. Vielmehr sind damit die theoretischen Voraussetzungen formuliert, mit welchen bereits gescheiterte oder mögliche Planungsökonomien kritisiert und diskutiert werden können.</p>
<p><strong>Damit steht die zentrale Frage im Mittelpunkt der Auseinandersetzung: Wie ist eine alternative, nicht-kapitalistische Ökonomie möglich?</strong>“ (s.161)</p>
<h1>Anmerkungen</h1>
<p><strong>(1) Modelldenken</strong></p>
<p>Menschen denken in Modellen. Nun sind alle Modelle Ansichten, Abstraktionen mit dem Versuch, eine ganzheitliche Erscheinung oder einen dynamischen Prozess – z.B. die Wirtschaft – auf sogenannte Wesenheiten zu reduzieren Wenn wir zum Beispiel von dem „Baum“ sprechen, haben wir eine bestimmte Vorstellung vom Baum – ein Modell: Krone rund, Stamm länglich, Wurzeln netzförmig. Im Alltag sprechen wir vom „elektrischen Strom“. Dahinter steht das Modell eines Wasserstroms in einem Schlauch. In der Tat lässt sich das wesentliche elektrische Gesetz, das Ohmsche Gesetz, anhand eines Wasserstroms im Schlauch ableiten. Modelle bilden bestimmte Aspekte der sog. Wirklichkeit ab und lassen Voraussagen zu, die dann, wenn das Abbild stimmt, regelmäßig eintreffen. In der Politik neuerdings üblich ist das Modell des Haushaltes einer schwäbischen Hausfrau (Merkel 2009), wenn über die Volkswirtschaft gesprochen wird. Damit wird die Notwendigkeit des Sparens begründet, wodurch es dem Haushalt und analog dazu der Volkswirtschaft wieder gut gehe. Leider stimmt an dieser Stelle das Modell nicht, da der Haushalt der schwäbischen Hausfrau ein offenes System ist, bei dem Geld von außen herein kommt und nach außen wieder abgeben wird. Die Volkswirtschaft ist ein geschlossenes System mit einem Geldkreislauf, bei dem &#8211; soll es ihr nicht schlecht gehen (schrumpfen) &#8211; die Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sein müssen. Dient das Sparen dazu, Geld aus dem Geldkreislauf herauszuziehen, schrumpft die Volkswirtschaft.</p>
<p><strong>(2) Ingo Stützel</strong> schreibt in seinem Artikel über marxistische Äquivalenzökonomie: Dem Wert auf der Spur, Literaturstelle s.o.):</p>
<p>Marx zeigt im <em>Kapital</em>, dass die Waren produzierende und privat verausgabte Arbeit nicht unmittelbar gesellschaftlich ist – ganz im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformationen. Vielmehr stellt sich erst ex post heraus, ob die geleistete Arbeit tatsächlich Teil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit ist oder nicht – auf dem Markt via Geld. &#8230;.Was meint er aber damit? Marx geht davon aus, dass nur das Geld als unmittelbare Existenzform des Werts den Wert der Waren ausdrücken kann. Das bedeutet erst einmal <em>qualitativ</em>, dass privat verausgabte Arbeit überhaupt als gesellschaftliche, als Wert schaffende Arbeit anerkannt wird und als solche gilt. <strong>Der Wert kommt zwar bereits bei der Produktion „in Betracht“ wie Marx schreibt (KI, 87), aber er kann sicht erst als solcher im Tausch, d.h. in Bezug auf Geld als solcher beweisen.</strong> <strong></strong>Darauf geht Marx vor allem in seinem Überarbeitungsmanuskript zur zweiten Auflage ein (MEGA² II.5: 30). Aber auch die zentrale Funktion des Geldes „Maß der Werte“ (KI, 109ff.) unterstreicht diesen Punkt. Das zeigt die Fußnote (KI, 109, Fn. 50) zu dieser Geldfunktion: „Die Frage, warum das Geld nicht unmittelbar die Arbeitszeit selbst repräsentiert, so dass z.B. eine Papiernote x Arbeitsstunden vorstellt, kommt ganz einfach auf die Frage heraus, warum auf Grundlage der Warenproduktion die Arbeitsprodukte sich als Waren darstellen müssen, denn die Darstellung der Ware schließt ihre Verdopplung in Ware und Geldware ein.“ Hier betont Marx unmissverständlich, dass die Arbeitszeit, die er bezüglich der abstrakten Arbeit meint, unmittelbar gar nicht messbar ist und dass die Frage, warum dies so ist, die Frage mit einschließt, warum sich die menschliche Arbeit unter kapitalistischen Bedingungen in Ware und Geld darstellen muss.</p>
<p><strong>(3) Marx Kritik</strong> der wertschaffenden Arbeit</p>
<p>DerWertneopreneblogsport.pdf/Gegenstandpunkt Sept10</p>
<p>Es ist der große Fehler der Freunde der „Arbeitswertlehre“, dass sie im Wert nicht die Indienstnahme der gesellschaftlichen Arbeit &#8211; dieses notwendigen „Stoffwechsels des Menschen mit der Natur“ &#8211; für einen ihr fremden und feindlichen Zweck erkennen, sondern, den bürgerlichen Ökonomen ähnlich, den Wert für eine hilfreiche Abstraktion halten, nämlich für die Gleichsetzung verschiedener Arbeiten und Arbeitsprodukte zum Zweck ihrer leichteren Vergleichbarkeit und Addition. Ihnen gilt die fürs Eigentum verrichtete Arbeit als eine ganz vernünftige Weise, die für die Gesellschaft notwendige Arbeit zu organisieren; kritikwürdig finden sie nur, dass die bürgerliche Welt nicht zugeben mag, dass der ganze schöne Wert aus Arbeit stammt. Marx&#8217; Kritik der wertschaffenden Arbeit verstehen sie als deren Rehabilitation und Aufwertung und setzen dem bürgerlichen Standpunkt den proletarischen Stolz der „Schöpfer allen Reichtums und aller Kultur“ entgegen, dass ihre Maloche die einzige und ganze Quelle des Reichtums sei. Aus dem Dienst, den die Arbeiterschaft dem Gemeinwesen leistet, leiten ihre politisch-ideologischen Fürsprecher ab, dass der „volle Arbeitsertrag“, der ihr zustünde, größer auszufallen hätte als der Lohn, den man ihr zahlt. Marx aber war kein Freund des echten Werts; er mochte den Arbeitern nicht dazu gratulieren, dass sie und nur sie den ganzen Wert schaffen. In seiner <em>Kritik des Gothaer Programms (1875) </em>tritt er einem entsprechenden Lob der Arbeit durch die damaligen Sozialdemokraten ausdrücklich entgegen: <em>„Die Arbeit ist nicht die Quelle allen Reichtums“ </em>- jedenfalls nicht, soweit nicht vom Wert, sondern vom materiellen Reichtum die Rede ist. Der hängt ebenso von Bedingungen der Natur wie vom Stand von Wissenschaft und Technik ab. „ <em>Die Bürger haben sehr gute Gründe, der Arbeit übernatürliche Schöpferkraft anzudichten </em>„, setzt Marx hinzu: Sie sind die Nutznießer der Arbeit, die den Wert schafft. Ein sozialistisches Programm aber hätte sich solcher „<em>bürgerlicher Redensarten“ </em>zu enthalten (MEW 19, S. 15).</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Finanzkrise Griechenland</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2010/07/23/175/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2010/07/23/175/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 11:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Finanzkrise In den Finanzkrisen bildet sich der Schuldner/Gläubiger-Konflikt auf der Geldebene ab. Worin besteht dieser Konflikt und wie kommt es dazu? Schulden, sind wesentliche Bestandteile einer Geldwirtschaft. Sie und damit als Gegenpart die Geldvermögen sind notwendig, weil eine Gesellschaft ein Verteilungsproblem hat: Es gibt Wirtschaftsteilnehmer, die mehr einnehmen als sie ausgeben (Profit) oder weniger [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=175&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Finanzkrise</strong><strong> </strong></p>
<p>In den Finanzkrisen bildet sich der Schuldner/Gläubiger-Konflikt auf der Geldebene ab.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Worin besteht dieser Konflikt und wie kommt es dazu? </span></p>
<ul>
<li>Schulden, sind wesentliche Bestandteile einer Geldwirtschaft. Sie und damit als Gegenpart die Geldvermögen sind notwendig, weil eine Gesellschaft ein Verteilungsproblem hat: Es gibt Wirtschaftsteilnehmer, die mehr einnehmen als sie ausgeben (Profit) oder weniger ausgeben als sie einnehmen (Sparen) und dadurch einen Überschuss erzielen. Wird dieser Überschuss nicht für den Kauf von Produkten ausgegeben, weil die Geldhalter keinen Bedarf haben oder der Überschuss als Profit in Geld zu realisieren ist, dann müssen sich Schuldner finden, die den Überschuss übernehmen, um die Produkte (Markträumung) zu kaufen. Andernfalls werden die Produkte nicht abgesetzt, Profite nicht realisiert – die Volkswirtschaft schrumpft. (s. <a href="../../../../../2009/11/08/modelle-2/">http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/</a><em>).</em> Die Volkswirtschaften sind als Geldsysteme dann krisenfest, d.h. sie schrumpfen nicht, wenn die Geldausgaben (Kosten) die künftigen Einnahmen sind. In einem solchen System sind Überschüsse (Zinsen, Profite, Rendite) nur möglich, wenn diese Überschüsse durch Schulden finanziert werden. Es entsteht das Schulden/Geldvermögen-Paar, das durch den Zinseszinseffekt exponentiell wächst und schließlich den Systemrahmen sprengt. Die Notwendigkeit, Geldüberschüsse zu erzielen, führt das kapitalistische Wirtschaftsystem auf die Suche nach immer neuen Schuldnern. Die finden sich, indem die Wirtschaft wächst (H.-Chr. Binswanger: “ Die Wachstumsspirale“, Metropolis, 2006). Das Modell funktioniert, solange schnelle Produktivitätsfortschritte und hohe Wachstumsraten die Überschüsse stabilisieren.</li>
<li>In einer fortgeschrittenen Volkswirtschaft wird es aber zunehmend schwieriger diese Schuldner bei Unternehmen (Investition) oder den Privathaushalten (Konsumkredite, Hypotheken usw.) zu finden, weil der Markt gesättigt ist, die Renditeerwartungen bei den Unternehmen und die Bonität möglicher Schuldner geringer wird. Das Vertrauen der Geldgeber in die Schuldenrückzahlbarkeit schwindet. Keynes spricht von der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, Marx vom tendenziellen Fall der Profitrate.</li>
</ul>
<p><strong>Dies ist der Hintergrund für den Schuldner/Gläubiger-Konflikt: es finden sich keine zuverlässigen Schuldner für die Anlage des Geldüberschusses der Gläubiger</strong>.</p>
<p>Anmerkg.: Inzwischen erreicht diese Erkenntnis sogar die öffentlichen Medien. In der Heute-Sendung des ZDF vom 8.5.2010 konnte der Börsenanalyst Bernd Müller (Dax-Müller) öffentlich erklären, dass die Schulden und damit gleichzeitig die Geldvermögen durch Zinseszins weltweit in einer systembedrohenden Weise angewachsen sind und nur eine Neuordnung dieser Schulden (Währungsreform, Schuldenerlass) diese Krise lösen könnte.</p>
<ul>
<li>Die Rolle des Staates als “ infallibler Schuldner “ gewinnt dadurch eine immer größer werdende Bedeutung. “Infallibel“ (unfehlbar) ist der Staat insofern, als er in der Lage ist, die Rückzahlung von Schulden in die weite Zukunft zu verschieben und die Zinszahlung als Bedienung des Geldkapitals durch Neuverschuldung aufzubringen. Er mildert die Überschussproblematik kurzfristig, löst sie aber nicht. Die Anleger suchen andere Anlagemöglichkeiten. Es entstehen Spekulationsblasen. Schließlich schwindet auch das Vertrauen, dass der Staat die Schulden zurückzahlen kann, vor allem, wenn die schwache wirtschaftliche Leistung der Gesamtgesellschaft es unmöglich erscheinen lässt, dass der Staat durch Steuereinnahmen seine Schulden zurückzahlen kann. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn wie z.B. bei Griechenland der Schuldenberg sich der Größe der Wirtschaftsleistung nähert.</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration:underline;">Die griechische Seite: Wie entstand in Griechenland dieser Schuldenberg?</span></p>
<ul>
<li>Innenpolitisch löste die griechische Gesellschaft wie alle anderen Staaten die Überschussproblematik durch staatliche Schuldenübernahme.</li>
<li>Außenpolitisch übernahm es aber <span style="text-decoration:underline;">zudem</span> diese Last anderer Staaten, indem es mehr Güter importiert als exportiert, was durch das gemeinsame Euro – Währungsgebiet besonders leicht möglich war. Dem Überschuss an Importgütern stand eine Geldschuldlast gegenüber, da diese Güter ja bezahlt werden mußten. Bei getrennten Währungsgebieten, würde dies normalerweise zu einer Währungsabwertung gegenüber dem exportüberschüssigen Gebiet führen, denn Geldschulden gegenüber dem Exportland führt zu erhöhter Nachfrage der Währung dieses Exportlandes, die dadurch aufgewertet wird. Diese Aufwertung begrenzt wiederum eine Gütereinfuhr, da die importierten Güter sich gegenüber einheimischen verteuerten. Verhindert würde dieser Vorgang durch Geldeinfuhr aus dem Exportausland, wenn also die entsprechenden ausländische Geldbesitzer Geld in das importierende Land anlegten. Das gilt z.B. für die USA. Bei einem einheitlichen Währungsgebiet entfallen die Regelungsmöglichkeiten. Die Schulden der einen Region sind somit Schulden der Gesamtregion. In dieser Situation befindet sich Griechenland auf der einen Seite und die Deutsche Wirtschaft auf der anderen.</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration:underline;">Die Deutsche Seite: Wie wurde in Deutschland das Überschussproblem gelöst? </span></p>
<p>Der Geldüberschuss fand im deutschen Inland keine renditeträchtige Anlage, weil die Produktion wegen der schwachen Binnenwirtschaft keinen Absatz fand. Es fehlte das Geld der Konsumenten. Die Triebfeder für diese Entwicklung ist vor allem im deutschen Lohndumping zu suchen. Laut Eurosat stiegen die Lohnstückkosten von 2000 bis 2009 in Deutschland um 7%, bei den meisten anderen Euroländern aber über 20%. Wären die Löhne  der Produktivität gefolgt, lägen sie erheblich höher und für die  Binnenwirtschaft gäbe es Konsumenten, die die Produkte abgenommen hätten. Höhere Löhne hätten aber die Profite geschmälert. Aus dieser Klemme half das Ausland, z.B. Griechenland, indem es die Produkte abnahm, was wiederum besonders leicht möglich war, weil durch die deutsche Niedriglohnentwicklung die deutschen Produkte preislich mit den jeweilig einheimischen besser konkurrieren konnten. Das Eine – Lohndumping – bedingte das Andere – Außenhandelungleichgewicht und die Verschuldung der entsprechenden Auslandsstaaten. (s. Anmerkung)</p>
<p><strong>Es ist deshalb unangebracht mit den Finger auf das verschuldete Griechenland zu zeigen. </strong>Deutschland löste seinen Gläubiger/Schuldnerkonflikt u.a. auf Kosten Griechenlands. Nun wird es von dieser Problematik eingeholt, indem es die Schulden übernimmt, soll das ganze System nicht schon jetzt abstürzen.</p>
<p>Gewöhnlich wird der Gläubiger/Schuldner-Konflikt dadurch gelöst, dass der Schuldner zahlungsunfähig wird. In der Insolvenz wird das Gläubiger/Schuldnerpaar aufgelöst, die Geldvermögen und damit der Überschuss abgeschmolzen. Das hat für die  Gesellschaft insgesamt schwerwiegende Folgen. Weniger schwerwiegend wäre es, wenn durch eine massive Besteuerung der geldvermögenden Eliten ein Anwachsen des Gläubiger/Schuldner-Konfliktes abgewendet würde.  In der augenblicklichen Situation reicht das aber nicht. Ohne eine geordnete und planmäßig ausgeführte Teilentschuldung ist eine Bewältigung der Krise nicht möglich.</p>
<p>Stattdessen werden aber Maßnahmen ergriffen, die die Krise noch vergrößern. Durch Sparen und Steuergeschenke für die geldvermögenden Eliten wird die Überschussproblematik verschärft.</p>
<p>Die politischen Eliten und die Mainstream-Wirtschaftswissenschaftler verstehen die Ursachen der Krise nicht oder wollen sie nicht verstehen. Sie ist in der Verteilungsproblematik, wie eingangs behauptet, zu finden.</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Michael Schlecht, Chef-Volkswirt der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, schreibt dazu im Magazin der Fraktion „clara“, Nr. 16, 2010, S. 20 Folgendes:</p>
<p><em>Insgesamt beläuft sich der Außhandelsüberschuss seit 2000 auf 1,4 Billionen Euro. Dieser Überschuss ist nur möglich, wenn in anderen Ländern Defizite, also Schulden gemacht werden. In Europa sind dies vor allem die Südländer. Das griechische Außenhandelsdefizit beläuft sich seit 2000 auf 300 Miliarden Euro, das spanische auf 650 Milliarden Euro und das portugiesische auf 180 Milliarden Euro&#8230;.Dies führt zu einer Verschuldung, die sich mittelbar auch in Gestalt von wachsenden Staatsdefiziten auswirkt. Die Triebfeder für dieseEntwicklung liegt vor allem im deutschen Lohndumping. &#8230;.. </em><em></em></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Modell Schuldentilgung</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modell-schuldentilgung/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 23:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Auswirkungen von Schuldentilgungen auf ein Wirtschaftsmodell Dieser Erörterung liegt ein duales Wirtschaftsmodell von Unternehmern und Leistungsproduzenten zugrunde, bei dem gilt, dass die Einnahmen der einen Seite die zukünftigen Ausgaben der anderen sind. ( S. dazu: H.J. Schlichte, Modell zur Abbildung  von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft, http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/. Für die Volkswirtschaft heißt das: In einer Volkswirtschaft, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=157&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align:center;"><strong>Auswirkungen von Schuldentilgungen auf ein Wirtschaftsmodell</strong></h2>
<p>Dieser Erörterung liegt ein duales Wirtschaftsmodell von Unternehmern und Leistungsproduzenten zugrunde, bei dem gilt, dass die Einnahmen der einen Seite die zukünftigen Ausgaben der anderen sind. ( S. dazu: H.J. Schlichte, Modell zur Abbildung  von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft, <a href="../../../../../2009/11/08/modelle-2/">http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/</a>. Für die Volkswirtschaft heißt das:</p>
<p><strong>In einer Volkswirtschaft, die durch eine auf Geld basierenden Wirtschaft </strong>(Geldwirtschaft)<strong> gekennzeichnet ist, wird als stabil angesehen, dass die volkswirtschaftlichen in Geld erfassten Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind </strong>(Gleichgewicht: Einnahmen = Ausgaben) <strong>oder anders betrachtet, bei einer stabilen Volkswirtschaft ist die Summe aller Ausgaben gleich der Summe aller Einnahmen.</strong></p>
