Ansichten

Arbeitswerte

Arbeitswerte/ Durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit

(Eine Analyse der kapitalistischen Volkswirtschaft mit dem Begriff der durchschnittlichen gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit.)

In unserer Wirtschaft stellen Menschen durch ihre Arbeit Werte her. Diese Werte können materieller Art sein und beziehen sich z.B. auf Stücke, Gewichtsmengen, Volumen usw. oder in der Art einer Std.-Leistung, z.B. das Unterrichten bei Lehrern. Die Werte werden gegen Geld getauscht. Sie werden zu Tauschwerten von Waren. Der Warenbesitzer erhält Geld und der Geldbesitzer die Ware oder anders ausgedrückt, der Geldbesitzer kauft die Ware. Dabei findet ein Quantifizieren des Wertes statt. Das ist der Tauschwert. Die Größe der Geldeinheiten – das sind Zahlen auf Geldscheinen oder Bezahlkonten – drückt die Wert-Schätzung dieses Kaufhandels aus.

Wird die Ware nicht gekauft oder gibt es dafür kein Geld, ist die Ware nichts wert.

Die Wertschätzung erscheint als Preis in Geldeinheiten bezogen auf eine Mengeneinheit der Ware (Stück, kg, to, Std. usw.). Sie wird am Markt vollzogen, dabei gestalten sich die Preisvorstellungen des Warenbesitzers nach den Verhältnissen, in denen die Ware produziert werden. Die Geldbesitzer gestalten ihre Preisvorstellungen nach den Zugangsmöglichkeiten zu Geld und nach ihren Bedürfnissen, in die auch Werte, eingehen können, die sie dem Gebrauch beimessen. Die Konkretisierung führt dann zum Preis. Dieser Preis für eine bestimmte Ware kann von Situation zu Situation verschieden sein. Da spielt z.B. die Region, die Ausstattung der Werkstatt usw. eine Rolle.

Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene wird der Produktionspreis (pr) bestimmt durch die Kosten für die Abschreibung (Produktionsmittelverbrauch, ∆c), dem Lohn (L), der zur Reproduktion der Arbeitskraft dient und dem Profit (p) als Restgröße (Residuum). Diese Größen werden in Geld buchhalterisch wie folgt ausgedrückt:

∆c+ L + p = pr

Aus dieser Sicht stellt die Arbeitskraft und die Maschine jeweils einen Kostenfaktor dar. Faktoren sind für das Unternehmen Größen in eine Buchhaltung hinter der die reale Welt verschwindet. Sie ist Ausdruck dafür, dass die Tätigkeit des Unternehmers im Kapitalismus in erster Linie darauf gerichtet ist, eine positive Zahl – den Gewinn – zu erzielen.

Der Anfang und das Ende der Unternehmung ist Geld, ebenso der Erfolg, der sich im Gewinn manifestiert. Daher haben die realen Prozesse, die sich innerhalb der Unternehmung abspielen, für die Geschäftspolitik der Unternehmung nur insofern Bedeutung, als sie sich in der Geldrechnung niederschlagen. Das Instrument, mit dem alle Größen in Geldwerte transmutiert werden, ist die doppelte.-Buchhaltung. Sie ist für die Unternehmung konstituierend. Die doppelte Buchhaltung zieht aus der Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag bzw. von Plus- und Minusgeldwerten den Gesamtsaldo als Geldgröße.“ (s. Exkurs 1: H. Chr. Binswanger: Die Wachstumsspirale, 2006, S. 76 – 79).

Damit wird unterstellt, dass neben Arbeit (variables Kapital) das Sachkapital (konstantes Kapital) Produktionswerte herstellt. Dadurch erscheinen diese Kapitalien und die Preiserhebung (monetäre Ebene) als Quelle von Werten und nicht die Arbeitskraft. Diese Sichtweise verdeckt, dass Maschinen keine Werte schaffen, sondern an ihnen arbeitende Menschen und dass die Maschinen ebenfalls von arbeitenden Menschen erstellt wurden. Volkswirtschaftler, die in den Kategorien von Unternehmern denken, entwerfen folgerichtig Volkswirtschaftsmodelle, in denen Kapital, Boden und Arbeit als Produktionsfaktoren Güter und Leistungen herstellen.

