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Februar 28, 2017 Posted by | Allgemein | 1 Kommentar

Vom Preis zum Wert

Vom Preis zum Wert

Die kapitalistische Wirtschaft ist eine Warenwirtschaft, deren Produkte nicht dem eigenen Gebrauch dienen, sondern für künftige Geldbesitzer hergestellt werden, die diese Produkte mit ihrem Geld als Waren zu einem bestimmten Preis kaufen.

Ökonomen untersuchen die Bedingungen, die zu dem Warenpreis führen. Für bürgerliche Ökonomen bestimmen Knappheit und Nutzen den Preis. Daraus entsteht die Vorstellung von Angebot und Nachfrage als Bedingung für die Preisbildung. Marxistische Ökonomen sprechen vom Warenwert als Preis bestimmend. Da dieser nicht identisch mit dem Preis und nicht ohne weiteres in Erscheinung tritt, gilt es ihn gedanklich zu erschließen. Eine der Hauptthesen in der marx’schen Wirtschaftsanalyse ist, „dass Marx unter dem Titel des Verhältnisses von Wert und Tauschwert nicht den Zusammenhang zweier verschiedener Größen diskutiert, sondern den einer Größe mit ihrem numerischen Ausdruck. (Schlaudt, Oliver; 2011; Marx als Messtheoretiker. In: Bonefeld, Werner/Heinrich, Michael;Hg.). Mithin werden sie dort nicht als fachwissenschaftliches, sondern als methodologisches Problem erörtert und sprachlich oft gleichgesetzt. Demnach wäre der Preis in Währungseinheiten als numerischer Ausdruck des Wertes sprachlich als Tauschwert zu benennen. Der Warenwert drückt sich im Preis aus, ist aber nicht der Wert an sich. (s.u.)

Im Allgemeinen sind Waren Elemente einer Menge die als Objekte und Dienstleistungen an andere verkauft, d.h. in Geld getauscht werden. Da sie für andere bestimmt sind und nicht für den eigenen Gebrauch, haben sie einen Tauschwert. Es werden Waren betrachtet, die durch Arbeit der Betriebsbeschäftigen hergestellt werden: Produktionswaren. Sie stellen ein Untermenge der allgemeinen Waren dar. Ihre Herstellung benötigt also Arbeitszeit. Dadurch sind sie untereinander vergleichbar in Form einer Äquivalenzrelation. Als Maß für die Arbeit als Größe des Warenwertes identifiziert Marx die durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit (dgnAz) der Betriebsbeschäftigen.

In der Messtechnologie spielt die sog. Größe als Relationsbegriff eine entscheidende Rolle. Im Folgenden wird dieser Begriff am Beispiel der Flächenmessung von Bauland differenziert und mit der Messung des Warenwertes verglichen:

Messgegenstand

Konkrete Qualität

Mater. Träger

Größenart

Größenmaß

Num. Ausdruck

Bauland

Region

Land

Fläche

Quadrat

qm

Wert

Gebrauch

Ware

Arbeit

DgnAz

Preis (Tauschwert)

Zu fragen ist, ob die Wertmessung tatsächlich den erforderlichen Eigenschaften einer Äquivalenzrelation zukommt.

In der Äquivalenzrelation besteht die Gleichheit „in Bezug auf etwas…“ (Relation), z. B. Nutztiere in Bezug auf die Art. Sie hat als Bedingung:

  1. Reflexivität: Sie ist erfüllt, wenn jedes der zu vergleichenden Objekte mit sich selbst in Relation steht.

  2. Transitivität: Sie ist erfüllt, wenn die einzelne Relation zwischen zwei Objekten überschreitbar ist, wenn also x mit y und y mit z in Relation steht, so auch x mit z.

  3. Symmetrie: Sie ist erfüllt, wenn es auf die Reihenfolge nicht ankommt.

Diese Bedingungen gelten in der Tat für die Äquivalenzrelation der Wertmessung von Produktionswaren: Zwei Waren A und B sind in ihrem Wert gleich, A ~ B, wenn sie

in Bezug auf ihre ermittelte durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit (dgnAz) gleich sind“

Beispiel: für 1 Tisch und 3qm Brennholz gilt: 1 Tisch ~ 3qm Brennholz, da für beide die dgnAz 15 h beträgt.

  1. Reflexivität: Für jede der in Frage kommenden Waren wird eine dgnAz von 15h gemessen.

  2. Transitivität: Wenn 1 Tisch und 3qm Brennholz Waren sind, für die dgnAz 15h hat und ebenso für die Dienstleistung Kartoffelroden auf 4ha Kartoffelacker, dann hat das Kartoffelroden auf 4ha denselben Wert wie 1 Tisch.

