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		<title>Ansichten</title>
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		<title>Modell Schuldentilgung</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modell-schuldentilgung/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modell-schuldentilgung/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 23:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Auswirkungen von Schuldentilgungen auf ein Wirtschaftsmodell
Dieser Erörterung liegt ein duales Wirtschaftsmodell von Unternehmern und Leistungsproduzenten zugrunde, bei dem gilt, dass die Einnahmen der einen Seite die zukünftigen Ausgaben der anderen sind. ( S. dazu: H.J. Schlichte, Modell zur Abbildung  von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft, http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/. Für die Volkswirtschaft heißt das:
In einer Volkswirtschaft, die durch eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=157&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><h2 style="text-align:center;"><strong>Auswirkungen von Schuldentilgungen auf ein Wirtschaftsmodell</strong></h2>
<p>Dieser Erörterung liegt ein duales Wirtschaftsmodell von Unternehmern und Leistungsproduzenten zugrunde, bei dem gilt, dass die Einnahmen der einen Seite die zukünftigen Ausgaben der anderen sind. ( S. dazu: H.J. Schlichte, Modell zur Abbildung  von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft, <a href="../../../../../2009/11/08/modelle-2/">http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/</a>. Für die Volkswirtschaft heißt das:</p>
<p><strong>In einer Volkswirtschaft, die durch eine auf Geld basierenden Wirtschaft </strong>(Geldwirtschaft)<strong> gekennzeichnet ist, wird als stabil angesehen, dass die volkswirtschaftlichen in Geld erfassten Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind </strong>(Gleichgewicht: Einnahmen = Ausgaben) <strong>oder anders betrachtet, bei einer stabilen Volkswirtschaft ist die Summe aller Ausgaben gleich der Summe aller Einnahmen.</strong></p>
<p>Bei extrem ungleicher Einkommensverteilung bedeutet dies die Notwendigkeit von Schuldenaufnahme bzw. Kreditvergabe, soll die Volkswirtschaft nicht schrumpfen. Grund dafür liegt in dem reichen Teil der Bevölkerung, der mehr an Einkommen bezieht, als er an Ausgaben konsumieren kann oder will. Es entstehen Überschüsse. Soll die Wirtschaft nicht schrumpfen, so müssen diese Überschüsse (das ist die Differenz aus Einkommen und Ausgaben) vom Rest der Bevölkerung übernommen werden, wofür diese Kredite in der Höhe dieser Überschüsse aufnehmen. Es entstehen Schulden. Sollen diese Schulden nicht durch die Zinseszins-Dynamik in astronomische Höhen wachsen, müssen sie getilgt werden. Die Tilgung ist betriebswirtschaftlich anders zu betrachten, als volkswirtschaftlich.</p>
<ul>
<li>Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene kann der Schuldner durch Einnahmenerhöhung die nötige Tilgungssumme erarbeiten, indem er erhöhte Leistungen anbietet. Wer diese ihm abnimmt ist dabei unerheblich.</li>
<li>Kann er seine erhöhte Leistung nicht absetzen, muss er bei gleicher Einnahmensituation durch Sparen die Tilgungssumme erzielen. Die Wirkung dieses Sparens auf andere Wirtschaftsteilnehmer ist für ihn ebenfalls unerheblich.</li>
</ul>
<p>Nicht so auf der volkswirtschaftlichen Ebene.</p>
<ul>
<li>Hier bedeutet Sparen, um zu tilgen, Schrumpfung der gesamtwirtschaftliche Leistung durch die Störung des Input-Output-Gleichgewichtes.</li>
<li>Hier gilt, dass der Schuldner als Bevölkerungsgruppe ein Gesamtschuldner und der Gläubiger ein Gesamtgläubiger ist. Der Gesamtschuldner in einer Volkswirtschaft kann aber seine Schuld nur abbauen, wenn „die Gesamtheit der Gläubiger bereit ist, ihre Guthaben abzubauen und damit Waren oder Dienstleistungen der Schuldner zu kaufen“ (s. dazu E. Glötzl; Das Wechselfieber der Volkswirtschaften&#8230;; Ztschr. F. Soz.ök., 121, 1999 S.12 u. 21 Thesen zur Finanzkrise, Humanwirtschaft, 03/2009). Das ist die Ohmacht des Schuldners. Erhöht nun der Gesamtschuldner seine Leistung, um sie der Gläubigerseite anzubieten, steigert dies die gesamtwirtschaftliche Leistung.</li>
</ul>
<p><strong>Entscheidend dabei ist nun,</strong> dass bei gleichem Schlüssel der Einkommensverteilung dies auch eine Einkommenserhöhung der Gläubigerseite bedeutet. Dies ist eine einleuchtende Annahme, da in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft die Leistungserhöhung einer gesellschaftlichen Gruppe synergetisch Leistungserhöhungen der anderen nach sich zieht</p>
<p>So entsteht ein zusätzlicher Überschuss, der wiederum vom Schuldner übernommen werden muss, soll eine volkswirtschaftliche Schrumpfung vermieden werden. Das Ergebnis? Die erhöhte wirtschaftliche Leistung des Schuldners führt neben einem Wirtschaftswachstum nur zu einer Schuldenverringerung, da durch die Einkommenserhöhung des Gesamtgläubigers zusätzliche Schulden übernommen werden mussten. Sie kann sogar bei extrem ungleicher Einkommensverteilung zu einem exponentiellen bzw. linearen Schuldenwachstum führen (s.u. die Ausführungen zum Modell). Erst durch eine weitere Konsumerhöhung des Gläubigers, der den Überschuss abbaut, können die Schulden gänzlich getilgt werden.</p>
<p><strong>Unter diesen Umständen ist nur eine Schuldenverringerung möglich.</strong></p>
<p>Einzelheiten und Berechnungen im PDF-Dokument: SchuldentilgungModell</p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/schuldentilgungmodell.pdf">SchuldentilgungModell</a></p>
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		<item>
		<title>Modelle</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/modelle-2/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 22:32:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[MODELL zur Abbildung von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft
Das Modell: Zusammenfassung

Es gibt in unserem Wirtschaftssystem drei große Teilnehmergruppen: Die Banken (Zentralbank, Privatbanken), die Unternehmer und die Leistungslieferanten. Die Leistungslieferanten sind im Wesentlichen die im Wirtschaftsprozess stehenden Arbeiter und Angestellte. Wichtigstes wirtschaftliches Element bzw. Instrument für den Austausch von Leistungen ist das Geld. Der wirtschaftliche Prozess kann  [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=135&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:center;"><strong>MODELL zur Abbildung von Wirtschaftsvorgängen in der Geldwirtschaft</strong></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Das Modell: <a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/modellzusammenfassung.doc">Zusammenfassung</a><br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es gibt in unserem Wirtschaftssystem drei große Teilnehmergruppen: Die Banken (Zentralbank, Privatbanken), die Unternehmer und die Leistungslieferanten. Die Leistungslieferanten sind im Wesentlichen die im Wirtschaftsprozess stehenden Arbeiter und Angestellte. Wichtigstes wirtschaftliches Element bzw. Instrument für den Austausch von Leistungen ist das Geld. Der wirtschaftliche Prozess kann  wie folgt beschrieben werde:</p>
<p style="text-align:justify;">In den Unternehmen werden Produkte oder auch Dienstleistungen mit Hilfe der Leistungslieferanten hergestellt. Volkswirtschaftlich gesehen, sind die gesamten Unternehmensausgaben Geldzahlungen für die Leistungen dieser Gruppe. Diese Geldzahlungen sind wiederum Einnahmen der Leistungslieferanten. Mit den Einnahmen kaufen sie die Produkte und Leistungen, die in den Unternehmen hergestellt wurden (s. Anm.<strong> 1</strong>). Ein Schema soll dieses vereinfachte Modell veranschaulichen:</p>
<p style="text-align:justify;"><a title="schema.jpg" href="http://hajosli.files.wordpress.com/2007/09/schema.jpg">schema.jpg</a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Abb. 1: Modellschema.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Funktion der Banken ist in diesem Schema nicht aufgeführt aber im Text erläutert (s. Anhänge, Abb. 2).</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>An diesem Modell wird anschaulich, dass in einer arbeitsteiligen Wirtschaft Geld ein Zirkulationsmittel ist, das den Leistungsaustausch zwischen Wirtschaftsteilnehmern erst ermöglicht: Während das Geld in die eine Richtung strömt, gelangen die Leistungen in die andere, wo Bedarf dafür ist. Das Geld wird vom Bankensystem bzw. letztlich von der Zentralbank bereitgestellt.</li>
<li>Auf der Geldseite wird deutlich, dass die ursprünglichen Ausgaben bzw. Kosten des Gesamtunternehmers, mit denen er seine Leistungslieferanten bezahlt (ihre Einnahmen), später als Ausgaben dieser Leistungsträger seine Einnahmen sind.</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;"><strong>In einer Volkswirtschaft, die durch eine auf Geld basierenden Wirtschaft </strong>(Geldwirtschaft)<strong> gekennzeichnet ist, wird als stabil angesehen, dass die volkswirtschaftlichen in Geld erfassten Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind oder anders betrachtet, bei einer stabilen Volkswirtschaft ist die Summe aller Ausgaben gleich der Summe aller Einnahmen. (</strong>s. Anm. <strong> 2).</strong></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Diese Betrachtungsweise leitet sich aus dem kaufmännischen Denken von einer ausgeglichenen Bilanz ab. Nun sind alle Modelle Ansichten, Abstraktionen mit dem Versuch, einen ganzheitlichen dynamischen Prozess – hier die Wirtschaft – auf sogenannte Wesenheiten zu reduzieren (s. Anm. <strong>8</strong>). Das vorliegende Modell vernachlässigt u.a. besonders die Übergänge</p>
<p style="text-align:justify;">a. von den Ausgaben der Leistungslieferanten als Konsumenten zu den Einnahmen der Unternehmen als Produktanbieter. (Konsumentenmarkt)</p>
<p style="text-align:justify;">b. von den Ausgaben (Kosten) der Unternehmen zu den Einnahmen der Leistungslieferanten (z.B. Lohnarbeiter, die eigentlichen Arbeitergeber, weil sie ihre Arbeit einbringen).(Arbeitsmarkt)</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Übergänge werden in der Wirtschaftswissenschaft gemeinhin in einem anderem Modell beschrieben, dem des „Marktes“.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Schema bleibt zunächst die Antwort auf die Frage schuldig, wie in einem solchen Kreislauf Überschüsse (Zins, Gewinn) verwirklicht werden können. (s.Anhang <strong>1,</strong> <strong>Binswanger</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">Darüber hinaus ist die Einteilung der Vielfalt von Wirtschaftsteilnehmer in die zwei Kategorien Unternehmer und Leistungslieferanten eine besonders starke Abstraktion.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich konzentriere mich auf die Diskussion des Punktes a.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Schema zeigt dort zwei Schwachstellen, die den wirtschaftlichen Austausch mit Hilfe des Tauschmittels Geld behindern:</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>I.</strong> Die Abnehmer behalten ihr Geld für andere Zwecke („Sparen“, Spekulation u.a.)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>II.</strong> Die Leistungen werden nicht abgefragt, weil Sättigung herrscht oder an den Bedürfnissen vorbei produziert wird (s. Anm. <strong> 3</strong>).</p>
<h2 style="text-align:justify;">Zu II</h2>
<p style="text-align:justify;">Die im Unternehmen hergestellten Produkte werden von denen abgenommen, die hauptsächlich an deren Herstellung beteiligt waren. Werden weniger Waren abgenommen, so verbleibt ein Mehr an Waren beim Unternehmer (Mehrwert/Profit). Dieser kann den Produktüberschuss selber konsumieren oder er hat ein Verwertungsproblem (s. Anm.<strong> 4</strong>). Dies ist die<strong> Warenseite</strong> (Produktionssphäre) des aus gegenläufigen, von einander abhängigen Kreislaufströmen (Geld/Ware) bestehenden Wirtschaftssystems.</p>
<h2 style="text-align:justify;">Zu I</h2>
<p style="text-align:justify;">Auf der<strong> Geldseite</strong> (Zirkulationssphäre) gilt , dass die Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind. Das heißt, eine Volkswirtschaft ist dann stabil, wenn die einzelnen beteiligten Gruppen das wieder ausgeben, was sie einnehmen. Welche Wirkung hat es auf die Volkswirtschaft, wenn einzelne Gesellschaftsgruppen mehr Geld einnehmen, als sie ausgeben können oder wollen, indem sie entweder “sparen“ (man sollte besser von „Einkommensüberschuss erzielen“ sprechen) oder Gewinne machen (Gewinn als positives Saldo aus Ausgaben, bzw. Kosten und Einnahmen)? Es ist logisch, dass sich dieser Überschuss als Geldvermögen in den Taschen dieser Gesellschaftsgruppen <strong>anhäuft</strong>. Wenn dieses Geld nicht wieder ausgegeben wird, sei es als Konsum oder Investition (eine besondere Konsumart), sondern in Schweitzer oder privaten Tresoren gelagert oder von Spekulationskassen (z.B. Girokonten) gehalten wird oder in Spekulationsblasen zirkuliert, fehlt es der Volkswirtschaft. Diesem nicht ausgegebenen Geldüberschuss stehen produzierte Güter, bzw. Leistungen gegenüber, die nicht vom Markt geräumt werden. Unternehmen gehen pleite, die Volkswirtschaft schrumpft.</p>
<p style="text-align:justify;">Das folgende Zahlenbeispiel soll diese Aussagen illustrieren :</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Hier wird die sog. reiche Gruppe, bei der die Einnahmen größer sind als die Ausgaben und die einen Bevölkerungsanteil von 20%, umfassen soll, in ihren Einnahmen dem großen Rest der Bevölkerung gegenübergestellt. </em><em>Sie soll einen Einnahmeanteil von 40% am BIP haben, hier mit 2000 Mrd. €./Jahr angegeben</em><em> (</em><em>lt. Stat.Bu.Amt hatte 2001 ein Bevölkerungsanteil von 18% einen Anteil von ca. 47% am Gesamteinkommen).</em><em> Beim großen Teil der Bevölkerung sind im Wesentlichen die Ausgaben so groß wie die Einnahmen. Die Ausgaben des kleinen reichen Teils mögen bei <span style="text-decoration:underline;">konstant</span> (!) z.B. bei 720 Mrd. Euro/Jahr liegen, das sind 36% des <span style="text-decoration:underline;">anfänglichen</span> (!) BIP von 2000 Mrd. Euro. Der Überschuss würde dann anfänglich bei 4% BIP, bzw. 10%  bezüglich der anfänglichen Einnahmen liegen, der <span style="text-decoration:underline;">voraussetzungsgemäß angehäuft</span> wird. Da die Ausgaben immer auch die zukünftigen Einnahmen sind, schrumpft das BIP im folgenden Jahr, in unserem Beispiel um 80 Mrd. Euro (4% von 2000). Das BIP schrumpft unter diesen Voraussetzungen solange , bis die Ausgaben der reichen Gruppe gleich deren Einnahmen sind, d.h. bis in unserem Beispiel 720 Mrd. Euro 40% des dann erreichten BIP ausmachen, also auf 1800 Mrd. Euro. Der Überschuss ist dann natürlich auf null geschrumpft </em></p>
<p style="text-align:justify;">Das Entscheidende bei diesem Vorgang ist, dass der reiche Teil seine Einnahmen nicht konsumieren kann oder will und dadurch Überschuss (s. Anm. <strong>5</strong>) angehäuft wird. Die Frage ist, wie in einem Kreisprozess dieser Überschuss abgebaut werden kann, ohne dass die Wirtschaft schrumpft? Verändern lässt sich diese Situation nur, wenn der Überschuss (s. Anm. <strong>6 u.7</strong>) in die Volkswirtschaft fließt. Das geschieht heute über Kredite, wenn dafür Zinsen bzw. Gewinne winken. Diese verschärfen aber auf die Dauer das Problem. Es entsteht ein spiralförmiger Prozess (s. Anhang <strong>1: Binswanger</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><strong>Wie kommt es zu diesem Prozess?</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Das Gleichgewicht von Kauf und Verkauf, volkswirtschaftlich gesehen, von Ausgaben und Einnahmen wäre die Grundlage eines krisenfreien Wirtschaftsablaufes. Sie ist für eine Warentauschwirtschaft unmittelbar gegeben. Dort wird Ware gegen Ware getauscht. Verkauf kann nur durch gleichzeitigen Kauf stattfinden und umgekehrt. Die in der Hand ihrer Produzenten zum großen Teil nutzlosen Güter werden für ihn in nützliche Gebrauchswerte getauscht, die sich in der Hand des anderen Tauschpartners befinden</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Schon die bloße Ungleichheit in der Einkommensverteilung in einer Geldwirtschaft führt tendenziell zu Überschüssen. Behoben wird diese Schwierigkeit, indem der Geldüberschuss an andere Wirtschaftsteilnehmer als Kredite weitergereicht wird, der ihn dann durch seine Ausgaben in den Kreislauf einschleust.</p>
<p style="text-align:justify;">Kredite (Schulden) sind Ausdruck einer auf Geld beruhenden Volkswirtschaft, denn Geld ist Ausdruck von Schuldverhältnissen, es kommt über Kredite in den Umlauf. Zwei Drittel der Geldscheine werden durch die Zentralbank über Kreditvergabe an die Zentralbanken in den Umlauf gebracht. Der Rest durch Ankauf von Anleihen, Gold und Devisen. Das Giralgeld, mit dem man ebenfalls bezahlen kann und das als Grundlage das Zentralbankgeld hat, ist nichts anderes als Schulden der Bank ihren Einleger gegenüber, denen wiederum Schulden der Kreditnehmerkunden an die Bank gegenüberstehen. Schulden sind aber auch Ausdruck von Besitzverhältnissen.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Nach der Auffassung von R. Dietz (s. sein Artikel „In Memoriam Gerhard Margreiter“, 2008, <a href="http://www.rd-coaching.at/">http://www.rd-coaching.at</a>) stellt Geld einen Ausgleich zwischen dem Geben und Nehmen von Leistungen her. Wenn eine Leistung geliefert wurde, wird Geld statt einer anderen Leistung angenommen, um es zu einem späteren Zeitpunkt und einem anderen Ort gegen eine andere Leistung einzutauschen. Wird nun Geld selbst abgegeben, so wird allerdings dieser Ausgleich zwischen Geben und Nehmen durchbrochen. Die Geldbesitzer fordert mehr Geld zurück als er gegeben hat, den Zins.(Anm. <strong>8 </strong>u. Anhang <strong>3</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Jede arbeitsteilige Geldwirtschaft ist darauf angewiesen, dass Leistungen und Gegenleistungen zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten stattfinden können. Das bedeutet, dass es Vertrauensverhältnisse, beziehungsweise Kreditverhältnisse gibt, weil die Teilnehmer darauf vertrauen müssen, dass sie für ihre Leistungen zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort auch Gegenleistungen erhalten. Die Aufgabe des Banksystems (Privat- u. Zentralbanken) besteht dabei darin, die Sicherheit zu liefern, dass der warenliefernde Teilnehmer in angemessener Zeit eine Gegenleistung erhält.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Nun könnte der Schuldner seine Schulden durch Leistungssteigerung tilgen, um dafür das Geld zu verdienen. Gesamtwirtschaftlich kann aber der Schuldner seinen Kredit nur zurückzahlen, soweit er seine Leistung absetzen kann, denn erst dann erhält er Geld für die Kredittilgung. Das ist die Ohnmacht des Schuldners. (Anmk. <strong>8a</strong>) Erbringt er die Leistung zusätzlich zu seinem bestehenden Konsum und wird sie abgenommen, <strong>wächst die Volkswirtschaft.</strong> Schränkt er seinen Konsum ein, um die Schulden zu bezahlen, <strong>schrumpf die Wirtschaft. </strong>Entscheidend bei der Leistungssteigerung zur Schuldentilgung ist nun<strong>,</strong> dass bei gleichem Schlüssel der Einkommensverteilung dies auch eine Einkommenserhöhung der Gläubigerseite bedeutet, da in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft die Leistungserhöhung einer gesellschaftlichen Gruppe synergetisch Leistungserhöhungen der anderen nach sich zieht</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">So entsteht ein zusätzlicher Überschuss, der wiederum vom Schuldner übernommen werden muss, soll eine volkswirtschaftliche Schrumpfung vermieden werden. Das Ergebnis? Die erhöhte wirtschaftliche Leistung des Schuldners führt zu einem Wirtschaftswachstum und nur zu einer Schuldenverringerung, da durch die Einkommenserhöhung des Gesamtgläubigers zusätzliche Schulden übernommen werden mussten. Sie kann sogar bei extrem ungleicher Einkommensverteilung zu einem exponentiellen bzw. linearen Schuldenwachstum führen (s. Anhang <strong>2 Schuldentilgung</strong>). Erst durch eine weitere nicht leistungssteigernde Konsumerhöhung des Gläubigers, der den Überschuss abbaut, können die Schulden gänzlich getilgt werden. Gleichzeitig mit der Schuldentilgung ist ein Wirtschaftswachstum verbunden. Die Investition ist eine besondere Konsumform, die zur Leistungssteigerung führt. Mit ihr sichern Unternehmen ihren Profit.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Überschüsse, insbesondere Zins und Gewinn, führen derart zu einem ständigen Wachstumszwang.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es entsteht eine Wachstumsspirale (s. Anhang <strong>1 Binswanger</strong>).</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei wächst zwangsläufig auch das Guthaben-Schulden-Paar. Dies bedeutet zwar für junge Volkswirtschaften eine kurzfristige Lösung, aber irgendwann kommt das System an eine Grenze (bei Keynes “Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals“, bei Marx „tendenzielle Fall der Profitrate“ genannt), zu beobachten im Vergleich von jungen Volkswirtschaften wie die osteuropäischen und asiatischen und den alten wie die europäischen.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Die Politiker werden unsere Wirtschaftskrise nicht lösen können, wenn sie, wie die neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler diese Überschussproblematik ausblenden und nicht angehen, entweder, dadurch, dass die Entstehung gedämpft bzw. gedeckelt (s.<a href="http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus"> http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/meudalismus.htm</a>) oder der Überschuss durch Steuermaßnahmen (nicht nur steuerliche) abgeschöpft wird. Dies würde auch zum Vorteil der reichen Gruppen gereichen. Hauptursache für die Entstehung unserer krassen Einkommen- bzw. Vermögen- Ungleichverteilung ist die Möglichkeit, durch Besitz knapper Wirtschaftsgüter wie Geld, Boden und Produktionsmittel im großen Stil leistungsloses Einkommen zu erzielen. In einem Artikel von Harald Wozniewski (<a href="http://www.dr-wo.de/">www.dr-wo.de</a> ) steht: „Einsamer Reichtum basiert auf der Verarmung der Bevölkerung – Gemeinsamer Reichtum auf der Beschränkung der Reichen“.</p>