Marx macht eine andere Rechnung auf. Er bezieht sich auf die triviale Tatsache, dass Menschen, um zu arbeiten, Arbeitszeit verbrauchen. Ihr 8-Std.-Tag kann z. B. aufgeteilt werden in 3 Std., wofür sie ihren Lohn erhalten. Das entspricht dem variablen Kapital (v) und der Tauschwert der Ware Arbeitskraft. Mit dem Lohn können wiederum Waren für die Wiederherstellung (Restitutions) der Arbeitsfähigkeit gekauft werden. Ein anderer Teil, z.B. 2 Std. dient zur Anschaffung von neuem bzw. verbrauchtem Material. Das ist das verbrauchte konstante Kapital (∆c). In weiteren 3-Std. wird für den Profit (p) gearbeitet:

8 Std. Gesamtarbeitszeit = 2 Std. ∆c + 3 Std. L + 3 Std. p

Es wird also in Arbeitszeiten gerechnet. Nach der marxistischen Arbeitswerttheorie entstehen die Werte in der kapitalistischen Wirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation.

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten.

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April 26, 2015 Posted by | Wirtschaft | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Modell der Arbeitswertlehre

Modell zur Marxschen Arbeitswerttheorie

Überarbeitung 1. April 15

Vorbemerkung

Die Marxsche Arbeitswertlehre wird von ihren Anhängern intensiv akademisch geführt. Bürgerliche Ökonomen halten sie für überholt und lassen sie „links“ liegen. Die Diskussion hat ihren Ursprung in der buchhalterischen Aufarbeitung wirtschaftlicher, insbesondere kapitalistischer Prozesse. Das hat seinen Grund darin, dass kapitalistische Wirtschaftsprozesse in der Sprache des Geldes beschrieben werden, mehr noch sie sind ohne Geld nicht möglich. Die kaufmännische Rechnungslegung in Geldeinheit ist die Grundlage unternehmerischer Tätigkeiten.

Die Anhänger der Arbeitswerttheorie gehen von der Auffassung aus, dass volkswirtschaftliche Werte nur der Arbeit der Werktätigen entspringe. Auch die bürgerlichen Ursprungsväter der klassischen Ökonomie hatten diese Vorstellung. Es wäre absurd anzunehmen, Werte entsprängen aus dem Besitz von Maschinen, Geld oder Land. Die Maschinen müssen bedient, für Geld muss gearbeitet und das Land muss bestellt werden. Maschinen, Geld und Immobilien würden keine Werte schaffen. (s. dazu Anmkg. 1)

Was ist also das Problem? Es besteht darin, welche Bedeutung für die einzelnen Diskutanten die Begriffe Arbeit und Wert haben. Denn „die Arbeit“ ist eine kategoriale Bestimmung eines Beobachters, der sich in einer äußeren Distanz zu seinem Gegenstand wähnt. Er beobachtet in verschieden Situationen Personen in ihren Handlungen und ordnet sie als Arbeit ein. Noch schwieriger ist es, den Begriff „Wert“ kategorial zu bestimmen. In ihren Beziehungen bewerten Menschen, sich untereinander, bewerten Gegenstände und Handlungen. Die Werte von wirtschaftlichen Gütern und Leistungen werden in der Regel quantitativ in Geldeinheiten ausgedrückt. Die Qualität geht dabei verloren.

Nun werfen die „linken“ Vertreter der „reinen“ Arbeitswertlehre den „linken“ Kritikern Verrat an den grundsätzlichen Aussagen der Theorie vor (s. Marx, Das Kapital, MEW 25, S. 166). Es ist oft ein akademischer Streit um die richtige Darstellung des buchhalterisch erfassten Prozesses der Wertentstehung – ein ungenügender, wenn nicht unmöglicher Versuch, Dynamik statisch zu erfassen. Da werden Konten definiert und eröffnet, d.h. mit Zahlen gefüllt und miteinander zahlenmäßig, d.h. mathematisch verknüpft. Verkannt wird dabei, dass diese Art der Wirtschaftsanalyse den in kapitalistischen Denkkategorien verhafteten Beobachter kennzeichnet (Exkurs 1). Buchhaltungen sind nur zahlenmäßig erfasste Augenblickabbilder der Wirklichkeit. Sie sind darüber hinaus der unmögliche Versuch, durch Geldeinheiten die Qualitäten verschiedener Erscheinungen in Quantitäten auszudrücken. Ich habe mir nun die Mühe gemacht, den buchhalterischen Weg nachzuvollziehen.