<p>Bei extrem ungleicher Einkommensverteilung bedeutet dies die Notwendigkeit von Schuldenaufnahme bzw. Kreditvergabe, soll die Volkswirtschaft nicht schrumpfen. Grund dafür liegt in dem reichen Teil der Bevölkerung, der mehr an Einkommen bezieht, als er an Ausgaben konsumieren kann oder will. Es entstehen Überschüsse. Soll die Wirtschaft nicht schrumpfen, so müssen diese Überschüsse (das ist die Differenz aus Einkommen und Ausgaben) vom Rest der Bevölkerung übernommen werden, wofür diese Kredite in der Höhe dieser Überschüsse aufnehmen. Es entstehen Schulden. Sollen diese Schulden nicht durch die Zinseszins-Dynamik in astronomische Höhen wachsen, müssen sie getilgt werden. Die Tilgung ist betriebswirtschaftlich anders zu betrachten, als volkswirtschaftlich.</p>
<ul>
<li>Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene kann der Schuldner durch Einnahmenerhöhung die nötige Tilgungssumme erarbeiten, indem er erhöhte Leistungen anbietet. Wer diese ihm abnimmt ist dabei unerheblich.</li>
<li>Kann er seine erhöhte Leistung nicht absetzen, muss er bei gleicher Einnahmensituation durch Sparen die Tilgungssumme erzielen. Die Wirkung dieses Sparens auf andere Wirtschaftsteilnehmer ist für ihn ebenfalls unerheblich.</li>
</ul>
<p>Nicht so auf der volkswirtschaftlichen Ebene.</p>
<ul>
<li>Hier bedeutet Sparen, um zu tilgen, Schrumpfung der gesamtwirtschaftliche Leistung durch die Störung des Input-Output-Gleichgewichtes.</li>
<li>Hier gilt, dass der Schuldner als Bevölkerungsgruppe ein Gesamtschuldner und der Gläubiger ein Gesamtgläubiger ist. Der Gesamtschuldner in einer Volkswirtschaft kann aber seine Schuld nur abbauen, wenn „die Gesamtheit der Gläubiger bereit ist, ihre Guthaben abzubauen und damit Waren oder Dienstleistungen der Schuldner zu kaufen“ (s. dazu E. Glötzl; Das Wechselfieber der Volkswirtschaften&#8230;; Ztschr. F. Soz.ök., 121, 1999 S.12 u. 21 Thesen zur Finanzkrise, Humanwirtschaft, 03/2009). Das ist die Ohmacht des Schuldners. Erhöht nun der Gesamtschuldner seine Leistung, um sie der Gläubigerseite anzubieten, steigert dies die gesamtwirtschaftliche Leistung.</li>
</ul>
<p><strong>Entscheidend dabei ist nun,</strong> dass bei gleichem Schlüssel der Einkommensverteilung dies auch eine Einkommenserhöhung der Gläubigerseite bedeutet. Dies ist eine einleuchtende Annahme, da in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft die Leistungserhöhung einer gesellschaftlichen Gruppe synergetisch Leistungserhöhungen der anderen nach sich zieht</p>
<p>So entsteht ein zusätzlicher Überschuss, der wiederum vom Schuldner übernommen werden muss, soll eine volkswirtschaftliche Schrumpfung vermieden werden. Das Ergebnis? Die erhöhte wirtschaftliche Leistung des Schuldners führt neben einem Wirtschaftswachstum nur zu einer Schuldenverringerung, da durch die Einkommenserhöhung des Gesamtgläubigers zusätzliche Schulden übernommen werden mussten. Sie kann sogar bei extrem ungleicher Einkommensverteilung zu einem exponentiellen bzw. linearen Schuldenwachstum führen (s.u. die Ausführungen zum Modell). Erst durch eine weitere Konsumerhöhung des Gläubigers, der den Überschuss abbaut, können die Schulden gänzlich getilgt werden.</p>
<p><strong>Unter diesen Umständen ist nur eine Schuldenverringerung möglich.</strong></p>
<p>Einzelheiten und Berechnungen im PDF-Dokument:</p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2011/04/auswirkungschuldentilgung.pdf">AuswirkungSchuldentilgung.pdf 65 KB</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hajosli.wordpress.com/157/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hajosli.wordpress.com/157/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=157&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Modelle</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 22:32:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[MODELL zur Abbildung von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft Modelle5ohneOkt11 Das Modell: Zusammenfassung Es gibt in unserem Wirtschaftssystem drei große Teilnehmergruppen: Die Banken (Zentralbank, Privatbanken), die Unternehmer und die Leistungslieferanten. Die Leistungslieferanten sind im Wesentlichen die im Wirtschaftsprozess stehenden Arbeiter und Angestellte. Wichtigstes wirtschaftliches Element bzw. Instrument für den Austausch von Leistungen ist das Geld. Der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=135&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>MODELL zur Abbildung von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft</strong></p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2011/10/modelle5ohneokt11.pdf">Modelle5ohneOkt11</a></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Das Modell: <a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/modellzusammenfassung.doc">Zusammenfassung</a><br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es gibt in unserem Wirtschaftssystem drei große Teilnehmergruppen: Die Banken (Zentralbank, Privatbanken), die Unternehmer und die Leistungslieferanten. Die Leistungslieferanten sind im Wesentlichen die im Wirtschaftsprozess stehenden Arbeiter und Angestellte. Wichtigstes wirtschaftliches Element bzw. Instrument für den Austausch von Leistungen ist das Geld. Der wirtschaftliche Prozess kann  wie folgt beschrieben werde:</p>
<p style="text-align:justify;">In den Unternehmen werden Produkte oder auch Dienstleistungen mit Hilfe der Leistungslieferanten hergestellt. Volkswirtschaftlich gesehen, sind die gesamten Unternehmensausgaben Geldzahlungen für die Leistungen dieser Gruppe. Diese Geldzahlungen sind wiederum Einnahmen der Leistungslieferanten. Mit den Einnahmen kaufen sie die Produkte und Leistungen, die in den Unternehmen hergestellt wurden (s. Anm.<strong> 1</strong>). Ein Schema soll dieses vereinfachte Modell veranschaulichen:</p>
<p style="text-align:justify;"><a title="schema.jpg" href="http://hajosli.files.wordpress.com/2007/09/schema.jpg">schema.jpg</a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Abb. 1: Modellschema.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Funktion der Banken ist in diesem Schema nicht aufgeführt aber im Text erläutert (s. Anhänge, Abb. 2).</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>An diesem Modell wird anschaulich, dass in einer arbeitsteiligen Wirtschaft Geld ein Zirkulationsmittel ist, das den Leistungsaustausch zwischen Wirtschaftsteilnehmern erst ermöglicht: Während das Geld in die eine Richtung strömt, gelangen die Leistungen in die andere, wo Bedarf dafür ist. Das Geld wird vom Bankensystem bzw. letztlich von der Zentralbank bereitgestellt.</li>
<li>Auf der Geldseite wird deutlich, dass die ursprünglichen Ausgaben bzw. Kosten des Gesamtunternehmers, mit denen er seine Leistungslieferanten bezahlt (ihre Einnahmen), später als Ausgaben dieser Leistungsträger seine Einnahmen sind.</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;"><strong>In einer Volkswirtschaft, die durch eine auf Geld basierenden Wirtschaft </strong>(Geldwirtschaft)<strong> gekennzeichnet ist, wird als stabil angesehen, dass die volkswirtschaftlichen in Geld erfassten Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind oder anders betrachtet, bei einer stabilen Volkswirtschaft ist die Summe aller Ausgaben gleich der Summe aller Einnahmen. (</strong>s. Anm. <strong> 2).</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Diese Betrachtungsweise leitet sich aus dem kaufmännischen Denken von einer ausgeglichenen Bilanz ab. Nun sind alle Modelle Ansichten, Abstraktionen mit dem Versuch, einen ganzheitlichen dynamischen Prozess – hier die Wirtschaft – auf sogenannte Wesenheiten zu reduzieren (s. Anm. <strong>8</strong>). Das vorliegende Modell vernachlässigt u.a. besonders die Übergänge</p>
<p style="text-align:justify;">a. von den Ausgaben der Leistungslieferanten als Konsumenten zu den Einnahmen der Unternehmen als Produktanbieter. (Konsumentenmarkt)</p>
<p style="text-align:justify;">b. von den Ausgaben (Kosten) der Unternehmen zu den Einnahmen der Leistungslieferanten (z.B. Lohnarbeiter, die eigentlichen Arbeitergeber, weil sie ihre Arbeit einbringen).(Arbeitsmarkt)</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Übergänge werden in der Wirtschaftswissenschaft gemeinhin in einem anderem Modell beschrieben, dem des „Marktes“.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Schema bleibt zunächst die Antwort auf die Frage schuldig, wie in einem solchen Kreislauf Überschüsse (Zins, Gewinn) verwirklicht werden können. (s.Anhang <strong>1,</strong> <strong>Binswanger</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">Darüber hinaus ist die Einteilung der Vielfalt von Wirtschaftsteilnehmer in die zwei Kategorien Unternehmer und Leistungslieferanten eine besonders starke Abstraktion.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich konzentriere mich auf die Diskussion des Punktes a.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Schema zeigt dort zwei Schwachstellen, die den wirtschaftlichen Austausch mit Hilfe des Tauschmittels Geld behindern:</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>I.</strong> Die Abnehmer behalten ihr Geld für andere Zwecke („Sparen“, Spekulation u.a.)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>II.</strong> Die Leistungen werden nicht abgefragt, weil Sättigung herrscht oder an den Bedürfnissen vorbei produziert wird (s. Anm. <strong> 3</strong>).</p>
<h2 style="text-align:justify;">Zu II</h2>
<p style="text-align:justify;">Die im Unternehmen hergestellten Produkte werden von denen abgenommen, die hauptsächlich an deren Herstellung beteiligt waren. Werden weniger Waren abgenommen, so verbleibt ein Mehr an Waren beim Unternehmer (Mehrwert/Profit). Dieser kann den Produktüberschuss selber konsumieren oder er hat ein Verwertungsproblem (s. Anm.<strong> 4</strong>). Dies ist die<strong> Warenseite</strong> (Produktionssphäre) des aus gegenläufigen, von einander abhängigen Kreislaufströmen (Geld/Ware) bestehenden Wirtschaftssystems.</p>
<h2 style="text-align:justify;">Zu I</h2>
<p style="text-align:justify;">Auf der<strong> Geldseite</strong> (Zirkulationssphäre) gilt , dass die Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind. Das heißt, eine Volkswirtschaft ist dann stabil, wenn die einzelnen beteiligten Gruppen das wieder ausgeben, was sie einnehmen. Welche Wirkung hat es auf die Volkswirtschaft, wenn einzelne Gesellschaftsgruppen mehr Geld einnehmen, als sie ausgeben können oder wollen, indem sie entweder “sparen“ (man sollte besser von „Einkommensüberschuss erzielen“ sprechen) oder Gewinne machen (Gewinn als positives Saldo aus Ausgaben, bzw. Kosten und Einnahmen)? Es ist logisch, dass sich dieser Überschuss als Geldvermögen in den Taschen dieser Gesellschaftsgruppen <strong>anhäuft</strong>. Wenn dieses Geld nicht wieder ausgegeben wird, sei es als Konsum oder Investition (eine besondere Konsumart), sondern in Schweitzer oder privaten Tresoren gelagert oder von Spekulationskassen (z.B. Girokonten) gehalten wird oder in Spekulationsblasen zirkuliert, fehlt es der Volkswirtschaft. Diesem nicht ausgegebenen Geldüberschuss stehen produzierte Güter, bzw. Leistungen gegenüber, die nicht vom Markt geräumt werden. Unternehmen gehen pleite, die Volkswirtschaft schrumpft.</p>
<p style="text-align:justify;">Das folgende Zahlenbeispiel soll diese Aussagen illustrieren :</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Hier wird die sog. reiche Gruppe, bei der die Einnahmen größer sind als die Ausgaben und die einen Bevölkerungsanteil von 20%, umfassen soll, in ihren Einnahmen dem großen Rest der Bevölkerung gegenübergestellt. </em><em>Sie soll einen Einnahmeanteil von 40% am BIP haben, hier mit 2000 Mrd. €./Jahr angegeben</em><em> (</em><em>lt. Stat.Bu.Amt hatte 2001 ein Bevölkerungsanteil von 18% einen Anteil von ca. 47% am Gesamteinkommen).</em><em> Beim großen Teil der Bevölkerung sind im Wesentlichen die Ausgaben so groß wie die Einnahmen. Die Ausgaben des kleinen reichen Teils mögen bei <span style="text-decoration:underline;">konstant</span> (!) z.B. bei 720 Mrd. Euro/Jahr liegen, das sind 36% des <span style="text-decoration:underline;">anfänglichen</span> (!) BIP von 2000 Mrd. Euro. Der Überschuss würde dann anfänglich bei 4% BIP, bzw. 10%  bezüglich der anfänglichen Einnahmen liegen, der <span style="text-decoration:underline;">voraussetzungsgemäß angehäuft</span> wird. Da die Ausgaben immer auch die zukünftigen Einnahmen sind, schrumpft das BIP im folgenden Jahr, in unserem Beispiel um 80 Mrd. Euro (4% von 2000). Das BIP schrumpft unter diesen Voraussetzungen solange , bis die Ausgaben der reichen Gruppe gleich deren Einnahmen sind, d.h. bis in unserem Beispiel 720 Mrd. Euro 40% des dann erreichten BIP ausmachen, also auf 1800 Mrd. Euro. Der Überschuss ist dann natürlich auf null geschrumpft </em></p>
<p style="text-align:justify;">Das Entscheidende bei diesem Vorgang ist, dass der reiche Teil seine Einnahmen nicht konsumieren kann oder will und dadurch Überschuss (s. Anm. <strong>5</strong>) angehäuft wird. Die Frage ist, wie in einem Kreisprozess dieser Überschuss abgebaut werden kann, ohne dass die Wirtschaft schrumpft? Verändern lässt sich diese Situation nur, wenn der Überschuss (s. Anm. <strong>6 u.7</strong>) in die Volkswirtschaft fließt. Das geschieht heute über Kredite, wenn dafür Zinsen bzw. Gewinne winken. Diese verschärfen aber auf die Dauer das Problem. Es entsteht ein spiralförmiger Prozess (s. Anhang <strong>1: Binswanger</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wie kommt es zu diesem Prozess?</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Das Gleichgewicht von Kauf und Verkauf, volkswirtschaftlich gesehen, von Ausgaben und Einnahmen wäre die Grundlage eines krisenfreien Wirtschaftsablaufes. Sie ist für eine Warentauschwirtschaft unmittelbar gegeben. Dort wird Ware gegen Ware getauscht. Verkauf kann nur durch gleichzeitigen Kauf stattfinden und umgekehrt. Die in der Hand ihrer Produzenten zum großen Teil nutzlosen Güter werden für ihn in nützliche Gebrauchswerte getauscht, die sich in der Hand des anderen Tauschpartners befinden</p>
<p style="text-align:justify;">Schon die bloße Ungleichheit in der Einkommensverteilung in einer Geldwirtschaft führt tendenziell zu Überschüssen. Behoben wird diese Schwierigkeit, indem der Geldüberschuss an andere Wirtschaftsteilnehmer als Kredite weitergereicht wird, der ihn dann durch seine Ausgaben in den Kreislauf einschleust.</p>
<p style="text-align:justify;">Kredite (Schulden) sind Ausdruck einer auf Geld beruhenden Volkswirtschaft, denn Geld ist Ausdruck von Schuldverhältnissen, es kommt über Kredite in den Umlauf. Zwei Drittel der Geldscheine werden durch die Zentralbank über Kreditvergabe an die Zentralbanken in den Umlauf gebracht. Der Rest durch Ankauf von Anleihen, Gold und Devisen. Das Giralgeld, mit dem man ebenfalls bezahlen kann und das als Grundlage das Zentralbankgeld hat, ist nichts anderes als Schulden der Bank ihren Einleger gegenüber, denen wiederum Schulden der Kreditnehmerkunden an die Bank gegenüberstehen. Schulden sind aber auch Ausdruck von Besitzverhältnissen.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach der Auffassung von R. Dietz (s. sein Artikel „In Memoriam Gerhard Margreiter“, 2008, <a href="http://www.rd-coaching.at/">http://www.rd-coaching.at</a>) stellt Geld einen Ausgleich zwischen dem Geben und Nehmen von Leistungen her. Wenn eine Leistung geliefert wurde, wird Geld statt einer anderen Leistung angenommen, um es zu einem späteren Zeitpunkt und einem anderen Ort gegen eine andere Leistung einzutauschen. Wird nun Geld selbst abgegeben, so wird allerdings dieser Ausgleich zwischen Geben und Nehmen durchbrochen. Die Geldbesitzer fordert mehr Geld zurück als er gegeben hat, den Zins.(Anm. <strong>8 </strong>u. Anhang <strong>3</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">Jede arbeitsteilige Geldwirtschaft ist darauf angewiesen, dass Leistungen und Gegenleistungen zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten stattfinden können. Das bedeutet, dass es Vertrauensverhältnisse, beziehungsweise Kreditverhältnisse gibt, weil die Teilnehmer darauf vertrauen müssen, dass sie für ihre Leistungen zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort auch Gegenleistungen erhalten. Die Aufgabe des Banksystems (Privat- u. Zentralbanken) besteht dabei darin, die Sicherheit zu liefern, dass der warenliefernde Teilnehmer in angemessener Zeit eine Gegenleistung erhält.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun könnte der Schuldner seine Schulden durch Leistungssteigerung tilgen, um dafür das Geld zu verdienen. Gesamtwirtschaftlich kann aber der Schuldner seinen Kredit nur zurückzahlen, soweit er seine Leistung absetzen kann, denn erst dann erhält er Geld für die Kredittilgung. Das ist die Ohnmacht des Schuldners. (Anmk. <strong>8a</strong>) Erbringt er die Leistung zusätzlich zu seinem bestehenden Konsum und wird sie abgenommen, <strong>wächst die Volkswirtschaft.</strong> Schränkt er seinen Konsum ein, um die Schulden zu bezahlen, <strong>schrumpf die Wirtschaft. </strong>Entscheidend bei der Leistungssteigerung zur Schuldentilgung ist nun<strong>,</strong> dass bei gleichem Schlüssel der Einkommensverteilung dies auch eine Einkommenserhöhung der Gläubigerseite bedeutet, da in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft die Leistungserhöhung einer gesellschaftlichen Gruppe synergetisch Leistungserhöhungen der anderen nach sich zieht</p>