<p style="text-align:justify;">
<h3 style="text-align:justify;">Ergebnis</h3>
<p style="text-align:justify;">Das Modell zeigt, dass eine ungleiche Einkommensverteilung zu wirtschaftlichen Störungen führen kann. Dies ist eine ethische bzw. politische Frage und keine der Mechanik oder des Regelkreises (s. Anm. <strong>8</strong>).</p>
<p style="text-align:justify;">Extreme ungleiche Einkommensverhältnisse entstehen vor allem dann, wenn es in der Gesellschaft Möglichkeiten gibt, durch den <strong><span style="text-decoration:underline;">bloßen</span> Besitz von knappen, aber für alle notwendigen Gütern leistungsloses Einkommen zu erzielen</strong> . In einer modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft sind:</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>Produktionsmittel knappe Güter. &#8211; <strong>Ihr Besitz führt zu Profiten. </strong></li>
<li>Weiterhin ist der Boden ein knappes,      nicht vermehrbares Gut. – <strong>Sein      Besitz führt zur Bodenrente</strong>.</li>
<li>Aber besonders ist<strong> </strong>Geld ein solches Gut, denn das      Geld ist nicht nur bloßes Tausch- , sondern auch Aufbewahrungsmittel, das      durch Hortung dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden kann. Es ist      darüber hinaus Wertmessung, reduziert auf eine Zahl  und Ausgrenzungsmittel (Wer kein Geld      hat, fällt aus dem Wirtschaftsprozess heraus) <strong>Der Besitz von Geld führt zum Zins als leistungsloses Einkommen. </strong>Er ist für eine entwickelte      Volkswirtschaft die Hauptquelle für die entstehende ungleiche      Vermögensentwicklung und die Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum.(z.      Zins u. z. Fkt. der Banken s. Anmerkung <strong>9</strong>)</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;"><strong>Lösungsvorschläge</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Instabilität des Wirtschaftsprozesses liegt in der Überschussproblematik.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie werden Geldüberschüsse außer durch Sparen erzielt?</p>
<p style="text-align:justify;">
<ol style="text-align:justify;">
<li>Durch Einkommensunterschiede, z.B.      Managergehälter. Sie sind so groß, dass sie nur zu einem Teil für den      Konsum ausgegeben werden können.</li>
<li>Durch leistungsloses Einkommen, das      auf Besitz beruht, nämlich:
<ol>
<li>Besitz von Produktionsmittel       (Unternehmen); er führt zum Profit (Unternehmergewinn).</li>
<li>Besitz von Geld; er führt zum Zins.</li>
<li>Besitz von Boden und Immobilien, er       führt zur Pacht bzw. Miete</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Hier setzen die Lösungsvorschläge an:.</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>Zu 1: Steuerliche Maßnahmen.</li>
<li>Zu 2a: Eine Maschinensteuer, eine entsprechende Lohnpolitik und die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens würde zu einer Minimalisierung der Gewinnrate führen, (Autor Moewe)</li>
<li>Zu 2b: Eine Nutzungs- und Kreditgebühr würde zu einer Minimalisierung des Zinses führen (Freiwirtschaftler: Gloetlze, Creutz, Regionalgeld, u.a., s. Anmk. <strong>9</strong>.).</li>
<li>Zu 2c: Eine Kommunalisierung würde das leistungslose Einkommen aufgrund von Bodenbesitz abschaffen (Freiwirtschaftler)</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Es geht darum, die Anhäufung von Überschüssen durch Maßnahmen abzuschöpfen, wie z.B. den genannten, sonst hilft sich das Wirtschaftsystem selbst. Es schrumpft: Firmen gehen pleite, verschwinden und mit ihnen zum großen Teil die Geldvermögen/Schulden der Gläubiger/Schuldner. In der Realität bildet sich der Schrumpfungsvorgang durch Konjunkturzyklen ab. Diese verstärken aber die Ungleichverteilung der Eigentumsverhältnisse dadurch, dass es rechtzeitig vor einem Abschwung immer Eigentümer gibt, die ihr Vermögen sichern können. Bei dem nächsten Aufschwung haben sie dann bessere Bedingungen, ihr Vermögen zu vergrößern. Die treibende Kraft für Entstehung der Überschussproblematik – Zins, Gewinn, Pacht – ändert sich nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Bibel empfiehl zu den Konjunkturzyklen eine kluge Alternative: “Alle sieben Jahre sollst du ein Erlassjahr halten“, 5. Mose, 15,1. (Anmerkung <strong>10</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">Kurzfristig übernimmt der Staat als „infallibler Schuldner“ eine andere Lösung. Da er in der Lage ist, die Rückzahlung von Schulden in die weite Zukunft zu verschieben, mildert er durch Schuldenübernahme die Überschussproblematik kurzfristig, löst sie aber nicht. (Anmerkung <strong>11</strong>)</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/modelanmerkungen.doc">Anmerkungen</a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/modellanhange.doc">Anhänge</a></p>
<p style="text-align:justify;">
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hajosli.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hajosli.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hajosli.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hajosli.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hajosli.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hajosli.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hajosli.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hajosli.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hajosli.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hajosli.wordpress.com/135/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=135&subd=hajosli&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Referat zu &#8222;Wachstumsspirale&#8220; (H.Chr. Binswanger)</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/referat-zu-wachstumsspirale-h-chr-binswanger/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2009/11/08/referat-zu-wachstumsspirale-h-chr-binswanger/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 21:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wachstumsspirale
Binswanger
Zusammenfassung
H.-Chr. Binswanger geht in seiner Abhandlung, “ Die Wachstumsspirale“ (Metropolis, 2006) und in verschiedenen Artikeln, sowie Interviews, davon aus, dass unser modernes Wirtschaftssystem auf einem Geldsystem mit den Elementen Zins und Profit basiert. Die Art wie Geld entsteht (Geldschöpfung) fordert den Zins und führt zu Unternehmungen, die Profit erwirtschaften müssen. Beide Elemente führen notwendigerweise [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=116&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:center;"><strong>Die Wachstumsspirale</strong></p>
<p style="text-align:center;">Binswanger</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p style="text-align:justify;">H.-Chr. Binswanger geht in seiner Abhandlung, “ Die Wachstumsspirale“ (Metropolis, 2006) und in verschiedenen Artikeln, sowie Interviews, davon aus, dass unser modernes Wirtschaftssystem auf einem Geldsystem mit den Elementen Zins und Profit basiert. Die Art wie Geld entsteht (Geldschöpfung) fordert den Zins und führt zu Unternehmungen, die Profit erwirtschaften müssen. Beide Elemente führen notwendigerweise zu Wirtschaftswachstum. Das Kreislaufmodell der Wirtschaft wird zur Spiralform.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Grunde ist seine Ausgangsfrage sehr einfach: Wie soll eigentlich in einem geschlossenem System wie das der Volkswirtschaft, in der nur das konsumiert werden kann, was produziert wird, insgesamt ein Überschuss entstehen? Auf der Geldseite bildet sich diese Gleichheit von Produktion und Konsumtion als Ausgaben gleich Einnahmen und der Überschuss als Zinsen und Gewinn ab</p>
<p style="text-align:justify;">Bei der Beschreibung der Geldentstehung vernachlässigt er allerdings die Geldverteilung als wesentliche Voraussetzung und Folge. Erst diese Ungleichverteilung, die als Überschuss erscheint, ermöglicht Kredite, sowie Sollzins, damit Giralgeld, in der Folge Sparguthaben mit Habenzins und schließlich als Kreditnehmer Unternehmen, die Profite fordern.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Ungleichverteilung führt in einer entwickelten Volkswirtschaft schließlich zu einem Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich auf hohem Niveau. Binswanger sieht dieses Problem, erläutert es aber nicht. Auch sieht er das Problem, dass die Realwirtschaft wegen der Ressourcenerschöpfung nicht beliebig wachsen kann, dass dieses Wachstum zu ökologischen Problemen führt, macht sich aber Illusionen über die Überwindungsmöglichkeiten.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Einzelheiten</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Ausgangsgangspunkt seiner These ist die Überlegung, dass in einer modernen Volkswirtschaft Geld durch Kreditvergabe in den Umlauf kommt. Unternehmen (“künstliche Gebilde“) sind dort die Orte der Produktion. Sie sind in der Hauptsache die Kreditnehmer, die mit dem so geschöpften Geld Leistungen der Haushalte kaufen. Mit Hilfe dieser Leistungen entstehen Produkte, die wiederum von den Haushalten mit dem so „ verdienten“ Geld gekauft werden. In einem solchen Kreislauf ist aber eine Zins- und Profiterhebung nicht möglich. Er benötigt einen zusätzlichen Geldzufluss in Höhe der Zins- und Profitforderungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Dazu Binswanger in einem Vortrag 2007, 7. Dez. in Wien:</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Geldseite des Problems</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Dies ist offensichtlich nicht möglich, wenn das Geld, das die Unternehmungen den Haushalten für ihre Produktionsleistungen bezahlen, das zu deren Einkommen wird, einfach wieder von den Haushalten dazu verwendet wird, um die Produkte zu kaufen, die die Unternehmungen mit ihrer Hilfe hergestellt haben, wenn also das Geld nur im Kreis läuft. Denn dann würden sich Einnahmen und Ausgaben der Unternehmungen nur immer gerade ausgleichen. Es gäbe also in der Summe von Gewinnen und Verlusten kein positiver Saldo, keine Unternehmungsgewinne. Es könnten also weder Zinsen bezahlt werden, noch Reingewinne erzielt werden, die das Risiko decken. Ein positiver Gewinnsaldo und damit die Möglichkeit, Zinsen zu bezahlen und Reingewinne zu erzielen, die das Risiko deckt, kann somit gesamtwirtschaftlich nur entstehen, wenn Geld zufließt“.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Lösung</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wie fliesst aber in der modernen Wirtschaft Geld zu? Wir wissen es bereits: indem die Unternehmungen bei den Banken Kredite aufnehmen, die die Banken mindestens zum Teil durch Geldschöpfung bereitstellen, also durch Vermehrung der Geldmenge auf dem Kreditweg. Die Unternehmungen brauchen die Kredite – ich wiederhole – um  zu investieren, um das aufgenommene Geld,  zusammen mit dem reinvestierten Reingewinn für den Kauf von zusätzlichen Arbeits- und anderen Produktionsleistungen  zu verwenden. So steigen die Einkommen der Haushalte als Anbieter dieser Produktionsleistungen mit dem Wachstum der Produktion. </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em> </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Dabei ist zu beachten: Die Haushalte geben ihr Einkommen, das nicht gespart wird, sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben. Sie werden daher sofort zu Einnahmen der Unternehmungen. In diesem Zeitpunkt können die Unternehmungen aber nur die Produkte verkaufen, die schon produziert worden sind, die sie also vor der neuen Investition hergestellt haben, für deren Herstellung sie also im Betrag der neuen Investitionssumme weniger Geld ausgegeben haben.  Das bedeutet aber auch, dass die Einnahmen der Unternehmungen vor den Ausgaben für die Produkte, die sie verkaufen, steigen. So können im Wachstumsprozess im Durchschnitt, also im Saldo von Gewinnen und Verlusten, gesamtwirtschaftlich stets Gewinne entstehen. </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Auf diese Weise hält sich der Kapitalisierungs- und Wachstumsprozess mit Hilfe der Schulden, die zu Geld werden, selbst im Gange. Er wird zu einem perpetuum mobile. Der Wirtschaftskreislauf weitet sich zu einer Wachstumsspirale aus. In ihr entstehen die Gewinne, die nötig sind, damit sich diese Spirale immer weiter ausweiten kann, zusammen mit der realen Produktion.</em> (s. auch Anhang Auszug aus dem Buch Binswanger „Die Wachstumsspirale“)</p>
<p style="text-align:justify;"><em> </em></p>
<p style="text-align:justify;">Wie fließt also der modernen Wirtschaft zusätzliches Geld zu? Wohlgemerkt, die Unternehmungen borgen sich dieses zusätzliche Geld und zahlen damit Leistungen der Haushalte. Damit produzieren Sie schließlich zusätzliche Produkte. Die Produktion wird  mengenmäßig erhöht. Inzwischen kaufen die Haushalte mit diesem durch die zusätzlichen Einnahmen gestiegenem Einkommen, die vor der zusätzlichen Investition mit weniger Geld produzierten Produkte. Es entsteht ein Geldüberschuss.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie lässt sich die o. zitierte Erläuterung von Binswanger konkretisieren, wie bildet sie sich in der Realität ab? Dazu als Beispiel der folgende Versuch.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Unternehmergewinn:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Binswanger definiert Unternehmensgewinn wie folgt:</p>
<p style="text-align:justify;"><em>„Der Unternehmungsgewinn ist dem</em><em>gegenüber ein </em><em>Residuum, das sich aus der Differenz zwischen den Einnah­men ergibt, die sich aus dem Verkauf der Produkte ergeben, und den Ausgaben, die vorher beim Kauf bzw. Einsatz der Produktionsleistungen ent­standen sind“ </em>(S. 366, Die Wachstumsspirale). An anderer Stelle wird der Unternehmensgewinn als zusammengesetzt aus Zins und Reingewinn gesehen (<em>S.310, dito,&#8230; Anteil am Unternehmungsgewinn &#8230; Form des Zinses &#8230; in Form des Reingewinns..) </em>Wenn aber Fremdkapitalgeber „<em>grundsätzlich außerhalb der Unternehmung“ </em>(S. 78 dito) stehen<em>, </em>kann das so nicht formuliert werden. Dann muss der Zins ein Teil der Ausgaben sein und die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben ist dann der Reingewinn als Residuum. Außerdem stellt sich die Frage, wem gehört das Fremdkapital? Das Geld als Fremdkapital wird zwar wie unten erläutert mittels de Banken geschöpft, aber wem gehört dann dies so geschöpfte Geld? Dies ist die Unklarheit in der Geldschöpfungsthese von Binswanger</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Das Problem</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Unternehmen (U) schießen 1000 Geldeinheiten (GE), die sie als Kredit erhalten haben, als Bezahlung an die Haushalte (H) vor, wodurch 100 Wareneinheiten (WE) produziert werden- Die Haushalte erwerben damit voraussetzungsgemäß sogleich die so produzierten WE, die sie konsumieren. Die Unternehmen erhalten die 1000 GE zurück – der Kreislauf  ist geschlossen.</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="text-decoration:underline;">Wie ist nun ein Überschuss (Unternehmergewinn) von <strong>konstant</strong> 100 GE möglich? </span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Lösung (Binswanger)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die U nehmen einen Kredit von insgesamt 1000 GE auf und bezahlen damit die Leistungen der H. (Die Verteilung der Bezahlung, m.a.W. die Einkommensverteilung bleibt an dieser Stelle unberücksichtigt). Mit Hilfe dieser Leistungen werden 100 WE produziert. Nun soll – nach den Vorstellungen von Binswanger &#8211; zusätzlich Geld dadurch fließen, dass Kredite als Vorschuss aufgenommen, z.B. 100 GE werden. Wozu dient dieser Vorschuss? Er dient dem “<em>Kauf von zusätzlichen Arbeits- und anderen Produktionsleistungen“ </em>(s.o.). Zum Beispiel können weitere Arbeiter (Haushalte) eingestellt werde, die am vorhandenen Maschinenpark durch besser Auslastung zusätzliche Produkte der gleichen Art  – hier 10 WE &#8211; herstellen. Die zusätzlichen H erhielten dann den zusätzlichen Vorschuss. Oder es können produktivere Maschinen gekauft und die alten werden. Letztlich erhielten dann die in der Maschinenbauindustrie beschäftigen Haushalte den zusätzlichen Vorschuss. Die Herstellung der zusätzlichen WE benötigt Zeit. Inzwischen geben alle im Betrieb beschäftigte Haushalte Ihr so erlangtes “<em>Einkommen, das nicht gespart wird, sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben“</em> .</p>
<p style="text-align:justify;">Ihr Einkommen beträgt 1000GE + 100 GE = 1100 GE. Damit nehmen sie die vorher produzierten 100 WE ab, die für die U billiger, nämlich 1000 GE, waren (s.o. „&#8230;<em>für deren Herstellung sie also im Betrag der neuen Investitionssumme weniger Geld ausgegeben haben“). </em>Siehe dazu auch den Text aus dem Buch, Binswanger, Die Wachstumsspirale, im Anhang). Die U haben damit Einnahmen von 1100 GE und einen Gewinn von 100 GE. Es stehen aber diesen Einnahmen in gleicher Höhe Schulden gegenüber und eine Erhöhung der Produktion von 100 WE auf 110 WE. Die Gewinne entsprechen der Zunahme der Schulden und die Zunahme der Schulden einer Zunahme der Einnahmen von H. Die gesamten Einnahmen der U <strong>inklusive der Gewinne </strong>(1000 € + 100 €)müssen nun wieder in die neue größer Produktion gesteckt (<strong>investiert</strong>) werden. Das ist die zweite Wachstumsrunde. Wieder werden, wie oben beschrieben, 100 GE zusätzliche Kredite aufgenommen, um zusätzliche 10 WE zu erzeugen usw. In der zweiten Runde wäre die Schuld auf 1200 gestiegen, die Produktion auf 120 WE gewachsen usw..</p>
<p style="text-align:justify;">Im Schema stellt sich das wie folgt dar:</p>
<p style="text-align:justify;">Schema:</p>
<table style="text-align:justify;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="28" valign="top">Nr.</td>