Darstellung der Arbeitswerttheorie

Unter Verzicht einer vertieften Darstellung (s. aber Exkurs 3) soll im Folgenden versucht werden, kurz in Schlagworten die Arbeitswerttheorie zu skizzieren.

Danach entstehen die Werte in einer Volkswirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation. Es heißt:

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten

In der marxistischen Terminologie heißt es, dass „sich die Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlicher Arbeit, also zu ihren Werten austauschen“. (Anm.: M. Sohn, Der dritte Anlauf, PapyRossa, 2012, S. 90). Welche Arbeit ist genau gemeint, was wird damit hergestellt, was sind das für Werte, was ist die Arbeitskraft? .Welche Konsequenzen hat die aufgestellte Kernaussage für die Variablen einer kapitalistischen Volkswirtschaft aus der Sicht marxistisch orientierter Wirtschaftswissenschaftler?

Weiterlesen als Pdf-Dokument: Modell Arbeitswertlehre

April 26, 2015 Posted by | Wirtschaft | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Präsentation ‚Anwendungen der Marxschen Arbeitswerttheorie P.K. Fleissner

Präsentation ‚Gegen den Strich gebürstet… Anwendungen der Marxschen Arbeitswerttheorie auf moderne Volkswirtschaften Peter Karl Fleissner, Wien fleissner@arrakis.es.‘.

http://peter.fleissner.org/Transform/Leibniz2013_final.ppt

Dezember 31, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag Prof. Karl Heinz Brodbeck: Die Krise des Geldes

Geld bestimmt tagtäglich unseren Alltag.

Immer mehr Menschen haben das Gefühl, einer umfassenden Ökonomisierung und Monetarisierung ausgesetzt zu sein, die alle Bereiche des Lebens tangiert. Was aber macht Geld eigentlich mit uns? Diese scheinbar einfache Frage zielt auf das Zentrum der heutigen Lebenswelt. In seinem Vortrag zum Charakter des Geldes als einer Erkenntnisform zeigt Karl-Heinz Brodbeck, wie nicht wir die Geldwirtschaft organisieren, sondern sie uns. Und er analysiert mit einer Fülle von historischen und systematischen Beispielen, wie wir anders damit umgehen könnten.

Karl-Heinz Brodbeck, geb. 1948, lehrte Volkswirtschaftslehre an verschiedenen Hochschulen, zuletzt in Würzburg. Er ist Verfasser zahlreicher Darstellungen zur Wirtschaft und Philosophie, zuletzt das umfangreiche Werk „Die Herrschaft des Geldes“. Dort und in allen seinen Vorträgen und Publikationen verbindet er wirtschaftliches und philosophisches Denken, wobei er sich vor allem der buddhistischen Weltsicht verbunden fühlt.

Hier ein Link zu seinem Vortrag „Die Krise des Geldes“:

http://www.professionelle-intuition.com/Brodbeck_-_Die_Krise_des_Geldes_2012.mp3

 

November 24, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Grafik Wirtschaftsmodell einer Warentauschbeziehung

 

Symbolerklärung:

WI sind Waren der Investitionsindustrie, insbesondere WIC= Maschinen; WIC= Maschinenersatz WIv = Arbeitskräfte; WIm = Profit

WA = Waren der Konsumindustrie, insbesondere WAC = Maschinen; WACm= Maschinen im Austausch zu WIm; WAv = Arbeitskräfte; WAm .= Profit

Wirtschaftsmodell einer Warentauschbeziehung

 

Neue Grafik:

 

Modell WarentauschDas Modell verweist auf folgende Schwierigkeit einer Vorstellung, die besagt, in der kapitalistischen Wirtschaft würden Waren getauscht:

Geld – hier als bloßes Transfermittel – kann in den Dimensionen einer Währung ausgedrückt werden. Welche Dimensionen sind aber für die Waren adäquat? Stückzahl, Gewicht, Volumen ? In der Realität werden auch hier Währungseinheiten des Geldes verwendet, denn Geld ist Anfang und Ende einer Unternehmung: G – W – G‘. Durch diese Wirklichkeit wird von der Qualität der Gebrauchswerte durch Reduzierung auf die Quantität abstrahiert, ausgedrückt in Zahlen. Geld ist nicht nur ein Transfermittel, sondern wirkt in Form einer Reduzierung auf die wirtschaftliche Wirklichkeit. Menschen und ihre Handlungen, besonders ihre wirtschaftlichen, werden in Zahlen bewertet. Das Geld schießen die Unternehmen vor, in der Regel durch einen Kredit, der von den Geschäftsbanken bereitgestellt wird, indirekt von der Zentralbank.