<p style="text-align:justify;">So entsteht ein zusätzlicher Überschuss, der wiederum vom Schuldner übernommen werden muss, soll eine volkswirtschaftliche Schrumpfung vermieden werden. Das Ergebnis? Die erhöhte wirtschaftliche Leistung des Schuldners führt zu einem Wirtschaftswachstum und nur zu einer Schuldenverringerung, da durch die Einkommenserhöhung des Gesamtgläubigers zusätzliche Schulden übernommen werden mussten. Sie kann sogar bei extrem ungleicher Einkommensverteilung zu einem exponentiellen bzw. linearen Schuldenwachstum führen (s. Anhang <strong>2 Schuldentilgung</strong>). Erst durch eine weitere nicht leistungssteigernde Konsumerhöhung des Gläubigers, der den Überschuss abbaut, können die Schulden gänzlich getilgt werden. Gleichzeitig mit der Schuldentilgung ist ein Wirtschaftswachstum verbunden. Die Investition ist eine besondere Konsumform, die zur Leistungssteigerung führt. Mit ihr sichern Unternehmen ihren Profit.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Überschüsse, insbesondere Zins und Gewinn, führen derart zu einem ständigen Wachstumszwang.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es entsteht eine Wachstumsspirale (s. Anhang <strong>1 Binswanger</strong>).</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei wächst zwangsläufig auch das Guthaben-Schulden-Paar. Dies bedeutet zwar für junge Volkswirtschaften eine kurzfristige Lösung, aber irgendwann kommt das System an eine Grenze (bei Keynes “Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals“, bei Marx „tendenzielle Fall der Profitrate“ genannt), zu beobachten im Vergleich von jungen Volkswirtschaften wie die osteuropäischen und asiatischen und den alten wie die europäischen.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Politiker werden unsere Wirtschaftskrise nicht lösen können, wenn sie, wie die neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler diese Überschussproblematik ausblenden und nicht angehen, entweder, dadurch, dass die Entstehung gedämpft bzw. gedeckelt (s.<a href="http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus"> http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/meudalismus.htm</a>) oder der Überschuss durch Steuermaßnahmen (nicht nur steuerliche) abgeschöpft wird. Dies würde auch zum Vorteil der reichen Gruppen gereichen. Hauptursache für die Entstehung unserer krassen Einkommen- bzw. Vermögen- Ungleichverteilung ist die Möglichkeit, durch Besitz knapper Wirtschaftsgüter wie Geld, Boden und Produktionsmittel im großen Stil leistungsloses Einkommen zu erzielen. In einem Artikel von Harald Wozniewski (<a href="http://www.dr-wo.de/">www.dr-wo.de</a> ) steht: „Einsamer Reichtum basiert auf der Verarmung der Bevölkerung – Gemeinsamer Reichtum auf der Beschränkung der Reichen“.</p>
<h3 style="text-align:justify;">Ergebnis</h3>
<p style="text-align:justify;">Das Modell zeigt, dass eine ungleiche Einkommensverteilung zu wirtschaftlichen Störungen führen kann. Dies ist eine ethische bzw. politische Frage und keine der Mechanik oder des Regelkreises (s. Anm. <strong>8</strong>).</p>
<p style="text-align:justify;">Extreme ungleiche Einkommensverhältnisse entstehen vor allem dann, wenn es in der Gesellschaft Möglichkeiten gibt, durch den <strong><span style="text-decoration:underline;">bloßen</span> Besitz von knappen, aber für alle notwendigen Gütern leistungsloses Einkommen zu erzielen</strong> . In einer modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft sind:</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>Produktionsmittel knappe Güter. &#8211; <strong>Ihr Besitz führt zu Profiten. </strong></li>
<li>Weiterhin ist der Boden ein knappes, nicht vermehrbares Gut. – <strong>Sein Besitz führt zur Bodenrente</strong>.</li>
<li>Aber besonders ist<strong> </strong>Geld ein solches Gut, denn das Geld ist nicht nur bloßes Tausch- , sondern auch Aufbewahrungsmittel, das durch Hortung dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden kann. Es ist darüber hinaus Wertmessung, reduziert auf eine Zahl  und Ausgrenzungsmittel (Wer kein Geld hat, fällt aus dem Wirtschaftsprozess heraus) <strong>Der Besitz von Geld führt zum Zins als leistungsloses Einkommen. </strong>Er ist für eine entwickelte Volkswirtschaft die Hauptquelle für die entstehende ungleiche Vermögensentwicklung und die Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum.(z. Zins u. z. Fkt. der Banken s. Anmerkung <strong>9</strong>)</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;"><strong>Lösungsvorschläge</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Instabilität des Wirtschaftsprozesses liegt in der Überschussproblematik.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie werden Geldüberschüsse außer durch Sparen erzielt?</p>
<ol style="text-align:justify;">
<li>Durch Einkommensunterschiede, z.B. Managergehälter. Sie sind so groß, dass sie nur zu einem Teil für den Konsum ausgegeben werden können.</li>
<li>Durch leistungsloses Einkommen, das auf Besitz beruht, nämlich:
<ol>
<li>Besitz von Produktionsmittel (Unternehmen); er führt zum Profit (Unternehmergewinn).</li>
<li>Besitz von Geld; er führt zum Zins.</li>
<li>Besitz von Boden und Immobilien, er führt zur Pacht bzw. Miete</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;">Hier setzen die Lösungsvorschläge an:.</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>Zu 1: Steuerliche Maßnahmen.</li>
<li>Zu 2a: Eine Maschinensteuer, eine entsprechende Lohnpolitik und die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens würde zu einer Minimalisierung der Gewinnrate führen, (Autor Moewe)</li>
<li>Zu 2b: Eine Nutzungs- und Kreditgebühr würde zu einer Minimalisierung des Zinses führen (Freiwirtschaftler: Gloetlze, Creutz, Regionalgeld, u.a., s. Anmk. <strong>9</strong>.).</li>
<li>Zu 2c: Eine Kommunalisierung würde das leistungslose Einkommen aufgrund von Bodenbesitz abschaffen (Freiwirtschaftler)</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;">Es geht darum, die Anhäufung von Überschüssen durch Maßnahmen abzuschöpfen, wie z.B. den genannten, sonst hilft sich das Wirtschaftsystem selbst. Es schrumpft: Firmen gehen pleite, verschwinden und mit ihnen zum großen Teil die Geldvermögen/Schulden der Gläubiger/Schuldner. In der Realität bildet sich der Schrumpfungsvorgang durch Konjunkturzyklen ab. Diese verstärken aber die Ungleichverteilung der Eigentumsverhältnisse dadurch, dass es rechtzeitig vor einem Abschwung immer Eigentümer gibt, die ihr Vermögen sichern können. Bei dem nächsten Aufschwung haben sie dann bessere Bedingungen, ihr Vermögen zu vergrößern. Die treibende Kraft für Entstehung der Überschussproblematik – Zins, Gewinn, Pacht – ändert sich nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Bibel empfiehl zu den Konjunkturzyklen eine kluge Alternative: “Alle sieben Jahre sollst du ein Erlassjahr halten“, 5. Mose, 15,1. (Anmerkung <strong>10</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">Kurzfristig übernimmt der Staat als „infallibler Schuldner“ eine andere Lösung. Da er in der Lage ist, die Rückzahlung von Schulden in die weite Zukunft zu verschieben, mildert er durch Schuldenübernahme die Überschussproblematik kurzfristig, löst sie aber nicht. (Anmerkung <strong>11</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">Anmerkungen s. PDF-Datei oben</p>
<p style="text-align:justify;">Anhänge s. PDF-Datei oben</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Referat zu &#8222;Wachstumsspirale&#8220; (H.Chr. Binswanger)</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/referat-zu-wachstumsspirale-h-chr-binswanger/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 21:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wachstumsspirale Binswanger Zusammenfassung H.-Chr. Binswanger geht in seiner Abhandlung, “ Die Wachstumsspirale“ (Metropolis, 2006) und in verschiedenen Artikeln, sowie Interviews, davon aus, dass unser modernes Wirtschaftssystem auf einem Geldsystem mit den Elementen Zins und Profit basiert. Die Art wie Geld entsteht (Geldschöpfung) fordert den Zins und führt zu Unternehmungen, die Profit erwirtschaften müssen. Beide [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=116&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Die Wachstumsspirale</strong></p>
<p style="text-align:center;">Binswanger</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p style="text-align:justify;">H.-Chr. Binswanger geht in seiner Abhandlung, “ Die Wachstumsspirale“ (Metropolis, 2006) und in verschiedenen Artikeln, sowie Interviews, davon aus, dass unser modernes Wirtschaftssystem auf einem Geldsystem mit den Elementen Zins und Profit basiert. Die Art wie Geld entsteht (Geldschöpfung) fordert den Zins und führt zu Unternehmungen, die Profit erwirtschaften müssen. Beide Elemente führen notwendigerweise zu Wirtschaftswachstum. Das Kreislaufmodell der Wirtschaft wird zur Spiralform.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Grunde ist seine Ausgangsfrage sehr einfach: Wie soll eigentlich in einem geschlossenem System wie das der Volkswirtschaft, in der nur das konsumiert werden kann, was produziert wird, insgesamt ein Überschuss entstehen? Auf der Geldseite bildet sich diese Gleichheit von Produktion und Konsumtion als Ausgaben gleich Einnahmen und der Überschuss als Zinsen und Gewinn ab</p>
<p style="text-align:justify;">Bei der Beschreibung der Geldentstehung vernachlässigt er allerdings die Geldverteilung als wesentliche Voraussetzung und Folge. Erst diese Ungleichverteilung, die als Überschuss erscheint, ermöglicht Kredite, sowie Sollzins, damit Giralgeld, in der Folge Sparguthaben mit Habenzins und schließlich als Kreditnehmer Unternehmen, die Profite fordern.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Ungleichverteilung führt in einer entwickelten Volkswirtschaft schließlich zu einem Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich auf hohem Niveau. Binswanger sieht dieses Problem, erläutert es aber nicht. Auch sieht er das Problem, dass die Realwirtschaft wegen der Ressourcenerschöpfung nicht beliebig wachsen kann, dass dieses Wachstum zu ökologischen Problemen führt, macht sich aber Illusionen über die Überwindungsmöglichkeiten.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Einzelheiten</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Ausgangsgangspunkt seiner These ist die Überlegung, dass in einer modernen Volkswirtschaft Geld durch Kreditvergabe in den Umlauf kommt. Unternehmen (“künstliche Gebilde“) sind dort die Orte der Produktion. Sie sind in der Hauptsache die Kreditnehmer, die mit dem so geschöpften Geld Leistungen der Haushalte kaufen. Mit Hilfe dieser Leistungen entstehen Produkte, die wiederum von den Haushalten mit dem so „ verdienten“ Geld gekauft werden. In einem solchen Kreislauf ist aber eine Zins- und Profiterhebung nicht möglich. Er benötigt einen zusätzlichen Geldzufluss in Höhe der Zins- und Profitforderungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Dazu Binswanger in einem Vortrag 2007, 7. Dez. in Wien:</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Geldseite des Problems</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Dies ist offensichtlich nicht möglich, wenn das Geld, das die Unternehmungen den Haushalten für ihre Produktionsleistungen bezahlen, das zu deren Einkommen wird, einfach wieder von den Haushalten dazu verwendet wird, um die Produkte zu kaufen, die die Unternehmungen mit ihrer Hilfe hergestellt haben, wenn also das Geld nur im Kreis läuft. Denn dann würden sich Einnahmen und Ausgaben der Unternehmungen nur immer gerade ausgleichen. Es gäbe also in der Summe von Gewinnen und Verlusten kein positiver Saldo, keine Unternehmungsgewinne. Es könnten also weder Zinsen bezahlt werden, noch Reingewinne erzielt werden, die das Risiko decken. Ein positiver Gewinnsaldo und damit die Möglichkeit, Zinsen zu bezahlen und Reingewinne zu erzielen, die das Risiko deckt, kann somit gesamtwirtschaftlich nur entstehen, wenn Geld zufließt“.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Lösung</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wie fliesst aber in der modernen Wirtschaft Geld zu? Wir wissen es bereits: indem die Unternehmungen bei den Banken Kredite aufnehmen, die die Banken mindestens zum Teil durch Geldschöpfung bereitstellen, also durch Vermehrung der Geldmenge auf dem Kreditweg. Die Unternehmungen brauchen die Kredite – ich wiederhole – um  zu investieren, um das aufgenommene Geld,  zusammen mit dem reinvestierten Reingewinn für den Kauf von zusätzlichen Arbeits- und anderen Produktionsleistungen  zu verwenden. So steigen die Einkommen der Haushalte als Anbieter dieser Produktionsleistungen mit dem Wachstum der Produktion. </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em> </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Dabei ist zu beachten: Die Haushalte geben ihr Einkommen, das nicht gespart wird, sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben. Sie werden daher sofort zu Einnahmen der Unternehmungen. In diesem Zeitpunkt können die Unternehmungen aber nur die Produkte verkaufen, die schon produziert worden sind, die sie also vor der neuen Investition hergestellt haben, für deren Herstellung sie also im Betrag der neuen Investitionssumme weniger Geld ausgegeben haben.  Das bedeutet aber auch, dass die Einnahmen der Unternehmungen vor den Ausgaben für die Produkte, die sie verkaufen, steigen. So können im Wachstumsprozess im Durchschnitt, also im Saldo von Gewinnen und Verlusten, gesamtwirtschaftlich stets Gewinne entstehen. </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Auf diese Weise hält sich der Kapitalisierungs- und Wachstumsprozess mit Hilfe der Schulden, die zu Geld werden, selbst im Gange. Er wird zu einem perpetuum mobile. Der Wirtschaftskreislauf weitet sich zu einer Wachstumsspirale aus. In ihr entstehen die Gewinne, die nötig sind, damit sich diese Spirale immer weiter ausweiten kann, zusammen mit der realen Produktion.</em> (s. auch Anhang Auszug aus dem Buch Binswanger „Die Wachstumsspirale“)</p>
<p style="text-align:justify;"><em> </em></p>
<p style="text-align:justify;">Wie fließt also der modernen Wirtschaft zusätzliches Geld zu? Wohlgemerkt, die Unternehmungen borgen sich dieses zusätzliche Geld und zahlen damit Leistungen der Haushalte. Damit produzieren Sie schließlich zusätzliche Produkte. Die Produktion wird  mengenmäßig erhöht. Inzwischen kaufen die Haushalte mit diesem durch die zusätzlichen Einnahmen gestiegenem Einkommen, die vor der zusätzlichen Investition mit weniger Geld produzierten Produkte. Es entsteht ein Geldüberschuss.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie lässt sich die o. zitierte Erläuterung von Binswanger konkretisieren, wie bildet sie sich in der Realität ab? Dazu als Beispiel der folgende Versuch.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Unternehmergewinn:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Binswanger definiert Unternehmensgewinn wie folgt:</p>
<p style="text-align:justify;"><em>„Der Unternehmungsgewinn ist dem</em><em>gegenüber ein </em><em>Residuum, das sich aus der Differenz zwischen den Einnah­men ergibt, die sich aus dem Verkauf der Produkte ergeben, und den Ausgaben, die vorher beim Kauf bzw. Einsatz der Produktionsleistungen ent­standen sind“ </em>(S. 366, Die Wachstumsspirale). An anderer Stelle wird der Unternehmensgewinn als zusammengesetzt aus Zins und Reingewinn gesehen (<em>S.310, dito,&#8230; Anteil am Unternehmungsgewinn &#8230; Form des Zinses &#8230; in Form des Reingewinns..) </em>Wenn aber Fremdkapitalgeber „<em>grundsätzlich außerhalb der Unternehmung“ </em>(S. 78 dito) stehen<em>, </em>kann das so nicht formuliert werden. Dann muss der Zins ein Teil der Ausgaben sein und die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben ist dann der Reingewinn als Residuum. Außerdem stellt sich die Frage, wem gehört das Fremdkapital? Das Geld als Fremdkapital wird zwar wie unten erläutert mittels de Banken geschöpft, aber wem gehört dann dies so geschöpfte Geld? Dies ist die Unklarheit in der Geldschöpfungsthese von Binswanger</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Das Problem</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Unternehmen (U) schießen 1000 Geldeinheiten (GE), die sie als Kredit erhalten haben, als Bezahlung an die Haushalte (H) vor, wodurch 100 Wareneinheiten (WE) produziert werden- Die Haushalte erwerben damit voraussetzungsgemäß sogleich die so produzierten WE, die sie konsumieren. Die Unternehmen erhalten die 1000 GE zurück – der Kreislauf  ist geschlossen.</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="text-decoration:underline;">Wie ist nun ein Überschuss (Unternehmergewinn) von <strong>konstant</strong> 100 GE möglich? </span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Lösung (Binswanger)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die U nehmen einen Kredit von insgesamt 1000 GE auf und bezahlen damit die Leistungen der H. (Die Verteilung der Bezahlung, m.a.W. die Einkommensverteilung bleibt an dieser Stelle unberücksichtigt). Mit Hilfe dieser Leistungen werden 100 WE produziert. Nun soll – nach den Vorstellungen von Binswanger &#8211; zusätzlich Geld dadurch fließen, dass Kredite als Vorschuss aufgenommen, z.B. 100 GE werden. Wozu dient dieser Vorschuss? Er dient dem “<em>Kauf von zusätzlichen Arbeits- und anderen Produktionsleistungen“ </em>(s.o.). Zum Beispiel können weitere Arbeiter (Haushalte) eingestellt werde, die am vorhandenen Maschinenpark durch besser Auslastung zusätzliche Produkte der gleichen Art  – hier 10 WE &#8211; herstellen. Die zusätzlichen H erhielten dann den zusätzlichen Vorschuss. Oder es können produktivere Maschinen gekauft und die alten werden. Letztlich erhielten dann die in der Maschinenbauindustrie beschäftigen Haushalte den zusätzlichen Vorschuss. Die Herstellung der zusätzlichen WE benötigt Zeit. Inzwischen geben alle im Betrieb beschäftigte Haushalte Ihr so erlangtes “<em>Einkommen, das nicht gespart wird, sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben“</em> .</p>
<p style="text-align:justify;">Ihr Einkommen beträgt 1000GE + 100 GE = 1100 GE. Damit nehmen sie die vorher produzierten 100 WE ab, die für die U billiger, nämlich 1000 GE, waren (s.o. „&#8230;<em>für deren Herstellung sie also im Betrag der neuen Investitionssumme weniger Geld ausgegeben haben“). </em>Siehe dazu auch den Text aus dem Buch, Binswanger, Die Wachstumsspirale, im Anhang). Die U haben damit Einnahmen von 1100 GE und einen Gewinn von 100 GE. Es stehen aber diesen Einnahmen in gleicher Höhe Schulden gegenüber und eine Erhöhung der Produktion von 100 WE auf 110 WE. Die Gewinne entsprechen der Zunahme der Schulden und die Zunahme der Schulden einer Zunahme der Einnahmen von H. Die gesamten Einnahmen der U <strong>inklusive der Gewinne </strong>(1000 € + 100 €)müssen nun wieder in die neue größer Produktion gesteckt (<strong>investiert</strong>) werden. Das ist die zweite Wachstumsrunde. Wieder werden, wie oben beschrieben, 100 GE zusätzliche Kredite aufgenommen, um zusätzliche 10 WE zu erzeugen usw. In der zweiten Runde wäre die Schuld auf 1200 gestiegen, die Produktion auf 120 WE gewachsen usw..</p>