  3. Symmetrie: Es gilt 1 Tisch und 3qm Brennholz benötigen 15h dgnAz und umgekehrt.

Die gedankliche Schwierigkeit bei dem obigen Vergleich besteht darin, dass die Ware Element eines Prozesses ist, an dessen Anfang die Herstellung und am Ende der Tausch in Geld ist (Verkauf/Kauf). Mit Geld ist das Versprechen verbunden, damit eine andere Ware einzutauschen. Findet der Verkauf/Kauf nicht statt – das Hergestellte ist unverkäuflich – gibt es auch keinen Warenwert. Der Warenwert ist also keine Eigenschaft des am Anfang des Prozesses Hergestellten (Produkt). Er haftet dem Produkt nicht an, wie die Farbe dem Stuhl.

Allgemein ist festzuhalten:

Gleiche durchschnittliche, gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bedeutet: gleicher Wert

Weiterlesen als PDF-Dokument  vom-preis-zum-wert

Oktober 24, 2016 Posted by | Allgemein | 1 Kommentar

Arbeitswerte

Arbeitswerte/ Durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit

(Eine Analyse der kapitalistischen Volkswirtschaft mit dem Begriff der durchschnittlichen gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit.)

In unserer Wirtschaft stellen Menschen durch ihre Arbeit Werte her. Diese Werte können materieller Art sein und beziehen sich z.B. auf Stücke, Gewichtsmengen, Volumen usw. oder in der Art einer Std.-Leistung, z.B. das Unterrichten bei Lehrern. Die Werte werden gegen Geld getauscht. Sie werden zu Tauschwerten von Waren. Der Warenbesitzer erhält Geld und der Geldbesitzer die Ware oder anders ausgedrückt, der Geldbesitzer kauft die Ware. Dabei findet ein Quantifizieren des Wertes statt. Das ist der Tauschwert. Die Größe der Geldeinheiten – das sind Zahlen auf Geldscheinen oder Bezahlkonten – drückt die Wert-Schätzung dieses Kaufhandels aus.

Wird die Ware nicht gekauft oder gibt es dafür kein Geld, ist die Ware nichts wert.

Die Wertschätzung erscheint als Preis in Geldeinheiten bezogen auf eine Mengeneinheit der Ware (Stück, kg, to, Std. usw.). Sie wird am Markt vollzogen, dabei gestalten sich die Preisvorstellungen des Warenbesitzers nach den Verhältnissen, in denen die Ware produziert werden. Die Geldbesitzer gestalten ihre Preisvorstellungen nach den Zugangsmöglichkeiten zu Geld und nach ihren Bedürfnissen, in die auch Werte, eingehen können, die sie dem Gebrauch beimessen. Die Konkretisierung führt dann zum Preis. Dieser Preis für eine bestimmte Ware kann von Situation zu Situation verschieden sein. Da spielt z.B. die Region, die Ausstattung der Werkstatt usw. eine Rolle.

Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene wird der Produktionspreis (pr) bestimmt durch die Kosten für die Abschreibung (Produktionsmittelverbrauch, ∆c), dem Lohn (L), der zur Reproduktion der Arbeitskraft dient und dem Profit (p) als Restgröße (Residuum). Diese Größen werden in Geld buchhalterisch wie folgt ausgedrückt:

∆c+ L + p = pr

Aus dieser Sicht stellt die Arbeitskraft und die Maschine jeweils einen Kostenfaktor dar. Faktoren sind für das Unternehmen Größen in eine Buchhaltung hinter der die reale Welt verschwindet. Sie ist Ausdruck dafür, dass die Tätigkeit des Unternehmers im Kapitalismus in erster Linie darauf gerichtet ist, eine positive Zahl – den Gewinn – zu erzielen.

Der Anfang und das Ende der Unternehmung ist Geld, ebenso der Erfolg, der sich im Gewinn manifestiert. Daher haben die realen Prozesse, die sich innerhalb der Unternehmung abspielen, für die Geschäftspolitik der Unternehmung nur insofern Bedeutung, als sie sich in der Geldrechnung niederschlagen. Das Instrument, mit dem alle Größen in Geldwerte transmutiert werden, ist die doppelte.-Buchhaltung. Sie ist für die Unternehmung konstituierend. Die doppelte Buchhaltung zieht aus der Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag bzw. von Plus- und Minusgeldwerten den Gesamtsaldo als Geldgröße.“ (s. Exkurs 1: H. Chr. Binswanger: Die Wachstumsspirale, 2006, S. 76 – 79).