 

Grafik alt, fehlerhaft!!

 

 

Modell Franziska

Mai 25, 2014 Posted by | Wirtschaft | 2 Kommentare

Modell zur Arbeitswertlehre Bezug Arbeitszeit

Modell zur Marxschen Arbeitswerttheorie
Ein Versuch

Vorbemerkung
Die Marxsche Arbeitswertlehre wird von ihren Anhängern intensiv akademisch geführt. Bürgerliche Ökonomen halten sie für überholt und lassen sie „links“ liegen. Die Diskussion hat ihren Ursprung in der buchhalterischen Aufarbeitung wirtschaftlicher, insbesondere kapitalistischer Prozesse. Das hat seinen Grund darin, dass kapitalistische Wirtschaftsprozesse in der Sprache des Geldes beschrieben werden, mehr noch sie sind ohne Geld nicht möglich. Die kaufmännische Rechnungslegung in Geldeinheit ist die Grundlage unternehmerischer Tätigkeiten.

Die Anhänger der Arbeitswerttheorie gehen von der Auffassung aus, dass volkswirtschaftliche Werte nur der Arbeit der Werktätigen entspringe. Auch die bürgerlichen Ursprungsväter der klassischen Ökonomie hatten diese Vorstellung. Es wäre absurd anzunehmen, Werte entsprängen aus dem Besitz von Maschinen, Geld oder Land. Die Maschinen müssen bedient, für Geld muss gearbeitet und das Land muss bestellt werden. Maschinen, Geld und Immobilien würden keine Werte schaffen.
Was ist also das Problem? Es besteht darin, welche Bedeutung für die einzelnen Diskutanten die Begriffe Arbeit und Wert haben. Denn „die Arbeit“ ist eine kategoriale Bestimmung eines Beobachters, der sich in einer äußeren Distanz zu seinem Gegenstand wähnt. Er beobachtet in verschieden Situationen Personen in ihren Handlungen und ordnet sie als Arbeit ein. Noch schwieriger ist es, den Begriff „Wert“ kategorial zu bestimmen. In ihren Beziehungen bewerten Menschen, sich untereinander, bewerten Gegenstände und Handlungen. Die Werte von wirtschaftlichen Gütern und Leistungen werden in der Regel quantitativ in Geldeinheiten ausgedrückt. Die Qualität geht dabei verloren.

Nun werfen die „linken“ Vertreter der „reinen“ Arbeitswertlehre den „linken“ Kritikern Verrat an den grundsätzlichen Aussagen der Theorie vor. Es ist oft ein akademischer Streit um die richtige Darstellung des buchhalterisch erfassten Prozesses der Wertentstehung – ein ungenügender, wenn nicht unmöglicher Versuch, Dynamik statisch zu erfassen. Da werden Konten definiert und eröffnet, d.h. mit Zahlen gefüllt und miteinander zahlenmäßig, d.h. mathematisch verknüpft. Verkannt wird dabei, dass diese Art der Wirtschaftsanalyse den in kapitalistischen Denkkategorien verhafteten Beobachter kennzeichnet (s. Anhang 6). Buchhaltungen sind nur zahlenmäßig erfasste Augenblickabbilder der Wirklichkeit. Sie sind darüber hinaus der unmögliche Versuch, durch Geldeinheiten die Qualitäten verschiedener Erscheinungen in Quantitäten auszudrücken. Ich habe mir nun die Mühe gemacht, den buchhalterischen Weg nachzuvollziehen, wobei ich mich vor allem auf die Arbeitszeit als bestimmende Größe beziehe. Es handelt sich dabei um ein Versuch mit vielen offenen Fragen.
Darstellung der Arbeitswerttheorie
Unter Verzicht einer vertieften Darstellung soll im Folgenden versucht werden, kurz in Schlagworten die Arbeitswerttheorie zu skizzieren.
Danach entstehen die Werte in einer Volkswirtschaft im Raum der Produktion und nicht in dem der Zirkulation. Es heißt:

Die Arbeitskraft der Werktätigen ist die Quelle von wirtschaftlichen Werten

Dies als Kernaussage der Arbeitswertlehre hinzustellen, ist sehr vereinfachend. In der marxistischen Terminologie heißt es, dass „sich die Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlicher Arbeit, also zu ihren Werten austauschen“. (Anm.: M. Sohn, Der dritte Anlauf, PapyRossa, 2012, S. 90). Welche Arbeit ist genau gemeint, was wird damit hergestellt, was sind das für Werte, was ist die Arbeitskraft? .Welche Konsequenzen hat die aufgestellte Kernaussage für die Variablen einer kapitalistischen Volkswirtschaft aus der Sicht marxistisch orientierter Wirtschaftswissenschaftler?