<td width="66" valign="top">U- Kredit (Schuld) (GE)</td>
<td width="94" valign="top">Bezahlung H vor    Erhöhung (GE)</td>
<td width="85" valign="top">Produktion vor Erhöhung (WE)</td>
<td width="95" valign="top">Kaufpreis/ Einnahmen H (GE)</td>
<td width="85" valign="top">Reingewinn (GE)</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">1.</td>
<td width="66" valign="top">1100</td>
<td width="94" valign="top">1000</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
<td width="95" valign="top">1100</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">2.</td>
<td width="66" valign="top">1200</td>
<td width="94" valign="top">1100</td>
<td width="85" valign="top">110</td>
<td width="95" valign="top">1200</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">3.</td>
<td width="66" valign="top">1300</td>
<td width="94" valign="top">1200</td>
<td width="85" valign="top">120</td>
<td width="95" valign="top">1300</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">4.</td>
<td width="66" valign="top">1400</td>
<td width="94" valign="top">1300</td>
<td width="85" valign="top">130</td>
<td width="95" valign="top">1400</td>
<td width="85" valign="top">100</td>
</tr>
<tr>
<td width="28" valign="top">5.</td>
<td width="66" valign="top">usw.</td>
<td width="94" valign="top"></td>
<td width="85" valign="top"></td>
<td width="95" valign="top"></td>
<td width="85" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align:justify;">Wegen der Entnahme des Gewinnes in konstanter Höhe, wachsen die Schulden der Unternehmer linear. Ihnen stehen wachsende Einnahmen als Sichtguthaben der Haushalte gegenüber. Auch die Produktion von Waren wächst linear. Da aber der Unternehmergewinn als Rate (Zinsrate + Gewinnrate) gefordert wird, dürfte das Wachstum exponentiell aussehen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/spiralschema0001.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-118" title="SpiralSchema0001" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/spiralschema0001.jpg?w=442&#038;h=336" alt="SpiralSchema0001" width="442" height="336" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Im Diagramm erscheinen die Kredite und Sichteinlagen nicht, stattdessen sind Kapitaleinsatz und Kaufkraft genannt. Das Wachstum kommt deswegen zustande, weil die Unternehmungen Ihren Überschuss zur Produktionsausweitung (die Produktion wird mengenmäßig erhöht) <strong>investieren</strong>. Der Gewinn wird durch eine Verschuldung der Unternehmen realisiert. Das ist ja auch nicht erstaunlich, da die Unternehmen voraussetzungsgemäß dazu Kredite aufnehmen (s.o. „<em>Wie fliesst aber in der modernen Wirtschaft Geld zu? Wir wissen es bereits: indem die Unternehmungen bei den Banken Kredite aufnehmen,</em>).</p>
<p style="text-align:justify;">Aber es gibt auch andere gesellschaftliche Gruppen, die Überschüsse haben. Bei den Haushalten setzt Binswanger voraus, dass diese ihre Einnahmen gleich wieder ausgeben und dass „Sparen“ offensichtlich als Reduzierung der Ausgaben angesehen wird: „<em>Die Haushalte geben ihr Einkommen, das nicht gespart wird, sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben</em> <em>.</em>Doch die Manager als Haushaltsgruppe haben so hohe Einkommen, dass sie diese für ihren eigenen Konsum gar nicht ausgeben <strong>können</strong>.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann gibt es da noch den Staat als Schuldner und natürlich Haushalte, die nicht in der Situation von Managern sind und zum überleben Schulden aufnehmen müssen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Modell erklärt den Wachstumszwang als Zwang zum investieren. In seinem Buch „Die Wachstumsspirale“ beschreibt Binswanger sowohl die negativen  Seiten als Horrorvision der bedenkenlosen Ausbeutung von menschlichen und natürlichen Ressourcen, als auch die positiven  als Verheißungen des Reichtums für alle und den Versprechungen von beglückenden Innovationen und Kreativitäten. Reichtum für alle? Das Schema zeigt ja, wie die Einnahmen, das ist die Kaufkraft der Haushalte, steigen! Den Schulden der Unternehmen stehen wachsende Einnahmen als Sichtguthaben der Haushalte gegenüber.</p>
<p style="text-align:justify;">An dieser Stelle ist zu fragen, wie Sparguthaben entstehen? Sichtguthaben sind Zahlungsmittel, mit denen die Produkte der nächsten Runde im Wachstumsprozess abgenommen werden. Mit Sparguthaben kann man nicht zahlen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie kommt es aber zu der einseitigen Reichtumsverteilung, die sich in der einseitigen Verteilung festgelegter Guthaben (Geldvermögen) und der gegenüberstehenden ungeheureren gesellschaftlichen Verschuldung spiegelt?</p>
<p style="text-align:justify;">Binswanger vernachlässigt Faktoren, die er zwar anspricht, aber in ihrer Bedeutung verkennt. Das liegt an seinen Annahmen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Warenseite des Problems</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Zunächst an dem Modell von Binswanger auf, dass nur drei Parteien genannt werden: Banken, Unternehmer und Haushalte als Konsumenten einerseits und Leistungslieferer andererseits. Es fehlt der Staat. Außerdem wird nur die Geldseite dargestellt, die Warenseite fehlt.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist berechtigt, die Rolle der Unternehmen als Hauptkreditnehmer (Hauptschuldner) zu kennzeichnen. In der Statistik weisen die Unternehmungen (Groß- Mittelunternehmen und Selbstständige) einen Anteil von 70% der gesamtgesellschaftlichen Verschuldung auf. Aber es gibt auch den Staat mit einem Anteil von ca. 25% und die Privathaushalte mit einem Anteil von 5%.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Eine andere Sichtweise</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Betrachtet man sowohl die Warenseite als auch die Geldseite der Volkswirtschaft, so stellt sich die Überschussproblematik wie folgt dar: Die Unternehmungen produzieren mehr Waren als von den Haushalten aufgrund ihrer Einnahmen, die gleichzeitig die Ausgaben der Unternehmen sind, abgenommen werden können.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Soll der Warenüberschuss abgekauft und somit der Unternehmergewinn (Zins und Reingewinn) realisiert werden, so müssen sich Schuldner finden, die dafür Kredite aufnehmen.</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>1. Die Unternehmen </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Nach dem Modell von Binswanger akkumulieren sie die Kredite über Investitionen in einem dynamischen Wachstumsprozess.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Unternehmen können aber auch ohne zu investieren (Investition eine besondere Art des Konsums!!) den Warenüberschuss konsumieren (Bau von Palästen !). Die Wirtschaft wächst dann nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Unternehmen können außerdem den Warenüberschuss ins Ausland transportieren. Das ist der Fall des Exportüberschusses, bei dem mehr Waren exportiert als importiert werden. Die Waren werden so ins Ausland transferiert und dort in ausländischem Geld der Profit realisiert. Die einheimische Wirtschaft wächst dann nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Es könnte aber auch Folgendes eintreten: Der Warenüberschuss vergrößert das Warenangebot. Die Preise erniedrigen sich im Durchschnitt, die Haushalte können mehr kaufen und den Warenüberschuss konsumieren. Oder sie erhalten einen höheren Lohn und können sich dadurch mehr kaufen. Das Mehr an Waren wird so als Mehrwert zu den Lohnabhängigen transferiert – nach Marx und den Kapitalismusvertretern ein unwahrscheinlicher Fall, weil das Erzielen von Profit (Mehrwert) für den Unternehmer überlebensnotwendig ist (s.u. Investitionszwang/Gewinnrealisierung). Die Wirtschaft wächst nicht und die Unternehmen können aus ihrem Warenüberschuss den Gewinn nicht realisieren. (dazu Brodbeck)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>2. Der Staat, die Privathaushalte</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es können aber auch die Privathaushalte und der Staat als Repräsentant aller Haushalte („Der Staat sind wir!!“) Kreditnehmer sein. Sie kaufen mit dem Kredit den Warenüberschuss, um ihn zunächst nur zu konsumieren und seine Rückzahlung, wie im Falle des Staates, in die weite Zukunft zu verschieben. Dadurch häufen sich Schuldenberge auf der Seite der Haushalte und des Staates und Geldvermögen auf der Seite der Unternehmen. Werden die Schulden getilgt, gibt es zwei Möglichkeiten:</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schuldner schränken ihre Ausgaben ein – sie sparen – und tilgen mit dem Gesparten. Dann schrumpft die Volkswirtschaft. Oder</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schuldner verkaufen zusätzliche Leistungen, um mit dem Geld die Schulden zu tilgen. Diese Möglichkeit besteht nur für die Privathaushalte, wenn die Unternehmen bereit sind, die zusätzliche Leistungen abzunehmen. Das ursprüngliche Problem des Warenüberschusses stellt sich dadurch von Neuem. Es kommt zur von Binswanger beschriebenen Wachstumsspirale.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Modell von Binswanger muss die Volkswirtschaft im gleichem Maße wie die Unternehmensschulden/Guthaben wachsen. Im zweiten Fall, bei einer Verschiebung der Tilgung in die Zukunft, wächst die Volkswirtschaft nicht. Treffen beide Fälle zu, wachsen die Schulden/Geldvermögen schneller als die Volkswirtschaft. Im <span style="text-decoration:underline;">ersten Fall </span>haben die Unternehmen die Schulden und dem gegenüber die Haushalte die Guthaben. Im <span style="text-decoration:underline;">zweiten Fall</span> besitzen Staat und Privathaushalte die Schulden und die Unternehmen die Guthaben. Für die Profitrealisierung der Unternehmen spielt also der Staat mit seiner Verschuldung eine besondere Rolle. Verschuldet er sich nicht, müssen andere insbesondere die Unternehmen zur Gewinnrealisierung sich verschulden (s. H.J. Schlichte: „Schulden und Finanzkrise“, 2. Mai 2009 ) <a href="../2009/11/08/schulden-und-finanzkrise/">Schulden und Finanzkrise.</a></p>
<p style="text-align:justify;">Es kommt zum von Binswanger erläuterten Wachstums-/Schuldenzwang, den der Staat mit seiner Schuldenübernahme mildern würde. Wenn Wirtschaftswachstum also an seine Grenzen kommt und Schrumpfung droht, wäre dies die Alternative, die in der Realität auch zu beobachten ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit dem Wachstum einer auf Geld beruhenden Volkswirtschaft wachsen notwendigerweise auch die Schulden, weil das dafür nötige Geld über Kredite in den Umlauf kommt. Schulden sind Ausdruck einer auf Geld beruhenden Volkswirtschaft, denn Geld ist Ausdruck von Schuldverhältnissen, es kommt über Kredite in den Umlauf. Schulden sind aber auch Ausdruck von Besitzverhältnissen.</p>
<p>Nach der Auffassung von R. Dietz (s. sein Artikel „In Memoriam Gerhard Margreiter“, 2008, <a href="http://www.rd-coaching.at/">http://www.rd-coaching.at</a>) stellt Geld einen Ausgleich zwischen dem Geben und Nehmen von Leistungen her. Wenn eine Leistung geliefert wurde, wird Geld statt einer anderen Leistung angenommen, um es zu einem späteren Zeitpunkt und einem anderen Ort gegen eine andere Leistung einzutauschen. Wird nun Geld selbst abgegeben, so wird allerdings dieser Ausgleich zwischen Geben und Nehmen durchbrochen. Der Geldbesitzer fordert mehr Geld zurück als er gegeben hat, den Zins.</p>
<p style="text-align:justify;">Wird nun die Schuldentilgung durch Ausgabenkürzung der Schuldner (Sparen) erreicht, bleiben wieder Produkte liegen, die Volkswirtschaft schrumpf wie oben.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Halten wir fest: Das Wirtschaftswachstum erfolgt nur, wenn durch eine Investition , die zu einer mengenmäßigen Erhöhung der Produktion führt, die Gewinne realisiert werden. Der Wirtschaftswachstumszwang ist in diesem Sinne ein Investitionszwang. </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Warum müssen aber Unternehmen Gewinne realisieren? </strong>Binswanger argumentiert wie folgt (Die Wachstumsspirale“, 2006, S. 368):</p>
<p style="text-align:justify;">„Wenn dies nicht der Fall ist, sinkt die Gewinnrate und damit die Bereitschaft der Aktionäre (Anm.: Wer sind die Aktionäre und woher haben sie ihr Geld?) und damit auch der Banken, zusätzliches Geld als Kapital zur Verfügung zu stellen, was wiederum zu einer weiteren Senkung der Gewinnrate führt, bis schließlich die minimale Gewinnrate unterschritten wird, die genügt, damit das Risiko (Anm.: Die Banken sichern sich gegen dieses Risiko durch sog. Pfänder?), das mit dem Kapitaleinsatz verbunden ist, gedeckt wird. Wird sie unterschritten, werden die Aktionäre ihren Kapitaleinsatz zurückziehen. Entsprechend werden die Banken ebenfalls den Kapitaleinsatz reduzieren und ihre Kredite kündigen. Aus der Unterschreitung der minimalen Gewinnrate würde so nicht nur eine Minderung des Kapitalzuwachses und damit des Wachstums resultieren, sondern eine effektive Schrumpfung der Wirtschaft.“ (dazu Brodbeck)</p>
<p style="text-align:justify;">Danach liegt der Schlüssel für den Zwang, Profite erzielen zu müssen, in der Hand der Kapitalbesitzer. Sie fordern eine Entschädigung für ihr Risiko,dass ihr Kapitaleinsatz verloren gehen könnte.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wer sind die Überschusshalter? </strong>Eine bedeutende Gruppe sind die Unternehmen. Sie erzielen Reingewinne, die sie nach Binswanger (s. S. 365 – 370, Die Zinsspirale) z. T. investieren. Andere gesellschaftliche Gruppen mit Geldüberschuss (Überschusshalter) stellen ebenfalls einen Teil davon zum Investieren zur Verfügung, entweder direkt durch Anteilsübernahme oder indirekt, indem sie Fremdkapital bzw. Kredite gegen Zinsen anbieten. Investieren ist eine besondere Form des Konsums. <strong>Nur dieser </strong>führt zu dem von Binswanger beschriebenem  Wirtschaftswachstum. Unternehmungen können auch ihren Reingewinn dazu benutzen, um gewöhnlich zu konsumieren, z.B. um Paläste zu bauen. Ihre Wettbewerbssituation zwingt sie aber dazu, zu investieren. (s. dazu Brodbeck)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wie kann man Überschüsse erzielen?</strong></p>
<p style="text-align:justify;">durch Einkommensunterschiede, z.B. Managergehälter. Sie sind so groß, dass sie nur zu einem Teil für den Konsum ausgegeben werden können</p>
<p style="text-align:justify;">durch leistungsloses Einkommen, das auf Besitz beruht, nämlich:</p>
<ol>
<li>Besitz von Produktionsmittel (Unternehmen); er führt zum Profit (Unternehmergewinn)</li>
<li>Besitz von Geld; er führt zum Zins</li>
<li>Besitz von Boden und Immobilien, er führt zur Pacht bzw. Miete</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;">Die bisherigen Erläuterungen beschreiben sowohl den Zwang zum Wirtschaftswachstum im Sinne von Binswanger, als auch wie es zu dem Überschuss kommt und damit zur ungleichen Einkommensverteilung und Schuldenanhäufung. Sie weisen aber auch auf andere Lösungswege als sie Binswanger nennt. Er hält im Prinzip den Wachstumszwang als unausweichlich, wagt nur am Schluss seines Buches Bedenken, nachdem er ein Horrorszenarium von Schäden durch diesen Wachstumszwang andeutet, wenn er schreibt (S. 375):</p>
<p style="text-align:justify;"><em>„&#8230;Dann könnte es sich aufdrängen, Wege zu suchen, wie in geordneter Weise, &#8230;, der Spirallauf der Wirtschaft wieder allmählich in einen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Es würde dann notwendig sein, Vorstellungen über die Gestaltung einer Wirtschaft zu entwickeln, die in sich nachhaltig ist, d.h. den ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüchen optimal Genüge leistet.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">In dem schon erwähnten Vortrag Zürich 2007<em> </em>versucht er einen Ansatz von Lösungsvorschlägen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Lösungsvorschläge</strong></p>
<ul>
<li>Anpassung der Eigentumsformen an das Nachhaltigkeitsziel. &#8230;</li>
</ul>
<ul>
<li>Einbau der Eigenarbeit &#8230;. in die Einkommenspolitik</li>
</ul>
<ul>
<li>Umgestaltung der Rechtsform der Unternehmen zur Minderung des Wachstumsdrang</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;">In der Tat geht es um Besitz und Eigentum, die, wie oben beschrieben, Grundlage für die Überschussproblematik sind: Besitz von a.) Produktionsmittel, b.) Geld und c.) Boden</p>
<p style="text-align:justify;">An diesen Punkten können Lösungen ansetzen. Sie wurden von verschiedenen Autoren und Gruppen vorgeschlagen:</p>
<ol>
<li>Eine Maschinensteuer, eine entsprechende Lohnpolitik und die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens würde zu eine Minimalisieren der Gewinnrate führen, (Autor Moewe)</li>
<li>Eine Nutzungs- und Kreditgebühr würde zu einem Minimalisieren des Zinses führen (Freiwirtschaftler: Gloetlze, Creutz, Regionalgeld, u.a..)</li>
<li>Eine Kommunalisierung würde das leistungslose Einkommen aufgrund von Bodenbesitz abschaffen (Freiwirtschaftler).</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;">Überhaupt geht es darum, die Anhäufung von Geldvermögen durch Maßnahmen, wie z. B. den genannten, abzuschöpfen, sonst hilft sich das Wirtschaftsystem selbst. Es schrumpft; Firmen gehen pleite, verschwinden und mit ihnen zum großen Teil die Geldvermögen der Gläubiger. In der Realität bildet sich der Schrumpfungsvorgang durch Konjunkturzyklen ab. Diese verstärken aber die Ungleichverteilung der Eigentumsverhältnisse dadurch, dass es rechtzeitig vor einem Abschwung immer Eigentümer gibt, die ihr Vermögen sichern können. Bei dem nächsten Aufschwung haben sie dann bessere Bedingungen, ihr Vermögen zu vergrößern. Die treibende Kraft für Entstehung der Überschussproblematik – Zins, Gewinn, Pacht – ändert sich nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Kurzfristig übernimmt der Staat als „infallibler Schuldner“ eine andere Lösung. Da er in der Lage ist, die Rückzahlung von Schulden in die weite Zukunft zu verschieben, mildert er durch Schuldenübernahme die Überschussproblematik kurzfristig, löst sie aber nicht. Als ironische Bemerkung im Klappentext zum Buch von P.C. Martin: „Aufwärts ohne Ende“, 1988 heißt es dazu:</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Zum ersten Mal in der Geschichte ist es gelungen, das Überschuldungs-Problem, das letztlich auf einen unlösbaren Gläubiger/Schuldner-Konflikt und den Bürgerkrieg hinausläuft, zu entschärfen – durch den größten Trick der Weltgeschichte: durch die Einführung des Sonderkontos “Staat“, das immer weiter belastet wird, ohne dass es uns belastet. &#8230; Paul C. Martin, lange Zeit als “Crash-Prophet“ verschrien, erklärt: „Das ist es! Ich widerrufe! Jedes Problem löst sich hinfort von selbst, auch das der sogenannten &gt;&gt; Überschuldung&lt;&lt; &#8211; indem wir alle noch viel schneller noch viel höhere</em> <em>Schulden machen. Eine Alternative zu dieser Politik ist weder diskutabel, noch in Sicht!</em></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Anhang 1: H. Chr. Binswanger</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Aus dem Buch Binswanger „Die Wachstumsspirale“, 2006, S. 367 bis 368.</p>