Damit wird unterstellt, dass neben Arbeit (variables Kapital) das Sachkapital (konstantes Kapital) Produktionswerte herstellt. Dadurch erscheinen diese Kapitalien und die Preiserhebung (monetäre Ebene) als Quelle von Werten und nicht die Arbeitskraft. Diese Sichtweise verdeckt, dass Maschinen keine Werte schaffen, sondern an ihnen arbeitende Menschen und dass die Maschinen ebenfalls von arbeitenden Menschen erstellt wurden. Volkswirtschaftler, die in den Kategorien von Unternehmern denken, entwerfen folgerichtig Volkswirtschaftsmodelle, in denen Kapital, Boden und Arbeit als Produktionsfaktoren Güter und Leistungen herstellen.

Marx macht eine andere Rechnung auf. Er bezieht sich auf die triviale Tatsache, dass Menschen, um zu arbeiten, Arbeitszeit verbrauchen. Ihr 8-Std.-Tag kann z. B. aufgeteilt werden in 3 Std., wofür sie ihren Lohn erhalten. Das entspricht dem variablen Kapital (v) und der Tauschwert der Ware Arbeitskraft. Mit dem Lohn können wiederum Waren für die Wiederherstellung (Restitutions) der Arbeitsfähigkeit gekauft werden. Ein anderer Teil, z.B. 2 Std. dient zur Anschaffung von neuem bzw. verbrauchtem Material. Das ist das verbrauchte konstante Kapital (∆c). In weiteren 3-Std. wird für den Profit (p) gearbeitet:

8 Std. Gesamtarbeitszeit = 2 Std. ∆c + 3 Std. L + 3 Std. p

Es wird also in Arbeitszeiten gerechnet. Nach der marxistischen Arbeitswerttheorie entstehen die Werte in der kapitalistischen Wirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation.

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten.

Weiterlesen als PDF-Dokument:   arbeitswert

April 26, 2015 Posted by | Wirtschaft | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Modell der Arbeitswertlehre

Modell zur Marxschen Arbeitswerttheorie

Überarbeitung 1. April 15

Vorbemerkung

Die Marxsche Arbeitswertlehre wird von ihren Anhängern intensiv akademisch geführt. Bürgerliche Ökonomen halten sie für überholt und lassen sie „links“ liegen. Die Diskussion hat ihren Ursprung in der buchhalterischen Aufarbeitung wirtschaftlicher, insbesondere kapitalistischer Prozesse. Das hat seinen Grund darin, dass kapitalistische Wirtschaftsprozesse in der Sprache des Geldes beschrieben werden, mehr noch sie sind ohne Geld nicht möglich. Die kaufmännische Rechnungslegung in Geldeinheit ist die Grundlage unternehmerischer Tätigkeiten.

Die Anhänger der Arbeitswerttheorie gehen von der Auffassung aus, dass volkswirtschaftliche Werte nur der Arbeit der Werktätigen entspringe. Auch die bürgerlichen Ursprungsväter der klassischen Ökonomie hatten diese Vorstellung. Es wäre absurd anzunehmen, Werte entsprängen aus dem Besitz von Maschinen, Geld oder Land. Die Maschinen müssen bedient, für Geld muss gearbeitet und das Land muss bestellt werden. Maschinen, Geld und Immobilien würden keine Werte schaffen. (s. dazu Anmkg. 1)

Was ist also das Problem? Es besteht darin, welche Bedeutung für die einzelnen Diskutanten die Begriffe Arbeit und Wert haben. Denn „die Arbeit“ ist eine kategoriale Bestimmung eines Beobachters, der sich in einer äußeren Distanz zu seinem Gegenstand wähnt. Er beobachtet in verschieden Situationen Personen in ihren Handlungen und ordnet sie als Arbeit ein. Noch schwieriger ist es, den Begriff „Wert“ kategorial zu bestimmen. In ihren Beziehungen bewerten Menschen, sich untereinander, bewerten Gegenstände und Handlungen. Die Werte von wirtschaftlichen Gütern und Leistungen werden in der Regel quantitativ in Geldeinheiten ausgedrückt. Die Qualität geht dabei verloren.

Nun werfen die „linken“ Vertreter der „reinen“ Arbeitswertlehre den „linken“ Kritikern Verrat an den grundsätzlichen Aussagen der Theorie vor (s. Marx, Das Kapital, MEW 25, S. 166). Es ist oft ein akademischer Streit um die richtige Darstellung des buchhalterisch erfassten Prozesses der Wertentstehung – ein ungenügender, wenn nicht unmöglicher Versuch, Dynamik statisch zu erfassen. Da werden Konten definiert und eröffnet, d.h. mit Zahlen gefüllt und miteinander zahlenmäßig, d.h. mathematisch verknüpft. Verkannt wird dabei, dass diese Art der Wirtschaftsanalyse den in kapitalistischen Denkkategorien verhafteten Beobachter kennzeichnet (Exkurs 1). Buchhaltungen sind nur zahlenmäßig erfasste Augenblickabbilder der Wirklichkeit. Sie sind darüber hinaus der unmögliche Versuch, durch Geldeinheiten die Qualitäten verschiedener Erscheinungen in Quantitäten auszudrücken. Ich habe mir nun die Mühe gemacht, den buchhalterischen Weg nachzuvollziehen.