Das Invarianzpostulat
Folgende Begriffe der Arbeitswerttheorie werden beschrieben: In einem Unternehmen schaffen Arbeitskräfte (Personen. Kräfte sind hier nicht im physikalischen Sinne gemeint) an Maschinen Waren, die auf dem Markt gegen Geld getauscht werden. Was der Markt ist, soll hier nicht erörtert werden. Bevor Waren hergestellt werden, müssen Maschinen und Arbeitskräfte (!) als Waren eingekauft werden. Das Geld dafür wird als Kredit vorgeschossen. Dieser gesamte Vorgang der Warenherstellung kann buchhalterisch dargestellt werden. Alles, was als Geld zu beziffern ist, wird als Kapital festgehalten: entweder der Maschinenpark oder die neu angeschafften und ersetzten Maschinen als konstantes (c), die Arbeitskräfte als variables Kapital (v). Beides sind in einer unternehmerischen Buchhaltung Kostenpositionen, zusammen also Ausgaben. (Die Realität, die Menschen als Subjekte hinter der Buchhaltung). Werden diese durch das eingenommene Geld des Warentausches als Einnahmen (pr) gegen gerechnet, entsteht als positiver Saldo ein Überschuss, der Profit (b).

Weiterals Pdf Datei: Modell Arbeitswerttheorieneu25Mai14

Mai 25, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Lohnmodell mesrine

 

 

Lohnmodellmesrine (Einzelheiten)

Das von mesrine vorgestellte Modell erinnert sehr stark an das Modell von Karl Marx, das er in seiner Arbeitswerttheorie verwendet. Dort strukturiert dieser die Unternehmen in Sachkapital (c), Lohnkapital (v) und Mehrwertkapital (m). Außerdem gliedert er die Volkswirtschaft in Investitionsindustrie (Abteilung I, sie produziert Produktionsmittel) und Konsumindustrie (Abteilung II). Im Modell von mesrine wird nicht zwischen Unternehmen der Investitions- und solchen der Konsumindustrie unterschieden. Die Unternehmen produzieren in aufeinander folgenden Sequenzen wechselseitig für einander sowohl Produktionsmittel als auch Konsumgüter. Ich versuche nun, die marx’sche volkswirtschaftliche Gliederung für das Modell von mesrine zu übernehmen, wobei „P“ gleich „c“ ist:

In seiner Arbeitswertlehre entwirft Marx ein Modell der kapitalistischen Wirtschaft, das er buchhalterisch darstellt. Dort strukturiert er die Unternehmen in Sachkapital (c), Lohnkapital (v) und Mehrwertkapital (m). Außerdem gliedert er die Volkswirtschaft in Investitionsindustrie (Abteilung I, sie produziert Produktionsmittel) und Konsumindustrie (Abteilung II). Ich versuche nun, diese marx’sche volkswirtschaftliche Gliederung mit seinen Symbolen zu übernehmen: Die jeweiligen Sachkapitalien (Produktionsmittel) für Abt. I und II sind c1 und c2.

Das Modell geht von dem Begriff der einfachen Reproduktion aus, den Marx benutzte. Dabei wird der vollständige Konsum der produzierten Werte einer Wirtschaft angenommen, d.h., was die einzelnen Sektoren produzieren, wird von den anderen jeweils abgenommen und konsumiert, der Output ist gleich dem Input(Ausgaben = Einnahmen) oder die Volkswirtschaft ist ein geschlossenes System, ein Kreislaufsystem. Der Wirtschaftsprozess wird in verschiedenen Phasen aufgeteilt: Vorleistung (Finanzierung), Produktion, Verkauf/Kauf.

Das Modell geht von einer Primärausstattung der Sachkapitalien (Produktionsmittel) beider Produktionssektoren aus. In die Kostenkalkulation geht nur die zu ersetzenden Sachkapitalien ein, also die Abschreibung (c1 und c2). Die Produktion wird buchhalterisch verfolgt, indem Konten eingerichtet werden. Für Abt. I und II die Konten Profit m1 und m2 als Einkommen der Unternehmen, sowie S1 und S2 als Kreditkonten. Für die Haushalte Konten L1 und L2 als Lohneinkommen, sowie SH als Kreditkonto.