<p style="text-align:justify;">Im Schema stellt sich das wie folgt dar:</p>
<p style="text-align:justify;">Schema:</p>
<table style="text-align:justify;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="28" valign="top">Nr.</td>
<td width="66" valign="top">U- Kredit (Schuld) (GE)</td>
<td width="94" valign="top">Bezahlung H vor    Erhöhung (GE)</td>
<td width="85" valign="top">Produktion vor Erhöhung (WE)</td>
<td width="95" valign="top">Kaufpreis/ Einnahmen H (GE)</td>
<td width="85" valign="top">Reingewinn (GE)</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">1.</td>
<td width="66" valign="top">1100</td>
<td width="94" valign="top">1000</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
<td width="95" valign="top">1100</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">2.</td>
<td width="66" valign="top">1200</td>
<td width="94" valign="top">1100</td>
<td width="85" valign="top">110</td>
<td width="95" valign="top">1200</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">3.</td>
<td width="66" valign="top">1300</td>
<td width="94" valign="top">1200</td>
<td width="85" valign="top">120</td>
<td width="95" valign="top">1300</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">4.</td>
<td width="66" valign="top">1400</td>
<td width="94" valign="top">1300</td>
<td width="85" valign="top">130</td>
<td width="95" valign="top">1400</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">5.</td>
<td width="66" valign="top">usw.</td>
<td width="94" valign="top"></td>
<td width="85" valign="top"></td>
<td width="95" valign="top"></td>
<td width="85" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align:justify;">Wegen der Entnahme des Gewinnes in konstanter Höhe, wachsen die Schulden der Unternehmer linear. Ihnen stehen wachsende Einnahmen als Sichtguthaben der Haushalte gegenüber. Auch die Produktion von Waren wächst linear. Da aber der Unternehmergewinn als Rate (Zinsrate + Gewinnrate) gefordert wird, dürfte das Wachstum exponentiell aussehen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/spiralschema0001.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-118" title="SpiralSchema0001" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/spiralschema0001.jpg" alt="SpiralSchema0001" width="442" height="336" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Im Diagramm erscheinen die Kredite und Sichteinlagen nicht, stattdessen sind Kapitaleinsatz und Kaufkraft genannt. Das Wachstum kommt deswegen zustande, weil die Unternehmungen Ihren Überschuss zur Produktionsausweitung (die Produktion wird mengenmäßig erhöht) <strong>investieren</strong>. Der Gewinn wird durch eine Verschuldung der Unternehmen realisiert. Das ist ja auch nicht erstaunlich, da die Unternehmen voraussetzungsgemäß dazu Kredite aufnehmen (s.o. „<em>Wie fliesst aber in der modernen Wirtschaft Geld zu? Wir wissen es bereits: indem die Unternehmungen bei den Banken Kredite aufnehmen,</em>).</p>
<p style="text-align:justify;">Aber es gibt auch andere gesellschaftliche Gruppen, die Überschüsse haben. Bei den Haushalten setzt Binswanger voraus, dass diese ihre Einnahmen gleich wieder ausgeben und dass „Sparen“ offensichtlich als Reduzierung der Ausgaben angesehen wird: „<em>Die Haushalte geben ihr Einkommen, das nicht gespart wird, sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben</em> <em>.</em>Doch die Manager als Haushaltsgruppe haben so hohe Einkommen, dass sie diese für ihren eigenen Konsum gar nicht ausgeben <strong>können</strong>.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann gibt es da noch den Staat als Schuldner und natürlich Haushalte, die nicht in der Situation von Managern sind und zum überleben Schulden aufnehmen müssen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Modell erklärt den Wachstumszwang als Zwang zum investieren. In seinem Buch „Die Wachstumsspirale“ beschreibt Binswanger sowohl die negativen  Seiten als Horrorvision der bedenkenlosen Ausbeutung von menschlichen und natürlichen Ressourcen, als auch die positiven  als Verheißungen des Reichtums für alle und den Versprechungen von beglückenden Innovationen und Kreativitäten. Reichtum für alle? Das Schema zeigt ja, wie die Einnahmen, das ist die Kaufkraft der Haushalte, steigen! Den Schulden der Unternehmen stehen wachsende Einnahmen als Sichtguthaben der Haushalte gegenüber.</p>
<p style="text-align:justify;">An dieser Stelle ist zu fragen, wie Sparguthaben entstehen? Sichtguthaben sind Zahlungsmittel, mit denen die Produkte der nächsten Runde im Wachstumsprozess abgenommen werden. Mit Sparguthaben kann man nicht zahlen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie kommt es aber zu der einseitigen Reichtumsverteilung, die sich in der einseitigen Verteilung festgelegter Guthaben (Geldvermögen) und der gegenüberstehenden ungeheureren gesellschaftlichen Verschuldung spiegelt?</p>
<p style="text-align:justify;">Binswanger vernachlässigt Faktoren, die er zwar anspricht, aber in ihrer Bedeutung verkennt. Das liegt an seinen Annahmen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Warenseite des Problems</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Zunächst an dem Modell von Binswanger auf, dass nur drei Parteien genannt werden: Banken, Unternehmer und Haushalte als Konsumenten einerseits und Leistungslieferer andererseits. Es fehlt der Staat. Außerdem wird nur die Geldseite dargestellt, die Warenseite fehlt.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist berechtigt, die Rolle der Unternehmen als Hauptkreditnehmer (Hauptschuldner) zu kennzeichnen. In der Statistik weisen die Unternehmungen (Groß- Mittelunternehmen und Selbstständige) einen Anteil von 70% der gesamtgesellschaftlichen Verschuldung auf. Aber es gibt auch den Staat mit einem Anteil von ca. 25% und die Privathaushalte mit einem Anteil von 5%.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Eine andere Sichtweise</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Betrachtet man sowohl die Warenseite als auch die Geldseite der Volkswirtschaft, so stellt sich die Überschussproblematik wie folgt dar: Die Unternehmungen produzieren mehr Waren als von den Haushalten aufgrund ihrer Einnahmen, die gleichzeitig die Ausgaben der Unternehmen sind, abgenommen werden können.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Soll der Warenüberschuss abgekauft und somit der Unternehmergewinn (Zins und Reingewinn) realisiert werden, so müssen sich Schuldner finden, die dafür Kredite aufnehmen.</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>1. Die Unternehmen </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Nach dem Modell von Binswanger akkumulieren sie die Kredite über Investitionen in einem dynamischen Wachstumsprozess.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Unternehmen können aber auch ohne zu investieren (Investition eine besondere Art des Konsums!!) den Warenüberschuss konsumieren (Bau von Palästen !). Die Wirtschaft wächst dann nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Unternehmen können außerdem den Warenüberschuss ins Ausland transportieren. Das ist der Fall des Exportüberschusses, bei dem mehr Waren exportiert als importiert werden. Die Waren werden so ins Ausland transferiert und dort in ausländischem Geld der Profit realisiert. Die einheimische Wirtschaft wächst dann nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Es könnte aber auch Folgendes eintreten: Der Warenüberschuss vergrößert das Warenangebot. Die Preise erniedrigen sich im Durchschnitt, die Haushalte können mehr kaufen und den Warenüberschuss konsumieren. Oder sie erhalten einen höheren Lohn und können sich dadurch mehr kaufen. Das Mehr an Waren wird so als Mehrwert zu den Lohnabhängigen transferiert – nach Marx und den Kapitalismusvertretern ein unwahrscheinlicher Fall, weil das Erzielen von Profit (Mehrwert) für den Unternehmer überlebensnotwendig ist (s.u. Investitionszwang/Gewinnrealisierung). Die Wirtschaft wächst nicht und die Unternehmen können aus ihrem Warenüberschuss den Gewinn nicht realisieren. (dazu Brodbeck)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>2. Der Staat, die Privathaushalte</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es können aber auch die Privathaushalte und der Staat als Repräsentant aller Haushalte („Der Staat sind wir!!“) Kreditnehmer sein. Sie kaufen mit dem Kredit den Warenüberschuss, um ihn zunächst nur zu konsumieren und seine Rückzahlung, wie im Falle des Staates, in die weite Zukunft zu verschieben. Dadurch häufen sich Schuldenberge auf der Seite der Haushalte und des Staates und Geldvermögen auf der Seite der Unternehmen. Werden die Schulden getilgt, gibt es zwei Möglichkeiten:</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schuldner schränken ihre Ausgaben ein – sie sparen – und tilgen mit dem Gesparten. Dann schrumpft die Volkswirtschaft. Oder</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schuldner verkaufen zusätzliche Leistungen, um mit dem Geld die Schulden zu tilgen. Diese Möglichkeit besteht nur für die Privathaushalte, wenn die Unternehmen bereit sind, die zusätzliche Leistungen abzunehmen. Das ursprüngliche Problem des Warenüberschusses stellt sich dadurch von Neuem. Es kommt zur von Binswanger beschriebenen Wachstumsspirale.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Modell von Binswanger muss die Volkswirtschaft im gleichem Maße wie die Unternehmensschulden/Guthaben wachsen. Im zweiten Fall, bei einer Verschiebung der Tilgung in die Zukunft, wächst die Volkswirtschaft nicht. Treffen beide Fälle zu, wachsen die Schulden/Geldvermögen schneller als die Volkswirtschaft. Im <span style="text-decoration:underline;">ersten Fall </span>haben die Unternehmen die Schulden und dem gegenüber die Haushalte die Guthaben. Im <span style="text-decoration:underline;">zweiten Fall</span> besitzen Staat und Privathaushalte die Schulden und die Unternehmen die Guthaben. Für die Profitrealisierung der Unternehmen spielt also der Staat mit seiner Verschuldung eine besondere Rolle. Verschuldet er sich nicht, müssen andere insbesondere die Unternehmen zur Gewinnrealisierung sich verschulden (s. H.J. Schlichte: „Schulden und Finanzkrise“, 2. Mai 2009 ) <a href="../2009/11/08/schulden-und-finanzkrise/">Schulden und Finanzkrise.</a></p>
<p style="text-align:justify;">Es kommt zum von Binswanger erläuterten Wachstums-/Schuldenzwang, den der Staat mit seiner Schuldenübernahme mildern würde. Wenn Wirtschaftswachstum also an seine Grenzen kommt und Schrumpfung droht, wäre dies die Alternative, die in der Realität auch zu beobachten ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit dem Wachstum einer auf Geld beruhenden Volkswirtschaft wachsen notwendigerweise auch die Schulden, weil das dafür nötige Geld über Kredite in den Umlauf kommt. Schulden sind Ausdruck einer auf Geld beruhenden Volkswirtschaft, denn Geld ist Ausdruck von Schuldverhältnissen, es kommt über Kredite in den Umlauf. Schulden sind aber auch Ausdruck von Besitzverhältnissen.</p>
<p>Nach der Auffassung von R. Dietz (s. sein Artikel „In Memoriam Gerhard Margreiter“, 2008, <a href="http://www.rd-coaching.at/">http://www.rd-coaching.at</a>) stellt Geld einen Ausgleich zwischen dem Geben und Nehmen von Leistungen her. Wenn eine Leistung geliefert wurde, wird Geld statt einer anderen Leistung angenommen, um es zu einem späteren Zeitpunkt und einem anderen Ort gegen eine andere Leistung einzutauschen. Wird nun Geld selbst abgegeben, so wird allerdings dieser Ausgleich zwischen Geben und Nehmen durchbrochen. Der Geldbesitzer fordert mehr Geld zurück als er gegeben hat, den Zins.</p>
<p style="text-align:justify;">Wird nun die Schuldentilgung durch Ausgabenkürzung der Schuldner (Sparen) erreicht, bleiben wieder Produkte liegen, die Volkswirtschaft schrumpf wie oben.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Halten wir fest: Das Wirtschaftswachstum erfolgt nur, wenn durch eine Investition , die zu einer mengenmäßigen Erhöhung der Produktion führt, die Gewinne realisiert werden. Der Wirtschaftswachstumszwang ist in diesem Sinne ein Investitionszwang. </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Warum müssen aber Unternehmen Gewinne realisieren? </strong>Binswanger argumentiert wie folgt (Die Wachstumsspirale“, 2006, S. 368):</p>
<p style="text-align:justify;">„Wenn dies nicht der Fall ist, sinkt die Gewinnrate und damit die Bereitschaft der Aktionäre (Anm.: Wer sind die Aktionäre und woher haben sie ihr Geld?) und damit auch der Banken, zusätzliches Geld als Kapital zur Verfügung zu stellen, was wiederum zu einer weiteren Senkung der Gewinnrate führt, bis schließlich die minimale Gewinnrate unterschritten wird, die genügt, damit das Risiko (Anm.: Die Banken sichern sich gegen dieses Risiko durch sog. Pfänder?), das mit dem Kapitaleinsatz verbunden ist, gedeckt wird. Wird sie unterschritten, werden die Aktionäre ihren Kapitaleinsatz zurückziehen. Entsprechend werden die Banken ebenfalls den Kapitaleinsatz reduzieren und ihre Kredite kündigen. Aus der Unterschreitung der minimalen Gewinnrate würde so nicht nur eine Minderung des Kapitalzuwachses und damit des Wachstums resultieren, sondern eine effektive Schrumpfung der Wirtschaft.“ (dazu Brodbeck)</p>
<p style="text-align:justify;">Danach liegt der Schlüssel für den Zwang, Profite erzielen zu müssen, in der Hand der Kapitalbesitzer. Sie fordern eine Entschädigung für ihr Risiko,dass ihr Kapitaleinsatz verloren gehen könnte.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wer sind die Überschusshalter? </strong>Eine bedeutende Gruppe sind die Unternehmen. Sie erzielen Reingewinne, die sie nach Binswanger (s. S. 365 – 370, Die Zinsspirale) z. T. investieren. Andere gesellschaftliche Gruppen mit Geldüberschuss (Überschusshalter) stellen ebenfalls einen Teil davon zum Investieren zur Verfügung, entweder direkt durch Anteilsübernahme oder indirekt, indem sie Fremdkapital bzw. Kredite gegen Zinsen anbieten. Investieren ist eine besondere Form des Konsums. <strong>Nur dieser </strong>führt zu dem von Binswanger beschriebenem  Wirtschaftswachstum. Unternehmungen können auch ihren Reingewinn dazu benutzen, um gewöhnlich zu konsumieren, z.B. um Paläste zu bauen. Ihre Wettbewerbssituation zwingt sie aber dazu, zu investieren. (s. dazu Brodbeck)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wie kann man Überschüsse erzielen?</strong></p>
<p style="text-align:justify;">durch Einkommensunterschiede, z.B. Managergehälter. Sie sind so groß, dass sie nur zu einem Teil für den Konsum ausgegeben werden können</p>
<p style="text-align:justify;">durch leistungsloses Einkommen, das auf Besitz beruht, nämlich:</p>
<ol>
<li>Besitz von Produktionsmittel (Unternehmen); er führt zum Profit (Unternehmergewinn)</li>
<li>Besitz von Geld; er führt zum Zins</li>
<li>Besitz von Boden und Immobilien, er führt zur Pacht bzw. Miete</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;">Die bisherigen Erläuterungen beschreiben sowohl den Zwang zum Wirtschaftswachstum im Sinne von Binswanger, als auch wie es zu dem Überschuss kommt und damit zur ungleichen Einkommensverteilung und Schuldenanhäufung. Sie weisen aber auch auf andere Lösungswege als sie Binswanger nennt. Er hält im Prinzip den Wachstumszwang als unausweichlich, wagt nur am Schluss seines Buches Bedenken, nachdem er ein Horrorszenarium von Schäden durch diesen Wachstumszwang andeutet, wenn er schreibt (S. 375):</p>
<p style="text-align:justify;"><em>„&#8230;Dann könnte es sich aufdrängen, Wege zu suchen, wie in geordneter Weise, &#8230;, der Spirallauf der Wirtschaft wieder allmählich in einen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Es würde dann notwendig sein, Vorstellungen über die Gestaltung einer Wirtschaft zu entwickeln, die in sich nachhaltig ist, d.h. den ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüchen optimal Genüge leistet.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">In dem schon erwähnten Vortrag Zürich 2007<em> </em>versucht er einen Ansatz von Lösungsvorschlägen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Lösungsvorschläge</strong></p>
<ul>
<li>Anpassung der Eigentumsformen an das Nachhaltigkeitsziel. &#8230;</li>
</ul>
<ul>
<li>Einbau der Eigenarbeit &#8230;. in die Einkommenspolitik</li>
</ul>
<ul>
<li>Umgestaltung der Rechtsform der Unternehmen zur Minderung des Wachstumsdrang</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;">In der Tat geht es um Besitz und Eigentum, die, wie oben beschrieben, Grundlage für die Überschussproblematik sind: Besitz von a.) Produktionsmittel, b.) Geld und c.) Boden</p>
<p style="text-align:justify;">An diesen Punkten können Lösungen ansetzen. Sie wurden von verschiedenen Autoren und Gruppen vorgeschlagen:</p>
<ol>
<li>Eine Maschinensteuer, eine entsprechende Lohnpolitik und die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens würde zu eine Minimalisieren der Gewinnrate führen, (Autor Moewe)</li>
<li>Eine Nutzungs- und Kreditgebühr würde zu einem Minimalisieren des Zinses führen (Freiwirtschaftler: Gloetlze, Creutz, Regionalgeld, u.a..)</li>
<li>Eine Kommunalisierung würde das leistungslose Einkommen aufgrund von Bodenbesitz abschaffen (Freiwirtschaftler).</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;">Überhaupt geht es darum, die Anhäufung von Geldvermögen durch Maßnahmen, wie z. B. den genannten, abzuschöpfen, sonst hilft sich das Wirtschaftsystem selbst. Es schrumpft; Firmen gehen pleite, verschwinden und mit ihnen zum großen Teil die Geldvermögen der Gläubiger. In der Realität bildet sich der Schrumpfungsvorgang durch Konjunkturzyklen ab. Diese verstärken aber die Ungleichverteilung der Eigentumsverhältnisse dadurch, dass es rechtzeitig vor einem Abschwung immer Eigentümer gibt, die ihr Vermögen sichern können. Bei dem nächsten Aufschwung haben sie dann bessere Bedingungen, ihr Vermögen zu vergrößern. Die treibende Kraft für Entstehung der Überschussproblematik – Zins, Gewinn, Pacht – ändert sich nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Kurzfristig übernimmt der Staat als „infallibler Schuldner“ eine andere Lösung. Da er in der Lage ist, die Rückzahlung von Schulden in die weite Zukunft zu verschieben, mildert er durch Schuldenübernahme die Überschussproblematik kurzfristig, löst sie aber nicht. Als ironische Bemerkung im Klappentext zum Buch von P.C. Martin: „Aufwärts ohne Ende“, 1988 heißt es dazu:</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Zum ersten Mal in der Geschichte ist es gelungen, das Überschuldungs-Problem, das letztlich auf einen unlösbaren Gläubiger/Schuldner-Konflikt und den Bürgerkrieg hinausläuft, zu entschärfen – durch den größten Trick der Weltgeschichte: durch die Einführung des Sonderkontos “Staat“, das immer weiter belastet wird, ohne dass es uns belastet. &#8230; Paul C. Martin, lange Zeit als “Crash-Prophet“ verschrien, erklärt: „Das ist es! Ich widerrufe! Jedes Problem löst sich hinfort von selbst, auch das der sogenannten &gt;&gt; Überschuldung&lt;&lt; &#8211; indem wir alle noch viel schneller noch viel höhere</em> <em>Schulden machen. Eine Alternative zu dieser Politik ist weder diskutabel, noch in Sicht!</em></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Anhang 1: H. Chr. Binswanger</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Aus dem Buch Binswanger „Die Wachstumsspirale“, 2006, S. 367 bis 368.</p>
<p style="text-align:justify;">„Die Unternehmungen benutzen die Kredite, d.h. den Zuwachs des Fremdkapitals &#8211; &#8230;.- dazu, zusätzliche Produktionsleistungen von den Haushalten zu kaufen. Entsprechend steigen die Einkommen der Haushalte uno actu mit der Kapitalerhöhung, während die Unternehmungen noch die Produkte anbieten, die vor der Kapitalerhöhung hergestellt wurden, denn die Herstellung der Produkte und die Bereitstellung zum Verkauf benötigen ja Zeit. Deswegen wird ja ein Vorschuss, d.h. ein Kapitaleinsatz benötigt! Da die höheren Einkommen unmittelbar zu einer erhöhten Nachfrage nach den Produkten der Unternehmungen führen, steigen auch die Einnahmen der Unternehmungen fast uno actu mit dem Kapitalzuwachs. So stehen stets höhere Einnahmen den Ausgaben gegenüber, die die Unternehmungen tätigen mussten, um die Produkte herzustellen, die sie verkaufen. Da der Gewinn die Differenz ist zwischen den Einnahmen und den Ausgaben für die Produkte, durch deren Verkauf die Einnahmen erzielt werden, resultiert auf diese Weise im wirtschaftlichen Wachstum gesamtwirtschaftlich stets ein zusätzlicher Gewinn aus dem Zuwachs des Kapitals. Dabei können wir davon ausgehen, dass dieser hoch genug ist, um das eingegangene Risiko zu kompensieren, weil dies die Voraussetzung ist, dass überhaupt Kapital zur Verfügung gestellt wurde.“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Anhang 2: K.H. Brodbeck</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Quelle des Überschusses</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Sozialisten, als auch ihre Gegenspieler die Kapitalisten sehen die Notwendigkeit, Überschuss in der Produktion zu erzielen, im Wettbewerb. Dazu K.H. Brodbeck, Umrisse einer postmechanischen Ökonomie, <a href="http://www.fh-wuerzburg.de/professoren/bwl/brodbeck/postmech.htm">http://www.fh-wuerzburg.de/professoren/bwl/brodbeck/postmech.htm</a> , in: R. Benedikter (Hg.), Postmaterialismus, Band 1: Einführung postmaterialistische Denken, Wien 2001, S. 117-142.</p>
<p style="text-align:justify;">Er sieht die Quelle nicht so sehr im Wettbewerb, sondern im „Denkmodell des Kaufmanns“, aus Geld mehr Geld zu machen.</p>
<p style="text-align:justify;">„Wenn es einen <em>Überschuß </em>(durch „Ausbeutung“) gibt, dann wäre es für eine Firma vorteilhaft, auf einen Teil des Überschusses pro Produkt zu verzichten, die Preise zu senken und durch größere Marktanteile insgesamt die Profit<em>masse </em>zu erhöhen. Andere werden das aber nachahmen. Wenn also der Wettbewerb funktioniert, führen schrittweise Preissenkungen zur <em>Elimination </em>jedes Überschusses. Der <em>Einzelvorteil </em>einer Preissenkung schwindet, wenn sie allgemein nachgeahmt wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Es muß also eine Quelle in der Wirtschaft geben, durch die unaufhörlich ein <em>neuer </em>Überschuß entsteht, der im Gewinn, in steigenden Löhnen und im Zins erscheint. Diese Quelle ist die <em>kreative Umwälzung </em>gewohnter Muster der Produktion und des Konsums&#8230;.Das kaufmännische Interesse an einer <em>Verzinsung </em>des Kapitals unterwirft nach und nach alle Lebensbereiche, mit dem Ziel, durch <em>Innovationen </em>einen Pioniergewinn zu erwirtschaften, &#8230;. Da aber jede Neuerung früher oder später auf <em>Nachahmer </em>stößt, sorgt der Wettbewerbsprozeß dafür, daß die <em>relativen </em>Vorteile wieder verschwinden. Die Gewinne schmelzen weg und machen <em>erneute Innovationen </em>notwendig, um so in permanenter Beschleunigung und Umwälzung jährlich jenen Überschuß zu erwirtschaften, &#8230;.. Der Preis dieses Prozesses ist die immer wieder neue <em>Zerstörung </em>alter Gewohnheiten, traditioneller Handlungsregeln, wie sie in der Technik, beim Konsum oder in den übrigen Bereichen der menschlichen Kultur erscheinen.“ (K.H. Brodbeck (Kreativität und Unsicherheit,. Zur Synthese von Schumpeter und Keynes, 1996, <a href="http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de/">http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de</a> ).</p>
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		<title>Schulden und Finanzkrise</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 20:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Schulden und Finanzkrise (2. Mai 2009) Zur deutschen politischen Situation: In Kommentaren zur Finanzkrise verengt sich der Blick sehr häufig auf Deutschland. Doch weltweit haben die Staaten dieselben Probleme und Ursachen.. Deutschland stellt sich bei der Lösung im Vergleich z.B. zu den nordischen Staaten besonders dämlich an. Außerdem ist die BRD, sowie China und Japan [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=101&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Schulden und Finanzkrise</strong></p>
<p style="text-align:center;">(2. Mai 2009)</p>
<p style="text-align:justify;">Zur deutschen politischen Situation:</p>
<p style="text-align:justify;">In Kommentaren zur Finanzkrise verengt sich der Blick sehr häufig auf Deutschland. Doch weltweit haben die Staaten dieselben Probleme und Ursachen.. Deutschland stellt sich bei der Lösung im Vergleich z.B. zu den nordischen Staaten besonders dämlich an. Außerdem ist die BRD, sowie China und Japan mit ihren Außenhandelsüberschuss und ihrer Fixierung auf den Export ein Teil des Problems. Der Gegner in diesem Spiel sind die USA. Dazu ein Artikel von dem Schweizer Walter Hirt über Schulden (W.Hirt, Im Würgegriff der Schulden, in Smart Investor 11, 2004<em>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Ein Freund fragt mich: „Das Geld, das heute fehlt, war ja mal da. Kann man davon nichts zurück holen ?“ In der Tat es ist da: Kommentar in der WELT-online von G. Heller am 30.01.09: „<em>Die Kapitalmärkte quellen geradezu über vor Liquidität. Billionen Dollar liegen auf Giro- und Festgeldkonten.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Hintergrund ist die Konzentration von Geldvermögen in wenigen Händen: Im Jahre 2007 betrug das Geldvermögen privater Haushalte 4,6 Billionen Euro in Deutschland, das zu 61% in den Händen von 10% der Haushalte lag. Erweitert man den Personenkreis, so besitzen 40% der Haushalte 96% des Geldvermögens, 60% dagegen nur 4% (Quelle: dt. Inst. F. Wirtschaftsf.). Mit den Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und dem Staat betrug das Geldvermögen 7,9 Billionen Euro (2,8 bzw. 0,5 Bill €).</p>
<p style="text-align:justify;">Dazu H. Creutz in Zeitschrft. F. Humanwirtschaft „..Selbstvermehrung der Geldvermögen“ über <em>Geldvermehrung und Finanzkrise: </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>„Über die Hintergründe unserer derzeitigen Banken- und Wirtschaftskrise, als Folge der Ein­brüche auf den Finanzmärkten, wird fast genau so viel spekuliert, wie vor­her an den Börsen dieser Welt. Als Ur­sachen für diesen Einbruch werden die fragwürdigen Immobilienkredite ebenso angeführt wie die mangelnden staatlichen Regulierungen, die falsche Geld- und Zinspolitik der Notenbanken oder auch die Gier der Menschen. Die tatsächlich auslösende Ursache wurde jedoch bisher so gut wie nie angesprochen: Das seit Jahrzehnten andauernde Überwachstum der Geldvermögen! Dabei resultieren daraus nicht nur die viel beschriebenen aktuellen Exzesse und Hiobsmeldungen unserer Tage, sondern auch die seit Jahr­zehnten diskutierten sozialen und ökologischen Fehlentwicklungen in unseren Volkswirtschaften!</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Dieses Überwachstum der Geld</em><em>vermögen wird bereits deutlich, wenn man die Entwicklung der Geldvermögen in Deutschland mit jener der volks­wirtschaftlichen Leistung vergleicht: Während diese Leistung, das BIP, in inflationsbereinigten Größen von 1950 bis 2005 auf das 8-fache gesteigert wurde, sind die Geldvermögen in der gleichen Zeit auf das 45-fache explodiert! Oder anders ausgedrückt: Lagen die Geldvermögen Anfang der 1950er Jahre noch bei 60% des BIP, haben sie inzwischen die Marke von 320% überschritten! Das heißt: Die Geldvermögen sind heute bereits 3,2mal so groß wie unsere jährliche Wirtschaftsleistung! Diese wuchernden Geldvermögen mussten jedoch, zur Schließung des Geldkreislaufs und Absicherung der Nachfrage, über Kredite in die Wirtschaft zurückgeführt werden. Das bedeutet, dass im Gleichschritt mit den Geldvermögen nicht nur die Verschuldungen angestiegen sind, sondern auch die Zinsströme, die aus der Leistung der Volkswirtschaft laufend bedient werden müssen! Da die Volks­wirtschaften mit diesem Überwachstum jedoch immer weniger mithalten können, sind sie &#8211; aus einfachen mathematischen Gründen &#8211; letztendlich zum Scheitern verurteilt.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Die Schulden der dt. Volkswirtschaft betrugen insgesamt 7,5 Bill. €, die sich zu 74% auf Unternehmen, zu 21% auf den Staat und zu 5% auf die private Haushalte verteilen. (Quelle Dt. Bundesbank 2007, nach 95 wurde anders gezählt, Einzelkaufleute u. Selbstständige zählten zu den Privathaushalten. Nach dieser Zählung verteilen sich die Schulden zu 59% auf die Unternehmen, 20% Privathaushalte, 21% der Staat).</p>
<p style="text-align:justify;">Geredet wird nur von den Staatsschulden!</p>
<p style="text-align:justify;">Fast alle Talkshow – Debatten frönen dabei einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise, wenn es heißt, die Staatsschulden würden zur Belastung zukünftiger Generationen werden. Zukünftige Generationen besitzen auch das Geldvermögen, das diesen Schulden gegenübersteht. Was der nächsten Generation aufgebürdet wird, ist die Aufgabe, dieses Zwillingspaar Schulden/Geldvermögen aufzulösen. Es geht um die Lösung des Verteilungsproblems von gesellschaftlichem Reichtum.</p>
<p style="text-align:justify;">Und noch eins: Wenn der Staat keine Schulden macht, sucht sich das Finanzkapital Schuldner bei den Unternehmen, die die Kosten dafür an die Konsumenten weiterreichen. So oder so, ob über den Preis oder über Steuern landet das Problem bei der Bevölkerung. Die 7,5 Billionen € Schulden/Geldvermögen des Jahres 2007 bleiben bestehen</p>
<p style="text-align:justify;">Dieses Zwillingspaar wird durch die Zinseszinsdynamik ständig vermehrt, da können die Politiker hoch- und runterspringen, es sei denn sie ändern etwas an der Zinseszinsdynamik und der Verteilungsproblematik. Deswegen sind die Staatsschulden den Unternehmerschulden sogar vorzuziehen, wenngleich auch keine Lösung, weil jene die Möglichkeiten bieten, sich die Schuldenkosten über die Steuern bei den Vermögenden zurückzuholen, etwa durch eine Steuer auf Vermögen aus Geld- und Geldderivaten oder durch eine Erbschaftssteuer. Dies ist eine Frage des Funktionierens, eines sich selbstverstärkenden Regelkreises, eines selbstverstärkenden Prozesses der Umverteilung. Ein Techniker hätte hier schon längst versucht, ein Dämpfungsglied in Form einer Rückhaltegebühr in die positive Rückkopplung einzubauen. Insofern ist es eine Gerechtigkeitsfrage<strong>:</strong> der Wille zu diesem Schritt fehlt. Oder ist leitungslose Geldvermehrung – der Zins –ein Naturereignis? Dazu der Artikel von E. Scheunemann „Mythos der Schuldenfalle“.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass das Finanzkapital sich neue Schuldner bei den Unternehmern holt, wird durch folgenden Grafiken anschaulich: sanken die Staatsschulden (1950-1970 und 97 bis 01) stiegen die Unternehmerschulden.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/schuldenentwicklung2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-165" title="Schuldenentwicklung" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/schuldenentwicklung2.jpg" alt="Schuldenentwicklung" width="651" height="683" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p><strong> </strong></p>
<p><img src="/DOCUME%7E1/User/LOCALS%7E1/Temp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:center;">(Nach 95 wurde anders gezählt, Einzelkaufleute u. Selbstständige zählten zu den Privathaushalten, die rote Kurve 97-07  liegt deswegen höher als die 50-98)</p>
<p style="text-align:justify;">Aussichten auf eine Lösung der augenblicklichen Weltwirtschaftkrise bieten die Wirtschaftstheoretiker Schumpeter und Nefiodow, die sich auf den russischen Wirtschaftswissenschaftler, Kommunisten und Verteidiger der Marktwirtschaft beziehen (er bezahlte unter Stalin sein Eintreten für die Marktwirtschaft mit dem Leben). Dazu zwei Artikel: L. Berger : Der 6. Kondratieff u. R. Land : ein neuer Kondratieff&#8230; Die genannten Wirtschaftswissenschaftler haben die ungeheure Innovationskraft des Marktes deutlich gesehen, was die Sozialisten mit ihrer grundsätzlichen und berechtigten Kritik an dem durch den Markt bestimmten Warencharakter jeder menschlichen Tätigkeit verkannt oder übersehen haben. Diese „zerstörerische Destruktivität“ im neutralen Sinne ist nach K.H. Brodbeck (Kreativität und Unsicherheit,. Zur Synthese von Schumpeter und Keynes, 1996) die eigentliche Triebkraft des Kapitalismus, der sich auf die Marktwirtschaft bezieht, die eigentliche Quelle des Profites. &#8230;<em>Die Kreativität wenigstens des europäischen Managements scheint seit vielen Jahren vor allem darin zu bestehen, immer neue Begründungen für die Entlastung von der Kostenseite her zu erfinden. Der »schlanken Produktion« hat sich auch eine allzu schlanke kreative Energie hinzugesellt, und staatliche Subventionspolitik hat die Kostenverwaltung, nicht aber den kreativen Wandel Europas finanziert und unterstützt.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Die Politik täte in der augenblicklichen Weltwirtschaftskrise gut daran, Schumpeter zu folgen, um solche Produkte zu unterstützen, die innovativ sind, die vor allem ein kreatives Potential in Forschung und Ausbildung fördern. Dies fordert einen Rahmen für die Marktwirtschaft (Soziale Marktwirtschaft).</p>
<p style="text-align:justify;">Aber das genügt nicht. Vielen Theoretikern ist gemeinsam, dass sie die Verteilungsfrage der Geldmittel und die damit verbundene Zinseszinsdynamik vernachlässigen. Eine Kapitalkonzentration ist zwar für die Investition wichtig, extreme Verwerfungen aber für die Volkswirtschaft schädlich. Grosse Konzerne und alte Industrien werden zu unbeweglichen Dinosauriern, mehrfache Milliardäre, losgelöst von jeglicher Realität des normalen Lebens zu gierigen Monstern.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hajosli.wordpress.com/101/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hajosli.wordpress.com/101/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=101&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Die Verteilungsfrage</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 21:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Add new tag]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommensverteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismuskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Verteilungsfrage Im Kreislaufmodell der Wirtschaft, bei dem das Geld in die eine Richtung fließt und entgegengesetzt die Güter und Leistungen, gilt, dass die volkswirtschaftlichen Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind. Das heißt, eine Volkswirtschaft ist dann stabil, wenn die Einzelnen der beteiligten Gruppen das wieder ausgeben, was sie einnehmen. Welche Wirkung hat es aber auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=94&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p align="center"><strong>Die Verteilungsfrage</strong></p>
<p>Im Kreislaufmodell der Wirtschaft, bei dem das Geld in die eine Richtung fließt und entgegengesetzt die Güter und Leistungen, gilt, <strong>dass die volkswirtschaftlichen Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind</strong>. Das heißt, eine Volkswirtschaft ist dann stabil, wenn die Einzelnen der beteiligten Gruppen das wieder ausgeben, was sie einnehmen.</p>
<p><strong>Welche Wirkung hat es aber auf die Volkswirtschaft, wenn einzelne Gesellschaftsgruppen mehr Geld einnehmen als sie ausgeben können</strong> oder wollen, indem sie entweder &#8222;sparen&#8220; (man sollte besser von „Einkommensüberschuss erzielen&#8220; sprechen) oder Gewinne machen (Gewinn als positiver Saldo aus Ausgaben, bzw. Kosten und Einnahmen)? Es ist logisch, dass sich dieser Überschuss als Geldvermögen in den Taschen dieser Gesellschaftsgruppen <strong>anhäuft</strong>. Wenn dieses Geld nicht wieder ausgegeben wird, sei es als Konsum oder Investition (eine besondere Konsumart), sondern in die Schweiz verschoben wird oder in Spekulationsblasen verschwindet, fehlt es der Volkswirtschaft. Diesem nicht ausgegebenen Überschuss stehen produzierte Güter, bzw. Leistungen gegenüber, die nicht vom Markt geräumt werden. Unternehmen gehen pleite, die Volkswirtschaft schrumpft.</p>