Darstellung der Arbeitswerttheorie

Unter Verzicht einer vertieften Darstellung (s. aber Exkurs 3) soll im Folgenden versucht werden, kurz in Schlagworten die Arbeitswerttheorie zu skizzieren.

Danach entstehen die Werte in einer Volkswirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation. Es heißt:

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten

In der marxistischen Terminologie heißt es, dass „sich die Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlicher Arbeit, also zu ihren Werten austauschen“. (Anm.: M. Sohn, Der dritte Anlauf, PapyRossa, 2012, S. 90). Welche Arbeit ist genau gemeint, was wird damit hergestellt, was sind das für Werte, was ist die Arbeitskraft? .Welche Konsequenzen hat die aufgestellte Kernaussage für die Variablen einer kapitalistischen Volkswirtschaft aus der Sicht marxistisch orientierter Wirtschaftswissenschaftler?

Weiterlesen als Pdf-Dokument: Modell Arbeitswertlehre

April 26, 2015 Posted by | Wirtschaft | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Präsentation ‚Anwendungen der Marxschen Arbeitswerttheorie P.K. Fleissner

Präsentation ‚Gegen den Strich gebürstet… Anwendungen der Marxschen Arbeitswerttheorie auf moderne Volkswirtschaften Peter Karl Fleissner, Wien fleissner@arrakis.es.‘.

http://peter.fleissner.org/Transform/Leibniz2013_final.ppt

Dezember 31, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag Prof. Karl Heinz Brodbeck: Die Krise des Geldes

Geld bestimmt tagtäglich unseren Alltag.

Immer mehr Menschen haben das Gefühl, einer umfassenden Ökonomisierung und Monetarisierung ausgesetzt zu sein, die alle Bereiche des Lebens tangiert. Was aber macht Geld eigentlich mit uns? Diese scheinbar einfache Frage zielt auf das Zentrum der heutigen Lebenswelt. In seinem Vortrag zum Charakter des Geldes als einer Erkenntnisform zeigt Karl-Heinz Brodbeck, wie nicht wir die Geldwirtschaft organisieren, sondern sie uns. Und er analysiert mit einer Fülle von historischen und systematischen Beispielen, wie wir anders damit umgehen könnten.

Karl-Heinz Brodbeck, geb. 1948, lehrte Volkswirtschaftslehre an verschiedenen Hochschulen, zuletzt in Würzburg. Er ist Verfasser zahlreicher Darstellungen zur Wirtschaft und Philosophie, zuletzt das umfangreiche Werk „Die Herrschaft des Geldes“. Dort und in allen seinen Vorträgen und Publikationen verbindet er wirtschaftliches und philosophisches Denken, wobei er sich vor allem der buddhistischen Weltsicht verbunden fühlt.

Hier ein Link zu seinem Vortrag „Die Krise des Geldes“:

http://www.professionelle-intuition.com/Brodbeck_-_Die_Krise_des_Geldes_2012.mp3

 

November 24, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Der Einfluss fachspez. Sozialisation auf das Selbstverständnis naturw. Referendare

1. Einleitung
1.1. Begründung des Themas
Die vorliegende Abhandlung ist eine überarbeiteter Auszug aus der Pädagogische Prüfungsarbeit für das Höhere Lehramt mit dem Thema „Der Einfluss fachspezifischer Sozialisation auf das Selbstverständnis von Studienreferendaren mit naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern, 1980. Die in dieser Arbeit verwerteten eigenen Erfahrungen in den Fachseminaren und der Schulpraxis wurden ausgespart. Für Interessierte sind diese per Email erfragbar: slifuhr@netcabo.pt.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die folgende These:
Im naturwissenschaftlichen Unterricht werden nicht nur Fakten, formale Denkstrategien vermittelt, sondern implizit Haltungen und Weltanschauungen. Selbst auf der Ebene des wissenschaftlichen Arbeitens gilt die Behauptung, dass dort Haltungen und Anschauungen erzeugt werden und umgekehrt, dass Haltungen und Anschauungen auch das naturwissenschaftliche Arbeiten beeinflussen.
„Seine eigentlich allgemein bildende Wirkung entfaltet der mathematisch-naturwissenschaftliche Unterricht erst da, wo er dem Einzelnen auch bei der über das technologische hinausgehenden weltanschaulich-philosophischen Lebensbewältigung eine Hilfe ist.“ (KLEMMER, 8.346).Wird die Wirkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts hier positiv beurteilt, so lassen sich durchaus Argumente für eine kritische Beurteilung finden.