Zu Beginn eines Zyklus kauft die Abteilung I (Investitionsindustrie) auf Kredit die Produktionsmittel und Arbeitskräfte in Höhe des Wertes c1+v1 als Vorleistung ein. Dadurch entsteht auf deren Kreditkonten insgesamt eine Schuld von -c1-v1. Die Investitionsindustrie stellt mit den so eingekauften Maschinen und den Lohnkräften wiederum Produktionsmittel für die Konsumindustrie (Abteilung II) im Wert von c1+m1+v1=c2 her (Produktion). Die Haushalte haben ein Einkommen in der Höhe von v1. Die Unternehmen der Konsumindustrie kaufen nun die Produktionsmittel (c2) als Vorleistung auf Kredit (Verkauf/Kauf). Außerdem wird als Vorschuss kreditfinanziert Lohn in Höhe von v2 ausgezahlt, so dass Konsumgüter in Höhe von c2+m2+v2=c1+m1+v1+m2+v2 produziert werden können (Produktion). Es entsteht seitens der Konsumindustrie eine Schuld in Höhe von (-c1-m1-v1-m2-v2). Durch den Verkauf der Produktionsmittel c2 begleichen die Unternehmen der Investitionsindustrie ihre Schuld -c1-v1 und verifizieren ihren Profit m1. Ein Teil der nun produzierten Konsumgüter wird von den Haushalten mit ihrem Lohneinkommen v1 und v2 gekauft (Verkauf/Kauf) und vom Markt geräumt, ein anderer Teil voraussetzungsgmäß (Bedingung der einfachen Reproduktion) vom Einkommen der Unternehmen, das in dem Gewinn m1 und m2 besteht. Es bleiben noch Konsumgüter im Werte von c1 übrig. Die Konsumindustrie tilgt mit diesem Verkauf bis auf den Rest -c1 ihre Schuld (-c2-m1-m2). Finden sich dafür kreditfinanzierte Käufer, geht die Schuld auf diese über. Buchalterisch wird dieser erste Zyklus wie folgt fest gehalten:

 

LohnmodelleinzelhII

 

Mai 11, 2014 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Projekt „Solidarisches Sparen und Leihen“

Warum machen wir die Gruppe „Solidarisches Sparen und Leihen“?

Geld bestimmt tagtäglich unseren Alltag. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, einer umfassenden Ökonomisierung und Monetarisierung ausgesetzt zu sein, die alle Bereiche des Lebens tangiert. Was aber macht Geld eigentlich mit uns?

  • Unser Geldsystem macht umfassendes arbeitsteiliges Wirtschaften erst möglich.

ABER!

  • Unser Geldsystem ist sozial und ökologisch zerstörerisch. Es sollte verändert werden.
  • Unser Geldsystem ist instabil und wenn es – wie es lokal immer wieder passiert – zusammenbricht, dann gibt es viel Leid und Not.

DESWEGEN

  • Vereinzelt wird überlegt und ausprobiert, wie es anders funktionieren kann. Die Gruppe Sparen und Leihen ist ein Übungsfeld.

  • Menschen haben Fähigkeiten, Impulse und Bedürfnisse, aber ihnen stehen ganz unterschiedliche Geldmengen zur Verfügung. Mit Sparen und Leihen gelingt ein teilweiser Ausgleich.

  • Geld verbindet ständig, wir merken es aber nicht. Durch die Gruppe Sparen und Leihen wir die Verbindung erlebbar.

  • Geld trennt und grenzt aus, wenn man es nicht besitzt. Durch solidarisches Handeln mit dem Geld wollen wir dies ein Stück weit überwinden

  • Geld ist eines der letzten Tabus: „Über Geld redet man nicht!“ Dieses Tabu überwinden wir teilweise, wenn wir gemeinsam unser Spargeld verleihen und verwalten.

  • Wenn mit Geld eine Sache in der Gruppe verwirklicht werden kann, dann kann die Freude darüber geteilt werden.

  • Wenn Sparen oder Zurückbezahlen frustrierend wird, dann kann der Frust in der Gruppe geteilt werden.

Mit unserer Gruppe wollen wir Erfahrungen in einem alternativen Umgang mit Geld sammeln!