<p style="text-align:justify;">„Die Unternehmungen benutzen die Kredite, d.h. den Zuwachs des Fremdkapitals &#8211; &#8230;.- dazu, zusätzliche Produktionsleistungen von den Haushalten zu kaufen. Entsprechend steigen die Einkommen der Haushalte uno actu mit der Kapitalerhöhung, während die Unternehmungen noch die Produkte anbieten, die vor der Kapitalerhöhung hergestellt wurden, denn die Herstellung der Produkte und die Bereitstellung zum Verkauf benötigen ja Zeit. Deswegen wird ja ein Vorschuss, d.h. ein Kapitaleinsatz benötigt! Da die höheren Einkommen unmittelbar zu einer erhöhten Nachfrage nach den Produkten der Unternehmungen führen, steigen auch die Einnahmen der Unternehmungen fast uno actu mit dem Kapitalzuwachs. So stehen stets höhere Einnahmen den Ausgaben gegenüber, die die Unternehmungen tätigen mussten, um die Produkte herzustellen, die sie verkaufen. Da der Gewinn die Differenz ist zwischen den Einnahmen und den Ausgaben für die Produkte, durch deren Verkauf die Einnahmen erzielt werden, resultiert auf diese Weise im wirtschaftlichen Wachstum gesamtwirtschaftlich stets ein zusätzlicher Gewinn aus dem Zuwachs des Kapitals. Dabei können wir davon ausgehen, dass dieser hoch genug ist, um das eingegangene Risiko zu kompensieren, weil dies die Voraussetzung ist, dass überhaupt Kapital zur Verfügung gestellt wurde.“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Anhang 2: K.H. Brodbeck</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Quelle des Überschusses</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Sozialisten, als auch ihre Gegenspieler die Kapitalisten sehen die Notwendigkeit, Überschuss in der Produktion zu erzielen, im Wettbewerb. Dazu K.H. Brodbeck, Umrisse einer postmechanischen Ökonomie, <a href="http://www.fh-wuerzburg.de/professoren/bwl/brodbeck/postmech.htm">http://www.fh-wuerzburg.de/professoren/bwl/brodbeck/postmech.htm</a> , in: R. Benedikter (Hg.), Postmaterialismus, Band 1: Einführung postmaterialistische Denken, Wien 2001, S. 117-142.</p>
<p style="text-align:justify;">Er sieht die Quelle nicht so sehr im Wettbewerb, sondern im „Denkmodell des Kaufmanns“, aus Geld mehr Geld zu machen.</p>
<p style="text-align:justify;">„Wenn es einen <em>Überschuß </em>(durch „Ausbeutung“) gibt, dann wäre es für eine Firma vorteilhaft, auf einen Teil des Überschusses pro Produkt zu verzichten, die Preise zu senken und durch größere Marktanteile insgesamt die Profit<em>masse </em>zu erhöhen. Andere werden das aber nachahmen. Wenn also der Wettbewerb funktioniert, führen schrittweise Preissenkungen zur <em>Elimination </em>jedes Überschusses. Der <em>Einzelvorteil </em>einer Preissenkung schwindet, wenn sie allgemein nachgeahmt wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Es muß also eine Quelle in der Wirtschaft geben, durch die unaufhörlich ein <em>neuer </em>Überschuß entsteht, der im Gewinn, in steigenden Löhnen und im Zins erscheint. Diese Quelle ist die <em>kreative Umwälzung </em>gewohnter Muster der Produktion und des Konsums&#8230;.Das kaufmännische Interesse an einer <em>Verzinsung </em>des Kapitals unterwirft nach und nach alle Lebensbereiche, mit dem Ziel, durch <em>Innovationen </em>einen Pioniergewinn zu erwirtschaften, &#8230;. Da aber jede Neuerung früher oder später auf <em>Nachahmer </em>stößt, sorgt der Wettbewerbsprozeß dafür, daß die <em>relativen </em>Vorteile wieder verschwinden. Die Gewinne schmelzen weg und machen <em>erneute Innovationen </em>notwendig, um so in permanenter Beschleunigung und Umwälzung jährlich jenen Überschuß zu erwirtschaften, &#8230;.. Der Preis dieses Prozesses ist die immer wieder neue <em>Zerstörung </em>alter Gewohnheiten, traditioneller Handlungsregeln, wie sie in der Technik, beim Konsum oder in den übrigen Bereichen der menschlichen Kultur erscheinen.“ (K.H. Brodbeck (Kreativität und Unsicherheit,. Zur Synthese von Schumpeter und Keynes, 1996, <a href="http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de/">http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de</a> ).</p>
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		<title>Schulden und Finanzkrise</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 20:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Schulden und Finanzkrise
(2. Mai 2009)
Zur deutschen politischen Situation:
In Kommentaren zur Finanzkrise verengt sich der Blick sehr häufig auf Deutschland. Doch weltweit haben die Staaten dieselben Probleme und Ursachen.. Deutschland stellt sich bei der Lösung im Vergleich z.B. zu den nordischen Staaten besonders dämlich an. Außerdem ist die BRD, sowie China und Japan mit ihren Außenhandelsüberschuss [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=101&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:center;"><strong>Schulden und Finanzkrise</strong></p>
<p style="text-align:center;">(2. Mai 2009)</p>
<p style="text-align:justify;">Zur deutschen politischen Situation:</p>
<p style="text-align:justify;">In Kommentaren zur Finanzkrise verengt sich der Blick sehr häufig auf Deutschland. Doch weltweit haben die Staaten dieselben Probleme und Ursachen.. Deutschland stellt sich bei der Lösung im Vergleich z.B. zu den nordischen Staaten besonders dämlich an. Außerdem ist die BRD, sowie China und Japan mit ihren Außenhandelsüberschuss und ihrer Fixierung auf den Export ein Teil des Problems. Der Gegner in diesem Spiel sind die USA. Dazu ein Artikel von dem Schweizer Walter Hirt über Schulden (W.Hirt, Im Würgegriff der Schulden, in Smart Investor 11, 2004<em>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Ein Freund fragt mich: „Das Geld, das heute fehlt, war ja mal da. Kann man davon nichts zurück holen ?“ In der Tat es ist da: Kommentar in der WELT-online von G. Heller am 30.01.09: „<em>Die Kapitalmärkte quellen geradezu über vor Liquidität. Billionen Dollar liegen auf Giro- und Festgeldkonten.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Hintergrund ist die Konzentration von Geldvermögen in wenigen Händen: Im Jahre 2007 betrug das Geldvermögen privater Haushalte 4,6 Billionen Euro in Deutschland, das zu 61% in den Händen von 10% der Haushalte lag. Erweitert man den Personenkreis, so besitzen 40% der Haushalte 96% des Geldvermögens, 60% dagegen nur 4% (Quelle: dt. Inst. F. Wirtschaftsf.). Mit den Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und dem Staat betrug das Geldvermögen 7,9 Billionen Euro (2,8 bzw. 0,5 Bill €).</p>
<p style="text-align:justify;">Dazu H. Creutz in Zeitschrft. F. Humanwirtschaft „..Selbstvermehrung der Geldvermögen“ über <em>Geldvermehrung und Finanzkrise: </em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>„Über die Hintergründe unserer derzeitigen Banken- und Wirtschaftskrise, als Folge der Ein­brüche auf den Finanzmärkten, wird fast genau so viel spekuliert, wie vor­her an den Börsen dieser Welt. Als Ur­sachen für diesen Einbruch werden die fragwürdigen Immobilienkredite ebenso angeführt wie die mangelnden staatlichen Regulierungen, die falsche Geld- und Zinspolitik der Notenbanken oder auch die Gier der Menschen. Die tatsächlich auslösende Ursache wurde jedoch bisher so gut wie nie angesprochen: Das seit Jahrzehnten andauernde Überwachstum der Geldvermögen! Dabei resultieren daraus nicht nur die viel beschriebenen aktuellen Exzesse und Hiobsmeldungen unserer Tage, sondern auch die seit Jahr­zehnten diskutierten sozialen und ökologischen Fehlentwicklungen in unseren Volkswirtschaften!</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Dieses Überwachstum der Geld</em><em>vermögen wird bereits deutlich, wenn man die Entwicklung der Geldvermögen in Deutschland mit jener der volks­wirtschaftlichen Leistung vergleicht: Während diese Leistung, das BIP, in inflationsbereinigten Größen von 1950 bis 2005 auf das 8-fache gesteigert wurde, sind die Geldvermögen in der gleichen Zeit auf das 45-fache explodiert! Oder anders ausgedrückt: Lagen die Geldvermögen Anfang der 1950er Jahre noch bei 60% des BIP, haben sie inzwischen die Marke von 320% überschritten! Das heißt: Die Geldvermögen sind heute bereits 3,2mal so groß wie unsere jährliche Wirtschaftsleistung! Diese wuchernden Geldvermögen mussten jedoch, zur Schließung des Geldkreislaufs und Absicherung der Nachfrage, über Kredite in die Wirtschaft zurückgeführt werden. Das bedeutet, dass im Gleichschritt mit den Geldvermögen nicht nur die Verschuldungen angestiegen sind, sondern auch die Zinsströme, die aus der Leistung der Volkswirtschaft laufend bedient werden müssen! Da die Volks­wirtschaften mit diesem Überwachstum jedoch immer weniger mithalten können, sind sie &#8211; aus einfachen mathematischen Gründen &#8211; letztendlich zum Scheitern verurteilt.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Die Schulden der dt. Volkswirtschaft betrugen insgesamt 7,5 Bill. €, die sich zu 74% auf Unternehmen, zu 21% auf den Staat und zu 5% auf die private Haushalte verteilen. (Quelle Dt. Bundesbank 2007, nach 95 wurde anders gezählt, Einzelkaufleute u. Selbstständige zählten zu den Privathaushalten. Nach dieser Zählung verteilen sich die Schulden zu 59% auf die Unternehmen, 20% Privathaushalte, 21% der Staat).</p>
<p style="text-align:justify;">Geredet wird nur von den Staatsschulden!</p>
<p style="text-align:justify;">Fast alle Talkshow – Debatten frönen dabei einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise, wenn es heißt, die Staatsschulden würden zur Belastung zukünftiger Generationen werden. Zukünftige Generationen besitzen auch das Geldvermögen, das diesen Schulden gegenübersteht. Was der nächsten Generation aufgebürdet wird, ist die Aufgabe, dieses Zwillingspaar Schulden/Geldvermögen aufzulösen. Es geht um die Lösung des Verteilungsproblems von gesellschaftlichem Reichtum.</p>
<p style="text-align:justify;">Und noch eins: Wenn der Staat keine Schulden macht, sucht sich das Finanzkapital Schuldner bei den Unternehmen, die die Kosten dafür an die Konsumenten weiterreichen. So oder so, ob über den Preis oder über Steuern landet das Problem bei der Bevölkerung. Die 7,5 Billionen € Schulden/Geldvermögen des Jahres 2007 bleiben bestehen</p>
<p style="text-align:justify;">Dieses Zwillingspaar wird durch die Zinseszinsdynamik ständig vermehrt, da können die Politiker hoch- und runterspringen, es sei denn sie ändern etwas an der Zinseszinsdynamik und der Verteilungsproblematik. Deswegen sind die Staatsschulden den Unternehmerschulden sogar vorzuziehen, wenngleich auch keine Lösung, weil jene die Möglichkeiten bieten, sich die Schuldenkosten über die Steuern bei den Vermögenden zurückzuholen, etwa durch eine Steuer auf Vermögen aus Geld- und Geldderivaten oder durch eine Erbschaftssteuer. Dies ist eine Frage des Funktionierens, eines sich selbstverstärkenden Regelkreises, eines selbstverstärkenden Prozesses der Umverteilung. Ein Techniker hätte hier schon längst versucht, ein Dämpfungsglied in Form einer Rückhaltegebühr in die positive Rückkopplung einzubauen. Insofern ist es eine Gerechtigkeitsfrage<strong>:</strong> der Wille zu diesem Schritt fehlt. Oder ist leitungslose Geldvermehrung – der Zins –ein Naturereignis? Dazu der Artikel von E. Scheunemann „Mythos der Schuldenfalle“.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass das Finanzkapital sich neue Schuldner bei den Unternehmern holt, wird durch folgenden Grafiken anschaulich: sanken die Staatsschulden (1950-1970 und 97 bis 01) stiegen die Unternehmerschulden.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/schuldenentwicklung2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-165" title="Schuldenentwicklung" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2009/11/schuldenentwicklung2.jpg?w=651&#038;h=683" alt="Schuldenentwicklung" width="651" height="683" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p><strong> </strong></p>
<p><img src="/DOCUME%7E1/User/LOCALS%7E1/Temp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:center;">(Nach 95 wurde anders gezählt, Einzelkaufleute u. Selbstständige zählten zu den Privathaushalten, die rote Kurve 97-07  liegt deswegen höher als die 50-98)</p>
<p style="text-align:justify;">Aussichten auf eine Lösung der augenblicklichen Weltwirtschaftkrise bieten die Wirtschaftstheoretiker Schumpeter und Nefiodow, die sich auf den russischen Wirtschaftswissenschaftler, Kommunisten und Verteidiger der Marktwirtschaft beziehen (er bezahlte unter Stalin sein Eintreten für die Marktwirtschaft mit dem Leben). Dazu zwei Artikel: L. Berger : Der 6. Kondratieff u. R. Land : ein neuer Kondratieff&#8230; Die genannten Wirtschaftswissenschaftler haben die ungeheure Innovationskraft des Marktes deutlich gesehen, was die Sozialisten mit ihrer grundsätzlichen und berechtigten Kritik an dem durch den Markt bestimmten Warencharakter jeder menschlichen Tätigkeit verkannt oder übersehen haben. Diese „zerstörerische Destruktivität“ im neutralen Sinne ist nach K.H. Brodbeck (Kreativität und Unsicherheit,. Zur Synthese von Schumpeter und Keynes, 1996) die eigentliche Triebkraft des Kapitalismus, der sich auf die Marktwirtschaft bezieht, die eigentliche Quelle des Profites. &#8230;<em>Die Kreativität wenigstens des europäischen Managements scheint seit vielen Jahren vor allem darin zu bestehen, immer neue Begründungen für die Entlastung von der Kostenseite her zu erfinden. Der »schlanken Produktion« hat sich auch eine allzu schlanke kreative Energie hinzugesellt, und staatliche Subventionspolitik hat die Kostenverwaltung, nicht aber den kreativen Wandel Europas finanziert und unterstützt.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Die Politik täte in der augenblicklichen Weltwirtschaftskrise gut daran, Schumpeter zu folgen, um solche Produkte zu unterstützen, die innovativ sind, die vor allem ein kreatives Potential in Forschung und Ausbildung fördern. Dies fordert einen Rahmen für die Marktwirtschaft (Soziale Marktwirtschaft).</p>
<p style="text-align:justify;">Aber das genügt nicht. Vielen Theoretikern ist gemeinsam, dass sie die Verteilungsfrage der Geldmittel und die damit verbundene Zinseszinsdynamik vernachlässigen. Eine Kapitalkonzentration ist zwar für die Investition wichtig, extreme Verwerfungen aber für die Volkswirtschaft schädlich. Grosse Konzerne und alte Industrien werden zu unbeweglichen Dinosauriern, mehrfache Milliardäre, losgelöst von jeglicher Realität des normalen Lebens zu gierigen Monstern.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Verteilungsfrage</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2008/10/25/die-verteilungsfrage/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 21:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Add new tag]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommensverteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismuskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Die Verteilungsfrage
Im Kreislaufmodell der Wirtschaft, bei dem das Geld in die eine Richtung fließt und entgegengesetzt die Güter und Leistungen, gilt, dass die volkswirtschaftlichen Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind. Das heißt, eine Volkswirtschaft ist dann stabil, wenn die Einzelnen der beteiligten Gruppen das wieder ausgeben, was sie einnehmen.
Welche Wirkung hat es aber auf die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=94&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><!--[if !mso]&gt; &lt;!  v\:* {behavior:url(#default#VML);} o\:* {behavior:url(#default#VML);} w\:* {behavior:url(#default#VML);} .shape {behavior:url(#default#VML);} --> <!--[endif]--><!--[if gte mso 9]&gt; Normal   0   21 &lt;![endif]--><!--  --></p>
<p align="center"><strong>Die Verteilungsfrage</strong></p>
<p>Im Kreislaufmodell der Wirtschaft, bei dem das Geld in die eine Richtung fließt und entgegengesetzt die Güter und Leistungen, gilt, <strong>dass die volkswirtschaftlichen Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind</strong>. Das heißt, eine Volkswirtschaft ist dann stabil, wenn die Einzelnen der beteiligten Gruppen das wieder ausgeben, was sie einnehmen.</p>
<p><strong>Welche Wirkung hat es aber auf die Volkswirtschaft, wenn einzelne Gesellschaftsgruppen mehr Geld einnehmen als sie ausgeben können</strong> oder wollen, indem sie entweder &#8222;sparen&#8220; (man sollte besser von „Einkommensüberschuss erzielen&#8220; sprechen) oder Gewinne machen (Gewinn als positiver Saldo aus Ausgaben, bzw. Kosten und Einnahmen)? Es ist logisch, dass sich dieser Überschuss als Geldvermögen in den Taschen dieser Gesellschaftsgruppen <strong>anhäuft</strong>. Wenn dieses Geld nicht wieder ausgegeben wird, sei es als Konsum oder Investition (eine besondere Konsumart), sondern in die Schweiz verschoben wird oder in Spekulationsblasen verschwindet, fehlt es der Volkswirtschaft. Diesem nicht ausgegebenen Überschuss stehen produzierte Güter, bzw. Leistungen gegenüber, die nicht vom Markt geräumt werden. Unternehmen gehen pleite, die Volkswirtschaft schrumpft.</p>
<p>Das folgende Zahlenbeispiel soll diese Aussagen illustrieren :</p>
<p><em>Hier wird die sog. reiche Gruppe, bei der die Einnahmen größer sind als die Ausgaben und die einen Bevölkerungsanteil von 25%, umfassen soll, in ihren Einnahmen dem großen Rest der Bevölkerung gegenübergestellt werden. Sie soll einen Einnahmeanteil von 40% am BIP haben, hier mit 2000 Mrd. €./Jahr angegeben</em><em> (</em><em>lt. Stat.Bu.Amt hatte 2001 ein Bevölkerungsanteil von 25% einen Anteil von ca. 56,6% am Gesamteinkommen )</em><em>. Beim großen Teil der Bevölkerung sind im Wesentlichen die Ausgaben so groß wie die Einnahmen. Die Ausgaben des kleinen reichen Teils mögen bei <span style="text-decoration:underline;">konstant</span> (!) z.B. 720 Mrd. Euro/Jahr liegen, das sind 36% des <span style="text-decoration:underline;">anfänglichen</span> (!) BIP von 2000 Mrd. €. Der Gewinn würde dann anfänglich bei 4% BIP liegen oder 10% des anfänglichen Einkommens, der voraussetzungsgemäß angehäuft wird. Da die Ausgaben immer auch die zukünftigen Einnahmen sind, schrumpft das BIP im folgenden Jahr, in unserem Beispiel um 80 Mrd. € (4% von 2000). Das BIP schrumpft unter diesen Voraussetzungen solange , bis die Ausgaben der reichen Gruppe gleich deren Einnahmen sind, d.h. bis in unserem Beispiel 720 Mrd. € 40% des dann erreichten BIP ausmachen, also auf 1800 Mrd. €. Der Gewinn ist dann natürlich auf null geschrumpft (Marx: tendenzielle Fall der Profitrate = Keynes: Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals)</em></p>
<p>Das Entscheidende bei diesem Vorgang ist, dass der reiche Teil seine Einnahmen nicht konsumieren kann und Vermögen anhäuft. Verändern lässt sich diese Situation nur, wenn der Überschuss in die Volkswirtschaft fließt. Das geschieht heute über Kredite oder Investitionen, wenn dafür Zinsen bzw. Gewinne winken. Diese verschärfen aber auf die Dauer das Problem. Kredittilgung, Zinsen und Gewinne sind unter diesen Umständen nur möglich, wenn die Volkswirtschaft wächst. Dies bedeutet zwar für junge Volkswirtschaften eine kurzfristige Lösung, aber irgendwann kommt das System an seine Grenzleistungsfähigkeit (bei Keynes „Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals&#8220;, bei Marx „tendenzielle Fall der Profitrate&#8220; genannt), zu beobachten im Vergleich von jungen Volkswirtschaften wie die osteuropäischen und asiatischen und den alten wie die europäischen.</p>
<p>Die Politiker werden unsere Wirtschaftskrise nicht lösen können, wenn sie, wie die neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler diese Überschussproblematik ausblenden und nicht angehen, entweder, dadurch, dass die Entstehung gedämpft bzw. gedeckelt ( s.<a href="http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus"> http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/meudalismus.htm</a> ) oder der Überschuß durch Steuermaßnahmen (nicht nur steuerliche) abgeschöpft wird. Dies würde auch zum Vorteil der reichen Gruppen gereichen. Hauptursache für die Entstehung unserer krassen Einkommen- bzw. Vermögen- Ungleichverteilung ist  die Möglichkeit, durch Besitz knapper Wirtschaftsgüter wie Geld, Boden und Produktionsmittel im großen Stil leistungsloses Einkommen zu erzielen.In einem Artikel von Harald Wozniewski (<a href="http://www.dr-wo.de/">www.dr-wo.de</a> ) steht: „Einsamer Reichtum basiert auf der Verarmung der Bevölkerung &#8211; Gemeinsamer Reichtum auf der Beschränkung der Reichen&#8220;.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Fazit</span></strong></p>
<p align="center"><strong>Unser Wirtschafts- und Geldsystem kann so nicht krisenfest funktionieren</strong>:</p>
<p>Ungleiche Einkommensverteilung können zu wirtschaftlichen Störungen führen. (s. Grafik). Extreme ungleiche Einkommensverhältnisse entstehen vor allem dann, wenn es in der Gesellschaft Möglichkeiten gibt, durch den <strong>bloßen Besitz von knappen, aber für alle notwendigen Gütern leistungsloses Einkommen zu erzielen</strong> (gewinnbringendes Vermögen, s. <a href="http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus/">www.dr-wo.de/schriften/feudalismus/</a>) . In einer modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft sind:</p>
<ul type="disc">
<li>Produktionsmittel      knappe Güter. &#8211; <strong>Ihr Besitz führt zu      Profiten. </strong></li>
<li>Weiterhin      ist der Boden ein knappes, nicht vermehrbares Gut. &#8211; <strong>Sein Besitz führt zur Bodenrente.</strong></li>
<li>Aber      besonders ist Geld ein solches Gut, denn das Geld ist nicht nur bloßes      Tausch- , sondern auch Aufbewahrungsmittel, das durch Hortung      (Verschiebung, Spekulation) dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden kann      und dadurch knapp wird. Dies ist die Liquiditätspräferenz des Geldes, die      dazu führt, dass der Zins nicht unter den Liquiditätswert (erfahrungsgemäß      2%) sinkt. &#8211; <strong>Der Besitz von Geld      führt in unserem Geldsystem zum Zins als leistungsloses Einkommen.</strong></li>
</ul>
<p>Eine langfristig wirksame und nachhaltige <strong>Therapie</strong> kann nur in Maßnahmen liegen, die <strong>verhindern, dass durch den Besitz von knappen gesellschaftlich nötigen Gütern, im großen Stil leistungsloses Einkommen erzielt wird, z.B. durch den Besitz von Geld, Boden, Produktionsmitteln u.a..)</strong></p>
<p><strong>Das kann sein</strong>:</p>
<ul type="disc">
<li>Eine Decklung <strong>gewinnbringender      Vermögen </strong>(s. H. Wozniewski) <strong></strong></li>
<li>eine Besteuerung <strong>liquider Mittel</strong>, durch Einführung      einer Rückhaltegebühr (s. H. Creutz: Das Geldsyndrom; u. <a href="http://www.inwo.de/">www.INWO.de</a>)<strong></strong></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li>eine      Besteuerung der <strong>Kapitalvermögen</strong></li>
<li>eine      Besteuerung von <strong>Kapitalerträgen</strong></li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mechanik der kapitalistischen Krise 2008-10-25</strong></p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/10/bild-mechanik-krise.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-95" title="bild-mechanik-krise" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/10/bild-mechanik-krise.jpg?w=415&#038;h=282" alt="" width="415" height="282" /></a></p>
<p align="center"><!--[if gte vml 1]&gt; &lt;![endif]--></p>
<p>Die kapitalistische Wirtschaftskrise hat viele Ursachen und Folgen. Ein zentraler Punkt ist die <strong>einseitige Vermögensentwicklung.</strong> Das Schaubild aus „global news 1252 13-10-08, Abb. 03790)&#8220; von J. Jahnke (<a href="http://www.jjahnke.net/">www.jjahnke.net</a>) gibt dies wieder .</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hajosli.wordpress.com/94/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hajosli.wordpress.com/94/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=94&subd=hajosli&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		</media:content>

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	</item>
		<item>
		<title>Die Abzocker in der 2. Weltwirtschaftskrise</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2008/09/28/die-abzocker-in-der-2-weltwirtschaftskrise/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 20:44:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geldsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[
Abzocken
(aus: G. Moewe, Über Finanzkrisen und Beschleunigung, www.zeitschrift‑humanwirtschaft.de ‑ 02/2008

Als 1995 der 32‑jährige Nick Leeson die älteste, seit sieben Generationen in Familienbesitz befindliche britische Investmentbank, die Barings Bank ruinierte, weil er unbeaufsichtigt 1,2 Mrd. Dollar verzockt hatte, hielt man sowohl das Ereignis als auch die Höhe der Summe für wiederum für einmalig und unwiederholbar. Aber [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=85&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><!--[if gte mso 9]&gt; Normal   0   21 &lt;![endif]--><!--  --></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Abzocken</strong></p>
<p>(aus: G. Moewe, Über Finanzkrisen und Beschleunigung, www.zeitschrift‑humanwirtschaft.de ‑ 02/2008</p>
<p align="center">
<p>Als 1995 der 32‑jährige Nick Leeson die älteste, seit sieben Generationen in Familienbesitz befindliche britische Investmentbank, die Barings Bank ruinierte, weil er unbeaufsichtigt 1,2 Mrd. Dollar verzockt hatte, hielt man sowohl das Ereignis als auch die Höhe der Summe für wiederum für einmalig und unwiederholbar. Aber auch das war gar nichts gegen das, was noch kommen sollte: Mitte Januar 2008 verzockte ein 31‑jähriger Mitarbeiter namens Jerome Kerviel bei der zweitgrößten französischen Bank, der Societé Général, sogar fast 5 Mrd. Euro. Er hatte ein Jahr lang angeblich unkontrolliert mit 40 bis 50 Mrd. Euro jonglieren dürfen. Prolongiert man diese Entwicklung und würde es keinen crash geben, dann würde man irgendwann 14‑jährige mit einer Billion herumspielen lassen, weil sie noch unter das Jugendstrafrecht fallen. &#8222;Eine Ära geht zu Ende&#8220;, sagt selbst George Soros. Endzeitstimmung.</p>
<p>Die entscheidende Frage dabei ist immer, wo diese Milliarden letztendlich landen. Darüber schweigen sich die Medien beharrlich aus. Sie landen natürlich bei den Wettgewinnern. Und das sind bestimmt nicht die bürgenden Staaten. Sie landen auf den privaten Konten von Leuten, die noch Geld zum Verwetten haben. Das legt den Verdacht nahe: Bankenskandale sind längst keine Naturereignisse oder Unfälle mehr, sondern augenzwinkernd geduldete Umver­teilungsaktionen von erarbeitetem Geld auf die Privatkonten von nicht arbeitenden Zockern. Der Bevölkerung wird dann weiszumachen versucht, das Geld sei &#8222;verbrannt <sup>2)</sup>. Im Auf­macher der Süddeutschen Zeitung vom 30.1.08 spricht der Weltökonom Nikolaus Piper von &#8222;fehlgeschlagenen Spekulationsgeschäften&#8220;. Irrtum! Wenn ich faule Kredite in getarnten Papieren verstecke und die anderen andrehe, dann sind solche Geschäfte aus der Sicht der Täter jedenfalls nicht „fehlgeschlagen&#8220;, sondern gelungen. Und wenn ich 5 Mrd. Euro auf die Privatkonten von Zockern verteile, ist auch das aus deren Sicht wohl kaum &#8222;fehlgeschlagen&#8220;, sondern allenfalls aus der Sicht der geneppten Bevölkerung. Und aus der Sicht jener Tausende, die dann zwecks &#8222;Sanierung&#8220; mit ihren Familien in das Schicksal der Arbeitslosigkeit entlassen werden.</p>
<p><sup>2)</sup></p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">G</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong> eldverbrennung:</strong><strong> </strong>„Bei Kursstürzen verbrennt Geld&#8220;. Eine nicht auszurottende Unwahrheit. Mit Ausnahme der so ge­nannten Erstemission ist aller Aktienhandel ein reines Wett­geschehen, ein volkswirtschaftliches Nullsummenspiel. Alles Geld, was von irgendjemandem gewonnen wird, wird von je­mand anderem verloren. Das Produkt aus Aktien und Kursen ist ein fiktiver Wert, der niemals als Ganzes realisiert werden kann. Bei steigenden Kursen bezahlen die Spätkäufer den Ge­winn der Frühkäufer. Bei fallenden Kursen die Spätverkäufer den der Frühverkäufer. Das gilt auch für den Fall von Manipula­tionen, Gerüchten, Crashs und Schwarzen Freitagen. Meist be­zahlen am Ende viele Kleinanleger, was wenige Großaktionäre vorher abgesahnt haben. Auch das Geld dieser Verlierer ist je­doch nicht verbrannt, sondern auf den Konten der Gewinner. Wie alle leistungslose Kapitalvermehrung ist auch die Aktien­spekulation ein Mittel, um sich Teile der realen, durch Arbeit erzielten Wertschöpfung anzueignen. Und wie alle leistungs­lose Kapitalvermehrung trägt auch sie zur ständig steigenden sozialen Ungleichverteilung bei. Das Gerede von der „Geldver­brennung&#8220; soll diesen Aneignungsvorgang in eine unvermeid­bare Katastrophe umlügen.</p>
<p align="center"><strong>global news 1227 19-09-08: Und wieder einmal: Verstaatlichung der Verluste, diesmal gigantisch<br />
</strong><a href="http://www.jjahnke.net/index.html">jjahnke.net</a><strong></strong></p>
<p>Die Banken haben in den letzten Jahren enorme Gewinne eingefahren und damit Reiche noch reicher gemacht. Der Aktienindex der US Financials ist immerhin seit 2004 bis zum Ausbruch der Krise um 43 % gestiegen. Der Anteil der Gewinne der amerikanischen Finanzindustrie an allen amerikanischen Unternehmensgewinnen stieg von 5 % Ende der 80er Jahre auf 40 % im vergangenen Jahr (Abb. 03703). Die Gewinnmarge am Umsatz nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern schoß auf 50 % hoch, während es sonst bei den amerikanischen Unternehmen nur ca. 27 % waren (Abb. 03704). Der Gewinn pro Aktie stieg auf 80 % über Durchschnitt aller Aktien (Abb. 03705).</p>
<p>Und nun will die amerikanische Regierung zu Lasten der Steuerzahler den wankenden Banken über minderwertige Papiere Schulden von 800 Milliarden Dollar abnehmen und in einen staatlichen Fund überführen, eine eindeutige Form von Verstaatlichung der Verluste. Außerdem soll ein separater 400 Milliarden Dollar Fund bei der Federal Deposit Insurance Corp. angelegt werden, um Investoren in Geldmarktfunds zu versichern. Die Wall Street reagierte begeistert, denn nun werden die Aktien wieder hochziehen können und wieder werden Reiche noch reicher werden. Es wäre der umfassendste derartige Staatseingriff seit der Depression oder in den Worten des Wall Street Journal &#8222;der größte Umbau des US-Finanzsystems seit den dreißiger Jahren&#8220;. Robert Preston von BBC nennt es &#8222;the mother of all bailouts&#8220;. Seiner Meinung nach wird es am Ende mehr als 1 Billion Dollar kosten und sich zu den bisherigen öffentlichen Leistungen von 300 Mrd Dollar addieren. Es wird auch die öffentlichen Finanzen der USA schwächen und den Dollar unterminieren.</p>
<p>Preston erwartet, daß die USA versuchen werden, die Lasten auf den Rest der Welt abzudrücken. Das können sie, solange der Dollar die Hauptreservewãhrung ist, notfalls &#8211; wie bei der Finanzierung von Kriegen &#8211; mit der Dollarpresse und der Verteilung der daraus resultierenden Inflation. In jedem Fall werden europäische Banken ähnliche Hilfestellungen erwarten, zumal etwa die Hälfte der faulen amerikanischen Hypothekenpapiere bei europäischen Banken gelandet sind. Warum nicht gleich auch die Verluste der europäischen Finanzindustrie verstaatlichen? Vieles in diese Richtung ist ohnehin schon geschehen, siehe IKB in Deutschland. Wird Steinbrück nun im kommenden Krisengespräch den deutschen Banken und ihren Aktionären ähnliche Wohltaten versprechen (und vielleicht zum Ausgleich die MWSt noch einmal anheben)?</p>
<p>Die Spekulanten sind auch in Deutschland heute massiv in Bankaktien eingestiegen, um die Gewinne zu Lasten der Steuerzahler in USA und am Ende wahrscheinlich auch in Deutschland voll mitzunehmen. Sie handelten heute für 1,5 Mrd Euro Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank, die daraufhin einen Sprung um 18 % bzw. 17 % nach oben machten (Abb. 03752), der Dax stieg um 5,4 % (Abb. 03717). Das Mindeste, was man von den Regierungen als Kompensation für den Steuerzahler erwarten würde, wäre eine massive Sondersteuer auf alle Kursgewinne bei Bankaktien. Aber natürlich wird es das im neoliberalen Kapitalismus nicht geben. Was man alternativ hätte erwarten müssen, wäre eine Teilverstaatlichung der Banken gewesen, so daß die Regierungen nach entsprechenden Kursgewinnen die Aktien zu Gunsten der Steuerzahler hätten wieder verkaufen können. Aber auch das wird natürlich nicht kommen.</p>
<p>Was man vor allem erwarten müßte, ist eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die die immer ungerechtere Einkommensverteilung wirksam bremst und zurückdreht. Andererenfalls haben die Reichen immer genug freies Kapital, um weiterzuspekulieren und sich notfalls vom Steuerzahler entschädigen zu lassen. Wann wird das endlich begriffen?</p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>global news 1229 21-09-08: Finanzielles Armageddon<br />
</strong><a href="http://www.jjahnke.net/index.html">jjahnke.net</a></p>
<p>So ähnlich sieht der finanzielle Untergang der Finanzwelt, die wir kennen, aus: Keine Bank traut mehr der anderen. Für Kredite untereinander werden erhorbitant prohibitive Zinsen verlangt. In USA für 3-Monate Libor heute 3,25 % oder 1,25 Punkte über dem Refinanzierungszins der Fed (Abb. 03764) , in Europa 5,005 % für 3-Monate Euribor oder mehr als 0,75 Punkte über dem Refinanzierungszins der EZB (Abb. 03718). Solche Zinsen verhindern fast jedes Kreditgeschäft unter Banken. Gleichzeitig steigt in Europa der Aufschlag für die Versicherung gegen Ausfälle von Junkbonds der Unternehmen auf über 6 % (Abb. 03636), in USA sogar auf über 8 %.</p>
<p>Der Zins für 30-Tage Papiere (außerhalb des Finanzsektor) springt in USA auf mehr als 6 % von 3 % nur eine Woche vorher (Abb. 03761). Gleichzeitig stürzt die Ausgabe neuer Papiere ab (Abb. 03762, 03763). Sie sind das Lebensblut der Wirtschaft. Wenn nichts passiert, taumeln nicht nur einige Banken ins Nichts, sondern die Unternehmensfinanzierung kommt ins Stocken und damit der gesamte Wirtschaftskreislauf.</p>
<p>Dies muß man sich vergegenwärtigen, wenn man über die unverantwortlich neoliberale Globalisierung der Finanzmärkte und die Billionen-Dollar-Notaktion der US Regierung nachdenkt.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Paradigma der Naturwissenschaft</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2008/09/28/paradigma-der-naturwissenschaft/</link>
		<comments>http://hajosli.wordpress.com/2008/09/28/paradigma-der-naturwissenschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 20:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[
Paradigma der Naturwissenschaften
(Das Denkmodell der Naturwissenschaften, Referat)
Ich möchte im Folgenden die Vorstellungen referieren, mit denen der Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, K.H. Brodbeck in seinen Schriften und Büchern die Naturwissenschaften charakterisierte (dazu die Literaturliste).
Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Auffassung, dass Menschen sich in ihrem Denken und Handeln von Modellen leiten lassen. Dadurch entsteht für sie eine Welt, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=78&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><!--[if gte mso 9]&gt; Normal   0   21 &lt;![endif]--><!--  --></p>
<h1 style="text-align:center;"><strong>Paradigma der Naturwissenschaften</strong></h1>
<p align="center">(Das Denkmodell der Naturwissenschaften, Referat)</p>
<p>Ich möchte im Folgenden die Vorstellungen referieren, mit denen der Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, K.H. Brodbeck in seinen Schriften und Büchern die Naturwissenschaften charakterisierte (dazu die Literaturliste).</p>
<p><strong>Ausgangspunkt seiner Überlegungen</strong> ist die Auffassung, dass Menschen sich in ihrem Denken und Handeln von Modellen leiten lassen. Dadurch entsteht für sie eine Welt, wie sie sie sehen &#8211; eine Weltsicht. Er entwickelt das Konzept von der gegenseitigen Abhängigkeit von Denkmodellen und Handlungen. Denkmodelle sind für ihn zunächst erinnerte Handlungsprogramme. „<em>Wir halten an Handlungsprogramme fest, weil sie einmal erfolgrein waren</em>&#8220; (s. 2, S. 106) ). Sie werden dann zu Denkgewohnheiten. Ob etwas als Erfolg angesehen wird, hängt wieder von unseren Erfahrungen ab, eingebettet in eine Vielzahl von Denkgewohnheiten. Denkmodelle haben also eine Geschichte und beziehen ihre Quellen aus dem sozialem Umfeld. Sie können „<em>zur Welt des objektiven Geistes, der Paradigma</em>&#8220; (s.1. S. 123) werden. In diesem Sinn hat auch T.S. Kuhn (Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 1977) den Begriff Paradigma eingeführt.</p>
<h3>Handlung, Handlungsprogramm, Denkmodell</h3>
<p>„<em>Bei einer Handlung verwirklicht jemand etwas in einer bestimmten Absicht</em>&#8220; (s.1. S. 85). Diese Absicht wird Handlungsprogramm genannt. Die Absichtsausführung ist dann die Funktion der Handlung („<em>Was ein Handlungsträge faktisch als Handlung vollbringt, erfüllt einen bestimmten Zweck&#8220;</em>, s.1. S. 86). Ausgelöst wird diese Verknüpfung von Handlungsprogramm und -funktion durch eine Wahrnehmung. Es ergibt sich also eine Folge von: Wahrnehmung (Signal) ® Programm ® Funktion, die sehr mechanisch anmutet. Unterschieden vom bloßem Verhalten oder von maschinellen Vorgängen wird diese durch die Beeinflussung und ihre Abhängigkeit von Bewusstsein- Entscheidung- Kreativmöglichkeiten &#8211; kurz durch die Freiheit des Menschen.</p>
<p>„<em>Ich nenne deshalb allgemeine sequenzielle Muster, die Handlungen lenken, Handlungsprogramme.</em>&#8220; (s.7, S. 9) Körperliche Abläufe können solche Handlungsprogramme sein, aber auch Denkprozesse. Diese sind sprachlich vermittelt, etwa bei alltägliche Handlungen z.B. durch den folgenden Dialog: „Ich werde um 14 Uhr zum Mittagessen gehen&#8220;. Sprachliche Vermittlung heißt, sie haben sowohl individuelle, als auch soziale, gesellschaftliche Bedeutung. Sollen sie funktionieren müssen sie oft zu Gewohnheiten, zu Denkgewohnheiten werden, z.B. die Handlungsabläufe beim Autofahren. Als Gewohnheiten besitzen sie einen maschinellen, automatischen Charakter.</p>
<p>„<em>Man kann das Gehirn, wie das Gerald Edelman vorgeschlagen hat, auch so beschreiben, dass es im Bruchteil von Sekunden unentwegt Handlungsprogramme entwirft, die dann &#8211; das sind die Denkprozesse &#8211; auf die sinnliche Wahrnehmung projizieren und jene Muster ausgewählt werden, die „passen&#8220;.&#8220;</em> (s.7. S. 10).</p>
<p>Die zur Gewohnheit gewordenen Denkmodelle bilden den Rahmen, in dem gedacht wird und werden so zur Metaphysik. „<em>Metaphysik wird also verstanden als ein allgemeiner Denkrahmen, in dem zwar gedacht wird, der aber als dieser Rahmen selbst in der Wissenschaft nicht explizit ist.</em>&#8220; (s.5, S.3)</p>
<h3>In welchem Rahmen denken Naturwissenschaftler?</h3>
<p>Kennzeichnend für sie ist die Unterscheidung von Subjekt und Objekt. Der Naturwissenschaftler als Subjekt steht seinem Gegenstand „Natur&#8220; gegenüber, dass er sinnlich bzw. mit seinen Messinstrument erfasst. In dieser Unterscheidung folgt er dem Denkmodell des Handwerkers, das bestimmend für das Denken in der Antike war: „<em>Wir sahen, dass Platon und Aristoteles immer wieder im Denkmodell des Handwerkers dachten. &#8230;&#8230;.Die abendländische Philosophie und Wissenschaft ist ein Abkömmling dieser Grundlegung.&#8220; </em>(s.1; S. 215)</p>
<p>Brodbeck stellt die Frage, was man bei einem Handwerker in seinem Tun zu beobachten ist.</p>
<p>Wenn eine Handwerker einen Stuhl herstellen will, benötigt er</p>
<p>1.      eine Vorstellung, eine Idee, wie der Stuhl aussehen soll,</p>
<p>2.      das Holz als Material,</p>
<p>3.      Werkzeuge und sein Können, um seine Vorstellung vom Stuhl zu verwirklichen, bis schließlich als</p>
<p>4.      Ziel der Stuhl als Zweck seiner Handlung entsteht.</p>
<p>In der Abfolge dieser vier Punkte zwingt (Pkt. 3) der Handwerker als Subjekt dem Holz (Natur) als Objekt (Pkt. 2) die vorgestellte Form (Pkt. 1) auf, so dass schließlich der Stuhl entsteht (Pkt. 4). Diese 4 Punkte entsprechen der Verallgemeinerung von den vier Verursachungen, mit der Aristoteles als Denkmodell die Welt erklärt: „<em>Das Denkmodell der vierfachen Verursachung </em>hat<em> unmittelbar an dieser handwerklichen Tätigkeit </em>Sinn<em>. Aristoteles formuliert es jedoch </em>allgemein, <em>macht es also überhaupt dadurch zu einem Denkmodell, und er </em>überträgt <em>es auf andere Sachverhalte, worin dieses Denkmodell dann als Metaphysik </em>Sinn erzeugt <em>„.(</em>s. 4, S. 8 ).</p>
<p>Wie der Handwerker steht der Naturwissenschaftler der „Natur&#8220; gegenüber. Im Prozess der Entwicklung der Naturwissenschaft reduziert er sich im Gegensatz zu diesem in seinem Denkmodell auf die Wirkung von Handlungen (Pkt. 3), indem er die Vorstellung einer allgemeinen Kraft entwickelt, fassbar in abstrakten Zahlen, die die Erscheinungen der Natur beherrschen, bis hin zu dem Bemühen, eine Weltformel zu finden, die als letzte Ursache diese bewirkt.</p>
<p>Wie kam es dazu?</p>
<h3><strong>Vom Handwerksmodell zum Denkmodell des Kaufmanns</strong></h3>
<p>Für Brodbeck war ein wichtiges Resultat des mittelalterlichen Aristotelismus „<em>die</em> einheitliche <em>Struktur, mit der die menschliche Gesellschaft und die Natur beschrieben wurden.&#8220;</em> (s.4. S. 11).Die Beschreibung dieser Natur war von dem Nutzen bestimmt, die sie für den Menschen hatte. Daran hat sich auch heute wenig geändert. Dennoch, sie wurde durch ein anderes Denkmodell &#8211; eine andere Betrachtung &#8211; überlagert.:</p>
<p>„Im historischen Sinn können wir dies durch das Vordringen einer neuen sozialen Struktur beschreiben: durch die von den Kaufleuten getragene Vermehrung des Geldes im Zins. Ihr liegt ein besonderer Handlungstypus zugrunde, der das einfache Handlungsmodell des Handwerkers als Denkform vielfach überlagert und modifiziert.&#8220; (s.4. S. 11)</p>
<p>Während beim Handeln des Handwerkers sowohl bei der Entstehung seiner Idee, als auch bei der Verwirklichung zum Produkt der soziale Aspekt eine entscheidende Rolle spielt, weil der Prozess der vielen handwerklichen Tätigkeiten ohne einen gesellschaftliche Austausch nicht möglich ist: die Ideen fallen nicht vom Himmel, Werkzeuge müssen hergestellt werde, Kenntnisse erworben und schließlich: muss das Produkt gegen ein anderes getauscht werden, um davon zu leben. „<em>Dieser Zusammenhang geht&#8230;..verloren; der Zweck erscheint hier als Hypostasierung, die zur bestimmenden Ursache wird. Der Prozeß der Vermittlung der vielen handwerklich Tätigen ist der Austausch. Und dieser Austauschprozeß findet im Kaufmann eine funktionale und personale Besonderung. Der Tausch ist ein Anderes als das Abarbeiten an Naturdingen im Handwerk. Aus dem Austausch erwächst das kaufmännische Gewinnstreben, die Maximierung des Zinses; eine den Tauschprozeß parasitär überlagernde, neuartige Funktion des Handelns,&#8230;</em> <em>Die zugehörige Denkform ist die reine Quantität, die alle anderen besonderen Maße regiert; Natur und menschliche Arbeit erscheinen als bloßer Widerstand gegen das Bestreben dieser unendlichen Geldvermehrung&#8230;..&#8220; </em>(s.4, S 11.). In der Geldvermehrung, die von der Zinseszinsformel bestimmte wird, erscheint die Zeit und die Zahl als allgemeines Mass.</p>
<p><em> </em></p>
<p>Die Entwicklung der Wirtschaft und die Entwicklung der Naturwissenschaft laufen parallel und bedingen sich einander. Das wird besonders sichtbar bei dem Begriff der Arbeit, der im 19 Jahrhundert unter dem Eindruck der Konstruktion von Dampfmaschinen entstand.</p>
<p><em>„Sieht sich der Handwerker in seinem je spezifischen Tun einem ebenso spezifischen Naturwiderstand gegenüber, so interessiert die Kaufmannsseele nur der allgemeine Widerstand, der sich dem ebenso allgemeinen Maß des Geldes und seiner Vermehrung widersetzt. Handwerkliches Tun ist in sich vielfältiges Handeln. Zwecke, Materialien und die Tätigkeitsarten unterscheiden sich. Die kaufmännische Subsumtion dieser vielen Tätigkeiten unter einen übergeordneten und abstrakten Zweck reduziert die Vielfalt der Handlungen auf eine einzige: Eine allgemeine Kraft (Arbeit), die wertvolle Güter hervorbringt, und dies in minimaler Zeit. Das Streben nach Maximierung einer reinen Quantität findet in der Mechanik seinen vollkommenen Niederschlag. &#8230;. </em><em>Während die Nationalökonomie den Begriff der allgemeinen, abstrakten oder einfachen Arbeit formuliert, entwickelt die Naturwissenschaft parallel dazu den Begriff einer allgemeinen Naturkraft „Arbeit&#8220;.</em><em>&#8220; </em><em>(s.4, S. 12.). </em></p>
<p>Aber auch die stärksten Kritiker der Nationalökonomie bleiben dieser auf die Mechanik reduzierten Sichtweise verhaftet. <em>„</em><em>Während </em><em>Karl Marx in der Tradition der klassischen Ökonomie die Frage nach der Erhaltung einer Wertsubstanz </em><em>stellt und die neoklassischen Ökonomen eine Erhaltung der Kapitalsubstanz für ihre Behauptung einer „Produktivkraft des Kapitals&#8220; postulieren, formuliert die Physik den Erhaltungssatz der Energie.&#8220;</em><em> </em><em>(s.4, S. 12.)</em></p>
<p>Anmerkung zu Marx</p>
<p><strong> </strong></p>
<h3>Kritik</h3>
<p>In seiner Kritik betrachtet K.H. Brodbeck zunächst das Handlungsprogramm (1) des Naturwissenschaftlers und danach die Folgen (2) die sich daraus ergeben.</p>
<p><strong>1. Kritik am Handlungsprogramm</strong></p>
<p>Das Experiment hat für dieses Handlungsprogramm eine zentrale Bedeutung. Wie der Handwerker hat der Naturwissenschaftler am Anfang seiner Handlung eine Idee &#8211; eine Hypothese. Dann stellt er durch Eingriffe bei dem als Gegenüber empfundenen Naturgegenstand eine experimentelle Situation ein, um das vorgestellte Ziel zu erreichen. Insofern stellt jedes Experiment eine Reduktion, eine Abstraktion auf eine einmalige Situation dar:</p>
<p>„<em>Bei </em><em>einem Experiment sind mehrere Dinge vorausgesetzt: </em><em>Erstens </em><em>muß man </em><em>wissen, </em><em>was </em><em>gemessen werden </em><em>soll&#8230;&#8230;.. Man kann nur messen, wenn man weiß, was gemessen werden soll. &#8230;&#8230;.Zweitens bezieht sich das eigentliche Experiment auf nur wenige Aspekte der Experimentalsituation. Es ist unwichtig, ob die Ablesung des Meßgeräts von einer, die Auswertung des Protokolls von einer anderen Person vorgenommen wird, &#8230;&#8230;. Es kommt also wesentlich nur auf die Ablesungen der jeweiligen Meßgeräte an, die zur untersuchten Theorie in Beziehung gesetzt werden. Um als brauchbares empirisches Resultat zu gelten, muß drittens auch die Bedingung erfüllt sein, daß andere Forscher in anderen Situationen, aber mit vergleichbaren Meßgrößen, dieselben Ergebnisse &#8211; im Rahmen von Fehlertoleranzen &#8211; reproduzieren können&#8230;.Die abgelesenen Messwerte müssen intersituatiov vergleichbar sein&#8220; </em>(s. 1, S. 148)</p>
<p>Die Geltung der Naturgesetze bezieht sich also auf diese besondere experimentelle Situation, in der störende Einflüsse fern gehalten werden, so dass zwischen zwei Messwerten ein mathematisch beschreibbarer Zusammenhang herstellbar ist.  Diese besondere Situation wird von dem Experimentator hergestellt. Es charakterisiert die naturwissenschaftliche Vorgehensweise &#8211; ihr Handlungsprogramm &#8211; diesen Experimentator nicht in Ihrem Modell zu berücksichtigen. Da aber irgendjemand die Werte ablesen muss, kommt die Quantenphysik als moderne Naturwissenschaft sehr wohl dazu, dass es hier einen Zusammenhang geben muss. Da in ihren Theorien der Experimentator und seine Messgeräte wegen dieser Haltung der Natur gegenüber nicht als mathematischen „<em>Term in einem Kalkül&#8220;</em> vorkommen können, muss sie notwendig zu der Aussage kommen, dass Beobachtetes und Beobachter nicht von einander zu trennen sind:</p>
<p>„<em>Die Quantenphysik &#8230;. beweist, dass eine Beschreibung der physikalischen Wirklichkeit, die vollständig unabhängig von den Mitteln wäre, mit denen wir sie beobachten, strenggenommen unmöglich ist</em>&#8220; (zitiert n. Brodbeck, s.1, S 150: L. de Broglie, Licht und Materie aaO., S. 241)</p>
<p>Der Hinweis auf die Quantenphysik bezieht sich vor allem auf die Diskussion der sog. Heisenberg&#8217;schen Unschärferelation, nach der bestimmte atomare Größen nicht gleichzeitig genau definiert gemessen werden können, also atomare Größen je nach Versuchsbedingungen in der einen oder anderen Form erscheinen.</p>
<p>Aber noch eine weitere Abstrahierung findet im Modell der Naturwissenschaft statt. Die Berechenbarkeit der in bestimmten Situationen auftretende naturwissenschaftliche Vorgänge ist nur möglich, wenn man sie auf einen Wirkung &#8211; Ursachen- Zusammenhang reduziert, während  alle anderen Bestimmungen ausgeblendet werden. Dahinter steht das mechanische Denkmodell des Kaufmanns des Strebens nach Maximierung einer reinen Quantität. Dazu Brodbeck:</p>
<p>„<em>Die Wirkung soll durch die Ursache erzeugt werden, die Wirkung gibt es nur, wenn es die Ursache gibt. Wenn nun die Ursache früher ist als die Wirkung, so bleibt unklar, wie es die Ursache schafft, die Zeit zu überbrücken, bis die Wirkung tatsächlich eintritt.&#8220; Ist aber die Ursache gleichzeitig mit der Wirkung gegeben, so ist sie nicht von der Wirkung unterschieden. Aus diesem Grund ist die Vorstellung von Ursache und Wirkung nur etwas, das wir als.Beschreibung für Erscheinungen verwenden, ohne für die Erscheinungen selbst bestimmend zu sein.</em>&#8220; (s.1. S. 157)</p>
<p>Die Beschränkung der zu beobachtenden Naturvorgänge auf ein Wirkung-Ursachen-Verhältnis führt zur Konstruktion von Maschinen. Vorbild ist dafür die Uhr. In der Uhrentechnologie verwirklicht sich die als „<em>Gegenstand gewordene Herrschaft der Zahl über die Bewegung&#8220;. </em>Endpunkt dieser Entwicklung ist die Suche nach einer allgemeingültigen Weltformel oder dem letzten Teilchen, auf dem alles aufbaut.</p>
<p><em>„Was als Beherrschung des Handelns durch eine Metahandlung, die alles an einem Maß mißt (dem Geld), seine soziale Prozeßstruktur besitzt, findet seine letzte metaphysische Konsequenz in einem Naturbegriff, der alle Naturgesetze als Geometrie </em><em>eines gekrümmten Raumes entfaltet: in Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, in der Reduktion auf eine quantitative Struktur</em>&#8220; (s. 4, S. 13)</p>
<p>Beschränkt (reduziert) auf diesen Handlungszweck, nur solche Erscheinungen als Gegenstand der Wissenschaft zu akzeptieren, die messbar, berechenbar sind, ist die Naturwissenschaft in der westlichen Zivilisation sehr erfolgreich gewesen. Sie begründet damit deren materiellen Wohlstand. Sie wurde zum allseits beherrschenden Denkmodell. Trotz dieses Erfolges vermag die Naturwissenschaft auf alle menschlich relevanten Fragen keine Antworten (Liebe, Schönheit, Trauer, Verlust) zu geben. Die meisten den Menschen besonders betreffenden Fragestellungen sind so nicht erfassbar.</p>
<p>Darüber hinaus ist die Natur als Ganzes zahlenmäßig nicht erfassbar.</p>
<p>Die Argumente dafür liefert die Naturwissenschaft selbst. In vielen Bereichen der Naturwissenschaft muss zur Erklärung von Naturvorgängen ihre Beschränkung auf die zahlenmäßige Erfassung aufgegeben werden.</p>
<ul type="disc">
<li>In      der Chemie räumen die Vorstellungen über die Arbeitsweise von      Katalysatoren der Form eine große Bedeutung ein.</li>
<li>In      der Chaostheorie bedeutet der Flügelschlag eines Schmetterlings große      Veränderung in weit entfernten Systemen.</li>
<li>In      der Quantenphysik kann man <em>zwar „messen, es ist aber &gt;&gt;unmöglich,      anzugeben, was mit dem System zwischen Anfangsbeobachtung und der nächsten      Messung geschieht&lt;&lt; (nach Brodbeck, s.1, S.160: W. Heisenberg,      Physik und Philosohie, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1973, S.30)</em></li>
</ul>
<p><em> </em></p>
<p><em>Die Natur besteht nicht aus Zahlen, Wahrscheinlichkeitsverteilungen, Differentialgleichungen oder Tensoren. Die Natur ist nicht »zahlenförmig«, wie Pythagoras, Platon und ihm nachfolgend viele Naturwissenschaftler behauptet haben, aber sie kann unter Umständen quantitativ beschrieben werden. »Der ganzen modernen Weltanschauung liegt die Täuschung zugrunde, daß die sogenannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien.« </em>(L. Wittgenstein, Schriften 1, Frankfurt/M. 1980, S. 79., nach Brodbeck, s.1. S. 146).</p>
<p>Von der modernen Physik, über die Psychologie, Psychoanalyse, Neurophysiologie bis hin zur Wirtschaftswissenschaft (und da besonders) unterliegen Wissenschaftler dieser Täuschung des mechanistischen Denkmodells, einen Teilaspekt als das Ganze zu behandeln.</p>
<p>Nach Brodbeck gilt: <em>Auch wenn wir den Farbwerten jeweils eine bestimmte Frequenz des Lichtes zuordnen können, so ist die Farbe doch nicht diese Frequenz. Es ist nicht schwer, die Magnetisierung von magnetischen Teilen zu messen, die in einen Kunststoff eingegossen sind. Man kann diesem Magnetisierungs­muster auch ein Frequenzbild zuordnen und es messen. Dennoch ist die erklingende Sinfonie etwas ganz anderes, wenn man das Tonband auf einem Recorder abspielt</em>. (s.1. S. 54). (s. dazu im Anhang E. Schrödinger, Geist und Materie)</p>
<p>Das gilt für den Menschen, aber auch für die Naturwissenschaft:</p>
<p>Die Subjekt-Objekt-Relation erweist sich als Illusion. Es gibt ohne Beobachtung der Natur (mittels eines Messinstruments) überhaupt nicht so etwas wie eine Entität »Natur«. Zweitens lässt sich nicht sagen, was der Ort der Materieteile ist. Die Natur ist im Raum nicht spezifisch lokalisiert als Gegenüber eines Beobachters an einem anderen Punkt im Raum. Teilchen sind mehr oder weniger auf den gesamten Raum verteilt. Doch diese Verteilung ist nun nicht ihrerseits als Feld eine objektive Tatsache, sondern sie ändert sich mit ihrer Beobachtung, mit ihrer Messung. Die »Antworten« der Natur sind widersprüchlich: Stellt man eine Teilchenfrage oder eine Frage nach dem genauen Ort eines Teilchens, so erhält man zwar eine Antwort, doch um den Preis, dass andere Eigenschaften der Teilchen unbestimmt werden; dasselbe gilt für eine »Wellenfrage« (z.B. durch die Messung von Interferenzmustern).(s. 8, S. 7)</p>
<p>(s. Anmerkung zur buddistischen Logik)</p>
<p>Warum ist die Naturwissenschaft trotz des Mangels, wesentliche Aspekte des menschlichen Lebens unbeantwortet zu lassen, dennoch in unsere Gesellschaft so erfolgreich?</p>
<ol type="1">
<li>Die erste Antwort ist      formaler Art. Sie befriedigt das dringende Bedürfnis der Menschen und auch      die Notwendigkeit, die Folgen von Handlungen vorherzusagen.</li>
<li>Es gibt aber einen tiefer      liegenden Grund. Die Naturwissenschaft ist sehr eng mit der      wirtschaftlichen Entwicklung verbunden und umgekehrt.</li>
</ol>
<p>„<em>Schon die verwendeten zentralen Kategorien der Naturwissenschaft sind Kategorien des Wirtschaftens und Produzierens. &#8230;&#8230;.</em>(s.1. S. 137)<em> Die Experimentalsituation ist nichts </em><em>anderes als ein Produktionsprozess. </em><em>Daß Stahl diese oder jene Eigenschaft, ein </em><em>Transistor eine andere, chemische Substanzen wieder andere Eigen</em><em>schaften besitzen, die durch Naturgesetze beschrieben werden können, </em><em>das heißt, es gibt berechenbare </em><em>Aspekte </em><em>der Produktionsprozesse, in denen </em><em>die Experimentalsituation wiederholt werden kann&#8230;&#8230;.</em><em> Wir haben auch gesehen, daß ein Produktionsprozess nichts anderes ist als eine Experimentalsituation, die ökonomisch so umstrukturiert wird, daß die darin geltenden Naturgesetze nicht nur ein­fach gelten, sondern dabei der ökonomisch relevante Aufwand minimiert wird.     Die Geltung der Naturgesetze, ihre theoretische Ab­straktion, beruht auf einer praktischen Abstraktion der Produktionsprozesse bzw. der technischen Geräte, die zwischen sich und ihrer Umgebung eine Trennung, eine Grenze, ein Gehäuse oder Gebäude benötigen. Um die theoretische Abstraktion zur Geltung zu bringen, bedarf es einer prakti­schen Abstraktion, die die Dinge ihres natürlichen Zusammenhanges entreißt und erst dann jene Nutzung erlaubt, die naturwissenschaftlich berechenbar antizipiert ist</em>.&#8220;(s.1. S. 151)</p>
<p>Diese Abstraktion gelingt nur mit Gewalt: „<em>Was das Experiment unaufhörlich versucht, nämlich einzelne dynamische Strukturen der Natur zu isolieren, gelingt nur durch eine Gewalt, die man der Natur antut, die Gewalt einer Abstraktion. Experimentieren heißt, etwas von seiner Ganzheit zu trennen. Und die Umkehrung des Experiments (eine Umkehrung der Intention) ist die ökonomische Produktion: Produktion und Experiment sind strukturell identisch, intentional jedoch verschieden. Diese aktive Abstraktion, die in der zur Ökonomie gehörigen Technik unaufhörlich produziert wird, zeigt sich heute als Störung der natürlichen Ganzheit, der Ökologie.</em><em>&#8220; </em>(s. 4, S. 17)</p>
<p>In seinem Buch &#8211; bisher ausführlich zitiert &#8211; spricht K.H. Brodbeck vom „Krieg gegen die Natur&#8220; und schildert beeindruckend den Hintergrund dazu.</p>
<p><strong>2. Die Folgen</strong></p>
<p>Schon das Denkmodell des Handwerkers, das die Philosophie des Abendlandes von anfang an beherrschte war von diesem Feindbild bestimmt. Die Natur erweist sich als widerständlich, wenn es sie zu formen gilt. „Die Natur als Feind&#8220; findet auch in Vorstellungen der Schöpfergott-Religionen Eingang.</p>
<p>Dazu Brodbeck:</p>
<p>„<em>Die Widerständigkeit der Natur </em><em>wurde als Krieg gegen die Natur erfahren. Aus dieser Perspektive der </em><em>zweckmäßigen Veränderung der Natur erwuchs die Naturauslegung der berechenbaren Verfügbarkeit, </em><em>die Natur wurde zum berechenbaren mechani­</em><em>schen System. Für sich gilt die Natur als nichts </em><em>außer den in ihr erkenn­baren vernünftigen Prinzipien, die ein Gott in sie gelegt hat und die wir </em><em>als Naturgesetze enträtseln können. Als denkende Wesen haben die </em><em>Menschen an der göttlichen Vernunft Anteil (»Analogie«, »Ebenbildlich</em><em>keit«) und sind eben dadurch die </em><em>Macht über die Natur. Die Natur ist </em><em>bloßer Stoff für die menschliche Ökonomie</em>.&#8220; (s.1. 179 ff.)</p>
<p>Das ganze abendländische Denken betrachtet die Natur als Material für menschliche Zwecke. So ist es nicht verwunderlich, dass auch das Denken mancher Ökologen und Naturschützern sich in diesem Rahmen bewegt, wenn sie von den Gleichgewichten in der Natur sprechen. Die Vorstellung und Annahme eines Gleichgewichtes dient dazu, Eingriffe berechenbar zu machen.</p>
<p>„<em>Das heißt nicht umgekehrt, daß diese Perspektive irgendwie »falsch« zu nennen wäre im Unterschied zu einer »harmonischen« Naturbetrachtung. Es ist aber ganz klar zu sagen: »Gleichgewicht« ist im Sinne der modernen Biologie nicht innere Harmonie der Natur für sich selbst, sondern Unveränderlichkeit als vorhandener Vorrat für den Menschen&#8230;&#8230;&#8230; Die Gurus. der politischen Ökologie bleiben &#8211; trotz vielfach gegenteiliger Beteuerung &#8211; dem cartesianischen, Weltmodell verpflichtet, das sie nur um neue Begriffe wie »Rückkopplung«, »Ko-Evolution«, »ganzheitlich« (im Sinn von »systemisch«) zu ergänzen versuchen&#8230;. Es ist ein Denkmodell, das letztlich immer noch bei der göttlichen Vernunft stehenbleibt: »Gott ist also nicht<sub>.</sub> absolut, sondern er evolviert selbst &#8211; er ist die Evolution.« Wenn Gott nicht mehr als »Schöpfer«, sondern als »der Geist des Universums« bezeichnet wird, dann drückt sich darin nur das Denkmodell von Descartes aus: Eine Weltmaschine mit Seele .(Gott).</em></p>
<p><em>Das </em><em>Ungeheure in der abendländischen Naturbeschreibung ist bislang noch kaum gedacht: Wenn ökologisches Gleichgewicht nicht etwas </em><em>ist, </em><em>das der Natur innerlich zukommt, dann ist eine </em><em>Erhaltung« des </em><em>natürli</em><em>chen Gleichgewichts, eine grundlegende Illusion</em>&#8222;. (s.1. S. 180 u. 183)</p>
<p>Wie soll denn dieses Gleichgewicht erhalten werden? Wollen wir uns selbst an die Hebel dieser Weltmaschine setzen? Sozialisten beantworten diese Frage mit ja.</p>
<p>„<em>Die rationalistische Hoffnung allerdings, dieser Gesamtprozeß der Erde könne im Rahmen der bislang unverändert gültigen mechanischen Ökonomie bewußt geplant werden, ist naiv&#8230;&#8230; Es war kein Zufall, daß die sozialistischen Länder, im Befolgen dieser Lehre, jene Teile der Erde, die sich in ihrer Macht befanden, noch weit mehr zugrunde gerichtet haben als der Kapitalismus. Der Versuch, soziali­stische Ökonomien zu planen, ist gescheitert &#8211; dies nicht zuletzt aufgrund der darin liegenden Hoffnung, Natur sei das schlechthin Berechenbare. Wie könnten wir auf die Idee verfallen, wir wären fähig, den gesamten Planenten zu steuern?</em>&#8220; (s.1. S. 184 u. 185).</p>