Die folgenden Ausführungen werden dazu eine Position entwickeln

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Facharbeit bearbeitet

August 31, 2014 Posted by | Naturwissenschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Grafik Wirtschaftsmodell einer Warentauschbeziehung

 

Symbolerklärung:

WI sind Waren der Investitionsindustrie, insbesondere WIC= Maschinen; WIC= Maschinenersatz WIv = Arbeitskräfte; WIm = Profit

WA = Waren der Konsumindustrie, insbesondere WAC = Maschinen; WACm= Maschinen im Austausch zu WIm; WAv = Arbeitskräfte; WAm .= Profit

Wirtschaftsmodell einer Warentauschbeziehung

 

Neue Grafik:

 

Modell WarentauschDas Modell verweist auf folgende Schwierigkeit einer Vorstellung, die besagt, in der kapitalistischen Wirtschaft würden Waren getauscht:

Geld – hier als bloßes Transfermittel – kann in den Dimensionen einer Währung ausgedrückt werden. Welche Dimensionen sind aber für die Waren adäquat? Stückzahl, Gewicht, Volumen ? In der Realität werden auch hier Währungseinheiten des Geldes verwendet, denn Geld ist Anfang und Ende einer Unternehmung: G – W – G‘. Durch diese Wirklichkeit wird von der Qualität der Gebrauchswerte durch Reduzierung auf die Quantität abstrahiert, ausgedrückt in Zahlen. Geld ist nicht nur ein Transfermittel, sondern wirkt in Form einer Reduzierung auf die wirtschaftliche Wirklichkeit. Menschen und ihre Handlungen, besonders ihre wirtschaftlichen, werden in Zahlen bewertet. Das Geld schießen die Unternehmen vor, in der Regel durch einen Kredit, der von den Geschäftsbanken bereitgestellt wird, indirekt von der Zentralbank.

 

Grafik alt, fehlerhaft!!

 

 

Modell Franziska

Mai 25, 2014 Posted by | Wirtschaft | 2 Kommentare

Modell zur Arbeitswertlehre Bezug Arbeitszeit

Modell zur Marxschen Arbeitswerttheorie
Ein Versuch

Vorbemerkung
Die Marxsche Arbeitswertlehre wird von ihren Anhängern intensiv akademisch geführt. Bürgerliche Ökonomen halten sie für überholt und lassen sie „links“ liegen. Die Diskussion hat ihren Ursprung in der buchhalterischen Aufarbeitung wirtschaftlicher, insbesondere kapitalistischer Prozesse. Das hat seinen Grund darin, dass kapitalistische Wirtschaftsprozesse in der Sprache des Geldes beschrieben werden, mehr noch sie sind ohne Geld nicht möglich. Die kaufmännische Rechnungslegung in Geldeinheit ist die Grundlage unternehmerischer Tätigkeiten.

Die Anhänger der Arbeitswerttheorie gehen von der Auffassung aus, dass volkswirtschaftliche Werte nur der Arbeit der Werktätigen entspringe. Auch die bürgerlichen Ursprungsväter der klassischen Ökonomie hatten diese Vorstellung. Es wäre absurd anzunehmen, Werte entsprängen aus dem Besitz von Maschinen, Geld oder Land. Die Maschinen müssen bedient, für Geld muss gearbeitet und das Land muss bestellt werden. Maschinen, Geld und Immobilien würden keine Werte schaffen.
Was ist also das Problem? Es besteht darin, welche Bedeutung für die einzelnen Diskutanten die Begriffe Arbeit und Wert haben. Denn „die Arbeit“ ist eine kategoriale Bestimmung eines Beobachters, der sich in einer äußeren Distanz zu seinem Gegenstand wähnt. Er beobachtet in verschieden Situationen Personen in ihren Handlungen und ordnet sie als Arbeit ein. Noch schwieriger ist es, den Begriff „Wert“ kategorial zu bestimmen. In ihren Beziehungen bewerten Menschen, sich untereinander, bewerten Gegenstände und Handlungen. Die Werte von wirtschaftlichen Gütern und Leistungen werden in der Regel quantitativ in Geldeinheiten ausgedrückt. Die Qualität geht dabei verloren.