Weitere Informationen in der folgenden Präsentation: Projekt Sparen und Leihen

Außerdem ein Erfahrungsbericht: PSL Artikel2

sowie die VeröffentlichungHW_2014_06_solidarisches_sparen

 

 

September 15, 2013 Posted by | Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Aspekte kapitalistischen Wirtschaftens am Modell

Aspekte kapitalistischen Wirtschaftens am Modell untersucht

Die Herstellung von Produkten im herrschenden Wirtschaftssystem ist ein Untersuchungsgegenstand der Volkswirtschaftslehre. Die Produktion ist ein arbeitsteiliger Prozess. Alles, was nicht in diesem Prozess hergestellt wird, bleibt außerhalb der Untersuchung, z.B. die Arbeit der Hausfrau. Über das Geld vermitteln die in dem System agierenden Menschen ihre Produktionsbeziehungen. Ohne Geld läuft im arbeitsteiligen Produktionsprozess nichts. (s. Exkurs 1 u. 2)

 Das Modell (s. Exkurs 3)

                               Kategorial gibt es drei das System aufbauende Akteure, die an dem Herstellungsprozess beteiligt sind:
                                                                  die Unternehmen, Haushalte und das Bankensystem.

Die Unternehmen stellen den Herstellungsort, aus den Haushalten (im weitesten Sinn) kommen die Konsumenten und die in den Unternehmen Tätigen (s.u.) und das Bankensystem stellt das Geld zur Verfügung.

Einfaches kapitalistisches Wirtschaftsmodell:

Das Banksystem (Zentralbank + Geschäftsbanken) liefert das von ihnen geschöpfte (s. Erhard Glötzle 2013 02 07 Giralgeld – Missverständnisse, Probleme 2.1..docx ) oder verwaltete Geld den Unternehmen als Vorschuss in Form eines Kredites (Schuld). Die einzelnen Unternehmen bezahlen damit die zur Produktion benötigten Gebäude, Maschinen, Rohstoffe bzw. Vorprodukte und Löhne, bzw. Gehälter, Aufwendungen, Abgaben usw. (Entgelte im Unterschied zum Einkommen, das den Überschuss einschließt, s.u.). Für sie sind dies Kostenfaktoren. Gesamtgesellschaftlich gesehen müssen Gebäude, Maschinen, Vorprodukte hergestellt und Rohstoffe gewonnen werden, wofür auch dort Entgelte zu zahlen sind. Auf der volkswirtschaftlichen Ebene drücken sich deswegen die betrieblichen Kostenfaktoren in den Entgelten der in den Unternehmen Tätigen aus (Entgelt für Arbeiter, Angestellte, Geschäftsführer, Manager, usw., kurz: Werktätigen). Selbständige werden dabei als Einperson-Unternehmen definiert, Unternehmer erhalten für ihre Tätigkeit ein Gehalt. Volkswirtschaftlich dient also der Vorschuss der Bezahlung der Werktätigen. Er ist deren Einnahme, die gleichzeitig die Ausgabe der Unternehmung ist. Diese Einnahmen sind im Unterschied zum Einkommen zu sehen, die den Gewinn, bzw. Überschuss mit einschließen (s. Anmkg 3 u. Exkurs 3). Die hergestellten Produkte werden auf dem Markt als Waren mit dem Entgelt von denen gekauft, die in den Unternehmen tätig sind.

 Zusammenfassung:

Die Werktätigen erhalten für ihre Leistungen ein Entgelt, das für die Unternehmen als Ausgaben verbucht wird. Dieses Entgelt sind die haushälterischen Einnahmen dieser Werktätigen, mit denen die für die Haushalte notwendigen Waren erworben werden. Dadurch werden diese zu haushälterischen Ausgaben und zu Einnahmen der Unternehmen (s. Exkurs 7). Für das Entgelt stellt das Bankensystem Geld als Vorschuss-Kredit zur Verfügung. Ohne Geld als staatlich garantierter Anspruch auf gesellschaftlich erstellte Waren ist ein kapitalistisches Wirtschaften nicht möglich.

 Das Modell stellt sich als Geldkreislauf auf der einen und als Umwandlungsprozess (Produktion: Leistung gegen Waren) auf der anderen Ebene dar.