<p>Das folgende Zahlenbeispiel soll diese Aussagen illustrieren :</p>
<p><em>Hier wird die sog. reiche Gruppe, bei der die Einnahmen größer sind als die Ausgaben und die einen Bevölkerungsanteil von 25%, umfassen soll, in ihren Einnahmen dem großen Rest der Bevölkerung gegenübergestellt werden. Sie soll einen Einnahmeanteil von 40% am BIP haben, hier mit 2000 Mrd. €./Jahr angegeben</em><em> (</em><em>lt. Stat.Bu.Amt hatte 2001 ein Bevölkerungsanteil von 25% einen Anteil von ca. 56,6% am Gesamteinkommen )</em><em>. Beim großen Teil der Bevölkerung sind im Wesentlichen die Ausgaben so groß wie die Einnahmen. Die Ausgaben des kleinen reichen Teils mögen bei <span style="text-decoration:underline;">konstant</span> (!) z.B. 720 Mrd. Euro/Jahr liegen, das sind 36% des <span style="text-decoration:underline;">anfänglichen</span> (!) BIP von 2000 Mrd. €. Der Gewinn würde dann anfänglich bei 4% BIP liegen oder 10% des anfänglichen Einkommens, der voraussetzungsgemäß angehäuft wird. Da die Ausgaben immer auch die zukünftigen Einnahmen sind, schrumpft das BIP im folgenden Jahr, in unserem Beispiel um 80 Mrd. € (4% von 2000). Das BIP schrumpft unter diesen Voraussetzungen solange , bis die Ausgaben der reichen Gruppe gleich deren Einnahmen sind, d.h. bis in unserem Beispiel 720 Mrd. € 40% des dann erreichten BIP ausmachen, also auf 1800 Mrd. €. Der Gewinn ist dann natürlich auf null geschrumpft (Marx: tendenzielle Fall der Profitrate = Keynes: Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals)</em></p>
<p>Das Entscheidende bei diesem Vorgang ist, dass der reiche Teil seine Einnahmen nicht konsumieren kann und Vermögen anhäuft. Verändern lässt sich diese Situation nur, wenn der Überschuss in die Volkswirtschaft fließt. Das geschieht heute über Kredite oder Investitionen, wenn dafür Zinsen bzw. Gewinne winken. Diese verschärfen aber auf die Dauer das Problem. Kredittilgung, Zinsen und Gewinne sind unter diesen Umständen nur möglich, wenn die Volkswirtschaft wächst. Dies bedeutet zwar für junge Volkswirtschaften eine kurzfristige Lösung, aber irgendwann kommt das System an seine Grenzleistungsfähigkeit (bei Keynes „Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals&#8220;, bei Marx „tendenzielle Fall der Profitrate&#8220; genannt), zu beobachten im Vergleich von jungen Volkswirtschaften wie die osteuropäischen und asiatischen und den alten wie die europäischen.</p>
<p>Die Politiker werden unsere Wirtschaftskrise nicht lösen können, wenn sie, wie die neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler diese Überschussproblematik ausblenden und nicht angehen, entweder, dadurch, dass die Entstehung gedämpft bzw. gedeckelt ( s.<a href="http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus"> http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/meudalismus.htm</a> ) oder der Überschuß durch Steuermaßnahmen (nicht nur steuerliche) abgeschöpft wird. Dies würde auch zum Vorteil der reichen Gruppen gereichen. Hauptursache für die Entstehung unserer krassen Einkommen- bzw. Vermögen- Ungleichverteilung ist  die Möglichkeit, durch Besitz knapper Wirtschaftsgüter wie Geld, Boden und Produktionsmittel im großen Stil leistungsloses Einkommen zu erzielen.In einem Artikel von Harald Wozniewski (<a href="http://www.dr-wo.de/">www.dr-wo.de</a> ) steht: „Einsamer Reichtum basiert auf der Verarmung der Bevölkerung &#8211; Gemeinsamer Reichtum auf der Beschränkung der Reichen&#8220;.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Fazit</span></strong></p>
<p align="center"><strong>Unser Wirtschafts- und Geldsystem kann so nicht krisenfest funktionieren</strong>:</p>
<p>Ungleiche Einkommensverteilung können zu wirtschaftlichen Störungen führen. (s. Grafik). Extreme ungleiche Einkommensverhältnisse entstehen vor allem dann, wenn es in der Gesellschaft Möglichkeiten gibt, durch den <strong>bloßen Besitz von knappen, aber für alle notwendigen Gütern leistungsloses Einkommen zu erzielen</strong> (gewinnbringendes Vermögen, s. <a href="http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus/">www.dr-wo.de/schriften/feudalismus/</a>) . In einer modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft sind:</p>
<ul type="disc">
<li>Produktionsmittel      knappe Güter. &#8211; <strong>Ihr Besitz führt zu      Profiten. </strong></li>
<li>Weiterhin      ist der Boden ein knappes, nicht vermehrbares Gut. &#8211; <strong>Sein Besitz führt zur Bodenrente.</strong></li>
<li>Aber      besonders ist Geld ein solches Gut, denn das Geld ist nicht nur bloßes      Tausch- , sondern auch Aufbewahrungsmittel, das durch Hortung      (Verschiebung, Spekulation) dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden kann      und dadurch knapp wird. Dies ist die Liquiditätspräferenz des Geldes, die      dazu führt, dass der Zins nicht unter den Liquiditätswert (erfahrungsgemäß      2%) sinkt. &#8211; <strong>Der Besitz von Geld      führt in unserem Geldsystem zum Zins als leistungsloses Einkommen.</strong></li>
</ul>
<p>Eine langfristig wirksame und nachhaltige <strong>Therapie</strong> kann nur in Maßnahmen liegen, die <strong>verhindern, dass durch den Besitz von knappen gesellschaftlich nötigen Gütern, im großen Stil leistungsloses Einkommen erzielt wird, z.B. durch den Besitz von Geld, Boden, Produktionsmitteln u.a..)</strong></p>
<p><strong>Das kann sein</strong>:</p>
<ul type="disc">
<li>Eine Decklung <strong>gewinnbringender      Vermögen </strong>(s. H. Wozniewski) <strong></strong></li>
<li>eine Besteuerung <strong>liquider Mittel</strong>, durch Einführung      einer Rückhaltegebühr (s. H. Creutz: Das Geldsyndrom; u. <a href="http://www.inwo.de/">www.INWO.de</a>)<strong></strong></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li>eine      Besteuerung der <strong>Kapitalvermögen</strong></li>
<li>eine      Besteuerung von <strong>Kapitalerträgen</strong></li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mechanik der kapitalistischen Krise 2008-10-25</strong></p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/10/bild-mechanik-krise.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-95" title="bild-mechanik-krise" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/10/bild-mechanik-krise.jpg" alt="" width="415" height="282" /></a></p>
<p align="center"><!--[if gte vml 1]&gt; &lt;![endif]--></p>
<p>Die kapitalistische Wirtschaftskrise hat viele Ursachen und Folgen. Ein zentraler Punkt ist die <strong>einseitige Vermögensentwicklung.</strong> Das Schaubild aus „global news 1252 13-10-08, Abb. 03790)&#8220; von J. Jahnke (<a href="http://www.jjahnke.net/">www.jjahnke.net</a>) gibt dies wieder .</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=94&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Abzocker in der 2. Weltwirtschaftskrise</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2008/09/28/die-abzocker-in-der-2-weltwirtschaftskrise/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2008/09/28/die-abzocker-in-der-2-weltwirtschaftskrise/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 20:44:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geldsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Abzocken (aus: G. Moewe, Über Finanzkrisen und Beschleunigung, www.zeitschrift‑humanwirtschaft.de ‑ 02/2008 Als 1995 der 32‑jährige Nick Leeson die älteste, seit sieben Generationen in Familienbesitz befindliche britische Investmentbank, die Barings Bank ruinierte, weil er unbeaufsichtigt 1,2 Mrd. Dollar verzockt hatte, hielt man sowohl das Ereignis als auch die Höhe der Summe für wiederum für einmalig und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=85&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]&gt; Normal   0   21 &lt;![endif]--><!--  --></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Abzocken</strong></p>
<p>(aus: G. Moewe, Über Finanzkrisen und Beschleunigung, www.zeitschrift‑humanwirtschaft.de ‑ 02/2008</p>
<p align="center">
<p>Als 1995 der 32‑jährige Nick Leeson die älteste, seit sieben Generationen in Familienbesitz befindliche britische Investmentbank, die Barings Bank ruinierte, weil er unbeaufsichtigt 1,2 Mrd. Dollar verzockt hatte, hielt man sowohl das Ereignis als auch die Höhe der Summe für wiederum für einmalig und unwiederholbar. Aber auch das war gar nichts gegen das, was noch kommen sollte: Mitte Januar 2008 verzockte ein 31‑jähriger Mitarbeiter namens Jerome Kerviel bei der zweitgrößten französischen Bank, der Societé Général, sogar fast 5 Mrd. Euro. Er hatte ein Jahr lang angeblich unkontrolliert mit 40 bis 50 Mrd. Euro jonglieren dürfen. Prolongiert man diese Entwicklung und würde es keinen crash geben, dann würde man irgendwann 14‑jährige mit einer Billion herumspielen lassen, weil sie noch unter das Jugendstrafrecht fallen. &#8222;Eine Ära geht zu Ende&#8220;, sagt selbst George Soros. Endzeitstimmung.</p>
<p>Die entscheidende Frage dabei ist immer, wo diese Milliarden letztendlich landen. Darüber schweigen sich die Medien beharrlich aus. Sie landen natürlich bei den Wettgewinnern. Und das sind bestimmt nicht die bürgenden Staaten. Sie landen auf den privaten Konten von Leuten, die noch Geld zum Verwetten haben. Das legt den Verdacht nahe: Bankenskandale sind längst keine Naturereignisse oder Unfälle mehr, sondern augenzwinkernd geduldete Umver­teilungsaktionen von erarbeitetem Geld auf die Privatkonten von nicht arbeitenden Zockern. Der Bevölkerung wird dann weiszumachen versucht, das Geld sei &#8222;verbrannt <sup>2)</sup>. Im Auf­macher der Süddeutschen Zeitung vom 30.1.08 spricht der Weltökonom Nikolaus Piper von &#8222;fehlgeschlagenen Spekulationsgeschäften&#8220;. Irrtum! Wenn ich faule Kredite in getarnten Papieren verstecke und die anderen andrehe, dann sind solche Geschäfte aus der Sicht der Täter jedenfalls nicht „fehlgeschlagen&#8220;, sondern gelungen. Und wenn ich 5 Mrd. Euro auf die Privatkonten von Zockern verteile, ist auch das aus deren Sicht wohl kaum &#8222;fehlgeschlagen&#8220;, sondern allenfalls aus der Sicht der geneppten Bevölkerung. Und aus der Sicht jener Tausende, die dann zwecks &#8222;Sanierung&#8220; mit ihren Familien in das Schicksal der Arbeitslosigkeit entlassen werden.</p>
<p><sup>2)</sup></p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">G</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong> eldverbrennung:</strong><strong> </strong>„Bei Kursstürzen verbrennt Geld&#8220;. Eine nicht auszurottende Unwahrheit. Mit Ausnahme der so ge­nannten Erstemission ist aller Aktienhandel ein reines Wett­geschehen, ein volkswirtschaftliches Nullsummenspiel. Alles Geld, was von irgendjemandem gewonnen wird, wird von je­mand anderem verloren. Das Produkt aus Aktien und Kursen ist ein fiktiver Wert, der niemals als Ganzes realisiert werden kann. Bei steigenden Kursen bezahlen die Spätkäufer den Ge­winn der Frühkäufer. Bei fallenden Kursen die Spätverkäufer den der Frühverkäufer. Das gilt auch für den Fall von Manipula­tionen, Gerüchten, Crashs und Schwarzen Freitagen. Meist be­zahlen am Ende viele Kleinanleger, was wenige Großaktionäre vorher abgesahnt haben. Auch das Geld dieser Verlierer ist je­doch nicht verbrannt, sondern auf den Konten der Gewinner. Wie alle leistungslose Kapitalvermehrung ist auch die Aktien­spekulation ein Mittel, um sich Teile der realen, durch Arbeit erzielten Wertschöpfung anzueignen. Und wie alle leistungs­lose Kapitalvermehrung trägt auch sie zur ständig steigenden sozialen Ungleichverteilung bei. Das Gerede von der „Geldver­brennung&#8220; soll diesen Aneignungsvorgang in eine unvermeid­bare Katastrophe umlügen.</p>
<p align="center"><strong>global news 1227 19-09-08: Und wieder einmal: Verstaatlichung der Verluste, diesmal gigantisch<br />
</strong><a href="http://www.jjahnke.net/index.html">jjahnke.net</a><strong></strong></p>
<p>Die Banken haben in den letzten Jahren enorme Gewinne eingefahren und damit Reiche noch reicher gemacht. Der Aktienindex der US Financials ist immerhin seit 2004 bis zum Ausbruch der Krise um 43 % gestiegen. Der Anteil der Gewinne der amerikanischen Finanzindustrie an allen amerikanischen Unternehmensgewinnen stieg von 5 % Ende der 80er Jahre auf 40 % im vergangenen Jahr (Abb. 03703). Die Gewinnmarge am Umsatz nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern schoß auf 50 % hoch, während es sonst bei den amerikanischen Unternehmen nur ca. 27 % waren (Abb. 03704). Der Gewinn pro Aktie stieg auf 80 % über Durchschnitt aller Aktien (Abb. 03705).</p>
<p>Und nun will die amerikanische Regierung zu Lasten der Steuerzahler den wankenden Banken über minderwertige Papiere Schulden von 800 Milliarden Dollar abnehmen und in einen staatlichen Fund überführen, eine eindeutige Form von Verstaatlichung der Verluste. Außerdem soll ein separater 400 Milliarden Dollar Fund bei der Federal Deposit Insurance Corp. angelegt werden, um Investoren in Geldmarktfunds zu versichern. Die Wall Street reagierte begeistert, denn nun werden die Aktien wieder hochziehen können und wieder werden Reiche noch reicher werden. Es wäre der umfassendste derartige Staatseingriff seit der Depression oder in den Worten des Wall Street Journal &#8222;der größte Umbau des US-Finanzsystems seit den dreißiger Jahren&#8220;. Robert Preston von BBC nennt es &#8222;the mother of all bailouts&#8220;. Seiner Meinung nach wird es am Ende mehr als 1 Billion Dollar kosten und sich zu den bisherigen öffentlichen Leistungen von 300 Mrd Dollar addieren. Es wird auch die öffentlichen Finanzen der USA schwächen und den Dollar unterminieren.</p>
<p>Preston erwartet, daß die USA versuchen werden, die Lasten auf den Rest der Welt abzudrücken. Das können sie, solange der Dollar die Hauptreservewãhrung ist, notfalls &#8211; wie bei der Finanzierung von Kriegen &#8211; mit der Dollarpresse und der Verteilung der daraus resultierenden Inflation. In jedem Fall werden europäische Banken ähnliche Hilfestellungen erwarten, zumal etwa die Hälfte der faulen amerikanischen Hypothekenpapiere bei europäischen Banken gelandet sind. Warum nicht gleich auch die Verluste der europäischen Finanzindustrie verstaatlichen? Vieles in diese Richtung ist ohnehin schon geschehen, siehe IKB in Deutschland. Wird Steinbrück nun im kommenden Krisengespräch den deutschen Banken und ihren Aktionären ähnliche Wohltaten versprechen (und vielleicht zum Ausgleich die MWSt noch einmal anheben)?</p>
<p>Die Spekulanten sind auch in Deutschland heute massiv in Bankaktien eingestiegen, um die Gewinne zu Lasten der Steuerzahler in USA und am Ende wahrscheinlich auch in Deutschland voll mitzunehmen. Sie handelten heute für 1,5 Mrd Euro Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank, die daraufhin einen Sprung um 18 % bzw. 17 % nach oben machten (Abb. 03752), der Dax stieg um 5,4 % (Abb. 03717). Das Mindeste, was man von den Regierungen als Kompensation für den Steuerzahler erwarten würde, wäre eine massive Sondersteuer auf alle Kursgewinne bei Bankaktien. Aber natürlich wird es das im neoliberalen Kapitalismus nicht geben. Was man alternativ hätte erwarten müssen, wäre eine Teilverstaatlichung der Banken gewesen, so daß die Regierungen nach entsprechenden Kursgewinnen die Aktien zu Gunsten der Steuerzahler hätten wieder verkaufen können. Aber auch das wird natürlich nicht kommen.</p>
<p>Was man vor allem erwarten müßte, ist eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die die immer ungerechtere Einkommensverteilung wirksam bremst und zurückdreht. Andererenfalls haben die Reichen immer genug freies Kapital, um weiterzuspekulieren und sich notfalls vom Steuerzahler entschädigen zu lassen. Wann wird das endlich begriffen?</p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>global news 1229 21-09-08: Finanzielles Armageddon<br />
</strong><a href="http://www.jjahnke.net/index.html">jjahnke.net</a></p>
<p>So ähnlich sieht der finanzielle Untergang der Finanzwelt, die wir kennen, aus: Keine Bank traut mehr der anderen. Für Kredite untereinander werden erhorbitant prohibitive Zinsen verlangt. In USA für 3-Monate Libor heute 3,25 % oder 1,25 Punkte über dem Refinanzierungszins der Fed (Abb. 03764) , in Europa 5,005 % für 3-Monate Euribor oder mehr als 0,75 Punkte über dem Refinanzierungszins der EZB (Abb. 03718). Solche Zinsen verhindern fast jedes Kreditgeschäft unter Banken. Gleichzeitig steigt in Europa der Aufschlag für die Versicherung gegen Ausfälle von Junkbonds der Unternehmen auf über 6 % (Abb. 03636), in USA sogar auf über 8 %.</p>
<p>Der Zins für 30-Tage Papiere (außerhalb des Finanzsektor) springt in USA auf mehr als 6 % von 3 % nur eine Woche vorher (Abb. 03761). Gleichzeitig stürzt die Ausgabe neuer Papiere ab (Abb. 03762, 03763). Sie sind das Lebensblut der Wirtschaft. Wenn nichts passiert, taumeln nicht nur einige Banken ins Nichts, sondern die Unternehmensfinanzierung kommt ins Stocken und damit der gesamte Wirtschaftskreislauf.</p>
<p>Dies muß man sich vergegenwärtigen, wenn man über die unverantwortlich neoliberale Globalisierung der Finanzmärkte und die Billionen-Dollar-Notaktion der US Regierung nachdenkt.</p>
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		<title>Paradigma der Naturwissenschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 20:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Paradigma der Naturwissenschaften (Das Denkmodell der Naturwissenschaften, Referat) Ich möchte im Folgenden die Vorstellungen referieren, mit denen der Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, K.H. Brodbeck in seinen Schriften und Büchern die Naturwissenschaften charakterisierte (dazu die Literaturliste). Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Auffassung, dass Menschen sich in ihrem Denken und Handeln von Modellen leiten lassen. Dadurch entsteht für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&amp;blog=1700621&amp;post=78&amp;subd=hajosli&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]&gt; Normal   0   21 &lt;![endif]--><!--  --></p>