Nun werfen die „linken“ Vertreter der „reinen“ Arbeitswertlehre den „linken“ Kritikern Verrat an den grundsätzlichen Aussagen der Theorie vor. Es ist oft ein akademischer Streit um die richtige Darstellung des buchhalterisch erfassten Prozesses der Wertentstehung – ein ungenügender, wenn nicht unmöglicher Versuch, Dynamik statisch zu erfassen. Da werden Konten definiert und eröffnet, d.h. mit Zahlen gefüllt und miteinander zahlenmäßig, d.h. mathematisch verknüpft. Verkannt wird dabei, dass diese Art der Wirtschaftsanalyse den in kapitalistischen Denkkategorien verhafteten Beobachter kennzeichnet (s. Anhang 6). Buchhaltungen sind nur zahlenmäßig erfasste Augenblickabbilder der Wirklichkeit. Sie sind darüber hinaus der unmögliche Versuch, durch Geldeinheiten die Qualitäten verschiedener Erscheinungen in Quantitäten auszudrücken. Ich habe mir nun die Mühe gemacht, den buchhalterischen Weg nachzuvollziehen, wobei ich mich vor allem auf die Arbeitszeit als bestimmende Größe beziehe. Es handelt sich dabei um ein Versuch mit vielen offenen Fragen.
Darstellung der Arbeitswerttheorie
Unter Verzicht einer vertieften Darstellung soll im Folgenden versucht werden, kurz in Schlagworten die Arbeitswerttheorie zu skizzieren.
Danach entstehen die Werte in einer Volkswirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation. Es heißt:

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten

Dies als Kernaussage der Arbeitswertlehre hinzustellen, ist sehr vereinfachend. In der marxistischen Terminologie heißt es, dass „sich die Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlicher Arbeit, also zu ihren Werten austauschen“. (Anm.: M. Sohn, Der dritte Anlauf, PapyRossa, 2012, S. 90). Welche Arbeit ist genau gemeint, was wird damit hergestellt, was sind das für Werte, was ist die Arbeitskraft? .Welche Konsequenzen hat die aufgestellte Kernaussage für die Variablen einer kapitalistischen Volkswirtschaft aus der Sicht marxistisch orientierter Wirtschaftswissenschaftler?

Das Invarianzpostulat
Folgende Begriffe der Arbeitswerttheorie werden beschrieben: In einem Unternehmen schaffen Arbeitskräfte (Personen. Kräfte sind hier nicht im physikalischen Sinne gemeint) an Maschinen Waren, die auf dem Markt gegen Geld getauscht werden. Was der Markt ist, soll hier nicht erörtert werden. Bevor Waren hergestellt werden, müssen Maschinen und Arbeitskräfte (!) als Waren eingekauft werden. Das Geld dafür wird als Kredit vorgeschossen. Dieser gesamte Vorgang der Warenherstellung kann buchhalterisch dargestellt werden. Alles, was als Geld zu beziffern ist, wird als Kapital festgehalten: entweder der Maschinenpark oder die neu angeschafften und ersetzten Maschinen als konstantes (c), die Arbeitskräfte als variables Kapital (v). Beides sind in einer unternehmerischen Buchhaltung Kostenpositionen, zusammen also Ausgaben. (Die Realität, die Menschen als Subjekte hinter der Buchhaltung). Werden diese durch das eingenommene Geld des Warentausches als Einnahmen (pr) gegen gerechnet, entsteht als positiver Saldo ein Überschuss, der Profit (b).

Weiterals Pdf Datei: Modell Arbeitswerttheorieneu25Mai14

Mai 25, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Arbeitswertlehre

 

Modell zur Marxschen Arbeitswerttheorie

(verändert 4. Mai. 2014))

Unter Verzicht einer vertieften Darstellung (s. aber Exkurs 2) soll im Folgenden versucht werden, kurz in Schlagworten die Arbeitswerttheorie zu skizzieren.

Danach entstehen die Werte in der kapitalistischen Wirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation. Es heißt:

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten

In der marxistischen Terminologie heißt es, dass „sich die Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlicher Arbeit, also zu ihren Werten austauschen“. (Anm.: M. Sohn, Der dritte Anlauf, PapyRossa, 2012, S. 90). Welche Konsequenzen hat die aufgestellte Kernaussage für die Variablen einer kapitalistischen Volkswirtschaft aus der Sicht marxistisch orientierter Wirtschaftswissenschaftler? (s. Anmkg 1)

 

Das Invarianzpostulat

Folgende Begriffe der Arbeitswerttheorie werden beschrieben: In einem Unternehmen schaffen Arbeitskräfte (Das sind Personen. Kräfte sind hier nicht im physikalischen Sinne gemeint) an Maschinen Waren, die auf dem Markt gegen Geld getauscht werden. Bevor Waren hergestellt werden, müssen Maschinen und Arbeitskräfte als Waren eingekauft werden. Das Geld dafür wird als Kredit vorgeschossen. Dieser gesamte Vorgang der Warenherstellung kann buchhalterisch dargestellt werden. Alles, was als Geld zu beziffern ist, wird als Kapital festgehalten: entweder der Maschinenpark oder die neu angeschafften, bzw. ersetzten Maschinen als konstantes (c), die Arbeitskräfte als variables Kapital (v). Beides sind in einer Buchhaltung Kostenpositionen, zusammen also Ausgaben. Werden diese durch das eingenommene Geld des Warentausches als Einnahmen (pr) gegengerechnet, entsteht als positiver Saldo ein Überschuss, der betriebliche Profit (b)

Konstantes Kapital c :

  • In Geld bezifferter Wert der verbrauchten Produktionsmittel, diese bringen selbst keinen Neuwert hervor, sondern nur in  Verbindung mit der Arbeitskraft.