<p>Für Brodbeck ist ein anderer Ansatz möglich, der in der Freiheit und Kreativität des Menschen liegt. Er ist möglich, wenn das Denkmodell der Naturwissenschaft nicht unhinterfragt auf die Ökonomie und Ökologie übertragen und sie von der Ideologie der Berechenbarkeit befreit wird. Problematisch sind die dort verwandten philosophischen Grundlagen der Denkmodelle. Dazu müssen sie aber erst erkannt und benannt werden.</p>
<p>Brodbeck hat hier keine Illusion über die Machbarkeit dieses Weges:</p>
<p>„<em>Man sollte hier nicht naiv sein: Die Macht der Denkmodelle beruht auf&#8217; ihrer Gewohnheit, und Gewohnheiten werden nicht zufällig als Mechanismus ausgelegt. Gewohnheiten können, vor allem dann, wenn sie zum globalen Bewußtsein einer Zeit synchronisiert sind, nicht allein durch wissenschaftliche Widerlegung als Konzepte verändert werden. Die Wissenschaft eines »Denkkollektivs«die Religion des gegenwärtigen Bewußtseins, ist eine Wirklichkeit, die über bloßes Denken hinausreicht</em>.&#8220; (s.1. S. 187)</p>
<p><strong>DENNOCH:</strong></p>
<p align="center"><strong>&#8222;zwingt die Erde in den <em>unberechneten und unbere</em><em>chenbaren </em>ökologischen »Problemen«, zwingt die destruktive Macht des internationalen Wirtschaftskriegs und das Wachstum der Erdbevölkerung den Menschen &#8211; so oder so -, eine Änderung dieser Gewohnheiten auf</strong>.<strong>&#8222;</strong></p>
<p align="center">K.H. Brodbeck: Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie, S.187)</p>
<p>Anmerkung zu Marx:</p>
<p>In der Reduktion auf eine quantitative Struktur (Mathematik) haben Naturwissenschaft und Ökonomie dieselbe metaphysische Form.(s.4. S. 13/14) &#8230;..Marx, der Kritiker der bürgerlichen Wirtschaftswissenschaft, der doch auf den ersten Blick die Frage nach dem sozialen Maß gestellt hat, verbleibt sogar inhaltlich dieser Hypostase der sozialen Abstraktion verhaftet, wenn er den Wert als soziale Substanz einführt, die ihrerseits auf eine natürliche Substanz reduziert wird, auf die „Verausgabung von menschlichem Hirn, Nerv, Muskel, Sinnesorgan usw.&#8220;. Daß diese Verausgabung wiederum nur als Durchschnitt verstanden wird, daß also tatsächlich der Wert „etwas rein Gesellschaftliches&#8220; ist, diese offene Frage bleibt ungeklärt in der Marxschen Theorie.(s.4. S.14)&#8230;&#8230;.. doch er bleibt in der Metaphysik des Hylemorphismus gefangen (Erklärung: aristotelische Begriff), auch und gerade im berühmten Kapitel über den „Fetischcharakter der Ware&#8220;, der darin gründen soll, daß „das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen&#8220; erscheint. Hier fungiert die „Gesamtarbeit&#8220; als Substanz, zu der andere Dinge Beziehungen unterhalten. Es ist kein Wunder, daß diese Abstraktion im „Gesamtarbeiter&#8220; sogar Subjekt wird &#8211; der nun das Erbe des scholastischen Creators oder des Werkmeisters bei Hegel antritt, freilich als mechanischer Creator: „Der kombinierte Gesamtarbeiter, der den lebendigen Mechanismus der Manufaktur bildet&#8220;. Die „Militarisierung der Arbeit&#8220; in der russischen Revolution, der „durch die Gestalt des Arbeiters legitimierten Macht&#8220;, wird im Personenkult des Stalinismus die zur Kenntlichkeit gewordene Wirklichkeit dieses Subjekts.&#8220; (s.4, S. 14)</p>
<p>Anmerkung: Buddistische Logik:</p>
<p>Nun gab es bereits in der alten indischen Philosophie eine Theorie der Atome, und es war eben diese Theorie, die von Nagarjuna und den Madhyamikas aus <em>logischen </em>Gründen abgelehnt wurde. Das Argument geht, kurz gefasst, so: Will man aus Atomen durch <em>Zusammensetzung </em>Formen erklären, so müssen die Atome Beziehungen eingehen, also verschiedene Seiten oder Aspekte haben. Aspekte sind aber <em>Teile </em>eines Ganzen, und das widerspricht dem Begriff: »unteilbares« Element. Hier bewährt sich nun die buddhistische Logik: Weder das beobachtende Subjekt noch die Teilchen oder Felder als Objekte der Naturerkenntnis sind mit sich identische Entitäten. Ein beobachtender Wissenschaftler bewegt sich durch eine technische Vermittlung (Messinstrument) in einer Relation zum beobachteten Naturphänomen. Die Form der Vermittlung, der Relation legt fest, was beobachtet wird und in welcher Form die Beobachtung erfolgt. Die <em>Bedeutung </em>der Theorie konstituiert sich durch das Messgerät mit dem beobachteten Objekt. Was sich hier <em>logisch </em>zeigt, ist eine Priorität der Relation vor den Relaten, wie in Nagarjunas Beispiel die Vaterschaft den Kategorien »Vater« und »Kind« vorausgeht. An einem bestimmten technischen Gerät als Vermittlung konstituiert sich die Möglichkeit einer Denkform (z.B. »Teilchenspur« in der Nebelkammer) und zugleich der Form des Objekts. Die Natur zeigt sich immer nur so, wie wir in unserem Denken und den technischen Handlungen unsere Relation zu ihr vermitteln. Auch von diesen Vermittlungsweisen können wir nur sagen, wie sie sich voneinander unterscheiden; auch die Relation besitzt keine Selbstnatur. Das zeigt sich in den Naturwissenschaften selbst, die sich mit dem Wandel der Techniken auch als Theorien wandeln und sich entsprechend unterscheiden. Der Feldbegriff setzt die <em>Möglichkeit </em>einer »Feldfrage« an die Natur voraus, und diese war erst durch die Entwicklung der Elektrotechnik gegeben. Das Problem der Erhaltung der Energie stellte sich erst, als die Menschen durch Energieumwandlung (bei Dampfmaschinen) diese Frage auch als <em>Handlung </em>vollziehen konnten. Die Natur erscheint immer wieder neu durch unsere veränderten <em>Handlungen</em>. Erst als die Menschen mehr und mehr ihre Vergesellschaftung über die Geldrechnung abwickelten und später daran gingen, die Produktionsprozesse im Horizont dieser Rechnung einer Kontrolle der Buchführung zu unterwerfen, tauchte ein Bild der Natur auf, das sie als mathematische Struktur zu begreifen versuchte. Wir denken die Dinge so, wie wir handelnd mit ihnen umgehen. Die Handlung B in den hinduistischen und buddhistischen Traditionen <em>karma </em>genannt, bestimmt die gewohnte Wahrnehmung der Welt, auch der Natur. Es ist also auch richtig zu sagen, dass das Worin der Natur, in der sie jeweils anders erscheint, ein <em>sozialer </em>Ort ist. Die Natur zeigt sich jeweils in der Form, in der die Menschen ihr Verhältnis untereinander denken und wahrnehmen. Technische Katastrophen, Autounfälle, der Smog der Großstädte usw. machen deutlich, dass wir »Natur« in die Menschenwelt hereingeholt haben und nie von ihr getrennt sind. (s. 8, S. 8 )</p>
<p>Literatur von K.H. Brodbeck:</p>
<p>1.        Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie, 2007, Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG).</p>
<p>2.        Erfolgsfaktor Kreativität, 1996, WBG</p>
<p>3.        Entscheidung zur Kreativität, 2007, WBG</p>
<p>Die folgenden Abhandlungen sind auf der Hompage  <a href="http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de/">www.khbrodbeck.homepage.t-online.de</a> verfügbar:</p>
<ol type="1">
<li>Handeln als metaphysicher Horizont, 2001</li>
<li>Verborgene      metaphysische Voraussetzungen in der zeitgenössischen Wirtschaftslehre      1999</li>
<li>Umrisse einer postmechanischen Ökonomie, 2001</li>
<li>Kreativität und Gewohnheitsbildung im      Wirtschaftsprozess; 2001</li>
<li>Der Ort der Natur 2007</li>
</ol>
<p align="center"><strong>Auszüge aus: Erwin Schrödinger, Geist und Materie, 1998, Diogenes</strong></p>
<p>Fragt man einen Physiker nach seiner Vorstellung von gelbem Licht, so wird er sagen daß es aus transversalen elektromagnetisches Wellen besteht, deren Wellenlängen in der Nachbarschaft von 590 <em>µg </em><em>(1 gg = </em>10<sup>6</sup>mm liegen. Fragt man ihn aber: „Wo steckt denn das Gelb?&#8220;, so wird er antworten: „In meinem Bilde überhaupt nicht; aber alle Schwingungen dieser Art geben, wenn sie auf die Netzhaut ei­nes normalen Auges fallen, dem Besitzer dieses Auges die Empfindung von Gelb.&#8220; (S.126)</p>
<p>Das objektive Bild der Lichtquellen des Physikers kann keine Rechenschaft geben von der Farbempfindung. Könnte es wohl der Physiologe, wenn er mehr von den Vorgängen in der Netzhaut und den von ihnen ausgelösten Vor­gängen in den Nerven und im Gehirn wüsste, als er tatsächlich weiß? Ich glaube nicht. Be­stenfalls können wir ein objektives Wissen da­von erlangen, wie und in welchem Verhältnis die Nerven erregt werden, oder wir könnten vielleicht gar Genaueres über die Vorgänge er­fahren, die sie in bestimmten Gehirnzellen hervorrufen, wenn unser Bewusstsein die Empfin­dung Gelb in einer bestimmten Richtung unseres Gesichtsfeldes hat. Aber selbst ein so einge­hendes Wissen würde uns nichts über die Farbempfindung sagen, im besonderen nichts über die Empfindung von Gelb in dieser Richtung. (S.128)</p>
<p>Es wäre denkbar, dass der gleiche physiologi­sche Vorgang die Empfindung „süß&#8220; oder von irgend etwas anderem bewirken könnte. Ich meine einfach folgendes: Es gibt ganz gewiss keinen Vorgang in den Nerven, dessen objek­tive Beschreibung die Merkmale Gelb oder Süß enthält, ebenso wenig wie die objektive Be­schreibung einer elektromagnetischen Welle eines dieser Merkmale enthält. (S. 129)</p>
<p>Ich bin hier etwas ins einzelne gegangen, um deutlich zu machen, dass weder die Beschreibung  des Physikers noch die des Physiologen irgendeine Spur von der Schallempfindung in sich birgt. Jede solche Beschreibung muss notwendig etwa mit einem Satz wie dem folgenden enden: Jene Nervenerregungen pflanzen sich zu einem bestimmten Bereich des Gehirns fort, wo sie als eine Folge von Klängen zur Kenntnis genommen werden. Wir können die Druck­schwankungen der Luft verfolgen, wie sie Schwingungen des Trommelfells erregen; wir können beobachten, wie dessen Bewegungen durch ein System von Knöchelchen auf eine andre Membran und schließlich auf jene Mem­bran in der Schnecke übertragen werden, die, wie oben beschrieben, aus verschieden langen Fasern besteht. Wir können Verständnis dafür gewinnen, wie eine solche schwingende Faser einen elektrischen und chemischen Leitungs­vorgang in der Nervenfaser hervorruft, mit der sie in Wechselwirkung steht. Wir können die­sen Leitungsvorgang bis in die Hirnrinde ver­folgen und möglicherweise auch ein gewisses objektives Wissen über einiges von dem erlan­gen, was sich dort abspielt. Aber nirgends werden wir auf dieses „den Schall wahrnehmen&#8220; stoßen, das in unserm wissenschaftlichen Bilde einfach nicht enthalten ist, sondern nur im Gei­ste des Menschen existiert, von dessen Ohr und Gehirn wir reden. (S. 134)</p>
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		<title>Basarökonomie</title>
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		<pubDate>Tue, 20 May 2008 19:41:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[

Basarökonomie
 
Das statistische Bundesamt ( www.destatis.de ) liefert in einer Tabelle Informationen über deutsche Importe zwischen 1950 und 2007. Daraus wurde die unten stehende Grafik als Auszug angefertigt.
Einfuhr (Mill. Eur)

 
Aus dieser Aufstellung ist zu entnehmen: Heute hat der Rohstoffexport nicht mehr die Bedeutung wie vor 50 Jahren. Sein Anteil am Gesamtaufkommen ist erheblich gefallen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=68&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
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</a></p>
<p align="center"><strong>Basarökonomie</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p>Das statistische Bundesamt ( <a href="http://www.destatis.de/">www.destatis.de</a> ) liefert in einer Tabelle Informationen über deutsche Importe zwischen 1950 und 2007. Daraus wurde die unten stehende Grafik als Auszug angefertigt.</p>
<p>Einfuhr (Mill. Eur)</p>
<p><img src="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/05/importe.jpg?w=486&#038;h=272" alt="Import-Grafik" width="486" height="272" /></p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/05/importe.jpg"> </a></p>
<p>Aus dieser Aufstellung ist zu entnehmen: Heute hat der Rohstoffexport nicht mehr die Bedeutung wie vor 50 Jahren. Sein Anteil am Gesamtaufkommen ist erheblich gefallen. Diese Tatsache hat eine riesige Debatte unter den Wirtschaftsfachleuten über die Einschätzung der Bedeutung des Exportes für die Gesamtwirtschaft losgetreten. Angestoßen wurde sie von einem Prof. Sinn &#8211; Direktor des ifo-Institutes &#8211; der sich mit seinen Thesen erfolgreich durch den Blätterwald und die Talkshows bewegte. Er prägte den Ausdruck von der deutschen „Basarökonomie&#8220;. Darunter ist zu verstehen, dass Deutschland die Exportgüter nicht mehr selbst produziert, sondern sie als Vorleistungen importiert, um sie zusammengeschraubt und so veredelt wieder ausführt. Das wäre eine Exporttätigkeit ohne nennenswerte inländische Wertschöpfung. Deutschland könnte so Exportweltmeister sein, ohne eine einheimische Produktionsbasis zu haben.</p>
<p>Dazu H.W. Sinn (Die Welt, 26.01.2004)</p>
<p>„Deutschland beliefert die Welt mit billigen und guten Produkten, die es zunehmendem Maße nicht mehr selbst erzeugt, sondern in seinem osteuropäischen Hinterland produzieren lässt.&#8220;</p>
<p>Nun könnte man meinen, dass mit seiner Kritik dieser Professor auf die Exportindustrie und ihrem Gejammer über die angeblich geringe deutsche Wettbewerbsfähigkeit zielt. Weit gefehlt! Er zäumt das Pferd von hinten auf. Die Erfolge der deutschen Exportindustrie sieht er nicht als Folge, dass deutsche Produkte im Ausland wegen ihres guten Preis/Güte-Verhältnisses gefragt sind. Er sieht dies als Zeichen eine Schwäche der deutschen Wirtschaft. Seine Argumentation: Da die dt. Löhne zu hoch sind, sieht sich die Exportindustrie gezwungen, billige Vorprodukte im Ausland einzukaufen, um kostengünstig und im Endpreis billig zu produzieren. Als gestandener Vertreter der neoliberalen Angebotstheorie (s. meinen Artikel über das Say&#8217;sche Theorem) und Globalisierungsverfechtern fordert er: „ Löhne runter, um diesen Importen zu begegnen&#8220;. Beweis: Der steigende Anteil von Importen in der Vorleistungskette der Exportproduktions-Statistik.</p>
<p>In der Tat:</p>
<p>Im Jahre 1980 lag die Importquote des Exportes bei ca. 25%. Sie stieg im Jahre 2002 auf 37% und lag 2005 bei 42%. (s. IMK-Tabellen 1;9;10). Beeindruckend?</p>
<p>Das ruft nun die Wirtschaftsfachleute auf den Plan, die das Nachfrage-Modell von Keynes vertreten und manchmal skeptisch der globalen Verflechtung gegenüber stehen.</p>
<p>Ausgerechnet sie preisen nun die Bedeutung der Exportindustrie, die für die globale Verflechtung und Deregulierung der Weltmärkte eintreten. So stehen sich auf der einen Seite die Institute der deutschen Wirtschaft (DIW, HWWI, ifo, Ifw) und auf der anderen Seite die gewerkschaftsnahen Institute und Organisationen (Böckler-Stiftung, IMK, Friedrich-Ebert-Stiftung usw.) gegenüber. Manchmal weichen die Fronten auf.</p>
<p>Zum Beispiel</p>
<p>Der Vertreter Dr. H.U. Brautzsch des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (Mitglied der Leibnitz-Gesellschaft, in deren Vorstand der ehem. Unternehmer-Verbands-Funktionär Henkel sitzt) weist in einer Studie für das IMK (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, gewerkschaftsnah) nach (H.U. Bautzsch u.a., Globalisierung u. Beschäftigung&#8230;., IMK Studies, 1. 2008), dass bei der stark angestiegenen Importquote, die als Beleg für die Basarökonomie-These gilt, die Re-Exporte nicht berücksichtigt worden sind. Rechnet man diesen Export heraus, so zeigt sich ein relatives stabiles Bild der Importquote.</p>
<p>Stolz wird von den Befürwortern einer starken Exportindustrie darauf verwiesen, wie sehr diese zur Bruttowertschöpfung beiträgt. (Dazu ein Bericht aus einer Info-Schrift der Böckler-Stiftung, die sich auf die Studie von Brautzsch beruft). Alle Studien betonen, dass gleichzeitig mit dem Export Importe notwendig werden, die in Konkurrenz mit den einheimischen Produkten diese verdrängen, was ein Verlust an einheimischer Bruttowertschöpfung gleich kommt. Dies entspricht meinen Überlegungen, die ich in dem Papier „Export und heimische Wirtschaft&#8220;</p>
<p align="center"><a href="../../../../../2008/02/29/export-und-heimische-wirtschaft/">http://hajosli.wordpress.com/2008/02/29/export-und-heimische-wirtschaft/</a></p>
<p>wie folgt beschrieben habe:</p>
<p>Der Güterimport wächst im gleichen Maße wie der Güterexport. Dies ist unmittelbar einsichtig, denn Länder tauschen Güter aus. Die exportierte Warenmenge ist gleich der importierten, sonst entsteht ein Handelsdefizit oder -überschuss. Handelt es sich bei den Importgütern um solche, die auch im eigenen Land produziert werden, geraten diese Industrien unter Absatzschwierigkeiten bzw. Preisdruck, weil das Angebot steigt. Der Druck wird an die Lohnkosten weitergeben bis hin zur Arbeitslosigkeit. Hat also ein Industriezweig mit seinen Produkten im Inland Absatzschwierigkeit und versucht er, durch erhöhten Export auszuweichen, um Arbeitsplätze zu sichern, geschieht dies letztlich auf Kosten anderer Industriezweige, die nicht exportieren können (Beispiel könnte sein Autoindustrie/ Textilindustrie).</p>
<p>Tatsächlich zeigen die Statistiken z.B. für 2002 unter Berücksichtigung des Entzuges durch Import einen positiven Beitrag der Exportindustrie zur Bruttowertschöpfung von 100 Mrd. €.(s. <a href="http://www.boecklerimpuls.de/">www.boecklerimpuls.de</a>, boeklerimpuls, 3, 2008 )</p>
<p>Wichtig ist in diesem Zusammenhang festzustellen, dass dies nur durch einen <strong>Exportüberschuss</strong> möglich ist. Das bedeutet, dass das Ausland in Deutschland mehr Güter einkauft, als es dafür liefert.</p>
<p>Das Ausland schuldet damit Deutschland gegenüber Leistungen. Im Geldsystem heißt das wiederum, Deutschland hat dem Ausland einen Kredit gegeben. Diesem Kredit steht ein Geldvermögen gegenüber. Mit anderen Worten, gleichzeitig zum Exportüberschuss ist Geld in das Ausland exportiert worden. Im obigen Papier habe ich das wie folgt ausgedrückt:</p>
<p>Der Geldexport erhöht sich im gleichen Maße wie der Güterexport. Dieser Fall liegt bei einem Exportüberschuss vor. Das exportierende Unternehmen könnte z.B. für den Güterverkauf die entsprechende Fremdwährung akzeptieren, die es dann in den jeweiligen ausländischen Real- oder Finanzmarkt anlegt. Genauso könnten aber auch im Austausch zur heimischen Währung Kapitalbesitzer in der Fremdwährung investieren. Beides entspricht auf der volkswirtschaftlichen Ebene einem Geldexport. Dem Exportland steht dieses Geld dann nicht mehr zur Markträumung zur Verfügung.</p>
<p>Entsprechend weist Deutschland 2002 in der Leistungsbilanz einen Überschuss von 48,2 Mrd. Euro und ein Kapitaldefizit von 42,8 Mrd. Euro auf. (s. Tabelle unten)</p>
<p><em>In der Leistungsbilanz wird neben der Handels- und der Dienstleistungsbilanz auch </em><em>der grenzüberschreitende </em><em>Transfer von Erwerbs- und Vermögenseinkommen (z.B. Überweisungen von ausländischen Beschäftigten in ihre Heimat) und die sogenannten laufenden Übertragungen (z.B. Zahlungen Deutschlands an die EU) erfasst. </em></p>
<p><em>Das Ausland muss diesen Überschuss natürlich bezahlen. Da eigene Lieferungen zum Bezahlen fehlen, muss sich dass Ausland in Deutschland verschulden. Mit jeder Milliarde Euro mehr Exportüberschuss wachsen die Schulden an. Der Schuldenberg des Auslands gegenüber Deutschland wächst also beständig. Dieser Vorgang wird</em><em> </em><em>etwas missverständlich als „Kapitalabfluss&#8220; bezeichnet und scheint etwas Schlechtes zu sein. In Wirklichkeit ist es nur die logische Folge ständiger Exportüberschüsse.</em></p>
<p><em>Deutschland hat seit 2001 in der Leistungsbilanz einen Überschuss. Mithin seit 2001 auch ein „Defizit in der Kapitalbilanz&#8220; &#8211; also einen Kapitalabfluss. Dieser Tatbestand wird genutzt, um die Bewertung umzudrehen: „Auf jeden Fall verlieren wir im Umfang des Außenbeitrags Kapital an das Ausland.&#8220;</em><em> (</em><em>Sinn, Hans-Werner: Basar-Ökonomie Deutschland, S. 34.)</em><em> </em></p>
<p><em>Ursache und Wirkung werden verkehrt. Es wird behauptet: Das Ausland verschuldet sich gegenüber Deutschland nicht weil die deutschen Produkte so begehrt sind, sondern weil Deutsche ihr Geld im Ausland anlegen. Der Exportüberschuss entsteht dann quasi von alleine. Keine Folge von Leistung, sondern lediglich von Kapitalflucht. Jedoch: Wenn deutsche Kapitalbesitzer ihr Geld nicht ans Ausland verleihen bzw. dort anlegen würden, dann könnten die Exportüberschüsse gar nicht bezahlt werden.</em></p>
<p><em>(aus:</em><strong> </strong>Wirtschaftspolitische Informationen 6/2005, Gewerkschaft verdi)</p>
<p><em> </em></p>
<p>Mit anderen Worten, wenn Deutschland gegenüber der USA einen Exportüberschuss aufweist, leiht es den Amerikanern Geld. Im Falle der USA geht dieser Exportüberschuss nur solange gut, wie das Währungsverhältnis stabil bleibt. Sinkt der Dollar, sinkt auch der Wert der Schulden. Wir schenken den Amerikanern Geld. Eine andere Möglichkeit zeigt die Hypothekenkrise. Hier kann der Steuerzahler direkt sehen, wie sein Geld in den USA „verbraten&#8220; wird. Das ist das Ergebnis, wenn zu sehr auf Exporte gesetzt wird.</p>
<p><strong>Der Export ist sinnvoll, wenn dafür Güter eingeführt werden, die im Binnenmarkt nicht hergestellt werden können oder wofür die notwendigen Arbeitskräfte oder Ressourcen fehlen.</strong></p>
<p>Auch die internationale Arbeitsteilung macht unter bestimmten Bedingungen Sinn. Ihre Befürworter berufen sich dabei auf die Theorie des „komparativen Kostenvorteils&#8220;, die 1806 erstmals von David Ricardo  formuliert wurde.</p>
<p>Diese Theorie besagt, dass die Vorteilhaftigkeit des Handels zwischen zwei Ländern von den relativen Kosten der produzierten Güter zueinander abhängt, d.h. , wenn ein Land für ein produziertes Gut auf weniger Einheiten eines anderen Gutes verzichten muss als das andere Land. In diesem Fall sollte jedes Land sich auf das Gut spezialisieren, das es relativ (komparativ) günstiger herstellen kann. Die Theorie Ricardos beinhaltet eine Forderung nach einem weltweit freien Handel, der bei Spezialisierung der Staaten auf ihre komparativen Kostenvorteile zum Vorteil aller ist.</p>
<p>Vor allem der Autor Michael Dauderstädt weist in seinem Artikel: „Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie&#8220; (s. Anhang) auf Ricardo hin. Dazu aber in einem weiteren Mail. Für heute möchte ich aus diesem Artikel nur eine Stelle zitieren, die das oben Gesagt bestätigt:</p>
<p><em>Aber, wie oben schon gesagt, alle Kosten in Deutschland zu senken, um alle Preise senken zu können, macht keinen Sinn, außer man will das Ausland dauerhaft mit Exportüberschüssen und dem dazugehörigen Geld beglücken. <strong>Die Kosten der einen sind die Einkommen der anderen</strong>. Wer die Kosten und damit die Einkommen senkt, muss sich fragen, wer die billigeren Produkte kaufen soll. Letztlich entspricht der gesamte Konsum in etwa der Bruttolohnmasse und nur, wenn diese wächst, wächst auch der Konsum und das Volkseinkommen.</em> (M. Dauderstädt, S.10).</p>
<p>Vor allem die letzten zwei Sätze zeigen Übereinstimmungen mit Aussagen, die ich in einem Artikel über ein Wirtschaftsmodell formuliert habe <a href="../../../../../2007/09/13/modelle/">http://hajosli.wordpress.com/2007/09/13/modelle/</a>. Da heißt es am Anfang:</p>
<p>In einer Volkswirtschaft, die durch Geldwirtschaft gekennzeichnet ist, gilt, dass die volkswirtschaftlichen Ausgaben die zukünftigen Einnahmen sind oder anders betrachtet, bei einer stabilen Volkswirtschaft ist die Summe aller Ausgaben gleich der Summe aller Einnahmen.</p>
<p>(s. auch volkswirtschaftliche Buchhaltung der Gesamtwirtschaft, stat. Bundesamt)</p>
<p>Wenn dieses Gleichgewicht nicht mehr stimmt, wenn z.B. mehr ausgegeben wird als eingenommen, bedeutet es, dass mehr Güter produziert als konsumiert wurden. Eine Möglichkeit dieses Problem zu lösen, ist die Aufnahme von Schulden zur Markträumung des Warenüberschusses. Die USA verfolgt seit Jahren diese Politik, wobei zum großen Teil das Ausland das nötige Kapital bereitstellt. Deutschland verfolgt seit Jahren die Politik des Exportüberschusses, wobei der Warenüberschuss und damit der Gewinn ins Ausland transferiert wird, das dann den Schuldner stellt. Hintergrund für das volkswirtschaftliche Ungleichgewicht liegt, wie in der Modellbeschreibung ausgeführt, besonders in einer extremen Ungleichgewichtigkeit der Einkommensverhältnisse. Diese entstehen vor allem dann, wenn es in der Gesellschaft Möglichkeiten gibt, durch den <strong>bloßen Besitz von knappen, aber für alle notwendigen Gütern leistungsloses Einkommen zu erzielen</strong>. In einer modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft sind:</p>
<ul type="disc">
<li>Produktionsmittel knappe Güter. &#8211; <strong>Ihr Besitz führt zu Profiten. </strong></li>
<li>Weiterhin ist der Boden ein knappes, nicht      vermehrbares Gut. &#8211; <strong>Sein Besitz      führt zur Bodenrente</strong>.</li>
<li>Geld ist ein solches Gut, denn das Geld ist      nicht nur bloßes Tausch- , sondern auch Aufbewahrungsmittel, das durch      Hortung dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden kann. Dies ist die      Liquiditätsreferenz des Geldes, die dazu führt, dass der Zins nicht unter      den Liquiditätswert (erfahrungsgemäß 2%) sinkt. <strong>Der Besitz von Geld führt zum Zins als leistungsloses Einkommen.</strong></li>
</ul>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/05/leistungsbilanz.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-72" src="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/05/leistungsbilanz1.jpg?w=400&#038;h=240" alt="" width="400" height="240" /></a></p>
<p><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/05/importe.jpg"> </a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Export und heimische Wirtschaft</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2008/02/29/export-und-heimische-wirtschaft/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Feb 2008 21:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Wirkung von Güterexport auf die heimische Wirtschaft
Politiker, Wirtschaftsfachleute und Unternehmer Land auf Land ab, betonen die Wichtigkeit der Exportindustrie als bedeutendes Standbein der Wirtschaft. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird beschworen. Stolz wird auf Deutschland als Exportweltmeister hingewiesen. Im Folgenden sollen diese Behauptungen und Setzungen auf dem Hintergrund der Wirkung von Export auf die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=67&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><h1></h1>
<p align="center"><b>Die Wirkung von Güterexport auf die heimische Wirtschaft</b></p>
<p>Politiker, Wirtschaftsfachleute und Unternehmer Land auf Land ab, betonen die Wichtigkeit der Exportindustrie als bedeutendes Standbein der Wirtschaft. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird beschworen. Stolz wird auf Deutschland als Exportweltmeister hingewiesen. Im Folgenden sollen diese Behauptungen und Setzungen auf dem Hintergrund der Wirkung von Export auf die Binnenwirtschaft untersucht werden.</p>
<p>Hintergrund dafür sind die Tauschmittel- und Güterströme zwischen den Währungsräumen. Während die Güter von einem Währungsraum in den anderen strömen, wandern die Tauschmittel in die Devisenmärkte und aus ihnen wieder heraus, dabei stellt sich, ein Gleichgewicht zwischen 4 Größen ein: Güterimport/-export; Geldimport/-export. Verändert sich eine Größe, so wird über den Wechselkurs ein neues Gleichgewicht nach folgender Gleichung eingestellt (in Anlehnung an Th. Koudela, Entwicklungsprojekt Ökonomie, EWK-Verlag, 2004, S.179):</p>
<p align="center"><b>Güterimport + Geldexport = Güterexport + Geldimport</b></p>
<p align="center">Flusskapazitätsgleichung (FKG) des Außenhandels</p>
<p align="center">(Ableitung <a href="http://hajosli.wordpress.com/2008/02/26/ausenwirtschaft/">Außenwirtschaft</a><a href="http://hajosli.wordpress.com/2008/02/26/ausenwirtschaft/"></a>)</p>
<p>Wird auf der einen Seite ein Gleichungssummand erhöht, muss entweder auf der anderen Seite ein Gleichungssummand um denselben Betrag wachsen oder auf derselben Seite ein Summand damit erniedrigt werden.</p>
<p>Wenn der Güterexport wächst (Exportoffensive) bedeutet dies, die Veränderung der anderen Außenhandelsgrößen in Richtung eines neuen Gleichgewichtseinstellung. Folgende Möglichkeiten gibt es:</p>
<ol>
<li>Der Güterimport wächst im gleichen Maße wie der Güterexport. Dies      ist unmittelbar einsichtig, denn Länder tauschen Güter aus. Die      exportierte Warenmenge ist gleich der importierten, sonst entsteht ein      Handelsdefizit oder -überschuss. Handelt es sich bei den Importgütern um      solche, die auch im eigenen Land produziert werden, geraten diese      Industrien unter Absatzschwierigkeiten bzw. Preisdruck, weil das Angebot      steigt. Der Druck wird an die Lohnkosten weitergeben bis hin zur      Arbeitslosigkeit. Hat also ein Industriezweig mit seinen Produkten im      Inland Absatzschwierigkeit und versucht er, durch erhöhten Export      auszuweichen, um Arbeitsplätze zu sichern, geschieht dies letztlich auf      Kosten anderer Industriezweige, die nicht exportieren können (Beispiel      könnte sein Autoindustrie/ Textilindustrie).</li>
</ol>
<p>Die volkswirtschaftliche Absatzkrise lässt sich durch eine Exportoffensive nicht überwinden. Sie wird dadurch eher noch verstärkt.</p>
<ol>
<li>Der Geldexport erhöht sich im gleichen Maße wie der Güterexport.      Dieser Fall liegt bei einem Exportüberschuss vor. Das exportierende      Unternehmen könnte z.B. für den Güterverkauf die entsprechende      Fremdwährung akzeptieren, die es dann in den jeweiligen ausländischen      Real- oder Finanzmarkt anlegt. Genauso könnten aber auch im Austausch zur      heimischen Währung Kapitalbesitzer in der Fremdwährung investieren. Beides      entspricht auf der volkswirtschaftlichen Ebene einem Geldexport. Dem Exportland      steht dieses Geld dann nicht mehr zur Markträumung zur Verfügung.</li>
</ol>
<p>Auch hier wird deutlich, dass die binnenwirtschaftliche Absatzkrise nicht durch verstärkten Export gelöst werden kann.</p>
<ol>
<li>Das Gleichgewicht kann auch durch Minderung des Geldimportes      wieder hergestellt werden. Das bedeutet, ausländische Kapitalgeber      investieren weniger, z.B. zur Schaffung von Arbeitsplätzen.</li>
</ol>
<p><u>Schlussfolgerung:</u></p>
<p>Die Lösung einer binnenwirtschaftlichen Absatzkrise kann nie in der Stärkung der Exportwirtschaft liegen. Die einzelne Firma mag ihre Absatzkrise mit verstärktem Export überwinden können, volkswirtschaftlich führt dies aber in eine Sackgasse. Der Export ist sinnvoll, wenn dafür Güter eingeführt werden, die im Binnenmarkt nicht hergestellt werden können oder wofür die notwendigen Arbeitskräfte oder Ressourcen fehlen. Ein binnenwirtschaftlicher Aufschwung muss durch die Kaufkraftstärkung der binnenwirtschaftlichen Leistungsträger getragen werden, die auch gleichzeitig Konsumenten sind. Das dazu notwendige Geld  darf nicht in den Händen weniger konsumgesättigter Leistungsträger verbleiben, die es in Spekulationskassen verschwinden lassen.</p>
<p>Eine starke Exportwirtschaft kann durchaus Ausdruck einer schwachen Binnenwirtschaft sein, wenngleich auch das Umgekehrte gilt, dass eine starke Binnenwirtschaft sich eine starke Exportindustrie leisten kann.</p>
<p>Mit anderen Worten:</p>
<p><b>Der Export kann nur durch eine gute Binnenkonjunktur getragen werden, aber es gilt nicht der Umkehrschluss, dass ein starke Export zu einer guten Binnenkonjunktur führt.</b></p>
<p>Dies zeigen auch die statistischen Daten, die auf der Webseite von Joachim Jahnke veröffentlicht wurde (<b>global news 1020 20-02-08; <a href="http://www.jjahnke.net/rundbr37.html#sonder">http://www.jjahnke.net/rundbr37.html#sonder</a>).</b></p>
<p>Betriebswirtschaftliche Erkenntnisse lassen sich eben nicht 1:1 auf die volkswirtschaftliche Ebene übertragen.</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;"> </span></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Außenwirtschaft</title>
		<link>http://hajosli.wordpress.com/2008/02/26/ausenwirtschaft/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 20:25:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hajosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Tauschmittel – und Güterströme zwischen zwei Währungsräumen
 
Wirtschaftliche Beziehungen zwischen zwei Währungsräumen werden durch Güteraustausch und der Möglichkeit von Geldanlagen im jeweiligen Ausland bestimmt. Es gelten dabei zwei Aussagen:
 
1. Aussage
Flusskapazitätsgleichung (FKG) des Außenhandels:
Güterimport + Geldexport  =  Güterexport + Geldimport (Ableitung, s. Anhang )
 (Ableitung:ableitungfkg.doc) 
Ob sich ein Gütertausch oder ein Geldanlage im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hajosli.wordpress.com&blog=1700621&post=65&subd=hajosli&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoTitle"><b>Tauschmittel – und Güterströme zwischen zwei Währungsräumen</b></p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Wirtschaftliche Beziehungen zwischen zwei Währungsräumen werden durch Güteraustausch und der Möglichkeit von Geldanlagen im jeweiligen Ausland bestimmt. Es gelten dabei zwei Aussagen:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><b><span style="font-size:10pt;">1. Aussage</span></b></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><b><span style="font-size:10pt;">Flusskapazitätsgleichung (FKG) des Außenhandels:</span></b></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><b><span style="font-size:10pt;">Güterimport + Geldexport<span>  </span>=<span>  </span>Güterexport + Geldimport</span></b><span style="font-size:10pt;"> (Ableitung, s. Anhang )<b></b></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;"><!--[if !supportEmptyParas]--> (Ableitung:</span><a href="http://hajosli.files.wordpress.com/2008/02/ableitungfkg.doc" title="ableitungfkg.doc">ableitungfkg.doc)</a><span style="font-size:10pt;"> <!--[endif]--></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Ob sich ein Gütertausch oder ein Geldanlage im jeweiligen Ausland lohnt hängt sehr stark vom Wechselkurs der Währungen ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><b><span style="font-size:10pt;">2. Aussage</span></b></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><b><span style="font-size:10pt;">Der Wechselkurs beeinflusst die Geldströme und den Güteraustausch, wie die Geldströme und Güteraustausch den Wechselkurs beeinflussen.</span></b></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></span></p>
<p class="MsoNormal"><b><span style="font-size:10pt;">Beispiel 1: Importschwemme (Außenhandelsdefizit); Geldflucht</span></b></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Strömt viel heimisches Geld in den Devisenmarkt, z.B. durch starken Import oder starke Anlageaktivität von überschüssigem Geld im Ausland, so steigt das Geldangebot auf dem Devisenmarkt und der Wechselkurs fällt. Dieser fallende Wechselkurs bremst allerdings die Importflut und Geldflucht, weil die Importware teuerer wird – man muss mehr heimisches Geld für eine eingeführte Ware aufbringen – und die Geldflucht – das eigene Geld ist nichts mehr wert. Bei bestehendem Außenhandelsdefizit kann gemäß FKG eine Kursabwertung dann abgewendet werden, wenn gleichzeitig Geldimporte erhöht werden. Ein Beispiel dafür sind die USA und ihr Ölimport. Die Finanzeliten der Ölländer, z.B. Saudi-Arabien haben zugleich Zugriff zum Ölreichtum ihres Landes. Sie verkaufen ihr Öl gegen US-Dollar, die sie sofort in den USA anlegen und somit nicht die Devisenmärkte erreichen. Zur Abwehr deflationärer Tendenzen dürfen sie außerdem die Realgütermärkte nicht erreichen und werden in die spekulativen Märkte (u.a. Aktienmärkte) umgelenkt. Da der US-Dollar in vielen Länder als Zahlungsmittel akzeptiert wird, müssen diese Länder teilweise zum amerikanischen Währungsgebiet gezählt werden. Oft gibt es dann eine Allianz mit den Machteliten dieser Länder zur Ausplünderung des Rohstoffreichtums. </span></p>
<p class="MsoNormal"><b><span style="font-size:10pt;">Beispiel 2: Exportoffensive</span></b></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Fließt heimisches Geld aus dem Devisenmarkt, z.B. durch wachsenden Export, so entsteht dort eine starke Nachfrage nach dieser heimischen Währung, der Wechselkurs steigt. Das bremst aber gleichzeitig das Exportwachstum, da die Güter für das Ausland teurer werden . Gemäß der FKG kann der steigende Wechselkurs nur verhindert werden, wenn im selben Ausmaß der Import wächst. Handelt es sich bei den Importgütern um solche, die auch im eigenen Land produziert werden, geraten diese Industrien unter Absatzschwierigkeiten bzw. Preisdruck, weil das Angebot steigt. Der Druck wird an die Lohnkosten weitergeben bis hin zur Arbeitslosigkeit. Hat also ein Industriezweig mit seinen Produkten im Inland Absatzschwierigkeit und versucht er durch erhöhten Export auszuweichen, um Arbeitsplätze zu sichern, geschieht dies letztlich auf Kosten anderer Industriezweige, die nicht exportieren können (Beispiel könnte sein Autoindustrie/ Textilindustrie).</span></p>
<p class="MsoNormal"><b><span style="font-size:10pt;">Beispiel 3 . Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Billiglohn &#8211; Ausland:</span></b></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Arbeitsplätze , d.h. das Produktionskapital außer Land zu schaffen, ist sehr aufwendig (Ausnahme Dienstleistungssektor). Im besten Fall werden Produktionsmittelgüter im eigenen Land gekauft und ins Ausland geschafft, was den Binnenmarkt stärken würde. Probleme entstehen, wenn man Geld ins Ausland transferiert, um dort für die neuen Produktionsstätten entsprechende Güter zu kaufen (Geldexport). Entsprechend den Ausführungen im Anhang entsteht bei Geldexport ein erhöhtes Angebot der heimischen Währung am Devisenmarkt, der Wechselkurs fällt. Der fallende Wechselkurs erschwert Importe. Das gilt auch für die Einfuhr der nun im Ausland von der Firma produzierten Güter. Im Billiglohnland ist auch die Kaufkraft der Konsumenten geringer, entsprechend schwierig die Absetzbarkeit der nun hier produzierten Güter. Der kurzfristig Vorteil wird so langfristig aufgebraucht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><b><span style="font-size:10pt;">Beispiel 4 : Schaffung von Arbeitsplätzen durch Investition ausländischem Finanzkapitals</span></b></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Die Folgen von Geldimport sind dieselben wie in Beispiel 2 beschrieben (s. Anhang 1): Heimische Währung fließt aus dem Devisenmarkt, bzw. durch den Umtausch von Fremdwährung in heimische Währung steigt die Nachfrage nach heimischer Währung. Soll der Wechselkurs nicht steigen, muß mehr Ware importiert werden mit der Folge: steigender Importe, größere Konkurrenz mit einheimischen Gütern, Absatzschwierigkeiten, schließlich Arbeitslosigkeit. Werden auf der einen Seite Arbeitsstellen geschaffen gehen sie auf de anderen Seite verloren. <b>Die Investitionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen müssen von dem überschüssigen heimischen Finanzkapital kommen </b>und nicht vom ausländischen. Dazu muss der Lohnanteil am Bruttoinlandsprodukt erhöht, also der Binnenmarkt gestärkt und der Anteil von leistungslosem Einkommen erniedrigt werden.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></span></p>
<p class="MsoNormal"><b><span style="font-size:10pt;">Zusammenfassung:</span></b><span style="font-size:10pt;"> die Beispiele zeigen, dass die monetären Schwierigkeiten eines Währungsraumes (Geldüberschuß in den Händen Weniger; Hortung usw.) nicht zwischen den Währungsräumen gelöst werden können. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><b><span style="font-size:10pt;">Der Wechselkurs zwischen verschiedenen Währungsräumen hat ausgleichende Wirkung.</span></b></p>
<p><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';"><br />
</span></p>
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