<h1 style="text-align:center;"><strong>Paradigma der Naturwissenschaften</strong></h1>
<p align="center">(Das Denkmodell der Naturwissenschaften, Referat)</p>
<p>Ich möchte im Folgenden die Vorstellungen referieren, mit denen der Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, K.H. Brodbeck in seinen Schriften und Büchern die Naturwissenschaften charakterisierte (dazu die Literaturliste).</p>
<p><strong>Ausgangspunkt seiner Überlegungen</strong> ist die Auffassung, dass Menschen sich in ihrem Denken und Handeln von Modellen leiten lassen. Dadurch entsteht für sie eine Welt, wie sie sie sehen &#8211; eine Weltsicht. Er entwickelt das Konzept von der gegenseitigen Abhängigkeit von Denkmodellen und Handlungen. Denkmodelle sind für ihn zunächst erinnerte Handlungsprogramme. „<em>Wir halten an Handlungsprogramme fest, weil sie einmal erfolgrein waren</em>&#8220; (s. 2, S. 106) ). Sie werden dann zu Denkgewohnheiten. Ob etwas als Erfolg angesehen wird, hängt wieder von unseren Erfahrungen ab, eingebettet in eine Vielzahl von Denkgewohnheiten. Denkmodelle haben also eine Geschichte und beziehen ihre Quellen aus dem sozialem Umfeld. Sie können „<em>zur Welt des objektiven Geistes, der Paradigma</em>&#8220; (s.1. S. 123) werden. In diesem Sinn hat auch T.S. Kuhn (Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 1977) den Begriff Paradigma eingeführt.</p>
<h3>Handlung, Handlungsprogramm, Denkmodell</h3>
<p>„<em>Bei einer Handlung verwirklicht jemand etwas in einer bestimmten Absicht</em>&#8220; (s.1. S. 85). Diese Absicht wird Handlungsprogramm genannt. Die Absichtsausführung ist dann die Funktion der Handlung („<em>Was ein Handlungsträge faktisch als Handlung vollbringt, erfüllt einen bestimmten Zweck&#8220;</em>, s.1. S. 86). Ausgelöst wird diese Verknüpfung von Handlungsprogramm und -funktion durch eine Wahrnehmung. Es ergibt sich also eine Folge von: Wahrnehmung (Signal) ® Programm ® Funktion, die sehr mechanisch anmutet. Unterschieden vom bloßem Verhalten oder von maschinellen Vorgängen wird diese durch die Beeinflussung und ihre Abhängigkeit von Bewusstsein- Entscheidung- Kreativmöglichkeiten &#8211; kurz durch die Freiheit des Menschen.</p>
<p>„<em>Ich nenne deshalb allgemeine sequenzielle Muster, die Handlungen lenken, Handlungsprogramme.</em>&#8220; (s.7, S. 9) Körperliche Abläufe können solche Handlungsprogramme sein, aber auch Denkprozesse. Diese sind sprachlich vermittelt, etwa bei alltägliche Handlungen z.B. durch den folgenden Dialog: „Ich werde um 14 Uhr zum Mittagessen gehen&#8220;. Sprachliche Vermittlung heißt, sie haben sowohl individuelle, als auch soziale, gesellschaftliche Bedeutung. Sollen sie funktionieren müssen sie oft zu Gewohnheiten, zu Denkgewohnheiten werden, z.B. die Handlungsabläufe beim Autofahren. Als Gewohnheiten besitzen sie einen maschinellen, automatischen Charakter.</p>
<p>„<em>Man kann das Gehirn, wie das Gerald Edelman vorgeschlagen hat, auch so beschreiben, dass es im Bruchteil von Sekunden unentwegt Handlungsprogramme entwirft, die dann &#8211; das sind die Denkprozesse &#8211; auf die sinnliche Wahrnehmung projizieren und jene Muster ausgewählt werden, die „passen&#8220;.&#8220;</em> (s.7. S. 10).</p>
<p>Die zur Gewohnheit gewordenen Denkmodelle bilden den Rahmen, in dem gedacht wird und werden so zur Metaphysik. „<em>Metaphysik wird also verstanden als ein allgemeiner Denkrahmen, in dem zwar gedacht wird, der aber als dieser Rahmen selbst in der Wissenschaft nicht explizit ist.</em>&#8220; (s.5, S.3)</p>
<h3>In welchem Rahmen denken Naturwissenschaftler?</h3>
<p>Kennzeichnend für sie ist die Unterscheidung von Subjekt und Objekt. Der Naturwissenschaftler als Subjekt steht seinem Gegenstand „Natur&#8220; gegenüber, dass er sinnlich bzw. mit seinen Messinstrument erfasst. In dieser Unterscheidung folgt er dem Denkmodell des Handwerkers, das bestimmend für das Denken in der Antike war: „<em>Wir sahen, dass Platon und Aristoteles immer wieder im Denkmodell des Handwerkers dachten. &#8230;&#8230;.Die abendländische Philosophie und Wissenschaft ist ein Abkömmling dieser Grundlegung.&#8220; </em>(s.1; S. 215)</p>
<p>Brodbeck stellt die Frage, was man bei einem Handwerker in seinem Tun zu beobachten ist.</p>
<p>Wenn eine Handwerker einen Stuhl herstellen will, benötigt er</p>
<p>1.      eine Vorstellung, eine Idee, wie der Stuhl aussehen soll,</p>
<p>2.      das Holz als Material,</p>
<p>3.      Werkzeuge und sein Können, um seine Vorstellung vom Stuhl zu verwirklichen, bis schließlich als</p>
<p>4.      Ziel der Stuhl als Zweck seiner Handlung entsteht.</p>
<p>In der Abfolge dieser vier Punkte zwingt (Pkt. 3) der Handwerker als Subjekt dem Holz (Natur) als Objekt (Pkt. 2) die vorgestellte Form (Pkt. 1) auf, so dass schließlich der Stuhl entsteht (Pkt. 4). Diese 4 Punkte entsprechen der Verallgemeinerung von den vier Verursachungen, mit der Aristoteles als Denkmodell die Welt erklärt: „<em>Das Denkmodell der vierfachen Verursachung </em>hat<em> unmittelbar an dieser handwerklichen Tätigkeit </em>Sinn<em>. Aristoteles formuliert es jedoch </em>allgemein, <em>macht es also überhaupt dadurch zu einem Denkmodell, und er </em>überträgt <em>es auf andere Sachverhalte, worin dieses Denkmodell dann als Metaphysik </em>Sinn erzeugt <em>„.(</em>s. 4, S. 8 ).</p>
<p>Wie der Handwerker steht der Naturwissenschaftler der „Natur&#8220; gegenüber. Im Prozess der Entwicklung der Naturwissenschaft reduziert er sich im Gegensatz zu diesem in seinem Denkmodell auf die Wirkung von Handlungen (Pkt. 3), indem er die Vorstellung einer allgemeinen Kraft entwickelt, fassbar in abstrakten Zahlen, die die Erscheinungen der Natur beherrschen, bis hin zu dem Bemühen, eine Weltformel zu finden, die als letzte Ursache diese bewirkt.</p>
<p>Wie kam es dazu?</p>
<h3><strong>Vom Handwerksmodell zum Denkmodell des Kaufmanns</strong></h3>
<p>Für Brodbeck war ein wichtiges Resultat des mittelalterlichen Aristotelismus „<em>die</em> einheitliche <em>Struktur, mit der die menschliche Gesellschaft und die Natur beschrieben wurden.&#8220;</em> (s.4. S. 11).Die Beschreibung dieser Natur war von dem Nutzen bestimmt, die sie für den Menschen hatte. Daran hat sich auch heute wenig geändert. Dennoch, sie wurde durch ein anderes Denkmodell &#8211; eine andere Betrachtung &#8211; überlagert.:</p>
<p>„Im historischen Sinn können wir dies durch das Vordringen einer neuen sozialen Struktur beschreiben: durch die von den Kaufleuten getragene Vermehrung des Geldes im Zins. Ihr liegt ein besonderer Handlungstypus zugrunde, der das einfache Handlungsmodell des Handwerkers als Denkform vielfach überlagert und modifiziert.&#8220; (s.4. S. 11)</p>
<p>Während beim Handeln des Handwerkers sowohl bei der Entstehung seiner Idee, als auch bei der Verwirklichung zum Produkt der soziale Aspekt eine entscheidende Rolle spielt, weil der Prozess der vielen handwerklichen Tätigkeiten ohne einen gesellschaftliche Austausch nicht möglich ist: die Ideen fallen nicht vom Himmel, Werkzeuge müssen hergestellt werde, Kenntnisse erworben und schließlich: muss das Produkt gegen ein anderes getauscht werden, um davon zu leben. „<em>Dieser Zusammenhang geht&#8230;..verloren; der Zweck erscheint hier als Hypostasierung, die zur bestimmenden Ursache wird. Der Prozeß der Vermittlung der vielen handwerklich Tätigen ist der Austausch. Und dieser Austauschprozeß findet im Kaufmann eine funktionale und personale Besonderung. Der Tausch ist ein Anderes als das Abarbeiten an Naturdingen im Handwerk. Aus dem Austausch erwächst das kaufmännische Gewinnstreben, die Maximierung des Zinses; eine den Tauschprozeß parasitär überlagernde, neuartige Funktion des Handelns,&#8230;</em> <em>Die zugehörige Denkform ist die reine Quantität, die alle anderen besonderen Maße regiert; Natur und menschliche Arbeit erscheinen als bloßer Widerstand gegen das Bestreben dieser unendlichen Geldvermehrung&#8230;..&#8220; </em>(s.4, S 11.). In der Geldvermehrung, die von der Zinseszinsformel bestimmte wird, erscheint die Zeit und die Zahl als allgemeines Mass.</p>
<p><em> </em></p>
<p>Die Entwicklung der Wirtschaft und die Entwicklung der Naturwissenschaft laufen parallel und bedingen sich einander. Das wird besonders sichtbar bei dem Begriff der Arbeit, der im 19 Jahrhundert unter dem Eindruck der Konstruktion von Dampfmaschinen entstand.</p>
<p><em>„Sieht sich der Handwerker in seinem je spezifischen Tun einem ebenso spezifischen Naturwiderstand gegenüber, so interessiert die Kaufmannsseele nur der allgemeine Widerstand, der sich dem ebenso allgemeinen Maß des Geldes und seiner Vermehrung widersetzt. Handwerkliches Tun ist in sich vielfältiges Handeln. Zwecke, Materialien und die Tätigkeitsarten unterscheiden sich. Die kaufmännische Subsumtion dieser vielen Tätigkeiten unter einen übergeordneten und abstrakten Zweck reduziert die Vielfalt der Handlungen auf eine einzige: Eine allgemeine Kraft (Arbeit), die wertvolle Güter hervorbringt, und dies in minimaler Zeit. Das Streben nach Maximierung einer reinen Quantität findet in der Mechanik seinen vollkommenen Niederschlag. &#8230;. </em><em>Während die Nationalökonomie den Begriff der allgemeinen, abstrakten oder einfachen Arbeit formuliert, entwickelt die Naturwissenschaft parallel dazu den Begriff einer allgemeinen Naturkraft „Arbeit&#8220;.</em><em>&#8220; </em><em>(s.4, S. 12.). </em></p>
<p>Aber auch die stärksten Kritiker der Nationalökonomie bleiben dieser auf die Mechanik reduzierten Sichtweise verhaftet. <em>„</em><em>Während </em><em>Karl Marx in der Tradition der klassischen Ökonomie die Frage nach der Erhaltung einer Wertsubstanz </em><em>stellt und die neoklassischen Ökonomen eine Erhaltung der Kapitalsubstanz für ihre Behauptung einer „Produktivkraft des Kapitals&#8220; postulieren, formuliert die Physik den Erhaltungssatz der Energie.&#8220;</em><em> </em><em>(s.4, S. 12.)</em></p>
<p>Anmerkung zu Marx</p>
<p><strong> </strong></p>
<h3>Kritik</h3>
<p>In seiner Kritik betrachtet K.H. Brodbeck zunächst das Handlungsprogramm (1) des Naturwissenschaftlers und danach die Folgen (2) die sich daraus ergeben.</p>
<p><strong>1. Kritik am Handlungsprogramm</strong></p>
<p>Das Experiment hat für dieses Handlungsprogramm eine zentrale Bedeutung. Wie der Handwerker hat der Naturwissenschaftler am Anfang seiner Handlung eine Idee &#8211; eine Hypothese. Dann stellt er durch Eingriffe bei dem als Gegenüber empfundenen Naturgegenstand eine experimentelle Situation ein, um das vorgestellte Ziel zu erreichen. Insofern stellt jedes Experiment eine Reduktion, eine Abstraktion auf eine einmalige Situation dar:</p>
<p>„<em>Bei </em><em>einem Experiment sind mehrere Dinge vorausgesetzt: </em><em>Erstens </em><em>muß man </em><em>wissen, </em><em>was </em><em>gemessen werden </em><em>soll&#8230;&#8230;.. Man kann nur messen, wenn man weiß, was gemessen werden soll. &#8230;&#8230;.Zweitens bezieht sich das eigentliche Experiment auf nur wenige Aspekte der Experimentalsituation. Es ist unwichtig, ob die Ablesung des Meßgeräts von einer, die Auswertung des Protokolls von einer anderen Person vorgenommen wird, &#8230;&#8230;. Es kommt also wesentlich nur auf die Ablesungen der jeweiligen Meßgeräte an, die zur untersuchten Theorie in Beziehung gesetzt werden. Um als brauchbares empirisches Resultat zu gelten, muß drittens auch die Bedingung erfüllt sein, daß andere Forscher in anderen Situationen, aber mit vergleichbaren Meßgrößen, dieselben Ergebnisse &#8211; im Rahmen von Fehlertoleranzen &#8211; reproduzieren können&#8230;.Die abgelesenen Messwerte müssen intersituatiov vergleichbar sein&#8220; </em>(s. 1, S. 148)</p>
<p>Die Geltung der Naturgesetze bezieht sich also auf diese besondere experimentelle Situation, in der störende Einflüsse fern gehalten werden, so dass zwischen zwei Messwerten ein mathematisch beschreibbarer Zusammenhang herstellbar ist.  Diese besondere Situation wird von dem Experimentator hergestellt. Es charakterisiert die naturwissenschaftliche Vorgehensweise &#8211; ihr Handlungsprogramm &#8211; diesen Experimentator nicht in Ihrem Modell zu berücksichtigen. Da aber irgendjemand die Werte ablesen muss, kommt die Quantenphysik als moderne Naturwissenschaft sehr wohl dazu, dass es hier einen Zusammenhang geben muss. Da in ihren Theorien der Experimentator und seine Messgeräte wegen dieser Haltung der Natur gegenüber nicht als mathematischen „<em>Term in einem Kalkül&#8220;</em> vorkommen können, muss sie notwendig zu der Aussage kommen, dass Beobachtetes und Beobachter nicht von einander zu trennen sind:</p>
<p>„<em>Die Quantenphysik &#8230;. beweist, dass eine Beschreibung der physikalischen Wirklichkeit, die vollständig unabhängig von den Mitteln wäre, mit denen wir sie beobachten, strenggenommen unmöglich ist</em>&#8220; (zitiert n. Brodbeck, s.1, S 150: L. de Broglie, Licht und Materie aaO., S. 241)</p>
<p>Der Hinweis auf die Quantenphysik bezieht sich vor allem auf die Diskussion der sog. Heisenberg&#8217;schen Unschärferelation, nach der bestimmte atomare Größen nicht gleichzeitig genau definiert gemessen werden können, also atomare Größen je nach Versuchsbedingungen in der einen oder anderen Form erscheinen.</p>
<p>Aber noch eine weitere Abstrahierung findet im Modell der Naturwissenschaft statt. Die Berechenbarkeit der in bestimmten Situationen auftretende naturwissenschaftliche Vorgänge ist nur möglich, wenn man sie auf einen Wirkung &#8211; Ursachen- Zusammenhang reduziert, während  alle anderen Bestimmungen ausgeblendet werden. Dahinter steht das mechanische Denkmodell des Kaufmanns des Strebens nach Maximierung einer reinen Quantität. Dazu Brodbeck:</p>
<p>„<em>Die Wirkung soll durch die Ursache erzeugt werden, die Wirkung gibt es nur, wenn es die Ursache gibt. Wenn nun die Ursache früher ist als die Wirkung, so bleibt unklar, wie es die Ursache schafft, die Zeit zu überbrücken, bis die Wirkung tatsächlich eintritt.&#8220; Ist aber die Ursache gleichzeitig mit der Wirkung gegeben, so ist sie nicht von der Wirkung unterschieden. Aus diesem Grund ist die Vorstellung von Ursache und Wirkung nur etwas, das wir als.Beschreibung für Erscheinungen verwenden, ohne für die Erscheinungen selbst bestimmend zu sein.</em>&#8220; (s.1. S. 157)</p>
<p>Die Beschränkung der zu beobachtenden Naturvorgänge auf ein Wirkung-Ursachen-Verhältnis führt zur Konstruktion von Maschinen. Vorbild ist dafür die Uhr. In der Uhrentechnologie verwirklicht sich die als „<em>Gegenstand gewordene Herrschaft der Zahl über die Bewegung&#8220;. </em>Endpunkt dieser Entwicklung ist die Suche nach einer allgemeingültigen Weltformel oder dem letzten Teilchen, auf dem alles aufbaut.</p>
<p><em>„Was als Beherrschung des Handelns durch eine Metahandlung, die alles an einem Maß mißt (dem Geld), seine soziale Prozeßstruktur besitzt, findet seine letzte metaphysische Konsequenz in einem Naturbegriff, der alle Naturgesetze als Geometrie </em><em>eines gekrümmten Raumes entfaltet: in Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, in der Reduktion auf eine quantitative Struktur</em>&#8220; (s. 4, S. 13)</p>
<p>Beschränkt (reduziert) auf diesen Handlungszweck, nur solche Erscheinungen als Gegenstand der Wissenschaft zu akzeptieren, die messbar, berechenbar sind, ist die Naturwissenschaft in der westlichen Zivilisation sehr erfolgreich gewesen. Sie begründet damit deren materiellen Wohlstand. Sie wurde zum allseits beherrschenden Denkmodell. Trotz dieses Erfolges vermag die Naturwissenschaft auf alle menschlich relevanten Fragen keine Antworten (Liebe, Schönheit, Trauer, Verlust) zu geben. Die meisten den Menschen besonders betreffenden Fragestellungen sind so nicht erfassbar.</p>
<p>Darüber hinaus ist die Natur als Ganzes zahlenmäßig nicht erfassbar.</p>
<p>Die Argumente dafür liefert die Naturwissenschaft selbst. In vielen Bereichen der Naturwissenschaft muss zur Erklärung von Naturvorgängen ihre Beschränkung auf die zahlenmäßige Erfassung aufgegeben werden.</p>
<ul type="disc">
<li>In      der Chemie räumen die Vorstellungen über die Arbeitsweise von      Katalysatoren der Form eine große Bedeutung ein.</li>
<li>In      der Chaostheorie bedeutet der Flügelschlag eines Schmetterlings große      Veränderung in weit entfernten Systemen.</li>
<li>In      der Quantenphysik kann man <em>zwar „messen, es ist aber &gt;&gt;unmöglich,      anzugeben, was mit dem System zwischen Anfangsbeobachtung und der nächsten      Messung geschieht&lt;&lt; (nach Brodbeck, s.1, S.160: W. Heisenberg,      Physik und Philosohie, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1973, S.30)</em></li>
</ul>
<p><em> </em></p>
<p><em>Die Natur besteht nicht aus Zahlen, Wahrscheinlichkeitsverteilungen, Differentialgleichungen oder Tensoren. Die Natur ist nicht »zahlenförmig«, wie Pythagoras, Platon und ihm nachfolgend viele Naturwissenschaftler behauptet haben, aber sie kann unter Umständen quantitativ beschrieben werden. »Der ganzen modernen Weltanschauung liegt die Täuschung zugrunde, daß die sogenannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien.« </em>(L. Wittgenstein, Schriften 1, Frankfurt/M. 1980, S. 79., nach Brodbeck, s.1. S. 146).</p>
<p>Von der modernen Physik, über die Psychologie, Psychoanalyse, Neurophysiologie bis hin zur Wirtschaftswissenschaft (und da besonders) unterliegen Wissenschaftler dieser Täuschung des mechanistischen Denkmodells, einen Teilaspekt als das Ganze zu behandeln.</p>
<p>Nach Brodbeck gilt: <em>Auch wenn wir den Farbwerten jeweils eine bestimmte Frequenz des Lichtes zuordnen können, so ist die Farbe doch nicht diese Frequenz. Es ist nicht schwer, die Magnetisierung von magnetischen Teilen zu messen, die in einen Kunststoff eingegossen sind. Man kann diesem Magnetisierungs­muster auch ein Frequenzbild zuordnen und es messen. Dennoch ist die erklingende Sinfonie etwas ganz anderes, wenn man das Tonband auf einem Recorder abspielt</em>. (s.1. S. 54). (s. dazu im Anhang E. Schrödinger, Geist und Materie)</p>
<p>Das gilt für den Menschen, aber auch für die Naturwissenschaft:</p>