Variables Kapital (v) :

  • Wert der Arbeitskraft (z.B. Lohn); da diese dem Produkt einen „variablen“ Mehrwert zugesetzt wird. Sie wird vom Unternehmer eingekauft.

Betrieblicher Profit (b):

  • Betrieblicher Profit (b) = Einnahmen (pr) – Ausgaben (c+v). c+v sind in der Betriebsbuchhaltung Kostenpositionen, (bei Marx Kostpreis k = c + v; Warenwert = Kostpreis + Mehrwert: W = k + m, MEW 25, S.34) *

Mehrwert (m):

  • Wert als Differenz aus dem Gesamtwert der Warenproduktion (W) und Kosten: m = W – (c + v); wird er als Gewinn im Verhältnis zum variablen Kapital gesetzt, ist es

die Mehrwertrate (m‘): 

  • m/v: Wird der Mehrwert im Verhältnis zum Kostpreis gesetzt, ist es nach Marx

die Profitrate (p‘): 

  • p‘ =. m/(c+v) *

* Anmerkung: Nach Marx bezieht sich der Profit (p) auf das gesamte vorgeschossene Kapital (C), nicht nur auf das jeweilige verausgabte Kapital: >> Der Mehrwert bildet …einen Zuwachs… nicht nur zum verausgabten Kapital, das aus dem Kostpreis ersetzt wird, sondern zu dem in der Produktion überhaupt angewandten Kapital<< (MEW 25:44). In den Wert der einzelnen Ware geht allerdings nicht das gesamte vorgeschossene Kapital (C) ein, sondern – neben dem Profit – nur der Kostpreis.: »Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c+ v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit« (MEW 25:46). Wird er durch das in den Wert der Ware eingehende Kapital geteilt, entsteht »die Profitrate m/C = m/(c+v), im Unterschied von der Rate des Mehrwertes m/v« (MEW 25:52).

Der betriebliche Profit (b) bestimmt sich nach Auffassung eines Unternehmers aus der Differenz von Einnahmen in Preisen (pr) und den Kosten, also den eingesetzten Kapitalien (c+v), also b = pr – (c+v). Daraus ergibt sich die betriebliche Profitrate (b’)aus dem Verhältnis von in Geld bezifferten Profit (b), zu den Kosten (c+v):

b‘ = b/(c+v), da b = pr – (c+v), wobei pr Einnahmen in Preisen und (c+v) die Ausgaben sind, folgt

b‘ = [pr/(c+v)] – 1

(c ist das verbrauchte bzw. verausgabte konst. Kapital, die Abschreibung)

Der Einsatz von Kapitalien (c+v) zur Erzielung von Profit wird nun das Maß bzw. Ziel des Wirtschaftens, weil die verschiedenen Unternehmen mit ihren jeweiligen Kapitalien unterschiedlicher Zusammensetzung (c/v) um den Profit, als der der Mehrwert erscheint (?), „konkurrieren“. Oder – der Einsatz von Geld zur Erzielung von mehr Geld wird zum Ziel des Wirtschaftens.

Dadurch erscheinen diese Kapitalien und die Preiserhebung (monetäre Ebene) als Quelle des Mehrwertes und nicht die Arbeitskraft

Aus der Sicht eines einzelnen Unternehmers stellt die Arbeitskraft und die Maschine jeweils einen Kostenfaktor dar. Seine Sichtweise verdeckt, dass Maschinen keine Werte schaffen, sondern an ihnen arbeitende Menschen und dass die Maschinen ebenfalls von arbeitenden Menschen erstellt wurden. Volkswirtschaftler, die in den Kategorien von Unternehmern denken, entwerfen folgerichtig Volkswirtschaftsmodelle, in denen Kapital, Boden und Arbeit als Produktionsfaktoren Güter und Leistungen herstellen.

Marx macht eine andere Rechnung auf. Er bezieht sich auf die triviale Tatsache, dass Menschen, um zu arbeiten, Arbeitszeit verbrauchen. Ihr 8-Std.-Tag kann z. B. aufgeteilt werden in 3 Std., wofür sie ihren Lohn erhalten. Das entspricht dem variablen Kapital (v) und der Tauschwert der Ware Arbeitskraft. Mit dem Lohn können wiederum Waren für die Wiederherstellung (Restitutions) der Arbeitsfähigkeit gekauft werden. Ein anderer Teil, z.B. 2 Std. dient zur Anschaffung von neuem bzw. verbrauchtem Material. Das ist das verbrauchte konstante Kapital (c). In weiteren 3-Std. wird für den Mehrwert (m) gearbeitet. Insofern wird der Mehrwert auf das variable Kapital bezogen.