Zum Verständnis des kapitalistischen Wirtschaftssystems müssen beide Ebenen gleichzeitig im Denken berücksichtigt werden: die Ebene des Geldkreislaufes und die des Umwandlungsprozesses, m.a.W. die der Zirkulations- und die der Produktionsebene. Im Kapitalismus werden Werte als Waren produziert. In dieser Formulierung wird sowohl die Produktionsebene genannt und gleichzeitig durch den Begriff „Waren“ die Geldkreislaufebene. Der Begriff „Ware“ bedeutet, dass das Produzierte von denen abgenommen wird, die Geld besitzen. Das Produzierte wird gekauft, dadurch wird es zur Ware. Wird es nicht gekauft, ist das Produzierte nichts wert. Ein Teil der Geldbesitzer sind die in den Unternehmen Tätigen. Sie kaufen mit ihrem Geld (Entgelt: Lohn, Gehalt, usw.) die Waren, an deren Produktion sie beteiligt sind. Aber auch jenseits der Produktionsebene gibt es Geldbesitzer, die in unterschiedlicher Weise zu „Geld gekommen sind“.

 Geldkreislauf:

Im Geldkreislauf sind die Ausgaben der Unternehmen die Einnahmen der Haushalte und die Ausgaben der Haushalte die Einnahmen der Unternehmen. Daraus ergibt sich das Gleichgewicht:

 Unternehmensausgaben = Haushaltseinnahmen = Haushaltsausgaben = Unternehmenseinnahmen

Modellannahmen:

  • Unternehmen Produktionsort

  • Haushalte inklusiv: Staat, Unternehmerhaushalt, Selbständigen Haushalt, Privathaushalte

  • Werktätige In den Unternehmen an der Produktion Beteiligte

  • Einnahmen bzw. Ausgaben Entgelt der Werktätigen

  • Entgelt Einnahmen der Werktätigen im Unterschied zu Einkommen, die die Überschüsse einschließen

  • Überschuss Differenz aus Ausgaben und Einnahmen 1,2, 3 Anmerkung

Schema Kreislauf

 

 mehr….aspekte-kapt-wirtschaften-2-23dez13kurz

März 21, 2013 Posted by | Wirtschaft | 10 Kommentare

Die Finanzkrise = Überschusskrise

Die Finanzkrise

Die Finanzkrise wird in der Öffentlichkeit gewöhnlich als Schuldenkrise dargestellt, genauer als Geldschuldenkrise.

Ich behaupte,dass die Finanzkrise eine Geldüberschusskrise ist!

Warum?

Den Geldschulden stehen  immer in gleicher Größe Geldguthaben gegenüber. Durch das Verleihen von Geld entstehen auf der einen Seite Schulden auf der anderen Geldguthaben.

Geld wird verliehen.

Es entstehen

Geldschulden=Geldguthaben

Woher stammt das Geld der Guthaben?

Das verliehene Geld stammt aus Überschüssen:

aus der Differenz von Geldeinnahmen und-ausgaben.

Krise.

Entsteht nun ein Geldüberschuss als Differenz von Einnahmen und Ausgaben und wird dieser nicht zur Produktion in den wirtschaftlichen Kreislauf zurückgeführt, sondern gehortet oder zur Steigerung bestehender Werte in Spekulationsblasen genutzt, fehlt das Geld der produktiven Wirtschaft, Waren werden nicht abgesetzt, bzw. abgenommen, den Betrieben brechen die entsprechenden Einnahmen weg, Firmen gehen pleite, Arbeitsplätze werden vernichtet, die Wirtschaft schrumpft: Das ist die

Wirtschaftskrise:Der Geldüberschuss fehlt der produktiven Wirtschaft

Entstehung von Schulden.

Wie wird der Geldüberschuss dem volkswirtschaftlichen Kreislauf zugeführt?

Es finden sich Schuldner, die diesen Überschuss übernehmen.

So entstehen auf der einen Seite Schulden auf der anderen Geldguthaben.

FAZIT: Überschüsse (Profite, Rendite, Zinsen, Mieten, Pacht, Sparen) können in einer Volkswirtschaft krisenfrei nur realisiert  werden, wenn gleichzeitig Schulden entstehen, d.h., wenn die Überschüsse durch Schuldner übernommen werden.

Daher ist die Schuldenkrise ein Überschussproblem.

Das ist die Kernaussage, die im Weiteren erläutert wird: s. Die Finanzkrise ist eine Überschusskrise.pdf und Finanzkrise=Überschusskrise/Präsentation.pdf

Juli 19, 2012 Posted by | Wirtschaft | 2 Kommentare