<p>Die Subjekt-Objekt-Relation erweist sich als Illusion. Es gibt ohne Beobachtung der Natur (mittels eines Messinstruments) überhaupt nicht so etwas wie eine Entität »Natur«. Zweitens lässt sich nicht sagen, was der Ort der Materieteile ist. Die Natur ist im Raum nicht spezifisch lokalisiert als Gegenüber eines Beobachters an einem anderen Punkt im Raum. Teilchen sind mehr oder weniger auf den gesamten Raum verteilt. Doch diese Verteilung ist nun nicht ihrerseits als Feld eine objektive Tatsache, sondern sie ändert sich mit ihrer Beobachtung, mit ihrer Messung. Die »Antworten« der Natur sind widersprüchlich: Stellt man eine Teilchenfrage oder eine Frage nach dem genauen Ort eines Teilchens, so erhält man zwar eine Antwort, doch um den Preis, dass andere Eigenschaften der Teilchen unbestimmt werden; dasselbe gilt für eine »Wellenfrage« (z.B. durch die Messung von Interferenzmustern).(s. 8, S. 7)</p>
<p>(s. Anmerkung zur buddistischen Logik)</p>
<p>Warum ist die Naturwissenschaft trotz des Mangels, wesentliche Aspekte des menschlichen Lebens unbeantwortet zu lassen, dennoch in unsere Gesellschaft so erfolgreich?</p>
<ol type="1">
<li>Die erste Antwort ist      formaler Art. Sie befriedigt das dringende Bedürfnis der Menschen und auch      die Notwendigkeit, die Folgen von Handlungen vorherzusagen.</li>
<li>Es gibt aber einen tiefer      liegenden Grund. Die Naturwissenschaft ist sehr eng mit der      wirtschaftlichen Entwicklung verbunden und umgekehrt.</li>
</ol>
<p>„<em>Schon die verwendeten zentralen Kategorien der Naturwissenschaft sind Kategorien des Wirtschaftens und Produzierens. &#8230;&#8230;.</em>(s.1. S. 137)<em> Die Experimentalsituation ist nichts </em><em>anderes als ein Produktionsprozess. </em><em>Daß Stahl diese oder jene Eigenschaft, ein </em><em>Transistor eine andere, chemische Substanzen wieder andere Eigen</em><em>schaften besitzen, die durch Naturgesetze beschrieben werden können, </em><em>das heißt, es gibt berechenbare </em><em>Aspekte </em><em>der Produktionsprozesse, in denen </em><em>die Experimentalsituation wiederholt werden kann&#8230;&#8230;.</em><em> Wir haben auch gesehen, daß ein Produktionsprozess nichts anderes ist als eine Experimentalsituation, die ökonomisch so umstrukturiert wird, daß die darin geltenden Naturgesetze nicht nur ein­fach gelten, sondern dabei der ökonomisch relevante Aufwand minimiert wird.     Die Geltung der Naturgesetze, ihre theoretische Ab­straktion, beruht auf einer praktischen Abstraktion der Produktionsprozesse bzw. der technischen Geräte, die zwischen sich und ihrer Umgebung eine Trennung, eine Grenze, ein Gehäuse oder Gebäude benötigen. Um die theoretische Abstraktion zur Geltung zu bringen, bedarf es einer prakti­schen Abstraktion, die die Dinge ihres natürlichen Zusammenhanges entreißt und erst dann jene Nutzung erlaubt, die naturwissenschaftlich berechenbar antizipiert ist</em>.&#8220;(s.1. S. 151)</p>
<p>Diese Abstraktion gelingt nur mit Gewalt: „<em>Was das Experiment unaufhörlich versucht, nämlich einzelne dynamische Strukturen der Natur zu isolieren, gelingt nur durch eine Gewalt, die man der Natur antut, die Gewalt einer Abstraktion. Experimentieren heißt, etwas von seiner Ganzheit zu trennen. Und die Umkehrung des Experiments (eine Umkehrung der Intention) ist die ökonomische Produktion: Produktion und Experiment sind strukturell identisch, intentional jedoch verschieden. Diese aktive Abstraktion, die in der zur Ökonomie gehörigen Technik unaufhörlich produziert wird, zeigt sich heute als Störung der natürlichen Ganzheit, der Ökologie.</em><em>&#8220; </em>(s. 4, S. 17)</p>
<p>In seinem Buch &#8211; bisher ausführlich zitiert &#8211; spricht K.H. Brodbeck vom „Krieg gegen die Natur&#8220; und schildert beeindruckend den Hintergrund dazu.</p>
<p><strong>2. Die Folgen</strong></p>
<p>Schon das Denkmodell des Handwerkers, das die Philosophie des Abendlandes von anfang an beherrschte war von diesem Feindbild bestimmt. Die Natur erweist sich als widerständlich, wenn es sie zu formen gilt. „Die Natur als Feind&#8220; findet auch in Vorstellungen der Schöpfergott-Religionen Eingang.</p>
<p>Dazu Brodbeck:</p>
<p>„<em>Die Widerständigkeit der Natur </em><em>wurde als Krieg gegen die Natur erfahren. Aus dieser Perspektive der </em><em>zweckmäßigen Veränderung der Natur erwuchs die Naturauslegung der berechenbaren Verfügbarkeit, </em><em>die Natur wurde zum berechenbaren mechani­</em><em>schen System. Für sich gilt die Natur als nichts </em><em>außer den in ihr erkenn­baren vernünftigen Prinzipien, die ein Gott in sie gelegt hat und die wir </em><em>als Naturgesetze enträtseln können. Als denkende Wesen haben die </em><em>Menschen an der göttlichen Vernunft Anteil (»Analogie«, »Ebenbildlich</em><em>keit«) und sind eben dadurch die </em><em>Macht über die Natur. Die Natur ist </em><em>bloßer Stoff für die menschliche Ökonomie</em>.&#8220; (s.1. 179 ff.)</p>
<p>Das ganze abendländische Denken betrachtet die Natur als Material für menschliche Zwecke. So ist es nicht verwunderlich, dass auch das Denken mancher Ökologen und Naturschützern sich in diesem Rahmen bewegt, wenn sie von den Gleichgewichten in der Natur sprechen. Die Vorstellung und Annahme eines Gleichgewichtes dient dazu, Eingriffe berechenbar zu machen.</p>
<p>„<em>Das heißt nicht umgekehrt, daß diese Perspektive irgendwie »falsch« zu nennen wäre im Unterschied zu einer »harmonischen« Naturbetrachtung. Es ist aber ganz klar zu sagen: »Gleichgewicht« ist im Sinne der modernen Biologie nicht innere Harmonie der Natur für sich selbst, sondern Unveränderlichkeit als vorhandener Vorrat für den Menschen&#8230;&#8230;&#8230; Die Gurus. der politischen Ökologie bleiben &#8211; trotz vielfach gegenteiliger Beteuerung &#8211; dem cartesianischen, Weltmodell verpflichtet, das sie nur um neue Begriffe wie »Rückkopplung«, »Ko-Evolution«, »ganzheitlich« (im Sinn von »systemisch«) zu ergänzen versuchen&#8230;. Es ist ein Denkmodell, das letztlich immer noch bei der göttlichen Vernunft stehenbleibt: »Gott ist also nicht<sub>.</sub> absolut, sondern er evolviert selbst &#8211; er ist die Evolution.« Wenn Gott nicht mehr als »Schöpfer«, sondern als »der Geist des Universums« bezeichnet wird, dann drückt sich darin nur das Denkmodell von Descartes aus: Eine Weltmaschine mit Seele .(Gott).</em></p>
<p><em>Das </em><em>Ungeheure in der abendländischen Naturbeschreibung ist bislang noch kaum gedacht: Wenn ökologisches Gleichgewicht nicht etwas </em><em>ist, </em><em>das der Natur innerlich zukommt, dann ist eine </em><em>Erhaltung« des </em><em>natürli</em><em>chen Gleichgewichts, eine grundlegende Illusion</em>&#8222;. (s.1. S. 180 u. 183)</p>
<p>Wie soll denn dieses Gleichgewicht erhalten werden? Wollen wir uns selbst an die Hebel dieser Weltmaschine setzen? Sozialisten beantworten diese Frage mit ja.</p>
<p>„<em>Die rationalistische Hoffnung allerdings, dieser Gesamtprozeß der Erde könne im Rahmen der bislang unverändert gültigen mechanischen Ökonomie bewußt geplant werden, ist naiv&#8230;&#8230; Es war kein Zufall, daß die sozialistischen Länder, im Befolgen dieser Lehre, jene Teile der Erde, die sich in ihrer Macht befanden, noch weit mehr zugrunde gerichtet haben als der Kapitalismus. Der Versuch, soziali­stische Ökonomien zu planen, ist gescheitert &#8211; dies nicht zuletzt aufgrund der darin liegenden Hoffnung, Natur sei das schlechthin Berechenbare. Wie könnten wir auf die Idee verfallen, wir wären fähig, den gesamten Planenten zu steuern?</em>&#8220; (s.1. S. 184 u. 185).</p>
<p>Für Brodbeck ist ein anderer Ansatz möglich, der in der Freiheit und Kreativität des Menschen liegt. Er ist möglich, wenn das Denkmodell der Naturwissenschaft nicht unhinterfragt auf die Ökonomie und Ökologie übertragen und sie von der Ideologie der Berechenbarkeit befreit wird. Problematisch sind die dort verwandten philosophischen Grundlagen der Denkmodelle. Dazu müssen sie aber erst erkannt und benannt werden.</p>
<p>Brodbeck hat hier keine Illusion über die Machbarkeit dieses Weges:</p>
<p>„<em>Man sollte hier nicht naiv sein: Die Macht der Denkmodelle beruht auf&#8217; ihrer Gewohnheit, und Gewohnheiten werden nicht zufällig als Mechanismus ausgelegt. Gewohnheiten können, vor allem dann, wenn sie zum globalen Bewußtsein einer Zeit synchronisiert sind, nicht allein durch wissenschaftliche Widerlegung als Konzepte verändert werden. Die Wissenschaft eines »Denkkollektivs«die Religion des gegenwärtigen Bewußtseins, ist eine Wirklichkeit, die über bloßes Denken hinausreicht</em>.&#8220; (s.1. S. 187)</p>
<p><strong>DENNOCH:</strong></p>
<p align="center"><strong>&#8222;zwingt die Erde in den <em>unberechneten und unbere</em><em>chenbaren </em>ökologischen »Problemen«, zwingt die destruktive Macht des internationalen Wirtschaftskriegs und das Wachstum der Erdbevölkerung den Menschen &#8211; so oder so -, eine Änderung dieser Gewohnheiten auf</strong>.<strong>&#8222;</strong></p>
<p align="center">K.H. Brodbeck: Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie, S.187)</p>
<p>Anmerkung zu Marx:</p>
<p>In der Reduktion auf eine quantitative Struktur (Mathematik) haben Naturwissenschaft und Ökonomie dieselbe metaphysische Form.(s.4. S. 13/14) &#8230;..Marx, der Kritiker der bürgerlichen Wirtschaftswissenschaft, der doch auf den ersten Blick die Frage nach dem sozialen Maß gestellt hat, verbleibt sogar inhaltlich dieser Hypostase der sozialen Abstraktion verhaftet, wenn er den Wert als soziale Substanz einführt, die ihrerseits auf eine natürliche Substanz reduziert wird, auf die „Verausgabung von menschlichem Hirn, Nerv, Muskel, Sinnesorgan usw.&#8220;. Daß diese Verausgabung wiederum nur als Durchschnitt verstanden wird, daß also tatsächlich der Wert „etwas rein Gesellschaftliches&#8220; ist, diese offene Frage bleibt ungeklärt in der Marxschen Theorie.(s.4. S.14)&#8230;&#8230;.. doch er bleibt in der Metaphysik des Hylemorphismus gefangen (Erklärung: aristotelische Begriff), auch und gerade im berühmten Kapitel über den „Fetischcharakter der Ware&#8220;, der darin gründen soll, daß „das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen&#8220; erscheint. Hier fungiert die „Gesamtarbeit&#8220; als Substanz, zu der andere Dinge Beziehungen unterhalten. Es ist kein Wunder, daß diese Abstraktion im „Gesamtarbeiter&#8220; sogar Subjekt wird &#8211; der nun das Erbe des scholastischen Creators oder des Werkmeisters bei Hegel antritt, freilich als mechanischer Creator: „Der kombinierte Gesamtarbeiter, der den lebendigen Mechanismus der Manufaktur bildet&#8220;. Die „Militarisierung der Arbeit&#8220; in der russischen Revolution, der „durch die Gestalt des Arbeiters legitimierten Macht&#8220;, wird im Personenkult des Stalinismus die zur Kenntlichkeit gewordene Wirklichkeit dieses Subjekts.&#8220; (s.4, S. 14)</p>
<p>Anmerkung: Buddistische Logik:</p>
<p>Nun gab es bereits in der alten indischen Philosophie eine Theorie der Atome, und es war eben diese Theorie, die von Nagarjuna und den Madhyamikas aus <em>logischen </em>Gründen abgelehnt wurde. Das Argument geht, kurz gefasst, so: Will man aus Atomen durch <em>Zusammensetzung </em>Formen erklären, so müssen die Atome Beziehungen eingehen, also verschiedene Seiten oder Aspekte haben. Aspekte sind aber <em>Teile </em>eines Ganzen, und das widerspricht dem Begriff: »unteilbares« Element. Hier bewährt sich nun die buddhistische Logik: Weder das beobachtende Subjekt noch die Teilchen oder Felder als Objekte der Naturerkenntnis sind mit sich identische Entitäten. Ein beobachtender Wissenschaftler bewegt sich durch eine technische Vermittlung (Messinstrument) in einer Relation zum beobachteten Naturphänomen. Die Form der Vermittlung, der Relation legt fest, was beobachtet wird und in welcher Form die Beobachtung erfolgt. Die <em>Bedeutung </em>der Theorie konstituiert sich durch das Messgerät mit dem beobachteten Objekt. Was sich hier <em>logisch </em>zeigt, ist eine Priorität der Relation vor den Relaten, wie in Nagarjunas Beispiel die Vaterschaft den Kategorien »Vater« und »Kind« vorausgeht. An einem bestimmten technischen Gerät als Vermittlung konstituiert sich die Möglichkeit einer Denkform (z.B. »Teilchenspur« in der Nebelkammer) und zugleich der Form des Objekts. Die Natur zeigt sich immer nur so, wie wir in unserem Denken und den technischen Handlungen unsere Relation zu ihr vermitteln. Auch von diesen Vermittlungsweisen können wir nur sagen, wie sie sich voneinander unterscheiden; auch die Relation besitzt keine Selbstnatur. Das zeigt sich in den Naturwissenschaften selbst, die sich mit dem Wandel der Techniken auch als Theorien wandeln und sich entsprechend unterscheiden. Der Feldbegriff setzt die <em>Möglichkeit </em>einer »Feldfrage« an die Natur voraus, und diese war erst durch die Entwicklung der Elektrotechnik gegeben. Das Problem der Erhaltung der Energie stellte sich erst, als die Menschen durch Energieumwandlung (bei Dampfmaschinen) diese Frage auch als <em>Handlung </em>vollziehen konnten. Die Natur erscheint immer wieder neu durch unsere veränderten <em>Handlungen</em>. Erst als die Menschen mehr und mehr ihre Vergesellschaftung über die Geldrechnung abwickelten und später daran gingen, die Produktionsprozesse im Horizont dieser Rechnung einer Kontrolle der Buchführung zu unterwerfen, tauchte ein Bild der Natur auf, das sie als mathematische Struktur zu begreifen versuchte. Wir denken die Dinge so, wie wir handelnd mit ihnen umgehen. Die Handlung B in den hinduistischen und buddhistischen Traditionen <em>karma </em>genannt, bestimmt die gewohnte Wahrnehmung der Welt, auch der Natur. Es ist also auch richtig zu sagen, dass das Worin der Natur, in der sie jeweils anders erscheint, ein <em>sozialer </em>Ort ist. Die Natur zeigt sich jeweils in der Form, in der die Menschen ihr Verhältnis untereinander denken und wahrnehmen. Technische Katastrophen, Autounfälle, der Smog der Großstädte usw. machen deutlich, dass wir »Natur« in die Menschenwelt hereingeholt haben und nie von ihr getrennt sind. (s. 8, S. 8 )</p>
<p>Literatur von K.H. Brodbeck:</p>
<p>1.        Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie, 2007, Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG).</p>
<p>2.        Erfolgsfaktor Kreativität, 1996, WBG</p>
<p>3.        Entscheidung zur Kreativität, 2007, WBG</p>
<p>Die folgenden Abhandlungen sind auf der Hompage  <a href="http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de/">www.khbrodbeck.homepage.t-online.de</a> verfügbar:</p>
<ol type="1">
<li>Handeln als metaphysicher Horizont, 2001</li>
<li>Verborgene      metaphysische Voraussetzungen in der zeitgenössischen Wirtschaftslehre      1999</li>
<li>Umrisse einer postmechanischen Ökonomie, 2001</li>
<li>Kreativität und Gewohnheitsbildung im      Wirtschaftsprozess; 2001</li>
<li>Der Ort der Natur 2007</li>
</ol>
<p align="center"><strong>Auszüge aus: Erwin Schrödinger, Geist und Materie, 1998, Diogenes</strong></p>
<p>Fragt man einen Physiker nach seiner Vorstellung von gelbem Licht, so wird er sagen daß es aus transversalen elektromagnetisches Wellen besteht, deren Wellenlängen in der Nachbarschaft von 590 <em>µg </em><em>(1 gg = </em>10<sup>6</sup>mm liegen. Fragt man ihn aber: „Wo steckt denn das Gelb?&#8220;, so wird er antworten: „In meinem Bilde überhaupt nicht; aber alle Schwingungen dieser Art geben, wenn sie auf die Netzhaut ei­nes normalen Auges fallen, dem Besitzer dieses Auges die Empfindung von Gelb.&#8220; (S.126)</p>
<p>Das objektive Bild der Lichtquellen des Physikers kann keine Rechenschaft geben von der Farbempfindung. Könnte es wohl der Physiologe, wenn er mehr von den Vorgängen in der Netzhaut und den von ihnen ausgelösten Vor­gängen in den Nerven und im Gehirn wüsste, als er tatsächlich weiß? Ich glaube nicht. Be­stenfalls können wir ein objektives Wissen da­von erlangen, wie und in welchem Verhältnis die Nerven erregt werden, oder wir könnten vielleicht gar Genaueres über die Vorgänge er­fahren, die sie in bestimmten Gehirnzellen hervorrufen, wenn unser Bewusstsein die Empfin­dung Gelb in einer bestimmten Richtung unseres Gesichtsfeldes hat. Aber selbst ein so einge­hendes Wissen würde uns nichts über die Farbempfindung sagen, im besonderen nichts über die Empfindung von Gelb in dieser Richtung. (S.128)</p>
<p>Es wäre denkbar, dass der gleiche physiologi­sche Vorgang die Empfindung „süß&#8220; oder von irgend etwas anderem bewirken könnte. Ich meine einfach folgendes: Es gibt ganz gewiss keinen Vorgang in den Nerven, dessen objek­tive Beschreibung die Merkmale Gelb oder Süß enthält, ebenso wenig wie die objektive Be­schreibung einer elektromagnetischen Welle eines dieser Merkmale enthält. (S. 129)</p>
<p>Ich bin hier etwas ins einzelne gegangen, um deutlich zu machen, dass weder die Beschreibung  des Physikers noch die des Physiologen irgendeine Spur von der Schallempfindung in sich birgt. Jede solche Beschreibung muss notwendig etwa mit einem Satz wie dem folgenden enden: Jene Nervenerregungen pflanzen sich zu einem bestimmten Bereich des Gehirns fort, wo sie als eine Folge von Klängen zur Kenntnis genommen werden. Wir können die Druck­schwankungen der Luft verfolgen, wie sie Schwingungen des Trommelfells erregen; wir können beobachten, wie dessen Bewegungen durch ein System von Knöchelchen auf eine andre Membran und schließlich auf jene Mem­bran in der Schnecke übertragen werden, die, wie oben beschrieben, aus verschieden langen Fasern besteht. Wir können Verständnis dafür gewinnen, wie eine solche schwingende Faser einen elektrischen und chemischen Leitungs­vorgang in der Nervenfaser hervorruft, mit der sie in Wechselwirkung steht. Wir können die­sen Leitungsvorgang bis in die Hirnrinde ver­folgen und möglicherweise auch ein gewisses objektives Wissen über einiges von dem erlan­gen, was sich dort abspielt. Aber nirgends werden wir auf dieses „den Schall wahrnehmen&#8220; stoßen, das in unserm wissenschaftlichen Bilde einfach nicht enthalten ist, sondern nur im Gei­ste des Menschen existiert, von dessen Ohr und Gehirn wir reden. (S. 134)</p>
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