Mehrwertrate: m‘ = m/v

Faktoren sind für das Unternehmen Größen in eine Buchhaltung hinter der die reale Welt verschwindet. Sie ist Ausdruck dafür, dass die Tätigkeit des Unternehmers im Kapitalismus in erster Linie darauf gerichtet ist, eine positive Zahl – den Gewinn – zu erzielen.Der Anfang und das Ende der Unternehmung ist Geld, ebenso der Erfolg, der sich im Gewinn manifestiert. Daher haben die realen Prozesse, die sich innerhalb der Unternehmung abspielen, für die Geschäftspolitik der Unternehmung nur insofern Bedeutung, als sie sich in der Geldrechnung niederschlagen.

Das Instrument, mit dem alle Größen in Geldwerte transmutiert werden, ist die doppelte.-Buchhaltung. Sie ist für die Unternehmung konstituierend. Die doppelte Buchhaltung zieht aus der Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag bzw. von Plus- und Minusgeldwerten den Gesamtsaldo als Geldgröße.(s. Exkurs 1: H. Chr. Binswanger: Die Wachstumsspirale, 2006, S. 76 – 79).

Marx bezieht die Buchhaltung auf einen gesamten Industriezweig, z.B., auf die Konsumindustrie (Sek II) und die Investitionsindustrie (Sek I). In Anlehnung an ein Beispiel von Marx ergibt sich folgendes Bild.

Beispiel:

Die Investitionsindustrie stellt für die Konsumindustrie Maschinen im Werte von 870 € Mrd. € (cII) her, für den Eigenbedarf 600 Mrd. € (cI), also insgesamt 1.470 Mrd. €. Für den Lohn vI wurden 400 Mrd. € kalkuliert, den Gewinn (mI) 470 Mrd. €.

Um die benötigten Maschinen kaufen zu können, muss die Konsumindustrie ihrerseits für den Erlös ihrer Produkte 870 Mrd. € (cII) erhalten. Darüber hinaus sind zum Beispiel 150 Mrd. € für Lohn (vII) und 150 Mrd. € für den Profit (mII) aufzubringen, insgesamt also 1.170 Mrd. €.

Marx verdeutlicht die Entstehung des Mehrwertes anhand der Stundenaufteilung eines Arbeitstages (s.o). Dennoch rechnet auch er in Geldeinheiten. Da aber der Produktion jedweder Ware gemeinsam ist, dass sie Arbeitszeit kostet, lässt sich abstrakt die dazu „notwendige gesellschaftliche Durchschnittsarbeitszeit“ formulieren. Ihre abstrakte Wertform erhält sie jedoch dadurch, dass sie in Geld ausgedrückt werden kann. Sie entsteht im Tauschakt der beteiligten Warenbesitzer. Hingegen bezieht sich die Arbeitszeit eines einzelnen Arbeiters immer auf die vor dem Tausch existierende konkrete Arbeit, die mit der Uhr gemessen werden kann. Insofern ist sie nicht Ausdruck einer abstrakten Wertform. Demgegenüber ist die sog. „gesellschaftliche notwendige Arbeitszeit“ abstrakt, d.h., nicht sichtbar. Erst im Tausch wird sich erweisen, wie viel von der konkreten, aber privat verausgabten Arbeit tatsächlich wertbildend ist und daher als Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeitszeit gilt. Daher kann Marx vom Geld als der „notwendigen“ Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes Arbeitszeit sprechen: Wertbildende Arbeitszeit (oder die Menge abstrakter Arbeit) lässt sich nicht anders als durch Geld messen. (s. Anmkg. 3 und 4)

Insofern ist Geld, praktisch gesehen, nicht nur ein Tauschmittel, ohne jeden Einfluss auf das kapitalistische Wirtschaftsgeschehen, wie es moderne Volkswirtschaftler und auch manche Marxisten sehen und deshalb ein zu vernachlässigendes Anhängsel irgendeiner Werttheorie, sondern, es ist konstituierend für die kapitalistische Wirtschaftswelt mit weitreichenden Konsequenzen.

Die marx’sche Werttheorie ist monetäre: Ohne Wertform können sich die Waren nicht als Werte aufeinander beziehen. Erst das Geld ist die dem Wert angemessene Form. Dagegen ist die Arbeitswerttheorie der klassischen politischen Ökonomie und die Nutzentheorie der Neoklassik prämonetär. (s. Exkurs 2)

Für das Unternehmen und für Marx ist deswegen nur die buchhalterische Darstellung des Wirtschaftsgeschehens in Geldeinheiten von Bedeutung:

Modell Arbeitswertlehre überarb II

 

Mai 11, 2014 Posted by | Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar